Wenn sie so weitermacht, wird Gott das
"Tretboot", noch in einen lebendigen Schwan
verwandeln

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Trauerschwan Petra bleibt ihrem Tretboot treu
Münster. AP/baz. Für Trauerschwan Petra blieb eines klar: Sie liebt ihr grosses, weisses Tretboot. Als sie am Freitag auf dem See im Allwetterzoo Münster erstmals ihre Artgenossen treffen durfte, konnte von Liebe auf den ersten Blick nicht die Rede sein - im Gegensatz zu der Liebe, die Petra seit Mai vergangenen Jahres für ein grosses Tretboot in Schwanengestalt empfindet. Die anderen Trauerschwäne des Zoos hielten bei dem Umzug erst einmal grossen Abstand zu den Neulingen.
«Das Boot wird die Tiere verschrecken», hatte Zoobiologe Dirk Ewers bereits vor dem Umzug aus dem Winterquartier vorausgesagt. Und so war es auch: Die anderen Wasservögel verliessen fluchtartig die Seite des Sees, an der ihre Artgenossin Petra und das Boot ankamen. Sie brachten sich in einiger Entfernung in Sicherheit: «Erst in den nächsten drei bis fünf Tagen wird sich zeigen, wie die Tiere mit der Situation umgehen», sagte Ewers.
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Der zunächst auf den Namen Peter getaufte schwarze Schwan, der sich später als weiblich entpuppte, hatte sich im Mai auf dem Münsteraner Aasee in das grosse Tretboot verliebt und war ihm seitdem nicht mehr von der Seite gewichen. Damit das Tier auch im Winter in der Nähe des Bootes bleiben konnte, wurden Tretboot und Schwan in den Allwetterzoo der Stadt gebracht. Die kalten Monate verbrachte Petra dann im Pelikanhaus des Zoos. Jetzt ist sie erstmals wieder unter freiem Himmel und in der Nähe von Artgenossen. «Das Tretboot bleibt natürlich an ihrer Seite; mit ihm geht es ihr einfach besser», erklärte Biologe Ewers. Das sei wie bei den Menschen, die mit ihrem geliebten Partner zusammen sind.
Zunächst einmal passierte am Freitag aber nicht viel an ihrem neuen Wohnort. Petra stand neben dem Boot und zeigte sich unbeeindruckt von der Umgebung und dem Menschenauflauf - das grosse Zuschauerinteresse ist der Vogel offenbar inzwischen gewohnt. Den Blick fest auf das Boot gerichtet, putzte Petra sich ausgiebig. «Aber aufgeregt war sie schon», erzählte Pflegerin Monika Ewering, die sie vom Winterquartier zum See getragen hatte. «Ihr Herz hat ganz schnell geschlagen.» Vorbei an Nashörnern und Flamingos ging es 500 Meter weit zum See: Petra auf dem Arm der Pflegerin vorneweg, das 50 Kilogramm schwere Tretboot trugen vier Helfer hinterher.
Zwei mögliche Partner für Schwan Petra
Was weiter passiert, bleibt offen. Sechs Trauerschwäne leben im See, zwei männliche Tiere kommen als Partner für Petra in Frage. «Die Vögel könnten Petra einfach ignorieren, sie könnten sich für sie interessieren oder sie offen ausgrenzen», beschrieb Ewers die Möglichkeiten. Er und der Zoodirektor gehen jedoch davon aus, dass Petra ihrem Schwan treu bleibt. «Petra ist so stark auf das Boot fixiert, das habe ich so extrem noch nie bei einem anderen Tier erlebt», sagte Ewers. Adler betonte: «Es ist aber ihre Entscheidung, wir tun, was sie will.»
Nach einiger Wartezeit traute sich Petra auch ins Wasser und umkreiste verliebt ihr Boot. Die anderen Trauerschwäne blieben dennoch am anderen Ende des Sees versteckt und würdigten die Neue kaum eines Blickes. «Man kann ja auch nicht von jedem Trauerschwan erwarten, dass er sich sofort in das Boot verliebt», sagte Adler. «Irgendwann werden sie neugierig und wollen sehen, was das ist.»
Spätestens am 28. März muss Petra sich entscheiden, ob sie ihrem Tretboot treu bleibt oder sich für einen lebendigen Schwan entscheidet. Denn dann muss das Boot zurück an den Aasee, ob mit oder ohne den verliebten Schwan. Petra-Fan Dietlinde Rumpenhorst glaubt, die Entscheidung schon zu kennen. Sie freut sich schon auf den Sommer: «Ich bin sicher, dass die beiden zusammen bleiben.»
http://www.baz.ch/papierkorb/index.c...C676117D70B7AC
Sie hat es sogar schon bis ins Wikipedia geschafft:
http://de.wikipedia.org/wiki/Petra_%28Schwan%29