26. Dieses Mittel hilft auch gegen den weißen Fluß.
27. Ist jemand mit der fallenden Krankheit (Epilepsie) behaftet, so muss man ihm auf der Stelle davon eingeben. Der Kranke soll dann ausschließlich das Mittel nehmen, denn es stärkt sowohl die angegriffenen Nerven als auch den Körper und behebt alle Krankheiten.
28. Sie heilen Lähmungen, vertreiben Schwindel und Übelkeit.
29. Sie heilen auch die hitzigen Blattern und Rotlauf.
30. Hat jemand Fieber, hitzig oder kalt, und ist völlig schwach, so gebe man ihm einen Esslöffel davon ein und der Kranke, wenn er nicht mit anderen Mitteln den Körper belastet hat, wird in kurzer Zeit zu sich kommen, der Puls wird zu Schlagen beginnen und wenn auch das Fieber noch so hoch war, dem kranken wird bald besser werden.
31. Die Tropfen heilen auch Krebs, alte Blattern und Warzen, aufgesprungene Hände. Ist eine Wunde alt und eitrig oder wildes Fleisch dran, so wasche man alles gut mit weißem Wein aus, dann lege man einen mit den Tropfen befeuchteten Lappen darauf. Sie nehmen Geschwülste und Schmerzen sowie das wilde Fleisch und die Wunde fängt zu heilen an.
32. Sie heilen ohne Gefahr alle Wunden, sie mögen gehauen oder gestochen sein, wenn die öfters damit befeuchtet werden. Man nehme einen Lappen, tunke ihn darin ein, überdecke damit die Wunden. Sie nehmen in kurzer Zeit den Schmerzen, lassen weder Brand noch Fäulnis zu und heilen auch alte Wunden, die man durch eine Schussverletzung bekommen hat. Sind Löcher da, so spritzt man die Tropfen in die Wunde, die nicht unbedingt vorher gereinigt werden muss. Durch fleißiges Auflegen mit einem angefeuchteten Tuch tritt die Heilung in kurzer Zeit ein.
33. Sie nehmen alle Narben, auch wen sie noch so veraltet sind, Wundmale und Schnitte, wenn man sie bis 40-mal damit anfeuchtet. Alle Wunden, die mit diesen Tropfen geheilt werden, hinterlassen keine Narben.
34. Sie heilen auch alle Fisteln von Grund auf, wenn sie auch unheilbar erscheinen, es mag der Schaden so alt sein wie er will.
35. Sie heilen alle Brandverletzungen, ob sie nun vom Feuer, vom heißen Wasser oder vom Fett herrühren, wenn die Verletzungen fleißig angefeuchtet werden. Es bilden sich auch keine Blasen, die Hitze wird herausgenommen, selbst eitrige Blasen werden von Grund auf geheilt.
36. Sie dienen gegen Beulen und Flecken, mögen sie von einem Stoß oder Schlag herrühren.
37. Wenn jemand nicht mit Appetit essen kann, bringen sie den verlorenen Geschmack wieder.
38. Bei großer Blutarmut bringen sie auch die verlorene Farbe wieder, wenn die Tropfen eine Zeitlang morgens genommen werden. Sie reinigen das Blut und bilden neues, auch fördern sie dessen Umlauf.
39. Rheumatische Schmerzen in den Gliedern werden genommen, wenn man sie morgens und abends einnimmt und auf die schmerzenden Stellen feuchte Lappen legt.
40. Sie heilen gefrorene Hände und Füße, selbst wenn es offene Stellen gäbe. Sooft als möglich, besonders aber in der Nacht, soll man mit den Tropfen befeuchtete Tücher auflegen.
41. Auf Hühneraugen lege man ein mit den Tropfen befeuchtetes Bäuschchen und halte die schmerzende Stelle stets feucht. Nach drei Tagen fallen sie von selbst heraus, oder man kann sie schmerzlos herausschälen.
42. Sie heilen auch Bisse von wütenden Hunden und anderen Tieren, indem man die Tropfen einnimmt, den sie heilen und vernichten alle Gifte. Die Wunden mit einem feuchten Tüchern belegen.
43. Bei Pest und anderen ansteckenden Krankheiten ist es gut, wenn man am Tage öfter davon nimmt, denn sie heilen Pestgeschwüre und -beulen, selbst wenn sie schon im Halse stäken.
44. Wer nachts nicht gut schlafen kann, nehme vor dem Schlafengehen von diesen Tropfen. Bei nervöser Schlaflosigkeit einen mit verdünnten Tropfen befeuchteten Lappen aufs Herz legen.
45. Einen Betrunkenen kann man mit zwei Esslöffeln davon auf der Stelle nüchtern machen.
46. Wer täglich diese Tropfen früh und abends nimmt, braucht keine andere Medizin, denn diese stärken den Körper, erfrischen die Nerven und das Blut, nehmen das Zittern der Hände und Füße. Kurz, sie nehmen überhaupt alle Krankheiten. Der Körper bleibt straff, das Gesicht jugendlich und schön.
Rezept für den kleiner Schwedenkräuter:
10 g Aloe
5 g Myrrhe
0,2 g Safran
10 g Sennesblätter
10 g Kampfer
10 g Rhabarberwurzel
10 g Zittwerwurzel
10 g Angelikawurzel
10 g Theriak venezian
5 g Eberwurzel
10 g Manna
Die Schwedenkräuter setzt man mit eineinhalb Liter 38- bis 40%igem Kornbranntwein oder sonst einem guten Obstbranntwein in einer breithalsigen 2-Liter-Flasche an und lässt sie 14 Tage in der Sonne stehen.Täglich wird geschüttelt, ebenso vor dem Abseihen in eine kleine Flasche und vor Gebrauch. Die andere Menge kann unbegrenzt auf den Kräutern verbleiben. Man füllt die Flüssigkeit in kleine Flaschen, die man gut verschließt und kühl aufbewahrt. So kann man sich dieses Elixier viele Jahre erhalten. Je länger es steht, desto wirksamer.
Wichtig: Alle angegebenen Mengen sollten mit Kräutertee oder Wasser verdünnt eingenommen werden. Aus vorstehenden Punkten der "Alten Handschrift" geht die große und wunderbare Heilkraft dieser Kräuterzusammensetzung hervor. Man kann mit Recht sagen, dass es wohl kaum eine Krankheit gibt, bei der die Schwedenkräuter nicht helfen, zumindest aber gelten sie als Grundlage für jede Behandlung.
ANWENDUNGSARTEN
Innerlich: Prophylaktisch nimmt man nach Angabe der "Alten Handschrift" morgens und abends je einen Teelöffel verdünnt. Bei Unpässlichkeiten jeder Art können 3 Teelöffel verdünnt genommen werden. Bei bösartigen Erkrankungen sind 2 bis 3 Esslöffel täglich wie folgt einzunehmen: Je 1 Esslöffel trinkt man verdünnt mit 1/8 Liter Kräutertee verteilt auf eine halbe Stunde vor und eine halbe Stunde nach jeder Mahlzeit.
Schwedenkräuter Umschlag: Je nach Stelle nimmt man ein kleineres oder größeres Stück Watte oder Zellstoff, befeuchtet es mit Schwedenbitter und legt es auf die zu behandelnde Stelle. Die man vorher mit Schweinefett oder Ringelblumensalbe eingerieben hat. Darüber kommt eine etwasgrößere Plastikhaut, damit die Wäsche nicht fleckig wird. Dann erst bindet man ein Tuch darüber oder umwickelt mit einer Binde. Den Umschlag lässt m an je nach Erkrankung zwei bis vier Stunden einwirken. Wenn es der Patient verträgt, kann man den Umschlag auch über Nacht lassen. Nach
Abnehmen des Umschlages pudert man die Haut ein. Sollten sich bei empfindlichen Personen trotzdem Hautreitzungen einstellen, muss man die Umschläge kürzer anwenden oder eine Zeitlang ganz aussetzen. Personen, die allergisch sind, sollen die Plastikhaut weglassen und nur ein Tuch darüber binden. Auf keinen Fall darf man das Einfetten der Haut vergessen! Sollte schon ein juckender Ausschlag aufgetreten sein, eventuell mit Ringelblumensalbe behandeln.
Quelle: Maria Treben Gesundheit aus der Apotheke Gottes