"selbst schuld" wäre vielleicht ein wenig einfach....ich sehe es ähnlich. Keine Soldaten heisst nicht automatisch kein Krieg. Und gerade was die Aufgabe von Hilfsgruppen in Krisen-oder Kriegsgebieten angeht, kann man das wohl nicht so einseitig sehen.
Mein Bruder stand erst gerade vor der Entscheidung..Bund oder verweigern. Als absolut tauglich eingestuft, hatte er es nicht einfach und weniger sprachbegabte Menschen, die ihre Verweigerung plausibel erklären können, ist das nicht immer ohne Konsequenzen. Im Endeffekt war auch Glück im Spiel und die Verweigerung dann nur noch eine Formsache.
Ich glaube, niemand, der sich "dafür" entscheidet, hat Todessehnsucht, sondern sieht auch einen Sinn in dieser Aufgabe. Davon abgesehen, dass viele wohl einfach hoffen, es würde sie nicht treffen und sie vielleicht einfach nur eine Ausbildung darin sehen.
Es gibt nun einmal nicht nur Pazifisten auf dieser Welt und würden wir alle an
Engel glauben, wäre die Welt wahrscheinlich ein sicherer Platz zum Leben. Aber so lange es Wahnsinn, Hunger und Diktatur gibt, wird die Welt auch immer Menschen brauchen, die mehr für die Sicherheit tun, als nur zu reden. Mag radikal klingen.... Aber was wäre, wenn es keine Menschen gäbe, die in brennende Häuser rennen und löschen oder Geiseln aus einer Bank befreien?Sagen wir zu jemandem, der in eine Schlägerei eingreift und selbst etwas abgekommt, auch: tja....selbst schuld!?
Nur um das nochmal klar zu stellen...ich befürworte keinen Krieg und ich bin der Meinung, dass man den Wehrdienst freistellen sollte, aber ich finde nicht, dass man Menschen, die etwas für den Frieden tun - auch wenn es in unseren Augen vielleicht der beste Weg sein sollte -verurteilen sollte.