Hallo zusammen,
ich habe nun noch ein paar Probleme, die mir viele Energien ziehen. Oder Probleme, die "eigentlich" gar keine sind. Auf jeden Fall haben diese Probleme viel mit dem Thema Energien und Liebe geben zu tun.
Es ist nun die Lage so, dass ich früher ziemlich verschlossen war und schüchtern und demnach mich auch kaum mit Menschen unterhalten habe, geschweige den Drang hatte, Kontakte aufzubauen. Nun hat sich das Bedürfnise verstärkt in mir geäußert und ich habe auch schon einige neue Kontakte schließen können in der Klasse. Soweit so gut.
Jetzt ist das Problem dieses, dass ich immer versuche, vertrauen zu geben, oder ständig present zu sein, um das von den Freunden auch bestätigt zu bekommen. Ich will nicht nach Anerkennung streben, aber ich hatte eine sehr einsame Kindheit und die Kontakte tun mir so gut. Ich glaub ich durchschreite gerade ein Wechselbad der Gefühle, auf die Umstellung doch etwas Wert zu sein.
Früher war ich mehr so der Einzelgänger und Mitläufer, und bin nicht wirklich selbstbewusst aufgetreten, was sich aber jetzt langsam ändert, weil ich mir auch ein Ziel gesetzt habe und das erreichen will. Was mich aber stört, ist die Sache, dass ich ständig, wenn ich versuche, ruhiger zu werden und "es laufen zu lassen", ständig daran erinnert werde, ich muss Vertrauen geben, ich muss präsent sein, und mir so Druck mache, mich mit den Freunden viel zu unterhalten, um eine Vertrauensbasis aufzubauen. Wir verstehen uns gut, aber ich habe Angst, meine Freunde zu verlieren. Ich will nicht zurück in die Einsamkeit, die frühere Zeit war einsam genug für mich, die Erfahrungen treiben mir Tränen in die Augen, ich will das nicht noch einmal erleben.
Früher wurde ich von einigen Wesen auch öfters mal beleidigt, was mich zudem verunsicherte und Sprüche wie "Du bist hässlich" zogen mich dann ganz runter. Jedenfalls glaube ich jetzt an mich, und weiß was ich Wert bin. Aber so sein, wie ich wirklich bin, kann ich immer noch nicht, obwohl ich gerne so sein würde, wie ich bin. Es ist besser geworden und ich bin offener geworden. Und ich weiß auch, dass man dann anerkannt wird, wenn man sich selbst anerkennt. Aber ich glaub der Zwiespalt bei mir, zwischen Anerkennung (bei Erfolgen) und Nichtanerkennung (bei Niederlagen) lösen in mir Verunsicherung aus.
Und davor hab ich Angst, die Verunsicherung auszustrahlen, weil ich eigentlich doch ein ganz lieber netter Kerl bin. Ich mache mir Druck, das schnell nachzuholen, was ich damals verpasst habe, sprich tolle Erlebnisse mit Freunden, Freude, Liebe etc.. und jetzt "will ich das alles auf einmal haben". Es ist klar, dass ich deshalb kaum noch Kraft habe und ich mich fühle, wie als wenn ein Vampir mir die Kräfte wegsaugt, weil ich alles erzwingen will.
Ich weiß, dass ich in mir ruhen muss und Zufriedenheit ausstrahlen muss. Aber ich kann das nicht, weil ich will mehr aus mir rauskommen, und ich kann nicht ständig nur rumsitzen, weil ich früher öfters in meine Traumwelt entflohen bin und diese jetzt auflösen will. Das kostet mir auch nochmal immense Kraft. Aber ich bin so Energiegeladen, ich weiß gar nicht mehr wohin damit. Morgens stehe ich schon früh auf und gehe extra eine Stunde laufen, um die Energien loszuwerden.
Zudem hab ich mir zwar ein Ziel vorgenommen, den Abschluss zu schaffen, aber das Blöde ist, wenn ich in der Schule sitze, hab ich Angst was zu sagen. Vor dem Was zu sagen eigentlich nicht, aber meine Stimme ist so komisch, das sagen viele. Ich mach mir zwar nichts drauß, aber man sagt ja auch oft, die Stimme ist die eigene Identität und wenn dann meine Stimme nicht gut ist, dann bin ich auch nicht gut...
Ich will mich ja melden im Unterricht, aber die Angst vor der Stimme (nicht die Angst vor dem was Falsches sagen, jeder sagt mal was falsches) hält mich total davon ab und macht mich unzufrieden. Für mich wäre auch die Stimme eigentlich kein Problem, aber wenn die Freunde ab und zu drüber reden, dann schüchtert mich das auch noch mal ein.
Ich würde gerne endlich normal sein, mich so annehmen können wie ich bin (was ich persönlich kann, aber dann verstelle ich mich wieder in der Öffentlichkeit) und Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlen. Und nicht ständig den Drang dazu haben, wieder etwas Beweisen zu müssen (was ich ja gar nicht muss) und einfach nur mein Leben zu leben, ohne ständig von Angst geprägt zu sein.
Ich würde sogerne Angstfrei leben, die Angst, wichtige Menschen zu verlieren, die Angst nicht liebenswert zu sein bzw. nicht anerkannt zu werden und die Angst vor der Stimme sind die drei Aspekte, die mich glaube ich derzeit noch hindern, so aufzutreten, wie ich eigentlich bin. Und deswegen versuche ich immer zwanghaft meine Ängste zu überspielen. Irgendwo ist es klar, das meine Freunde mir dann den Rücken kehren (oder Mädchen kein Kontakt zu mir haben wollen, wenn ich so zwanghaft agiere). Es ist ja nicht Böse gemeint, das geschiet meist auch unbewusst.
Ich würde so gerne freier Leben, mich nicht ständig von den Ängsten regieren lassen. Der Satz "Man soll im Jetzt leben" ist so leicht gesagt, wenns auch so leicht umzusetzen wäre...