Hmm, also nachdem mir keiner weiterhelfen konnte, mußte ich mich selbst auf die Suche machen, und bin fündig geworden. Seeehr interessant!
Habe hier mal das Wichtigste zusammengeschrieben:
Allgemein wird angenommen, das Weihnachten ein ursprünglich christliches Fest sei. Daß dies nicht stimmt, ist vermutlich nur wenigen bekannt. Weihnachten oder Julfest ist eines der beiden Hauptfeste unserer heidnischen Vorfahren, das die Kirche von heidnischen Römern und Germanen übernahm, umdeutete und mit christlichen Inhalten versah. Das Wort "Jul" selbst geht auf das germanische Wort "guli" (Rad) zurück und symbolisiert die immer wiederkehrenden Zyklen der Natur im Jahreskreis. Gefeiert wird die Vollendung des Jahresrades und die
Wiedergeburt neuen Lebens. Versinnbildlicht wird hier der Sieg des Lichtes über die Dunkelheit, d.h. der Sieg der Sonne, der Sieg des Frühlings über die kalte Jahreszeit Winter und das Wiedererstarken der Natur.
Wir begehen es wie unsere Vorfahren in der längsten Nacht des Jahres, der Nacht der Wintersonnenwende vom 21. auf den 22. Dezember.
Die Bezeichnung "Advent" soll sich auf das lat. "advenire" (ankommen) beziehen. Wahrscheinlicher aber ist, das dieser Begriff "An der Wend'" bedeutet, weil er so auch viel eher dem ursprünglichen Sinn des Festes, nämlich dem der Sonnen- und Jahreswende nahe kommt. Im heutigen Adventskranz ist die germanische Totenverehrung rituell wenn auch unbewusst erhalten geblieben. Adventskränze und Grabkränze sind kaum zu unterscheiden. Das Kranzwinden ist Sinnbild für den Zyklus von Leben und Tod, entweder den Menschen oder die Sonne betreffend. Seine Kreisform steht für das Zusammenfallen von Anfang und Ende des Jahres, für Niedergang und Erneuerung, für das ewig Zyklische der Natur. Die grüne farbe, vor allem das Immergrün der Tannenzweige symbolisiert Fruchtbarkeit und Leben, vor allem in Bezug auf den erhofften Frühling.
Die vier Kerzen stehen für die vier Wochen des Julmondes sowie für die vier Jahreszeiten.
Die Anzahl der Kerzen steht weiterhin für die vier Elemente (Erde, Wasser, Luft und Feuer), entsprechend den vier Himmelsrichtungen.
Das Kerzenfeuer selbst bedeutet das Sonnenlicht, welches zunächst immer spärlicher wird. Es werden erst vier, dann drei, dann zwei und schließlich nur eine Kerze angezündet, als Symbol für die abnehmende Sonnenkraft. Zur Wintersonnenwende werden dann feierlich wieder alle Lichter entzündet. Heute ist es eher üblich, mit einer Kerze zu beginnen, dann kommt jede Woche eine weitere hinzu, ein weiterer Schritt durch den Lebenskreis. Wenn am 21. Dezember schließlich alle vier Kerzen brennen, haben die Menschen den Kreislauf von Leben und Tod bis zum Ende durchlaufen und befinden sich nun, mit der Neugeburt des Lichtes, am Anfang eines neuen Zyklus.
Jeder, der an einer solcher Feier teilnimmt, sollte einige Minuten in sich gekehrt der Seinen gedenken.
Das Julfest ist auch ein Fest der Ruhe, der persönlichen Besinnung, der Dankbarkeit für das Vergangene und der positiven Hinwendung auf das Zukünftige.
Wird es als ein Fest der Gemeinschaft gefeiert, Z.B. in der Familie oder mit Freunden, nimmt das Festessen einen wichtigen Platz ein. Als Zeichen des Gedenkens und der Teilhabe unserer Ahnen werden ein Stuhl am Tisch freigehalten und ein Glas und ein Teller hingestellt.
Wir zeigen damit an, daß den Vorfahren ein besonderer Platz in unserer Mitte zuteil wird – im Gedenken und auch beim fröhlichen Miteinander. Das gemeinsame Singen von Liedern, die dem feierlichen Anlaß der Zusammenkunft entsprechen, ist ein weiterer Gestaltungspunkt des Julfestes. Ebenso kann eine Festrede gehalten werden oder Gedichte, Z.B. beim Entzünden der Kerzen am Julbogen, dargebracht werden.
Das Julfest ist ein Fest des Natürlichen, ein besinnen auf die Vorfahren und Vorfreude auf das Kommende in der Natur und im Leben. Wir freuen uns, daß die Tage heller werden, die Sonne stärker und stärker werden wird, bis wieder alles grünt und blüht, und so die Natur zu neuem Leben erwacht. Wir sind hierbei Teil des Ganzen und nicht lediglich Individualisten oder dem Jenseits Hingewendete.
Warum entscheidet man sich entgegen der Zeiterscheinung für das Fest der Heiden? Es ist eine Entscheidung, die tief im Gefühlsleben des Einzelnen begründet liegt. Die Christen nennen es Glauben, für die Anhänger des Heidentum ist es das Gefühl der Verbundenheit mit den eigenen Wurzeln und nicht mit den Wurzeln einer fremden Kultur.
Die Julzeit und die anschließenden 12 Rauhnächte gehören zur Zeit zwischen den Jahren. Die seltsame Begrifflichkeit zwischen den Jahren entsteht, weil das Mondjahr mit seinen 354 Tagen kürzer ist als das Sonnenjahr mit seinen 365 Tagen, so dass das Mondjahr bereits am 21.Dezember endet.
Nachdem nun die Adventszeit zur Retrospektive auf das alte Jahr genutzt wurde und das rauschende Julfest zu Ende gegangen ist, ist es an der Zeit eine Vorschau auf das neue Jahr zu wagen.
Ab dem 25.Dezember bis zum 05.Januar steht jeder Tag für einen Monat des kommenden Jahres: der 25.Dezember für Januar, der 26.Dezember für Februar und so weiter. Wir sollten sehr genau darauf achten, wie wir uns an diesen tagen fühlen, welche Gedanken wir haben, welche Menschen wir treffen und was uns alles wiederfährt, denn das werden wir im neuen Jahr wiederfinden.