... muß Entscheidungen treffen, und diese durchziehen.
Wenn er dies nicht tut, verliert er nicht nur das Vertrauen einzelner Mitglieder, sondern auch den Respekt der ganzen Gruppe. Und das geschieht nicht nur im Inneren der Gruppe, sondern weitet sich nach Außen aus. Er gibt sich damit der Öffentlichkeit preis, und schadet letzten Endes der gesamten Gruppe. Diese Vorgehensweise – ob bewusst oder unbewusst – nennt man Verrat.
... muß in der Lage sein, Stellvertreter und Berater zu benennen, und den Mut aufbringen, Aufgaben zu delegieren.
Zu führen bedeutet mehr, als nur ein guter Kamerad und Zuhörer zu sein. Wenn ein Führer gut ist, bekommt er nicht aufgrund seiner Art, zu präsentieren, den Respekt, sondern, wirklich zu führen, und Ziele genau zu formulieren. Dazu gehören aber nicht nur vage Stichpunkte, sondern ausführliche, und vor allem fehler- und widerspruchsfreie Erklärungen.
Nicht nur, was eine mögliche äußerliche Präsentation angeht, sondern gerade im Inneren einer Gruppe, die sich nach Außen hin (repräsentativ) als „militärisch“ ausgibt, sollte die Maxime
„Sein statt Schein“ ernst genommen werden.
... muß in der Lage sein, seine Anhänger zu motivieren.
Was nützt es in einem Ernstfall, nur rumzusitzen und gut auszusehen? Wenn ein Führer nicht fähig ist, das zu leben, was er lehrt, kann man sich denken, zu was seine Anhänger in der Lage sein werden: nämlich genau zu dem, was der Führer tut: nichts.
... muß Menschenkenntnis besitzen.
Er muß vor allem in der Lage sein, Freunde und Feinde zu unterscheiden. Ein Feind kann sich als Freund ausgeben, und ihm Jahrelang so viel Honig ums Maul schmieren und ihn bestätigen, das er in einem Ernstfall gar nicht mehr merkt, daß dieser „Freund“ im Grunde nicht sein Bestes will, sondern nur seinen langsamen Untergang. Und diesen bemerkt man oft nur zu spät. Hier ist in-sich-hinein-horchen und -fühlen angesagt.
... muß jede Situation genau abschätzen können.
Wenn die Mitglieder nicht einmal Feedback geben, oder wenn er bemerkt (fühlt), das „etwas mit einer Person nicht stimmt“, muß ein Führer auch fähig sein, die Person zu überprüfen, ohne das diese davon etwas mitbekommt. Und dann – nach erkannter Lage – handeln, d.h. ggf. gnadenlos einen Schlußstrich ziehen, und sich von der Person trennen.
Genauso verhält es sich mit entsprechenden Situationen. Also, wenn der Führer bemerkt (fühlt), daß „etwas nicht stimmt“. Das ist dann jedoch keine Schwäche des Führers, sondern eine der wichtigsten Stärken. Dieses Verhalten gegenüber einem Ungehorsam, oder in einer unbekannten Situation zeichnet einen guten Führer aus. Er beweist damit, daß er auch schwierigste Situationen in den Griff bekommt, und den Überblick – vor allem einen klaren Kopf – behält. Zugunsten seiner Anhänger und die Sicherheit seiner Gruppe.
... muß zuerst an die Sicherheit der eigenen Gruppe denken, und diese unter allen Umständen zusammenhalten.
Hierbei ist die Information aller Mitglieder oberste Priorität. Nur, wenn alle Mitglieder gleichermaßen informiert sind, können sie in den entsprechenden Situationen handeln. Und zwar so, wie sie es gelernt haben. Wenn sie es gelernt haben.
Seyla,
Ash