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Alt 13.10.2007, 15:22   Fall Barschel - Mord oder Selbstmord? Beitrag #1 (permalink)
Waldbaum
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Registriert seit: 02.03.2007
Ort: Schwarzwald und Schottland
Beiträge: 870
Fall Barschel - Mord oder Selbstmord?

Dieser Fall ist wieder neu aktuell geworden.

Immer noch ist diese Frage nicht geklärt.

Was meint ihr?

War es Mord oder Selbstmord?
Waldbaum ist offline  
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Alt 13.10.2007, 16:25   Fall Barschel - Mord oder Selbstmord? Beitrag #2 (permalink)
Waldbaum
Banned
 
Benutzerbild von Waldbaum
 
Registriert seit: 02.03.2007
Ort: Schwarzwald und Schottland
Beiträge: 870
Hier etwas INFO zu diesem Fall:


Zitat:

Am 11. Oktober 1987, einem Sonntag, wurde Uwe Barschel um 12:43 Uhr von zwei Stern-Reportern (u.a. Sebastian Knauer) tot und vollständig bekleidet in der Badewanne seines Zimmers 317 im Hotel Beau-Rivage in Genf aufgefunden. Die Todesumstände und Hintergründe sind bis heute ungeklärt und umstritten. Es wird behauptet, Barschel sei schwer medikamentenabhängig gewesen.

In seinem Körper fand man vor allem Cyclobarbital, Pyrithyldion, Diphenhydramin und Perazin, also eine Mischung aus hochwirksamen Sedativa, einem Antiemetikum und einem Neuroleptikum. Laut Gutachten des Toxikologen Hans Brandenberger aus Zürich stellt die Konzentrationsverteilung der Substanzen im Magen, Blut und Urin Barschels einen Beweis für den Mord an Barschel dar. Die Analyse ergab, dass sich das Cyclobarbital noch in der Anflutungsphase befand, während die anderen Sedativa bereits ihre Wirkung entfaltet hatten. Barschel könne nicht zunächst die stark sedierenden Substanzen und dann nachträglich das tödliche Cyclobarbital zu sich genommen haben. Daher geht Brandenberger von einem Mord an Barschel aus. Nachfolgende Gegengutachten konnten diesen Beweis nie widerlegen.[3] Das Schlafmittel Pyrithyldion war seit 1983 in Deutschland nicht mehr zugelassen und soll 1987 in Deutschland, der Schweiz und Gran Canaria nicht mehr erhältlich gewesen sein (wohl aber in der DDR).

Während alle offiziellen Ermittlungen in der Schweiz und in Deutschland letztlich die Selbsttötung nicht widerlegen konnten, bleibt der Mordverdacht gemäß der Staatsanwaltschaft Schleswig-Holstein weiter bestehen.

Die Spurenlage am Tatort lässt Raum für Zweifel an einem Selbstmord:

Nach Aussage des deutschen Oberstaatsanwalts Heinrich Wille war ein aus der Minibar des Hotelzimmers stammendes Whiskyfläschchen ausgespült worden. Zudem wurde nachgewiesen, dass die Flasche Diphenhydramin enthalten hatte.[4]
Die Verpackungen der im Körper Barschels festgestellten Medikamente waren am Tatort nicht auffindbar.
Im Flur des Hotelzimmers wurde ein ausgerissener Hemdknopf gefunden, mit sämtlichen Garn in allen 4 Knopflöchern. Die Krawatte Barschels war jedoch in einer Form gebunden, die es unwahrscheinlich erscheinen lässt, dass der Knopf abgerissen wurde, während Barschel selbst seinen Kragen zu weiten versuchte.[5]
Die Lage der Schuhe Barschels war ungewöhnlich. Der rechte Schuh lag gebunden im Flur des Hotelzimmers vor der Zwischentür zum Zimmer, der andere nass und geöffnet vor der Badewanne.
Ein vorgefundenes Handtuch war mit einer Substanz (Dimethylsulfoxid, ein Mittel, das es ermöglicht eine beliebige andere Substanz durch die Haut aufzunehmen) verunreinigt, die nicht aus dem Hotelzimmer stammte. Zudem lag das Tuch in der Vorkammer an der Eingangstüre und nicht im Badezimmer, nach Oberstaatsanwalts Wille Meinung vom Täter dort achtlos hingeworfen, der im Hotelflur mit einem Handtuch sofort aufgefallen wäre.
Barschel bestellte beim Zimmerservice eine Flasche 85er Beaujolais "Le Chat-Botté". Die gegen 18:30 Uhr mit zwei Gläsern auf das Zimmer gelieferte Flasche war nach dem Tod Barschels nicht auffindbar. Eines der Gläser wurde zerbrochen vorgefunden, das andere war ausgespült worden.
Eine nicht von Barschel stammende Fußspur eines Sportschuhes auf der Badewannenvorlegematte[6] im Hotelzimmer spricht dafür, dass Barschel zum Zeitpunkt seines Todes nicht allein war.
Zu den Unsicherheiten hinsichtlich der Todesumstände trägt bei, dass die ersten Tatortermittlungen fehlerhaft bzw. lückenhaft waren. Hinzu kommen neu veröffentlichte Fotos aus der Ermittlungsakte. So zeigt ein Bild seiner obduzierten Leiche ein Hämatom auf der rechten Stirnseite, welches möglicherweise durch Gewaltanwendung entstanden ist. Darüber hinaus äußern Kritiker den Vorwurf von politischer Einflussnahme in Schleswig-Holstein auf die ermittelnden Behörden, was von den zuständigen Staatsanwälten bestätigt wurde.

Aus Zweifel an der Suizid-Version und auf Betreiben der Barschel-Familie hat die Lübecker Staatsanwaltschaft im Jahr 1995 ein „Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen Verdachts des Mordes an Dr. Dr. Uwe Barschel“ eingeleitet. Die Ermittlungen wurden jedoch 1998 auf Anordnung der dem Landesjustizministerium unterstellten Generalstaatsanwaltschaft in Schleswig eingestellt. Oberstaatsanwalt Heinrich Wille bejahte allerdings weiterhin den Anfangsverdacht für Mord.

Der Leiter der Lübecker Staatsanwaltschaft, Heinrich Wille, möchte ein Buch über den bis heute nicht aufgeklärten Tod des damaligen Kieler Ministerpräsidenten Uwe Barschel am 11. Oktober 1987 schreiben. Der "Spiegel" möchte Wille als Buchautor. Den Antrag für eine genehmigungspflichtige Nebentätigkeit hat Generalstaatsanwalt Rex jedoch abgelehnt mit der Begründung, es sei nicht angemessen, dass Staatsanwälte dienstlich erworbenes Wissen zu ihrem finanziellen Vorteil privat vermarkteten. Wille fasste sein Wissen trotzdem in einem Buch zusammen, doch auf den Markt bringen darf er es vorerst nicht. Wille sieht bei diesem Thema ein öffentliches Interesse an einer Veröffentlichung und verweist auf Klaus Pflieger, den Generalstaatsanwalt in Stuttgart, der zur RAF und zur Schleyer-Entführung publizieren durfte.[7], [8]. Er hat Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Einen Antrag Willes auf Erlaß einer einstweilige Anordnung, das Buch vor einer Entscheidung im Hauptverfahren erscheinen zu lassen, lehnte das Bundesverfassungsgericht ab. [9]

Auch behauptet z. B. der in Kanada lebende ehemalige Mossad-Agent Victor Ostrovsky[10] in seinem Buch Geheimakte Mossad, Barschel sei Opfer eines Tötungskommandos des israelischen Geheimdienstes Mossad gewesen, weil sich dieser 1987 der Abwicklung geheimer israelisch-iranischer Waffengeschäfte im Transit über Schleswig-Holstein widersetzt habe und mit seinem Wissen über die Angelegenheit an die Öffentlichkeit zu gehen drohte. Ostrovsky wurde jedoch schon 1986, also deutlich vor Barschels Tod aus den Diensten des Mossad entlassen.

Der südafrikanische Waffenhändler Dirk Stoffberg sagte kurz vor seiner Ermordung in einem Interview aus, dass Barschel von einem bestimmten Agenten getötet wurde, bevor er nach Kanada hätte auswandern können. Die Absicht Barschels, nach Kanada zu gehen, war den meisten Menschen bisher eigentlich unbekannt. [11] [12] [13]


Quelle und mehr: http://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Barschel
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