Es sind so Viele, die sich auf die Natur berufen, ja sogar die Auflösung des Bewusstseins, als besonders erstrebenswert ansehen.
Aber warum das? Die Natur entwickelt und selektiert unentwegt, hat dabei den Menschen "sich entwickeln lassen" der sich da als gnadenloser Tyrann, an der Natur vergreift.
Es muss also für die Natur gut sein, diese Entwicklung ermöglicht zu haben, sonst hätte sie uns schon ausselektiert - oder machen wir das selber? Der Verdacht liegt Nahe, aber dies ist ein eigenes Thema - auch das - das ich der Meinung bin, das sich das Bewusstsein noch viel mehr entwickeln wird.
Nun aber zum Thema:
Was die Natur nicht kennt, sind Ekel und Scham - halt Einschränkung , der Mensch kennt dies - er ist ja auch Natur.
Wir Menschen haben uns so Manches angeeignet - so auch die Scham und den Ekel.
Aber - es ist nicht angeboren, es wird erlernt!
Und - wozu ist das gut?
Für die Natur?
Ich kann kaum Vorteile erkennen.
Zumal die Ekel und Schamgefühle, bei jeder Kultur anders sind.
Wenn wir an Maden und Raupen denken, die man da essen soll - ihhgitt!
Ich esse nicht mal Shrimps, weil sie mich im Aussehen an dicke Engerlinge erinnern.
In anderen Kulturen gelten die sogar als Delikatesse.
Gegrillte Heuschrecken sollen sehr lecker sein - hm, ich bleib da mal lieber beim Würstchen *ggg*
Warum also, haben wir dieses Gefühl entwickelt?
Abscheu - die übrigens nicht nur vor dem Essen halt macht.
Ein schmutziger ölverschmierter Lappen, Exkremente oder undefinierbare schlabbrige Masse, kann in uns genau das selbe Gefühl erzeugen.
Warum also, ist dieses Gefühl wichtig?
Und warum nicht für Alle?
Kann es nicht sein, das wir da ein unnatürliches Gefühl aufgebaut haben, dass so sogar ungesund und schlecht ist?
Wie ist das mit der Scham?
Auch die hat sich immer geändert.
Schon seit einigen hundert Jahren hat unsere Kultur eine sehr starke Körperfeindlichkeit - schämt sich des Körpers.
Könnt ihr euch ein Tier vorstellen, dass sich versteckt, weil es keine Kleidung hat?
Lächerliche Vorstellung, oder?
Auch dabei sind die Sitten besonders weit auseinander.
Es gibt da ein Volk in Südamerika, da tragen die Männer einen Schaft überm Penis, so das dieser immer aussieht, als wäre er stehend. Dazu wird er auch mit Schnüren hoch gehalten ( Ähnliches gibt es auch in Afrika.
Und die Frauen haben als einzige Kleidung, einen Puschel ( der ein wenig an die Puschel an einer Wollmütze erinnert), der locker über das Gesäß hängt.
Die Frauen denken nicht daran, ihre Beine zusammen zu pressen, um etwa Einblicke zu verhindern.
Wenn sie laufen, da baumelt der Puschel hin und her, verdeckt also gar nichts.
Wehe aber, der an einem Bändchen getragene Buschel fällt herunter, dann setzen die sich ganz schnell drauf, auf die "puschelfreie" Zone - sie fühlen sich dann so Nackt, wie eine "Nonne am Marktplatz, die gerade ihrer Kleider beraubt worden ist - die Scham darüber ist also sehr groß!
Warum?
Gibt es da eine Erklärung?
Es gibt ja mehrere Theorien, warum wir so körperfeindlich sind - früher war das nicht so. Es kam im Mittelalter schon vor, dass man völlig unbekleidet durch das Dorf gegangen ist, um ins Badehaus zu gelangen.
Aber die grassierende Ausbreitung der Geschlechtskrankheiten hat dazu geführt, dass die Geschlechtlichkeit und der nackte Körper verteufelt wurden.
So sehr, dass wir und Alle so sehr schämen.
Noch krasser im Islam - dabei waren auch die früher weit großzügiger.
Kennt ihr irgend ein Tier, dass ein solch gespaltenes Verhältnis zur Geschlechtlichkeit hat? Könnt ihr euch vorstellen, dass sich ein Tier vor den anderen versteckt, weil es Geschlechtsverkehr haben will?
Wieso also entwickelte der Mensch, ein so unnatürliches Verhalten?
Nur wegen den Krankheiten und dem "Angst mit dem Teufel" machen?
Ich behaupte, dass dieses Verhalten sehr schädlich ist, ja dass viel Gewalt und sogar Kriege, aus diesem Grunde entstehen! Körperfeindlichkeit und Scham als Gewalt fördernden Aspekt!
Richtig, auch nackte afrikanische Stämme führen Krieg und kennen Gewalttaten.
Ja - aber um Vieles weniger.
Kann man auch gut in der Sauna und am FKK - Strand beobachten - sehr selten kommt es da zu Aggressionsausbrüchen - diskutiert wird hingegen sehr gerne.
Aber am Textilstrand? Da konnte ich das mehrfach schon erleben, da gibt es öffter Krach und Streit.
Manchen Polizisten ist es nicht zu blöd, hinter die Büsche eines Strandes zu gehen, um vielleicht eine Anzeige wegen öffentlichen Ärgernisses zu machen ( letzten Sommer hat sich ein Polizist in meiner Nähe damit gebrüstet - in einem Zeitungsinterview - so blöd sind die dann auch noch, ihr tun als Heldentat zu beschreiben.
Nackt ist also ein öffentliches Ärgernis - so krass ist das - und das soll gewünscht und gesund sein?
Ich bin mir sicher- falsch verstandene Religion und Glaube sind es - darum ein Thema der Esoterik - die dazu führen, zu den irrwitzigen Auswüchsen, die unser ganzes Leben, seit vielen Generationen tyrannisieren, uns mit unnötiger Aggression überhäufen.
Ich plädiere für Natürlichkeit - für "bewusste Natürlichkeit".