Hi,
bei mir isses das 2.te.
Ich hab das zwar in einem
anderen Thread (Beitrag #20) schonmal geschrieben, aber hier die ganze Geschichte:
Also, in meiner Kindheit war nie von Gott, Religion, etc. die Rede. Mein Vater hat zwar irgendeinen Glauben an etwas gehabt, aber das war bei uns nie ein Thema. Meine Mutter war hin-und-her-gerissen zwischen Atheismus, Agnostizismus, und der Vermutung, daß "da" doch was sein könnte. Wie gesagt, es wurde darüber einfach nicht viel (eigentlich gar nicht) gesprochen. Ich war, so glaube ich, mit 6 Jahren einmal in der Kirche, zu Weihnachten. Da hatte mein Vater mich mitgeschleppt. Und ich hab's gehasst, war aber brav und still, weil ich auf meine Geschenke nicht verzichten wollte

Naja, so ging das weiter. Mit 8 Jahren dann habe ich etwas außergewöhnliches erlebt; ich hatte mir durch einen Unfall beide Beine verbrannt, und war in einem Schock. Solche Schocks bewirken vorallem eins: das Gehirn schaltet den Schmerz, den man normalerweise nicht aushalten könnte, einfach aus. Ich rannte - brennend - durch unseren Garten, und auf einmal sah ich nicht mehr durch meine eigenen Augen. Damals wußte ich damit nichts anzufangen. Naja zu dem Zeitpunkt hatte ich eh andere Probleme. Was geschehen war, war daß sich mein Ich-Empfinden komplett aufgelöst hatte. Ich war nicht mehr nur ich, sondern Alles gleichzeitig und beobachtete das ganze Geschehen aus einer riesigen Vogelperspektive. Ich hab mich selbst durch die "Augen" etwas anderes, größeres, mächtigeres gesehen.
Naja dann war ich irgendwann im Krankenhaus, und dadurch daß ich Verbrennungen 3.ten Grades an beiden Beiden, bis zu den Knien hatte, war ich eine Weile lang zwischen Diesseits und Jenseits. Daran kann ich mich leider kaum noch erinnern, weil ich zu der Zeit mit Schmerzmitteln und sonstigen Medikamenten vollgepumpt wurde. Auf jedenfall war ich eine ganze Weile "weg". Als ich dann wieder zurückkam war so ziemlich nichts mehr wie zuvor. Ich war ziemlich lange im Krankenhaus, und dadurch daß ich immer nur gelegen hatte, haben sich die Muskeln in meinen Beinen abgebaut, außerdem war die Durchblutung meiner Beine nicht sehr gut. Folglich konnte ich nicht mehr auf meinen Beinen stehen, geschweige denn laufen. Es war ein ziemlicher Kampf, all das wieder zu erlernen und es hat lange gedauert, bis ich es geschafft habe wieder Herr meiner Beine zu werden.
Ich weiß noch, als ich das erste Mal, nach ca 2 Monaten Krankenhaus (weiße, sterile Räume, keine Pflanzen, keine frische natürliche Luft und keine Sonne) nach Hause durfte, und wie sehr ich auf dem Weg dahin verblüfft war, von den Bäumen und Pflanzen, dem Sonnenschein, dem Duft der natürlichen Luft, und wie überwältigt ich war von der unbeschreiblichen Schönheit, die diese Welt zu bieten hat. Ich bin deswegen nicht gläubig geworden. Aber meine Wahrnehmung und mein Leben haben sich dadurch grundsätzlich geändert. Vorallem habe ich gelernt, das Leben und alles, was man normalerweise einfach-so hinnimmt, wirklich wertzuschätzen und zu lieben.
Da war ich zwischen 8 - 9 Jahre alt.
Natürlich hat meine Entwicklung da nicht aufgehört.
Ich hatte danach nicht gerade ein lineares Leben. Meine Eltern sind mit mir in ein anderes Land ausgewandert (Türkei, da war ich 11). Dort hab ich zum Einen eine völlig andere Welt kennenlernen dürfen. Zum anderen hab ich die Chance gehabt viele neue Erfahrungen zu sammeln... Natürlich hab ich das damals anders gesehen. Kurz gesagt, ich fand's einfach scheiße.
Ich hatte dann eine relativ anstrengende Jugend. Ich war irgendwie in ein Loch gefallen und sah in allem wenig Sinn. Die Zeit von meinem 14. bis 16. Lebensjahr war dann ziemlich depressiv und düster. Ich war überzeugter Atheist und sehr angetan von allem, was gegen Gott und Religionen geht. Ich war sogar gegen die Liebe. Ich war ein Anti-Alles-Einzelgänger, ein Misanthrop, eine gebrochene Blume. Aber eins war mir nach wie vor heilig, und zwar mein Leben. Ich glaube ich habe die Menschen, den Glauben und das, was ich damals "Gott" nannte, deswegen verflucht, weil sie alles einfach nur hinnahmen. Keiner wußte das Leben zu schätzen. Und wer nicht Schätzen konnte, war es auch nicht wert zu Sein, so meine damalige Meinung. Aber ein bisschen Spiritualität hat mich dennoch begleitet, denn: ich habe damals "herausgefunden", daß es immer 2 Seiten gibt, und daß diese sich immer irgendwie ausgleichen müssen. Die ganze Yin-Yang Thematik hat mich sehr interessiert und ich fand es faszinierend, wie sich dadurch die Welt erklären ließ.
Ende meines 16. Lebensjahres kam dann wieder eine Wendung. Wir zogen zurück nach Deutschland (das ist 'ne Story für sich, sehr komplex). Und wieder einmal verlor ich mein gesamtes Umfeld und zuhause. Und bis zu meinem 18. Lebensjahr war ich dementsprechend gelaunt. Aber zwischendurch ist etwas interessantes passiert: ich bin auf einen Autor Namens Charles Bukowski gestoßen. Wer ihn kennt, weiß, in seinen Texten steckt nicht gerade viel Optimismus - also genau das Richtige für mich damals. Aber ob mans glaubt oder nicht, ich bin durch Bukowski vom überzeugten Atheisten zum desinteressierten Agnostiker geworden. Und das war schonmal ein großer (und wichtiger) Schritt nach vorn. Ich war zu dem Zeitpunkt zwar immer noch sehr düster, aber ich bin von Anti-Alles zu Alles-relativ-und-egal gekommen. Das heißt, ich habe mich, wenn auch sehr langsam, Stück für Stück geöffnet.
Meine Schwester hat damals viel von Energie und Positivem Denken und Engeln geredet. Da dachte ich mir "na schön, wenn sie das so sehen will...". Etwas später dann wurden ihre Philosophien für mich zu "interessanten Theorien". Ich dachte mir "Naja, man kann's nicht beweisen. Aber man kann auch nicht beweisen, daß es nicht so ist. Hm. Vielleicht. Wer weiß".
Gegen Ende meines 18. Lebensjahres kam dann eine riesige Wende, die ich nie erwartet hätte. Ich bin durch verschiedene Umwege auf das Buch von Andreas Dalberg "Der Weg zum Wahren
Reiki-Meister" gekommen. Damals hatte ich keine Ahnung von
Esoterik, oder Reiki, oder ähnlichem. Ich kann mir Heute nicht mehr erklären, warum ich mir das Buch bestellt hatte. Schließlich war ich ein Egalist (=einer für den alles relativ ist, und der sich im Prinzip für nichts richtig interessiert) und vertrat die Ansicht, daß es im Leben nichts zu verstehen gibt. Ich bestellte es mir dennoch.
Kurz gesagt: Dieses Buch für mich wie eine Offenbarung. Als ich das Buch durchgelesen hatte, fühlte ich mich zum ersten mal seit langem wieder wie damals, mit 8 Jahren, als ich die Schönheit von allem erkannte. Nicht nur daß plötzlich
Alles einen Sinn ergab; auf einmal verspürte ich dieses unbeschreibliche Gefühl des Inneren Glücks und der Zufriedenheit.
Dann, am 12. Juli 2009, bekam ich meine erste Einweihung in Usui-Shiki-Ryoho, also den Ersten Grad. Am 30. August 2009 kam dann der 2.te Grad. Und seitdem beschäftige ich mich eigentlich rund um die Uhr, mit den verschiedensten Themen - vorallem mit mir selbst - und versuche mich zu erweitern. Naja, ich bin ziemlich wissbegierig, dementsprechend les ich viel und denk noch viel mehr über alles mögliche nach.
Ich würde sagen, ich habe meine(n) eigene(n) Glauben, Sichtweise, Realität, Ideologie.... wie auch immer man es nennen möchte. Ich habe herausgefunden, daß es für mich am besten ist, wenn ich mir selbst die Welt erkläre, selbst nach Antworten suche, die für mich stimmig sind - unabhängig von dem, was andere sagen mögen. Sehr beeinflusst jedoch haben mich die buddhistischen Philosophien, vor allem zum Zen-Buddhismus fühle ich mich hingezogen. Im Prinzip bin ich aber immer noch ein sehr eigenwilliger Einzelgänger, - genau wie damals - nur hat sich eben die Fahrtrichtung etwas geändert.
So. Genug geschrieben, mir tun schon die Finger weh

viele Grüße,
die ungebrochene Blume.