Also: Gewitter sind faszinierend, egal ob ich Angst davor habe oder nicht ...
Als Kind habe ich am Fenster gestanden und mich von den Blitzen faszinieren lassen. Mit etwa 9 oder 10 Jahren war ich bei einem Klassenkameraden, dessen Eltern ein Lokal im Wald führten - wir standen in der Eingangstür und bestaunten fast hypnotisiert das Gewitter, bis ein Blitz etwa 7 - 10 Meter von uns entfernt in einen Baum einschlug und nicht in den Blitzableiter auf dem Aussichtsturm ganz dicht daneben - au weia! Abgesehen von dem wirklich ohrenbetäubenden Donner fiel mir wie Schuppen von den Augen, dass der Technik nicht zu trauen ist.
Als ich so um die 18 war, erzählte eine flüchtig bekannte Frau beim Einkaufen die Geschichte, die wir am nächsten Tag in der Zeitung lesen konnten: Ihr wurde von einer Mofa-Fahrerin, die sie kannte und die während eines Gewitters nach Hause fuhr gesagt, dass sie Angst habe - unsere Bekannte fuhr
Fahrrad. Ein paar Sekunden später musste sie mit ansehen, wie ein Blitz auf die Mofa-Fahrerin niedersauste und tötete - der nächste Autofahrer musste anhalten und helfen, der übernächste im nächsten Ort den Notarzt rufen (Handys gab es da noch nicht!).
Seidem habe ich einen Riesen-Respekt vor Gewittern, obwohl mich die Energie, die sich darin entlädt, zweifelsohne fasziniert. Meine Freundin in jungen Jahren war immer stinksauer, wenn ich sie während nächtlicher Gewitter in Südeuropa aus dem Zelt ins Auto holte (hatte über mögliche Gefahren im Zelt in diversen Fachblättern gelesen).
Na ja, unter den Tisch lege ich mich nicht, presse mich allerdings auch nicht an die Fensterscheibe - gucke aber fasziniert in den Himmel und warte auf eine gute Gelegenheit, nächtliche Gewitter zu fotografieren.
Liebe Grüße - manubrius