Ich möchte hier ein delikates Thema anschneiden: Die Beziehung zwischen dem NS-Staat und den Zeugen Jehovas.
Letztere prahlen oft mit der Behauptung, dass sie dem Nazi-Regime von Anfang an negativ gegenüber gestanden hätten, deswegen in Konzentrationslager gesperrt und ermordet worden wären.
Ich hielt diese Behauptung solange für glaubwürdig, bis ich in der Unibibliothek ein Buch entdeckte, das sich "Briefe an und von Himmler" o.s.ä. nannte.
Darin stellte Himmler eindeutig klar, dass er die "ernsten Bibelforscher" als fleißige Arbeiter und treue Befehlsempfänger schätzte, deren gesunde Lebensführung ihm sehr zusagte. Einzig die Tatsache, dass die ZJ den Dienst an der Waffe verweigerten, war Grund für ihre schlechte Behandlung!
Internierte ZJ wurden bevorzugt als "Hilfsarbeiter" an Landwirte verliehen.
Ferner hegte Himmler den Plan, die Religion der "ernsten Bibelforscher" im eroberten Sowjetrussland einzuführen, um die dortigen "Untermenschen" zu kultivieren und ihnen Arbeitseifer zu lehren.
Das Buch "Furchtbare Richter" enthält einige Todesurteile gegen ZJ, die noch in der heißen Kriegsphase ab 1942 den Dienst an der Waffe verweigerten.
Nicht wenige boten vergeblich an, dem dritten Reich auf andere Art und Weise zu Diensten zu sein. Fazit: Man wollte dienen, aber ohne Waffen!
Diese Haltung geht auf eine falsche Übersetzung Luthers zurück, die da heißt:
"Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist". ZJ meinten deswegen, dem aktuellen politischen System zu Diensten sein zu müssen.
Korrekt lautet der Satz: "Gebt dem Kaiser ZURÜCK, was des Kaisers ist."
Auf schlecht deutsch: "Weist die weltliche Scheiße zurück und haltet euch an mich!" (nach W.J.Langbein; Lexikon der biblischen Irrtümer)
Sowohl Himmler als auch Heß betonten immer wieder die Notwendigkeit der Religions- und Gewissensfreiheit. Radikal ermordet wurde jeder, der den Kriegsdienst verweigerte. Dies auch die ZJ, und nur deswegen.
Wirklich opponiert haben sie nie.