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Philosophie

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Alt 25.11.2010, 03:08   Das Wesen des Fragens Beitrag #1 (permalink)
Monist
Neuer Benutzer
 
Benutzerbild von Monist
 
Sternzeichen: Krebs
Registriert seit: 23.11.2010
Ort: Bochum
Alter: 33
Beiträge: 28
Das Wesen des Fragens

Wenn ich z.B. einen Ring finde und ich jetzt die Frage stelle: Wo kam der her? Wenn ich mir nun beantworten kann: Der Ring gehörte einer Frau. Dann kann ich nun immer weiter fragen. Also: Warum hatte die Frau den Ring. Antwort: Es war ein Hochzeitsring. Nächste Frage: Wann hat die Frau geheiratet? Antwort: In der Gravur steht 2008. Weiter: Wie war die Hochzeit? Der Ring war teuer. Warum hat die Frau so viel Geld für den Ring ausgegeben? Antwort: Es war wohl Liebe. Als nächstes Frage ich dann: Wen hat die Frau geliebt und wo kam er her?
Irgendwann sind die Fragen zwar nicht mehr so leicht zu beantworten, aber ich könnte immer weiter Fragen. Nur das Problem daran ist, dass ich vollkommen von meiner urspünglichen Fragestellung ab komme. Es hat also nichts mehr damit zu tun, dass ich einen Ring gefunden habe.

Genau das machen aber viele, sie Fragen immer weiter. Aber das geht einfach nicht. Wenn nach dem Ursprung des Universums gefragt wird, lautet die Antwort. Es war der Urknall. Vieleicht mag der Urknall etwas so beeindruckendes gewesen sein, dass ich eine Zeit lang ruhe gebe. Aber dann kommt schon die nächste Frage: was war vor dem Urknall? Eine moderne Antwort lautet: Vor dem Urknall gab es Universen die in sich zusammen fallen. Also immer kleiner werden.

Es hat doch gar keinen Sinn immer weiter zu fragen. Weil ich wie in dem Beispiel des Ringes, von der Frage nach dem Urspung des Universums abgekommen bin. Ich denke, um hinter Welträtsel und Lebensfragen zu kommen nützt es nichts lauter Fragen auf zu werfen und Antworten zu erarbeiten. Ich muss mich irgendwann von Ursache und Wirkung verabschieden. Und einen Augenblick des Glücks und Schönheit des Seins genießen um die Welt zu verstehen. Und in Einklang gelangen um Erkenntnis zu gewinnen.
Monist ist offline  
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Alt 25.11.2010, 11:07   Das Wesen des Fragens Beitrag #2 (permalink)
Gast11848
Gast
 
Beiträge: n/a
Hallo Monist,

die Frage ist immer, worauf bin ich in diesem Moment ausgerichtet. Ich kann den Ring finden, mich fragen, ob jemand ihn vermisst und zum nächsten Fundbüro bringen. Damit ist das Kapitel für mich abgeschlossen. Wenn ich in kurzer Zeit mehrere Ringe finde, verändert sich die Frage automatisch .

Muss ich mich von Ursache und Wirkung verabschieden, oder kann ich die Fragen danach nutzen, um zu immer tieferen Schichten in mir vorzudringen? Sozusagen als Antrieb zur Entwicklung? Ich muss mich dann nur davon verabschieden, dass es für die Welt einen Sinn macht. Denn ich selbst habe ja ein An-Sinnen, ein inneres Streben nach dem Zustand des Vollkommen-Seins. Bin ich in diesem Zustand und würde darin verharren, also keine neuen Fragen kreieren, hieße das doch, dass ich keine Bedürfnisse mehr habe.

Vielleicht kann ich mich aber irgendwann von einem Veränderungswunsch verabschieden... Bei der Vielfalt der Welt und des Lebens, reicht da ein einziges Leben aus?

Liebe Grüße
Yemaya
 
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Alt 25.11.2010, 13:40   Das Wesen des Fragens Beitrag #3 (permalink)
Fjörgyn
सच्चिदानन्द
 
Benutzerbild von Fjörgyn
 
Sternzeichen: Skorpion
Registriert seit: 31.05.2007
Ort: नन्दन
Alter: 36
Beiträge: 4.520

Hi Monist
Zitat:
Zitat von Monist Beitrag anzeigen
Genau das machen aber viele, sie Fragen immer weiter
.
also...neulich war ich bei meinem Schwesterherz...nun sie hat einen kleinen Sohn...er ist 4 Jahre alt...und weißt Du was er tut? Fragen! und zwar nicht zu knapp!...um genau zu sein ist er nur am Fragen...irgenwann antwortete(kleine Anekdote) ich: ich weiß auch nicht alles...seine Antwort: Doooooch Du weißt alles......
Nun wozu dient dieses Fragen? es dient dazu die Welt kennenzulernen(unter anderem)...ohne Fragen keine Antworten!...in der Frage liegt meist scho die Antwort....Fragen sind meiner Meinung nach sehr wertvoll.
Zitat:
Aber das geht einfach nicht
wie kommst Du zu dieser Aussage...wer bestimmt was wie womit geht oder nicht?...was sollte ich dem meinem Neffen erzählen: Frag nicht?!
.
Zitat:
Es hat doch gar keinen Sinn immer weiter zu fragen
.

Zitat:
Und einen Augenblick des Glücks und Schönheit des Seins genießen
schöner Satz..!..
Zitat:
um die Welt zu verstehen.
dann beschreibe wie Du das machst?
Zitat:
Und in Einklang gelangen
schöner Satz!!!
Zitat:
um Erkenntnis zu gewinnen.
wie gewinnst Du sie?

blessed be
fjörgyn
Fjörgyn ist offline  
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Alt 25.11.2010, 13:40   Das Wesen des Fragens Beitrag #4 (permalink)
andali
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von andali
 
Sternzeichen: Waage
Registriert seit: 01.09.2009
Ort: Niedersachsen
Alter: 38
Beiträge: 599
Hallo!
Die Frage könnte ja auch lauten: Was hat der Ring mit mir zu tun?
Wnn ich es richtig verstanden habe, haben alle Dinge die uns passieren mit uns zu tun.
Aber was mir am Thread von Monist aufgefallen ist, war dass man immer alle möglichen Fragen stellt, die eigentlich im Moment gar nicht so relevant sind (aber einem so wichtig und groß erscheinen). Ich ertappe mich auch oft dabei, dass ich gerne dies oder das wissen würde und erkennen möchte... ich werde abgelenkt und kommt davon ab, erstmal in Meditation zu gehen um mich selbst zu erkennen....
So, dass waren so meine Gedanken, als ich das gelesen habe...
andali ist offline  
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Alt 25.11.2010, 14:09   Das Wesen des Fragens Beitrag #5 (permalink)
glühwürmchen
die nachdenkliche
 
Benutzerbild von glühwürmchen
 
Sternzeichen: Zwillinge
Registriert seit: 11.04.2010
Ort: schleswig-holstein
Alter: 72
Beiträge: 5.139
hallo

ich sehe es nicht so wie monist.
fragen sind für mich wichtig.wie schon fjörgyn schrieb,kinder sind hemmungslos in ihren fragen und das ist wichtig.
ohne fragen,kein weiter kommen im leben.
ein stillstand,der emotial tödlich sein kann.
fragen entstehen durch gefühle,neugierde und um klarheit zu bekommen.

immer schön fragen und neugierig bleiben.

liebe grüsse lisa
glühwürmchen ist offline  
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Alt 25.11.2010, 16:05   Das Wesen des Fragens Beitrag #6 (permalink)
Marjul
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von Marjul
 
Sternzeichen: Waage
Registriert seit: 09.02.2007
Ort: bei Münster/Westf.
Alter: 59
Beiträge: 2.053
Blog-Einträge: 5
Beim Thema "Fragen" scheint es mir, dass scheinbar entgegengesetzte Auffassungen beide berechtigt sein können und bei tieferem Nachdenken am Ende vielleicht sogar zusammenfallen.

Monist, was du schreibst, erinnert mich sehr an die Geschichte von dem Mann mit dem Giftpfeil, die der Buddha erzählte: http://www.kommundsieh.de/g-pfeil.html
Wenn man von einem Giftpfeil getroffen ist, hilft es nicht weiter, nach der Herkunft des Pfeils, der Art des Giftes usw. zu fragen, sondern man muss ihn sofort herausziehen. Im übertragenen Sinne mag das heißen: es führt nicht weiter nach der Ursache und dem Anfang der Welt zu fragen, sondern es geht darum sich vom Verhaftetsein an sie zu befreien.

Auf der anderen Seite gibt es den Erkenntnisweg des Jnana-Yoga, wo die Frage das Mittel zur Erkenntnis des Selbst ist. Ein bekannter neuerer Vertreter ist Ramana Maharshi. Es wird immer wieder gefragt - nicht nach der Welt und ihren Ursachen, auch nicht, wie es manchmal verkürzt heißt: "Wer bin ich?", sondern: "Wer ist es, der dieses sagt/schreibt/wahrnimmt/fragt...?" Als Antwort kommt man schließlich auf den "Beobachter" von allem, das Bewusstsein (das trifft sich mit der Quantenphysik...).

Herzliche Grüße
Marjul
Marjul ist offline  
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Alt 25.11.2010, 16:31   Das Wesen des Fragens Beitrag #7 (permalink)
tilo
Banned
 
Registriert seit: 08.02.2010
Ort: Salzgitter
Beiträge: 280
Blog-Einträge: 2
Es gibt ein Wesen des Fragens,welches uns lediglich davon abhält, im Hier und Jetzt sein zu können...in Form von sinnloser Grübelei,ohne konkreten Bezug zur eigenen Person.
Es gibt ein Wesen des Fragens,welches auf das Verstehenwollen ausgerichtet ist,und dieses dient der eigenen Orientierung und Entwicklung...

Unabhängig von weiteren Wesensarten gilt es,immer neugierig und offen zu sein,somit nie aufzuhören zu fragen...was ja ansonsten Stillstand bedeuten würde! Und im Laufe der Zeit lernt man zu unterscheiden,welche Fragen unsinnig sind,bzw. welche einen weiterbringen.

Es bedarf nur dann keiner Fragen mehr,wenn ein Mensch sich im Geiste zur Vollkommenheit entwickelt hat...wieviele solcher Menschen kennst Du?

LG,tilo
tilo ist offline  
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Alt 25.11.2010, 16:53   Das Wesen des Fragens Beitrag #8 (permalink)
Akuma
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 17.10.2010
Beiträge: 361
Blog-Einträge: 2
Zitat:
Zitat von tilo Beitrag anzeigen
Es gibt ein Wesen des Fragens,welches uns lediglich davon abhält, im Hier und Jetzt sein zu können...in Form von sinnloser Grübelei,ohne konkreten Bezug zur eigenen Person.
Es gibt ein Wesen des Fragens,welches auf das Verstehenwollen ausgerichtet ist,und dieses dient der eigenen Orientierung und Entwicklung...

Unabhängig von weiteren Wesensarten gilt es,immer neugierig und offen zu sein,somit nie aufzuhören zu fragen...was ja ansonsten Stillstand bedeuten würde! Und im Laufe der Zeit lernt man zu unterscheiden,welche Fragen unsinnig sind,bzw. welche einen weiterbringen.

Es bedarf nur dann keiner Fragen mehr,wenn ein Mensch sich im Geiste zur Vollkommenheit entwickelt hat...wieviele solcher Menschen kennst Du?

LG,tilo
Du hast es haargenau auf den Punkt gebtacht.
Akuma ist offline  
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