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Lebensfragen

Lebensfragen beschäftigen sich mit Lebensführung. Bist Du an einem Wendepunkt und hast Lebensfragen, dann stelle sie hier. Vielleicht willst Du auch Deine positiven Erfahrungen in einer bestimmten Lebenssituation hier für andere wiedergeben?


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Alt 24.08.2010, 14:43   Das Streben nach Anerkennung Beitrag #1 (permalink)
19Dominik90
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 05.07.2009
Ort: Taunusstein
Beiträge: 337
Das Streben nach Anerkennung

Hallo zusammen,

ich habe nun noch ein paar Probleme, die mir viele Energien ziehen. Oder Probleme, die "eigentlich" gar keine sind. Auf jeden Fall haben diese Probleme viel mit dem Thema Energien und Liebe geben zu tun.

Es ist nun die Lage so, dass ich früher ziemlich verschlossen war und schüchtern und demnach mich auch kaum mit Menschen unterhalten habe, geschweige den Drang hatte, Kontakte aufzubauen. Nun hat sich das Bedürfnise verstärkt in mir geäußert und ich habe auch schon einige neue Kontakte schließen können in der Klasse. Soweit so gut.

Jetzt ist das Problem dieses, dass ich immer versuche, vertrauen zu geben, oder ständig present zu sein, um das von den Freunden auch bestätigt zu bekommen. Ich will nicht nach Anerkennung streben, aber ich hatte eine sehr einsame Kindheit und die Kontakte tun mir so gut. Ich glaub ich durchschreite gerade ein Wechselbad der Gefühle, auf die Umstellung doch etwas Wert zu sein.

Früher war ich mehr so der Einzelgänger und Mitläufer, und bin nicht wirklich selbstbewusst aufgetreten, was sich aber jetzt langsam ändert, weil ich mir auch ein Ziel gesetzt habe und das erreichen will. Was mich aber stört, ist die Sache, dass ich ständig, wenn ich versuche, ruhiger zu werden und "es laufen zu lassen", ständig daran erinnert werde, ich muss Vertrauen geben, ich muss präsent sein, und mir so Druck mache, mich mit den Freunden viel zu unterhalten, um eine Vertrauensbasis aufzubauen. Wir verstehen uns gut, aber ich habe Angst, meine Freunde zu verlieren. Ich will nicht zurück in die Einsamkeit, die frühere Zeit war einsam genug für mich, die Erfahrungen treiben mir Tränen in die Augen, ich will das nicht noch einmal erleben.

Früher wurde ich von einigen Wesen auch öfters mal beleidigt, was mich zudem verunsicherte und Sprüche wie "Du bist hässlich" zogen mich dann ganz runter. Jedenfalls glaube ich jetzt an mich, und weiß was ich Wert bin. Aber so sein, wie ich wirklich bin, kann ich immer noch nicht, obwohl ich gerne so sein würde, wie ich bin. Es ist besser geworden und ich bin offener geworden. Und ich weiß auch, dass man dann anerkannt wird, wenn man sich selbst anerkennt. Aber ich glaub der Zwiespalt bei mir, zwischen Anerkennung (bei Erfolgen) und Nichtanerkennung (bei Niederlagen) lösen in mir Verunsicherung aus.

Und davor hab ich Angst, die Verunsicherung auszustrahlen, weil ich eigentlich doch ein ganz lieber netter Kerl bin. Ich mache mir Druck, das schnell nachzuholen, was ich damals verpasst habe, sprich tolle Erlebnisse mit Freunden, Freude, Liebe etc.. und jetzt "will ich das alles auf einmal haben". Es ist klar, dass ich deshalb kaum noch Kraft habe und ich mich fühle, wie als wenn ein Vampir mir die Kräfte wegsaugt, weil ich alles erzwingen will.

Ich weiß, dass ich in mir ruhen muss und Zufriedenheit ausstrahlen muss. Aber ich kann das nicht, weil ich will mehr aus mir rauskommen, und ich kann nicht ständig nur rumsitzen, weil ich früher öfters in meine Traumwelt entflohen bin und diese jetzt auflösen will. Das kostet mir auch nochmal immense Kraft. Aber ich bin so Energiegeladen, ich weiß gar nicht mehr wohin damit. Morgens stehe ich schon früh auf und gehe extra eine Stunde laufen, um die Energien loszuwerden.

Zudem hab ich mir zwar ein Ziel vorgenommen, den Abschluss zu schaffen, aber das Blöde ist, wenn ich in der Schule sitze, hab ich Angst was zu sagen. Vor dem Was zu sagen eigentlich nicht, aber meine Stimme ist so komisch, das sagen viele. Ich mach mir zwar nichts drauß, aber man sagt ja auch oft, die Stimme ist die eigene Identität und wenn dann meine Stimme nicht gut ist, dann bin ich auch nicht gut...

Ich will mich ja melden im Unterricht, aber die Angst vor der Stimme (nicht die Angst vor dem was Falsches sagen, jeder sagt mal was falsches) hält mich total davon ab und macht mich unzufrieden. Für mich wäre auch die Stimme eigentlich kein Problem, aber wenn die Freunde ab und zu drüber reden, dann schüchtert mich das auch noch mal ein.

Ich würde gerne endlich normal sein, mich so annehmen können wie ich bin (was ich persönlich kann, aber dann verstelle ich mich wieder in der Öffentlichkeit) und Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlen. Und nicht ständig den Drang dazu haben, wieder etwas Beweisen zu müssen (was ich ja gar nicht muss) und einfach nur mein Leben zu leben, ohne ständig von Angst geprägt zu sein.

Ich würde sogerne Angstfrei leben, die Angst, wichtige Menschen zu verlieren, die Angst nicht liebenswert zu sein bzw. nicht anerkannt zu werden und die Angst vor der Stimme sind die drei Aspekte, die mich glaube ich derzeit noch hindern, so aufzutreten, wie ich eigentlich bin. Und deswegen versuche ich immer zwanghaft meine Ängste zu überspielen. Irgendwo ist es klar, das meine Freunde mir dann den Rücken kehren (oder Mädchen kein Kontakt zu mir haben wollen, wenn ich so zwanghaft agiere). Es ist ja nicht Böse gemeint, das geschiet meist auch unbewusst.

Ich würde so gerne freier Leben, mich nicht ständig von den Ängsten regieren lassen. Der Satz "Man soll im Jetzt leben" ist so leicht gesagt, wenns auch so leicht umzusetzen wäre...
19Dominik90 ist offline  
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Alt 24.08.2010, 14:55   Das Streben nach Anerkennung Beitrag #2 (permalink)
moonlight95
wandelnder Schatten
 
Benutzerbild von moonlight95
 
Sternzeichen: Steinbock
Registriert seit: 29.07.2010
Ort: Hessen
Alter: 16
Beiträge: 74
Hallo Dominik.
Ich habe oft dieselben Probleme wie du. Ich kann mir gut denken wie du dich fühlst und möchte versuchen dir zu helfen.
Setz dich einmal ganz ruhig auf dein Bett oder gemütlichen Stuhl, mach die Augen zu und denk mal über dein ganzes Leben nach. Denke mal an alle schönen Dinge die du schon erlebt hast, und gerne nochmal erleben würdest. Dann musst du, und das hilft dir hoffentlich dabei das du nicht mehr denkst jedem was beweisen zu müssen, darüber nachdenken, was du schon alles für die Leute getan hast. Denke dir einfach mal, das du schon so hilfsbereit warst, soviel für deine Freunde getan hast, das sie dich einfach nur lieben, und sie erwarten nichts mehr von dir. Sie haben alles und mehr als sie von dir brauchen oder je gebraucht haben, und mögen dich auch so wie du bist.

Beim Melden gehts mir wie dir. Meistens weiß ich die Antwort, aber ich melde mich trotzdem nicht. Weil ich meine Stimme hasse und es mir peinlich ist vor den anderen laut was zu sagen. Ich versuche aber in letzter Zeit mich einfach zu überwinden, und denk mir immer wieder "Ach scheiß doch drauf was die anderen sagen, sag einfach was du sagen willst und achte nicht auf deine Stimme". Versuch das auch mal. Anfangs wirds nicht klappen, aber mit der Zeit, wird es etwas einfacher.

Ich hoffe ich konnte dir wenigstens etwas helfen, und wünsche dir noch viel viel viel Glück und Liebe in deinem Leben. x3

LG Moon :3
moonlight95 ist offline  
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Alt 24.08.2010, 14:59   Das Streben nach Anerkennung Beitrag #3 (permalink)
19Dominik90
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 05.07.2009
Ort: Taunusstein
Beiträge: 337
Vielen Dank für deine liebe Antwort.
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Alt 24.08.2010, 16:25   Das Streben nach Anerkennung Beitrag #4 (permalink)
Gast16969
Gast
 
Beiträge: n/a
Lieber Dominik,

es ist toll dass Du Dir soviele Ziele gesetzt hast. Du wirst sie auch erreichen, nur lass Dir auch Zeit dabei.
Du hast das Gefühl viel versäumt zu haben und möchtest jetzt alles nachholen, was verständlich ist. Du läufst allerdings Gefahr dass Du versuchst Situationen zu erzwingen, soll heißen Du verkrampfst Dich im Erreichen dieser Situation. Genau das raubt Dir Deine Kraft.
Wie wäre es für Dich wenn Du Dir bewusst machst was Du alles möchtest und dann die einzelnen Dinge nacheinander verwirklichst?
Weise den einzelnen Stationen auf Deiner Reise zu Dir Prioritäten zu. Was ist Dir am wichtigsten, was möchtest Du als erstes erreichen? Dementsprechend kannst Du diese Stationen mit Ziffern versehen oder sieh sie wie Waggons die Du an Deine Lokomotive anhängen möchtest. Du schreibst das Du in einer Traumwelt lebtest und diese auflösen möchtest.
Wer träumen kann, hat viel Fantasie. Vielleicht wäre es für Dich eine Möglichkeit diese Fantasie zum Erreichen Deiner Ziele zu nutzen?
Das Unterbewusstsein denkt in Bildern.
Ein Wort noch zu Deiner Stimme. Wenn man mit Freunden darüber redet ist dies okay. Wenn sich Freunde jedoch darüber lustig machen würde ich hinterfragen ob diejenigen wirklich zu Deinen Freunden zählen. Ich jedenfalls mache mich nicht über Menschen lustig. Menschen die dies tun lenken nur von eigenen Unsicherheiten ab.

LG Udo
 
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Alt 24.08.2010, 16:50   Das Streben nach Anerkennung Beitrag #5 (permalink)
wings
Das Gute siegt !
 
Benutzerbild von wings
 
Registriert seit: 08.08.2010
Ort: Norddeutschland
Beiträge: 85
ich kann Limmy in jedem einzelnen Wort nur zustimmen - "Freunde" die über Deine Stimme lachen sind vielleicht doch nur Bekannte .... es ist überhaupt nicht wichtig, wie viele Freunde man hat, sondern es kommt auf die Qualität der Beziehungen an, und was die Freundschaften so ausmachen. Durch Deine Angst setzt Du dich absolut unter Druck ... Du denkst zu viel über Dein Verhalten nach (ein Mittelmaß wäre besser) - so kannst Du gar nicht Du sein - und das ist schade, denn Du hinterläßt einen absolut sympathischen Eindruck. ... und die Sache mit der "Schönheit" - sie liegt immer im Auge des Betrachters - und es gibt viele verschiedene Augen ....
sei einfach Du - und das genügt. Freunde holen einen ab, wo man steht
wings ist offline  
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Alt 24.08.2010, 16:55   Das Streben nach Anerkennung Beitrag #6 (permalink)
19Dominik90
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 05.07.2009
Ort: Taunusstein
Beiträge: 337
Vielen Dank für eure aufmunternden Antworten.
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Alt 24.08.2010, 17:31   Das Streben nach Anerkennung Beitrag #7 (permalink)
Scratcher
Mensch
 
Benutzerbild von Scratcher
 
Sternzeichen: Krebs
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Beiträge: 2.663
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Also naja..... Limmy und ich veralbern uns immer selbst. Also er mich und ich ihn oder ich mich und er sich!^^

Aber das ist halt so ein Punkt der auf Gegenseitigkeit beruht und "ZUSAMMEN" witzig ist. Wenns einseitig wär, dann wärs blöd. Dann entsteht eben eine Disharmonie. Also hast du 3 Möglichkeiten.

1. Du veralberst sie auch und wenn es ihnen nicht paßt "auf wiedersehen"

2. Du sagst ihnen das du es nicht willst weil es dich persönlich trifft.

3. Du suchst dir neue Freunde.

Streben nach Anerkennung ist immer ein Zeichen dafür, dass dir persönlich was fehlt. Was bringt dir Anerkennung? Anerkennung ist das Resultat von Leistung. Also wird entweder deine Leistung nicht in dem Maße gewürdigt wie du sie dir vorstellst oder du leistest einfach nicht!^^

Und wenn ich deinen ganzen Text so lese ist dein Problem deine Stimme.... also liegt es nichtmal an der Leistung. Weißt du, ich hab früher mal für zirca ein Jahr geblinzelt in der Schule. Immer wenn ich nervös war. Und du kannst dir vorstellen, wenn ich nur daran dachte wurde ich nervös!^^ Anfangs wars mir total peinlich aber irgendwann nimmst du es einfach so hin weil es so ist! Und ganz ehrlich? Was nicht tötet härtet ab und gerade die, die am lautesten Schreien sind es, die ihre eigenen Minderwertigkeitskomplexe damit verbergern wollen. Denn du wirst niemand auslachen weil er blinzelt, humpelt oder sonstetwas hat. Du wirst auch wenn deine Stimme mal anders werden sollte oder du nicht sprichst wirst du ihn verstehen. Es ist wie eine Art "Demut" die man entwickelt. Der Respekt vor anderen Menschen, weil man es eben selbst erlebt hat.

Und die Menschen die immer nahezu perfekt erscheinen sind meist die, die die größten Probleme haben oder noch haben werden. Sei froh das du deine "Lektion" so lernst, denn andere haben es garantiert schlechter erwischt. Davon abgesehen wirst du mit zunehmenden Alter bemerken, dass Menschen irgendwann beginnen ihre Freunde anders auszusortieren. Und zwar weg von Äusserlichkeiten hin zu inneren Werten und diejenigen die das nicht tun, mit denen willst du garantiert nicht befreundet sein.
Scratcher ist offline  
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Alt 24.08.2010, 17:34   Das Streben nach Anerkennung Beitrag #8 (permalink)
moonlight95
wandelnder Schatten
 
Benutzerbild von moonlight95
 
Sternzeichen: Steinbock
Registriert seit: 29.07.2010
Ort: Hessen
Alter: 16
Beiträge: 74
Zitat:
Streben nach Anerkennung ist immer ein Zeichen dafür, dass dir persönlich was fehlt.
Das ist vollkommen richtig. Schau mal tief in deinen Gedanken nach, was dir persönlich fehlt. Vielleicht das deine Freunde genauso zu dir sein sollen, wie du zu ihnen bist? Nett und hilfsbereit?

Lg Moon

Geändert von moonlight95 (24.08.2010 um 17:41 Uhr)
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