Ein Thema, das wohl weitgehend ausgeklammert wird in der
Esoterik. Es versteckt sich sozusagen im Staub, der brav von den Büchern gewischt wird.
Und im Grunde ist das ein grosses Problem, weil es eine Welt des Wissens definiert, die von Sauberfrei und Meister Propper regiert wird. Dabei ist doch die prima materia der Grundstoff in den der Geist karmisch hineingehaucht wird.
Das klingt freudianisch, aber es gäbe keine Kunst(Kunst als Bestandtteil des Feldes der
Magie) ohne die Begeisterung des Kindes in der analen Phase für das Gestalten mit Kot. Und auch der Urin ist in seiner Symbolik als göttliches, lebensspendendes Lebenswasser heilig.
Zumindestens ein weites Feld, dass man den Saubermännern der modernen Esoterik mal unter die Nase halten sollte. Wie verhält es sich z.B. mit dem Fluchen. Ist es überhaupt denkbar wirkungsvoll zu fluchen ohne den Einbezug fäkalsprachlicher Elemente. Und wenn über den Tod geredet wird, ist es mögliche diese zugegeben unappetitliche Seite irdischer Transformation aussen vor zu lassen und sich anstatt dessen in ein Niemandsland aus weisser reiner Perlweiss Wäsche zu flüchten. Geschlechtsteile und Körperöffnungen werden oft zitiert um Symbolgehalte zu erklären, aber ist es richtig dies nur als abstrahiert zu verstehen. Ein Beleuchten dieser real magischen Wirklichkeitwäre doch fruchtbar. Und wenn mir einer sinnvoll erklären kann, weshalb Geister nicht auf Toilette gehen, dann schliesse ich das Forum.
Wichtige Bestandteile der Magie sind Sammlung und Konzentration. Wo wird das von der Allgemeinheit so praktiziert wie auf der Toilette. Ein Bereich der im Denken vieler in Klammern gesetzt wird und der doch gerade deswegen okkulte Strukturen aufweist. Nicht "Schau mir in die Augen!" ist das Grundprinzip menschlicher Partnerbindung, sondern das heimliche Begutachten gelber Toilettenränder oder die Verwendung bannender Stehsymbole über dem Spülkasten. Göttersagen leben oft von Grausamkeiten, insbesondere das Verschlingen und Aufessen des Anderen ist dort ein häufig vorkommender Aspekt. Wie aber steht es mit dem unbestritten genauso wichtigen Ausscheiden.
Ist das Paradies ein Hochglanzkatalog und die Hölle ein Fäkaliensumpf...
Belügen wir uns nicht selbst, wenn wir meinen, im Jenseits ist es schön aber mit hundertprozentiger Gewissheit wissen, dass wir zwischen Spinnen, Käfern und Kakerlaken zu einer scheusslichen Masse vergammeln, von der niemand ernsthaft hoffen kann, dass sie in der Lage sein sollte, aufzuerstehen.
Oder ist die Fäkalie Ausdruck der gequälten und aus dem Paradies verbannten Kreatur, gefangen im sinnlosen Kreislauf von Broterwerb und Brotausscheidung
Und ist der Duftstein Ausdruck transzendenter Göttlichkeit oder nur der erbärmlich schwache Versuch eines Selbstbetrugs. Was unterscheidet den Pastor mit der Kollekte vom Klomann mit der weissen Porzellanuntertasse...
Ist es moralisch vertretbar den Kot aus dem einmal die Blumen wachsen und an dem die Fliegen sich nähren als niedriger einzustufen, als das Sperma, dem wir in weissen Himmelbetten, wie in eleusinischen Gefilden huldigen...
Und noch etwas: Haben die schwarzen Schäfchen in der Toilette geschlafen...