Die Hexe ist ein Volksglaube aus dem vorchristlichen Götterglauben der Heiden.
Das Wort Hexe stammt von Hagasuzagi, daraus leitet sich Hagzissa ab.
Bedeutet: „auf der Hecke sitzt, sie fliegt dort hin. Fliegt mit magischen Mitteln“
Der Hexenbesen ist eine Erfindung der späten Christen. Eigentlich reitet sie auf dem Zaun: die „Zaunreiterin“.
Wesen die auf Zäunen sitzen befinden sich auf einer Grenze von kultiviertem Raum zu unkultivierter Natur. Sie wird begleitet von einem schwarzen Vogel. Einer der beiden Raben Odins (höchster Gott der Heiden)
Hagzissa ist eine Person, die zwischen beiden Welten vermitteln kann. Sie hat divinatorische* und heilende Fähigkeiten und besitzt zudem ein hohes Wissen.
Eine Frau mit Naturheilwissen, die die Fähigkeiten (heilen, zaubern und wahrsagen) der Göttin Freya (Frau Odins) überträgt. Die Hexe ist eine heidnische Priesterin – eine Waldpriesterin.
Hagzissa wurde auf Menschen angewandt, Feen und Elfen nicht. Daher wurden diese auch nicht Gegenstand der Hexenverbrennung.
Der heidnische Glauben ist der altgermanische Glauben. Zu den Asen (Götterfamilie) gehören mehrere Götter und mehrere Göttinnen. Bekannt davon ist z.B. Thor, der Donnergott nachdem der Donnerstag benannt ist. Noch heute werden heidnische Bräuche gefeiert: z.B. das Erntedankfest, Maibaumstellen, Osterfeuer entzünden, der Tannenbaum zu Weihnachten. Die Sterndeutung und die Tierkreiszeichen entstammen dem Heidnischen und somit auch das Horoskop. Zahlreiche Kindergeschichten und unzählige Märchen der Gebrüder Grimm erzählen aus der heidnischen Bibel (Edda), Trolle, Elfen, Wölfe, Zwerge u.s.w.
Der heidnische Glauben ist eine Naturreligion. Ein deutlicher Unterschied zu den Christen ist, dass der Heide teil der Natur ist, sie wird verehrt. Laut Christentum steht der Mensch über der Natur. Das ist ein wichtiger Punkt um zu erkennen, dass sich die Hexenverfolgung zu großen Teilen gegen die Heiden richtete (z.B. Kräuterhexen).
Als sich das Christentum verbreitete dämonisierten sie die heidnischen Götter. Später auch die heidnische Priesterin Hagzissa. Dies ist. U.a. ganz deutlich in der satanistischen Bibel nachzulesen, die Ihre Glaubenssätze von den Christen nehmen.
Schon während des Christentums, vor der Hexenverfolgung, war es ganz klar, dass es Frauen mit magischen Kräften gibt, die sich der heilenden Kräfte der Natur bedienen. Sie galten niemals als böse.
*divinatorisch = Wahrsagen, Weissagung, Prophezeiung
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Beginn der Hexenverfolgung:
Grundsätzlich suchte man stets nach Schuldigen. Als Unheilbringer galten die Juden und die Lebrahkranken. Sie vergiften Brunnen usw.
1430 gab es eine kleine Eiszeit. Die Äcker waren im Mai tief gefroren. Sie suchten einen Schuldigen für diese Katastrophe.
Die Juden taugten dafür nicht als Sündenbock. Es wird der schwarzen
Magie zugeschoben. Den Zauberern und der Zauberinnen. Wobei es sich vermehrt auf das männliche Geschlecht konzentrierte.
Die christliche Obrigkeit nimmt das auf und kommt zu dem Schluss, dass Menschen nicht zaubern können – ihre Magie stamme vom Teufel.
So wurde dies zu einem christlichen Problem und somit ein Fall für die *Inquisition.
Die Inquisition ist ein Vorläufer um
Hexen (*Ketzer) zu vernichten.
Neben Heiden waren Priesterinnen, Ärztinnen, Hebammen aber auch Wissenschaftler und Forscher u.v.m. Opfer der katholischen Kirche.
Vor allem in Südfrankreich und dem Westalpenland werden Christen in Frage gestellt.
Diese Ketzer sollen als Sekte mit dem Teufel im Bunde stehen. Der Vorwurf eine Sekte zu bilden legt den Grundstein für die spätere Massenverfolgung Ungläubiger.
In wenigen Jahren werden Ketzer entweder bekehrt oder vernichtet.
Der Glaube an die schwarze Magie ist so alt wie die Menschheit. Es ist von Zauberern und Unholde die Rede. Später entsteht daraus die Hexe (Unholdinnen).
Ängste, Sehnsüchte, verbotene Lüste werden auf das Hexenbild übertragen.
Die Hexe bricht alle gesellschaftlichen Tabus.
Die Inquisitoren fangen an zu glauben, dass in den Hexen das Ketzertum weiter lebt.
Männlichen Hexern (Zauberer) wird der Bosheitszauber nachgesagt.
Die höchste Stufe raffinierter *diabolischer Freveltat
Zaubermacht ist kunstvoll und wissenschaftlich
Sie schreiben ihre Beschwörungsformeln in Bücher nieder
während den weiblichen Hexen der Schadenszauber nachgesagt wird.
Mit schwarzer Magie schadet sie Nachbarn,
ist schamlos und trifft sich mit ihres gleichen zu Orgien
sie schlachtet kleine Kinder um sie dem Teufel als Opfer zu bringen
Dies ermöglicht die Erklärung, Hexen seien eine neue Sekte.
Nova Secta (15. Jahrhundert) war damit als *häretische Bewegung konstruiert, die weltweit operiert und sich gegen das Christentum verschworen hat.
Darauf folgte der Vorwurf der *Apostasie (schlimmste Form der Häresie).
Bis dahin wurden einzelne Personen der Hexerei angeklagt.
*Inquisition = eine Untersuchung, ein Gerichtsverfahren im Auftrag katholischer Geistlicher
*Ketzer = Irrgläubiger – andersgläubiger
*diabolisch = satanistisch (Dämon Diabolo galt teilweise als höchster Dämon)
*häretisch = beharrliches Leugnen einer glaubenden Wahrheit
*Apostasie = Abfall von Gott, Annerkennung des Teufels als Oberherr
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Die Massenverfolgung
- Henricus Institoris –
Ende des 15. Jahrhunderts erlaubten die Städte keine Verfolgung.
Der Dominikaner Mönch, Heinrich Kramer – Henricus Institoris, sah es als seine Berufung sich der Hexenverfolgung anzunehmen.
1484 unterzeichnete ihm Papst Innozenz VIII die so genannte *Hexenbulle. Dadurch wurden die Behörden in Oberdeutschland angewiesen, den Inquisitor auf jegliche Weise im Kampf zu unterstützen.
Man muss wissen, dass nicht der Staat sondern die Kirche Gesetz in Deutschland war. Die deutsche Nation unterstand dem heiligen römischen Reich. Die Unabhängigkeit erkämpfte erst Bismark im zweiten Reich, Ende des 19. Jahrhunderts.
Aus dem einfachen Dominikaner wurde ein gesanter Gottes, der die Welt von der Hexenplage erlösen soll.
Durch Folter erzwungene Geständnisse erfolgt absolute Willkür.
Wer nach dreimaliger Folter nicht gesteht gilt als Unschuldig.
Dies wurde umgangen, indem die Folter nicht beendet, sondern unterbrochen wurde.
Einer hielt 30 Folterungen durch, bis er aufgab und gestand. Viele starben bereits während der Folter. Damit galten sie als Unschuldig. Aufgrund fehlender Teufelskräfte führte die Folter zum Tode.
Die Folter „Gottesurteil“ (die Wasserprobe) führte immer zum Tot. Die Hexe überlebt und wird hingerichtet. Der Unschuldige ertrinkt und ist somit auch tot.
Mönch Kramer reist durchs ganze Land um die
Hexenverfolgung zu verbreiten.
An Hexen zu zweifeln gilt schon als Ketzerei.
Kramer wünscht sich die Exekution durch die Gemeinden. Das würde schneller gehen und diese dürfen auch direkt zum Tode verurteilen.
Doch vielerorts herrschte noch große Skepsis. Der Mönch muss sich heftige Diskussionen stellen. Er hat einen schlechten Ruf und wird oft verjagt.
Daher schreibt er zwei Jahre später, 1486, den Hexenhammer - Malleus Maleficarum
*Hexenbulle = Vollmacht des Papstes zur Hexenverfolgung
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Der Hexenhammer
gilt als unheilvollstes Buch aller Zeiten.
Es ist eine Selbstrechtfertigung und enthält eine Prozessanleitung für Hexenjäger.
Eine Aufforderung systematisch nach Hexen zu suchen mit einer Fragetechnik (110 Fragen) die automatisch zum Schuldbeweis führt. Eine Anleitung zur zermürbender Zeugenbefragung und Folter.
Eines gilt mit allen Mittel zu verhindern: der Freispruch…
Der Hexenhammer ist das erste Hexentragtat das mit dem eben erfundenen Buchdruck verbreitet wird. Dadurch trennt es sich vom zweifelhaften Ruf des Verfassers und bleibt weit über seinen Tot hinaus bestehen.
Erst durch das Buch bezieht es sich auf die Frauen. Die Theologie davor war geschlechtsunspezifisch.
Sexualität ist für Kramer so unheimlich wie schwarze Magie. Beides sei der Teufel.
Kramer ist extrem Frauenfeindlich, ein starker Antifeminist.
Er behauptet, Femina bedeute jemand der weniger Glauben hat.
„Fe“ als Abkürzung für Fides (Glaube)
„Mina“ für Minus (weniger)
Die Frau hat weniger Glauben, Eva war der Prototyp.
Real übertreffen die Frauen die Frömmigkeit der Männer im Spätmittelalter.
Allerdings ist Magie wirklich weit verbreitet. Frauen sammeln Kräuter, als Liebeszauber, als Amulette um vor Unheil zu schützen und zur Heilung.
Die Kräuterhexen
Dies soll nicht schaden, sondern helfen. Sie vertrauten auf eine Kombination der Macht der Heiligen mit der Macht der Kräuter
- was typisch heidnisch ist.
Die einzelne Anklage einer Hexe löst noch keinen Flächenbrand aus.
Doch die Vorstellung von einer Hexensekte ist inzwischen Gemeingut.
Ist eine einzelne Hexe ausfindig gemacht worden so müssen auch alle Mitverschwörer ausgerottet werden.
Sie wurden solange gefoltert bis sie so genannte Besagungen nannten;
weitere Menschen aus ihrem Umfeld namentlich nannten die der Sekte angehören würden.
Natürlich wurden die Namen auf ihre Echtheit geprüft. Waren Unbekannte darunter, wurde erneut gefoltert. Waren geistliche darunter, wurde dies als einen Streich des Teufels abgetan.