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18.10.2010, 15:06
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Von einer Krise in die nächste =( Beitrag #1 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 05.07.2009
Ort: Taunusstein
Beiträge: 337
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Von einer Krise in die nächste =(
Hallo zusammen, ich möchte mich vorab bei Euch entschuldigen, dass ich mich hier so negativ gebe. Aber irgendwie wird es mir momentan einfach zu viel, ich halte es nicht mehr aus. Es ist nicht meine Absicht, ständig negativ zu berichten, aber wenn man immer tiefer die Spirale runtergedreht wird, muss man einfach irgendwo ein Geländer suchen, wo man sich festhalten kann. Ich erzähl mal die Geschichte in Kurzfassung.
Alles fing vergangenen Herbst an, wo meine Schwester stärkere Depressionen bekam. Wegen diesen musste sich meine Mum häufige um sie kümmern. Und so blieb wenig schlaf für sie, was sie physisch und psychisch auch belastet. Dies wirkt sich auch auf ihre Arbeit aus, in dem sie keine Höchstleistungen mehr bringen kann und bekommt dies durch Anmerkungen der Chefin zu spüren.
Dann kam mein Vater herbei, (Meine Eltern sind geschieden), der kurze Zeit später uns irgendwie was von meiner Mutters Gehalt abhaben wollte (wie genau das da aussieht hab ich auch nicht den Überblick drüber). Jedenfalls terrorisiert mein Vater ständig meine Mutter mit irgendwelche Mails, Forderungen etc. Und meine Mutter macht das feritg, weil sie weniger hat als er (er ist Beamter) und jetzt müssen wir ihm auch noch was drauf zahlen!
Natürlich sind das alles nur Menschen, und jeder muss in seinem Leben klar kommen. Nur. Jetzt wollte meine Schwester in eine Klinik ihre Depressionen zu bekämpfen. Und da kommen auf meine Mutter auch noch mal zig Kosten drauf zu. Was sie so aufregt ist die Tatsache, dass sich mein Vater ein schönes Leben macht, und sich für all die Kosten meiner Mutter nicht interessiert.
Ich hab tierisch Angst um meine Mutter, dass sie sich was antut, weil es ihr zu viel wird wobei ich auch glaube, dass sie sich wegen uns Kindern nichts antun würde, aber man weiß ja nie, wellchen Energien man in solchen Krisen ausgesetzt ist. Meine Schwester meinte "Zum glück krieg ich das alles nicht mit", worauf meine Mutter später zu heulen anfing. Ich hätte sagen wollen "Und ich bekomm alles ab" Aber ich wollte meiner Mutter nicht noch mehr weh tun.
Ich hab so Angst, dass ich wegen den Privaten Problemen nicht das Wiederholjahr schaffe, ich hab mich zwar leicht verbessert, bin aber nicht zufrieden und ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll, wenn wir zu Hause so eine Krise haben und mich sooo viele Ängste und sorgen plagen. Ich weiß, das jeder für sein LEben verantwortlich ist, aber ich hänge momentan so tief im Tal fest und komme nicht vor und nicht zurück. Wir schreiben jetzt nach den Ferien viele Arbeiten, ich hab so eine scheiß angst zu versagen, weil ich JETZT die Weichen für mein Leben stellen muss.. wenn ich das Wiederholjahr vergeige, hab ich nur nen Realschulabschluss, und der genügt in der heutigen Lage nicht, ich brauche eine bessere Ausgangslage.
Ich bin einfach nur überfordert mit der ganzen Situation, ich kann jetzt meine Mutter auch nicht im Stich lassen, und das alles wie ein eiskalter emotionsloser arroganter Typ hinnehmen und sagen "ja, so ist es", das tut mir im Herzen weh, weil ich mir auch für meine Mutter mal wieder schönere Zeiten wünsche, sie hatte in letzter Zeit ständig mit irgendwas zu kämpfen. Kann sie nicht auch mal wieder in ruhigere Zeiten kommen?
Ich mein , wenn meine Mutter jetzt in Kur gehen würde, bestünde die Gefahr, nicht mehr in ihrem Job arbeiten zu können, weil sie schon Ende 40 ist... und am Ende stehen wir ganz ohne Kohle da. Ich schaff das Abi nicht, weil mir der Druck zu viel wird und finde keine Ausbildung und dann bekommen wir kein Geld mehr rein, dann leben wir von Hartz 4 und das will ich schleunigst vermeiden.
Ich weiß auch gar nicht , warum unser Vater so viel von uns will, meine ELtern sind GESCHIEDEN!!!
Vielleicht können mir ja hier ein paar lebenserfahrene User Tipps geben, wie ich mit den Situationen umgehen soll, ich spüre den Sand im Getriebe, den ich da endlich raushaben will und mein leben aktiv gestalten möchte...
Ich bin bereit, endlich gas zu geben im Leben, aber ständig kommt was dazwischen...
Geändert von 19Dominik90 (18.10.2010 um 15:14 Uhr)
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18.10.2010, 15:15
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Von einer Krise in die nächste =( Beitrag #2 (permalink)
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ankhaba
Sternzeichen:
Registriert seit: 18.12.2009
Alter: 44
Beiträge: 3.359
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Hi Dominik,
die Rechtsfragen täte ich bei einem Anwalt abklären lassen. So dein Mutter zahlt was dein Vater verlangt ohne sich erkundigt zu haben, ist das tatsächlich ihre Entscheidung, auf die Du nur wenig Einfluss hast.
Sie könnte z.b. einen Anwlt bitten, hier Distanz zu schaffen und das dein Vater sie nur noch über den Anwalt kontakten darf.
Wie weit nehmen dich die Probleme deiner Familienmitglieder konkret mit? Musst du den Haushalt schmeissen? Kochen, Putzen, Einkäufe erledigen?
Oder was bindet deine Zeit, die Du z.B. nutzen könntest um zu lernen...
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18.10.2010, 15:19
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Von einer Krise in die nächste =( Beitrag #3 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 05.07.2009
Ort: Taunusstein
Beiträge: 337
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Ich gestehe gar nichts.. natürlich muss ich im Haushalt helfen und ich helfe jetzt wo sie Probleme hat auch gerne mal öfter.. aber ansonsten sind es die Gedanken, die wie Truppen einmarschieren und mir ein klares Denken zum Lernen erschweren...
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18.10.2010, 16:26
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Von einer Krise in die nächste =( Beitrag #4 (permalink)
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ankhaba
Sternzeichen:
Registriert seit: 18.12.2009
Alter: 44
Beiträge: 3.359
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Dominik,
meine Idee wäre, versuchen sich selbst zu beobachten, welche Art von Gedanken dies sind und auch, welche Gefühle dahinter stehen und ob sie "berechtigt" sind. Und wo sie berechtigt sind, dort nach Lösungesmöglichkeiten schauen.
Mir geht es so, wenn ich weiß worum sich etwas handelt und ich Lösungsmöglichkeiten oder Wege kenne, automatisch die Grübelei aufhört. Die Welt wird klarer, begreiflicher für mich.
Manchmal stehen auch wieder andere Motive hinter all den vielen Ablenkungen, z.b. die Angst zu veragen und dann Gründe konstruieren, wieso Lernen nicht ging. Da ist dem Unbewussten jedes Argument willkommen, das von dem ablenkt, das Angst macht.
Alles Möglichkeiten, keine Prognose auf dich, es kann auch etwas ganz anderes sein, was dich ausbremst und dich blockiert.
Ich wünsche dir Klarheit in dieser für dich schwierigen Zeit und das alles einen guten Ausgang findet.
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18.10.2010, 17:01
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Von einer Krise in die nächste =( Beitrag #5 (permalink)
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Sono libero
Registriert seit: 28.09.2010
Beiträge: 2.025
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Hallo Dominik,
ich kann es gut verstehen dass dich diese Belastungen zuhause mitnehmen und das Lernen blockieren. Deshalb wäre es wichtig für euch eine Familienunterstützende Hilfe professioneller Art zu bekommen.
Die Kosten einer Klinik für Depressionen müsste eigentlich die Kasse tragen, da befrage mal deine Mutter noch einmal genau. Des Weiteren solltest du dich, auch wenn es schwer fällt nicht mit den finanziellen Diskrepanzen deiner Eltern belasten - das ist Sache deiner Mutter dies zu klären. Rechtsberatung würde ich da auch empfehlen.
Und vor allem, du weißt doch Gedanken haben Macht. Denke also nicht, wir landen in HartzIV. Diese Situation dient dazu allen Beteiligten deutlich zu machen wo ihre Grenzen sind und wo es anfängt ungesund zu werden. Sich um sich kümmern gilt für alle drei Personen.
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18.10.2010, 17:51
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Von einer Krise in die nächste =( Beitrag #6 (permalink)
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Intuitives Feng Shui
Registriert seit: 04.05.2010
Beiträge: 118
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Lieber Dominik
Ich bin schon die dritte, die dir hier rät, externe Hilfe zu beanspruchen. Einerseits von einer juristischen Fachperson, und andererseits wäre es sicher hilfreich für dich, eine aussenstehende Vertrauensperson aufzusuchen, die nicht in das ganze verwickelt ist. Also niemand von deiner Familie und auch kein direkter Freund von dir (zu nahe).
Gibt es eine Lehrerin oder ein Lehrer, der / dem du dich anvertrauen kannst und die / der Verständnis hat?
Es würde darum gehen, einmal eine (neutrale) Aussensicht zu erhalten, ohne dass du gleich in psychologische "Behandlung" musst. Dass du einmal wenigstens mit einem Fuss aus dem ganzen "Strudel" aussteigen kannst und das alles von aussen betrachten kannst. Dann wird alles sofort relativ und weniger "schlimm", wenn das Aussteigen wirklich auch gelingt.
Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, dass du in der Schule lernst statt zu Hause, oder bei jemand anderem, einem Freund, damit du auch physisch nicht immer "mittendrin" bist. Ich glaube, du musst dich stärker abgrenzen. Ich finde es gut und schön und richtig, dass du Mitgefühl zeigst. Aber es hilft niemandem, wenn du die Probleme deiner Familienmitglieder auch noch in deinen Rucksack lädtst, sie werden nicht weniger dadurch (eher gibst du noch Energie rein und die Probleme werden gewichtiger...).
Alles Liebe!
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18.10.2010, 21:53
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Von einer Krise in die nächste =( Beitrag #7 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 05.07.2009
Ort: Taunusstein
Beiträge: 337
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Hallo ihr Lieben,
vielen Dank für die lieben Antworten. Die haben mir schon sehr geholfen. Seit dem mir meine Mutter gesagt hat, ich solle mir nicht so viele Gedanken machen, geht es mir auch um einiges besser. Heute bin ich meinem Hobby nachgegangen und habe den Alltag hintermir gelassen, das hat richtig gut getan, wieder mal frei zu sein und einen Seelenausgleich zu haben.
Ja, die Kosten für die Klinik wg. Depressionen werden von der Krankenkasse übernommen, und meine Mum war auch schon beim Rechtsanwalt. Ich selbst bin seit Februar in psychicher Behandlung, vor allem um offener zu werden und um mich selbst zu akzeptieren. In sofern fühle ich mich psychchisch stärker.
Ich weiß nicht, aber irgendwie geht es mir heute total gut und sehe die Situation auch gar nicht mehr so schlimm, scheint so als wenn ich eine Abgrenzung gefunden hätte. Ich mache mir auch nicht mehr so viele Gedanken drum... aber ich bin glaube ich auf der Suche nach dem Sinn, warum mein Vater meine Mutter so fertig machen muss, obwohl sie geschieden sind?
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19.10.2010, 07:40
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Von einer Krise in die nächste =( Beitrag #8 (permalink)
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Intuitives Feng Shui
Registriert seit: 04.05.2010
Beiträge: 118
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Lieber Dominik
Schön, dass du das "Spiel" zwischen deinen Eltern durchschauen möchtest. Deine Eltern spielen es dir vor, damit du zuschauen kannst und daraus deine Erfahrungen mit-machen kannst und es später mal anders machen kannst. (Das könnte ein Sinn sein, den du ja suchst.)
Ich kenne die Situation zwischen deinen Eltern ja nicht, merke aber, dass Konflikte zwischen zwei Menschen eigentlich immer mit fehlender Offenheit und fehlender Kommunikation zu tun haben. Es wird vom eigenen Standpunkt aus gegangen (der nicht mal dem Gegenüber offen gelegt wird) und ineinander hinein interpretiert, ohne nachzufragen ("er denkt sicher, dass ich denke, dass..." usw.). Hinzu kommen Erwartungen, die nicht erfüllbar sind, und schon gar nicht ohne sie auszusprechen. Das führt zu Enttäuschungen und Frustration. So lebt man keine schöne Beziehung.
Wichtig finde ich die Annahme, dass ALLE ihr Bestes geben. Niemand ist absichtlich böse oder unfähig. Wenn jemand uns so erscheint, weiss er es einfach nicht besser -> dies ist im Moment sein Bestes. Er / sie weiss nicht, wie es anders geht, hat vielleicht auch Angst davor, einen anderen Weg als den bisherigen auszuprobieren.
Warum "muss dein Vater deine Mutter so fertig machen"? Viellicht ist er mit sich selbst nicht im Reinen, so dass er sich selbst dadurch "besser" fühlen möchte, dass er deine Mutter schlecht macht. Vielleicht kommt er nicht damit klar, dass er nicht mehr mit seinen Kindern zusammen wohnen kann (obwohl er das vielleicht ja nicht so zeigt). Vielleicht fürchtet er sich davor, dass es ihm und / oder euch finanziell nicht gut gehen könnte, hat Existenzängste.
Ich wage zu sagen, dass hinter einem solchen Verhalten, also ganz zuhinterst hinten, immer eine Angst steckt. Wenn du annimmst, dass die Angst das (ursprüngliche) Motiv deines Vaters ist, verstehst du ihn vielleicht besser bzw. bist weniger böse auf ihn. Vielleicht möchtest du ihn in einem ganz ruhigen entspannten Moment, zu zweit, einmal fragen, wie er sich überhaupt fühlt. Vielleicht findet er es seltsam, dass du ihn das fragst, aber vielleicht ist er im nächsten Moment auch froh darüber, dass sich überhaupt jemand für seine Gefühle interessiert und dies sogar noch ausspricht.
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