Ich habe mir die Erläuterungen zu These 3 und 6 durchgelesen, das hat gereicht. Todenhöfer kratzt lediglich an der Oberfläche der Probleme und kritisiert ausführlich, ohne Lösungen aufzuzeigen. Die

-Fraktion kann man damit vielleicht begeistern, Menschen die an einer Lösung der Probleme interessiert sind jedoch nicht.
3 Aspekte, um das zu untermauern:
1. Todenhöfer führt an, dass die öffentliche Meinung gegenüber nicht-muslimischen Terroristen deutlich positiver ist als gegenüber muslimischen Terroristen. Aber wie sollen die Medien auch Terror-Nachrichten verkaufen von Terroristen, die ihre Leser gar nicht bedrohen?
Hinduistische Rebellen auf Sri Lanka kämpfen ihren Konflikt aus, ohne westliche Urlauber zu enthaupten. Auch bomben sie keine Züge in Europa in die Luft.
Wieviel "Recht" ein Terrorist auch haben mag, jeder Angegriffene wird sich gegen ihn wenden. Tibeter können mit der Unterstützung westlicher Bürger rechnen, Kofferbomber in deutschen oder englischen U-Bahnen nicht - selbst wenn ihnen das gleiche "Unrecht" angetan wird. Fundamentalistische islamische Terroristen verstehen diesen Punkt offenbar überhaupt nicht, und auch Todenhöfer blendet diese Tatsache völlig aus.
2. Todenhöfer legt einen sehr starken Fokus auf religiöse Unterschiede. Meiner Meinung nach sind die Ressourcen, welche bei ihm nur am Rande erwähnt werden, deutlich wichtiger für die heutige Situation.
Jeder kann sich einmal ehrlich fragen: würde die Beseitigung der von Todenhöfer angeführten "Missstände" in der muslimischen Welt mit einem Benzinpreis von 5,00 Euro in Europa bezahlt, wären wir dann noch dafür?
3. "Die meisten Muslime haben mehr Respekt vor Judentum und Christentum als wir selbst."
Schöner kann man den letzten wichtigen Aspekt fast gar nicht zusammen fassen. Wer auf verbale Beleidigungen und Gotteslästerungen, welcher Art auch immer, mit Drohungen, Gewalt und Mord reagiert, darf sich über Widerstand in Europa nicht wundern. Die in Revolution und Aufklärung erkämpften Privilegien werden sicher nicht kampflos wieder aufgegeben.
Todenhöfer versucht, den Islam in eine Opferrolle zu drücken, und verstrickt sich dabei verstärkt in Scheinargumente und Illusionen. Als Gegenpol zu den allgegenwärtigen Medienberichten über den islamischen Terrorismus mag dies noch herhalten können, zur Darstellung der Situation in all ihrer Komplexität ist dies jedoch deutlich zu kurz gegriffen.