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Lebensfragen

Lebensfragen beschäftigen sich mit Lebensführung. Bist Du an einem Wendepunkt und hast Lebensfragen, dann stelle sie hier. Vielleicht willst Du auch Deine positiven Erfahrungen in einer bestimmten Lebenssituation hier für andere wiedergeben?


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Alt 09.05.2007, 23:38   Seelenverwandschaft andersrum? Beitrag #1 (permalink)
Abendstern
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 01.01.2007
Ort: Freiburg
Beiträge: 176
Seelenverwandschaft andersrum?

Hallo zusammen,

ich habe ein großes Problem und weiss nicht, wie ich damit ungehen soll. Vielleicht kann mir da jemand helfen.
Vor ca. 7 Jahren habe ich mich von meinem Mann getrennt, in eine andere Wohnung gezogen und mein eigenes selbständiges Leben angefangen.
Am Anfang der Trennung haben wir so gut wie gar keinen Kontakt zu einander gehabt. Dann nach und nach haben wir immer öfters telefoniert, uns getroffen und jetzt sind wir richtig gute Freunde.... denke ich.... dachte ich.
Ich liebe ihn wie meinen Bruder und ich dachte, dass er mich auch wie seine Schwester liebt.
Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass es seinerseits viel mehr da ist, als ich vermutet habe.
Er hilft mir auf jedem Schritt und Tritt. Gerade jetzt musste ich heulen, weil er mir zu Hause geholfen hat, mein neues TV zu installieren, hat noch Spargel und Wein mitgebracht und - weil ich ihm eine Kleinigkeit, wirklích nur eine Kleinigkeit, gemacht habe - hat er mir als Dankbarkeit ziemlich viel Geld gegeben.
Ich wollte es nicht nehmen, aber er war schon im Auto und fuhr einfach los, bevor ich mich richtig weigern konnte.
Erst als ich Heim gekommen bin und gesehen habe, wieviel das ist, musste ich weinen, weil ich alles verstanden habe....
Weil ich verstanden habe, dass er mich immer noch liebt, aber nicht wie Brunder Schwester liebt - sprich wie ich ihn liebe - sondern ganz anders.

Was soll ich da machen? Ich liebe ihn wirklich, aber eben wie einen Bruder, nicht mehr.
Ich will ihn auch nicht verletzen. Aber mehr kann ich ihm nicht geben.
Ich will ihn auch nicht verlieren - als Freund, denn wir haben so viele Gemeinsamkeiten - wir waren ja auch ziemlich lange zusammen.
Aber ich habe Angst, ihn zu verletzen, weil ich das schon mal gemacht habe, als ich ihn verlassen habe. Und sein Schmerz damals, den ich gesehen habe, hat mir vielleicht mehr zu schaffen gemacht, als ihm, dem Verlassenen.

Kann das sein, dass es eine Art von Seelenverwandschaft ist, die er erkannt hat und ich noch nicht? Und wie kann ich uns da helfen? Ich sehe im Moment keinen Ausweg.
Ich habe schon versucht, eine neue Beziehung anzufangen. Aber es ist jedesmal gescheitert, weil ich früh oder später meinem Ex sagen musste - sorry, unsere Freundschaft ist jetzt zu Ende.
Das habe ich nie geschafft. Und jedes Mal - wirklich jedes Mal - wenn bei mir etwas in Aussicht ist (ich meine jetzt eine neue Liebe), frage ich mich: "Kannst du es ihm sagen?"
Und jedesmal bevorzuge ich die Freundschaft mit meinem Ex jeder neuen Beziehung. Ich schaffe es einfach nicht, ihn nochmal zu verletzen und ihm nochmal sagen zu müssen: jetzt ist auch unsere Freundschaft zu Ende.

Ich weiss, was viele von euch denkt, nämlich: wenn er ein richtiger Freund für mich ist, dann wird er die Tatsache akzeptieren können, dass ich jemand anderen habe/liebe. Aber das ist es doch. Ich weiss, dass er unglaublich verletzt sein wird, weil er sehr eifersüchtig ist. Und ich will ihm diesen Schmerz nicht mehr zufügen.
Ich bin jetzt in einer Zwickmühle und sehe keinen Ausweg daraus. Was meint ihr davon? Es gibt so viele Beiträge über Dualseelen.
Es passiert oft, dass nur ein Partner das erkennt, dass der Zweite sein Seelenpartner ist. Es ist gut möglich, dass mein Ex mein Seelenpartner ist, aber ich habe das immer noch nicht erkannt. Ich will einfach nicht, ihm das zufügen, was all diejenige erleben, die ihren Seelenpartner erkennen und er sie nicht.
Ich kenne diese Qual sehr wohl - das habe ich auch mal erlebt - und eben deswegen möchte ich nicht, meinem Ex diese Qual zufügen.

Wer hat einen Rat für mich? Ich würde mich über jede - auch kritische - Antwort freuen.
Abendstern.
Abendstern ist offline  
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Alt 09.05.2007, 23:51   Seelenverwandschaft andersrum? Beitrag #2 (permalink)
peter-seth
erinnere dich an uns
 
Benutzerbild von peter-seth
 
Registriert seit: 11.12.2006
Ort: karlsruhe
Beiträge: 182
Ach, Abendstern,

ich fühle deinen schmerz und dein dilemma ...

ich möchte dich trotzdem ermuntern, zu dir zu stehen. wenn er für dich ein bruder ist, dann wirst du es ihm über kurz oder lang sagen müssen - denn sonst hieße das, dass du dich selbst nicht ernst nimmst ... wie aber willst du in einer partnerschaft glücklich werden, in der du dich selbst nicht ernst nehmen darfst - aus angst davor, dass der andere schmerzen fühlen könnte ...

würde er dich wirklich lieben - dann würde er verstehen, was in dir vorgeht - du kannst also dein offenheit auch als "test" seiner liebe verstehen ... oder ist es "doch nur" sein eigennutz - dass er etwas (nämlich dich) für sich haben will ...

ich kenne den schmerz, den man selbst fühlt, wenn man einem anderen sagen muss, dass es nicht so ist, wie er/sie denkt ... nachdem ich das das zweite mal erlebte, habe ich mir geschworen "nie mehr diese schmerzen jemandem zufügen" ... und dann habe ich es doch noch zweimal tun müssen - denn sonst wäre ich selbst zugrunde gegangen - weil meine wahrheit nicht die gleiche war, wie die des anderen ...

und ich bin heute froh darüber, dass ich das konnte ...

einmal habe ich fast zwei jahre gebraucht, weil ich nicht von der (fixen) idee loskommen konnte, dass die frau, die ich verlassen hatte, vielleicht doch "die richtige" in meinem leben war / gewesen wäre ... ich wünsche dir, dass es bei dir schneller geht ...

ich wünsch dir viel kraft - und einen klaren blick auf das, was in dir lebt ...



PS: hast du, Abendstern, auch sonst häufig das gefühl, dass du etwas für andere tun musst, dass du gelegentlich oder öfters das, was in dir lebt, zugunsten anderer menschen zurückstellst? falls ja, dann lohnt es sich für dich vielleicht, sich mal über "ko-abhängigkeit" zu informieren ...
peter-seth ist offline  
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Alt 10.05.2007, 08:56   Seelenverwandschaft andersrum? Beitrag #3 (permalink)
Helena36
Banned
 
Benutzerbild von Helena36
 
Registriert seit: 03.04.2006
Beiträge: 247
Smile Die Wut

Hallo Abendstern,

dein Beitrag stimmt mich nachdenklich. Ich habe mich gefragt, wo deine Wut da bleibt? Verlagert die sich bei dir nach innen? Hast du kein recht auf ein persönliches Liebesglück?

Irgendwo habe ich mal den Spruch gelesen. Einen guten Freund erkennt man in unsicherer Lage. Wenn du also einen neuen Mann kennengelernt hast, der neue Mann dir sehr viel bedeutet, du ihn auch liebst und eine Zukunft mit ihm aufbauen möchtest, dann würde ich meinen Wunsch auch für mich selbst verteidigen. Das ist meines Erachtens gesunder Egoismus.

Wenn der Mann, der dich so unheimlich liebt nicht bereit ist das zu akzeptieren, dein Glück andauernd stört, dann solltest du dein Leben ohne diesen Freund leben, der dir zwar sehr viel bedeutet, der dich aber nicht frei lassen möchte. Auch hier hört sich das für mich nicht nach Geschwisterliebe aus alten Leben an, sondern vielmehr nach Vater/Tochter Konstellation. Vielleicht auch karmische Verstrickung aus alten Leben.

Der Mann der dich so sehr liebt verdeutlicht dir, dass er sich Sorgen um dich macht, dir helfen möchte etc. Mein Kind, hier ist noch ein Schokoriegel, hier noch ein Lunchpaket für unterwegs und noch ein wenig Taschengeld für die lange Reise Du bist sein "wozu" im Leben Abendstern, sein Sinn, seine Liebe. Liebe heisst aber auch, Grenzen zu akzeptieren, die du ihm gesetzt hast, damit du dein Leben glücklich leben kannst. Ansonsten würde es sich für mich nicht mehr wie Liebe von der Seite deines Freundes anhören, sondern wie eine Art Helfersyndrom, weil er eigentlich sich selbst helfen sollte (er selbst sich zunächst sein bester Freund sein sollte), bevor er anderen hilft.
Liebe heisst, Grenzen zu respektieren, den anderen atmen zu lassen, zu trauen.

Tut er das (nach einem langen, ausführlichen Gespräch) nicht, solltest du Grenzen in der Form setzen, dass du dich komplett zurückziehst für eine Weile, auch, wenn es dir Schmerzen bereitet.

Vielleicht auch vergleichbar mit Eltern Abendstern, dessen Kind sich in jemanden verliebt hat, mit dem sie nicht einverstanden sind. Sie hätten sich jemand besseren, klügeren, etc. für ihr Kind gewünscht. Aber wie soll ein Kind jemals erwachsen werden, wenn es nicht lernt, eigene Entscheidungen zu treffen und auch dazu zu stehen, auch, wenn die Beziehung vielleicht eines Tages scheitert.

Wenn du also Abendstern eines Tages einen anderen Mann liebst, die Beziehung noch im "Aufbau" ist, dein "Freund" andauernd destruktiv dazwischenfunkt, dann ist es m. E. "kein" Freund in unsicherer Lage.

Ich wünsche dir den Mut, die Kraft, diese für dich sehr schwierige Situation weise zu meistern. Es wird eine gute Lösung für dich kommen.

Ich umarme dich
Helena
Helena36 ist offline  
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Alt 10.05.2007, 10:18   Seelenverwandschaft andersrum? Beitrag #4 (permalink)
unsinnig
Benutzer
 
Registriert seit: 02.03.2007
Beiträge: 60
Liebe Abendstern,
ich bin erst zwei Jahre getrennt von meinen Mann - wir leben im selben Dorf haben ein gemeinsames Geschäft und zwei Kinder die all das anders sein und Leben gut akzeptieren .
Was mich stark beschäftigt ist die Frage - muß man nach einer Trennung vom Partner sich danach wie Fremde ansehen ? Muß etwas was man zusammen aufgebaut hat zerstört werden - weil die Beziehung nicht klappte ? Müssen Kinder zerrissenheit erleben weil Papa und Mama nicht zusammenleben können ? Ich für mich sage entschieden nein !
Die kehrseite der Medaille ist die ,nicht wirklich Frei zu sein und weiterhin kompromisse machen zu müssen . Es ist schwierig eine neue Beziehung zu leben - denn durch diese Energie fühlen sich die gleichgeschlechtlichen Partner irgendwie an die Seite gestellt , Eifersuchtszenen ,streitereien und ewige diskussionen und bedingungen zehren an die nerven .
Nun sind wir wieder beide solo - machen viel zusammen ,Hobbys ,arbeit ,Kindererziehung - aber eine wirkliche Beziehung stellt sich nicht ein - zwar zeigt mein Mann mir was ich ihm bedeute ,ähnlich wie bei Dir - aber ich kann es nicht wirklich annehmen . Ich empfinde ähnlich wie du - er ist wie ein Bruder für mich - es geht nicht ganz mit ihm ,aber auch nicht ohne ihm . Er ist mein bester Freund und Berater so wie ich auch für ihn . Unsere Umwelt staunt nur so über uns und kommen genausowenig dahinter was da zwischen uns los ist ,wie wir auch selbst .
Wir tun also beide unser bestes ,geniessen schöne gemeinsame Freuden (Nähe ohne Sex) harmonische zusammenarbeit - aber auch Stunden die wir allein verbringen .
Irgendwie habe ich das Gefühl wir haben eine gemeinsame Aufgabe - denn durch unsere Art so zu leben und so zu sein,ziehen wir verschiedene Menschen mit Beziehungsprobleme in unser Leben .
Einerseits wünsche ich mir schon eine wirklich nährende Beziehung - glaube aber ,das der Mann meines Herzens erstmal gebacken werden müste - denn ich lass mich nicht mehr besitzen .
Alles liebe an dich
unsinnig
unsinnig ist offline  
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Alt 10.05.2007, 23:17   Seelenverwandschaft andersrum? Beitrag #5 (permalink)
Abendstern
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 01.01.2007
Ort: Freiburg
Beiträge: 176
Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure Beiträge. Sie haben mich zum Nachdenken angeregt und aufgemuntert.

Lieber Peter-Seth, danke für deine liebe Worte. Und ich hab da gleich eine Frage: jetzt im nachhinein bereust du nicht, dass du diese Frau verlassen hast? War das nicht dein Fehler? Was deine Bemerkung betrifft wg. „ko-abhängigheit“ denke ich, dass ich einen gesunden Maß an Selbstliebe und Liebe für die anderen habe. Zumindestens komme ich mir nicht ausgenutzt vor und wenn ich etwas für die andere tue, habe ich dabei nicht das Gefühl, dass ich mich opfere oder so.

Hey Helena, ich habe auf deinen Posting gewartet und habe mich darüber gefreut. Mir gefällt deine direkte Art, manchmal mit eine Prise von Sarkasmus, immer ehrlich und – wenn ich so sagen darf – weise (das ist jetzt ohne Sarkasmus gemeint). Wo bleibt meine Wut? Ich habe sie nicht. Warum soll ich? Vielleicht habe ich mich nicht ganz klar ausgedrückt, aber mein Ex stört nicht mein Glück. Er mischt sich nicht in mein Leben ein. Er ist einfach irgendwie da, ohne sich aufzudrängen. Das ist es eben! Ich kann ihm nicht mal vorwerfen, dass er mich auf irgendeine Art und Weise einengt. Ich bin diejenige, die mich selber einengt.

Wenn ein neuer Mann kommen würde, dann wäre das echt zu einem Problem für mich. Das habe ich in 2003 erlebt. „Zum Glück“ hat die Beziehung nur ein Halbes Jahr gedauert und ich hab es geschafft, dass mein Ex gar nichts erfahren hat. Als die Beziehung in die Brüche gegangen ist, habe ich eine Erleichterung erlebt – sag ich dir. Weil ich nichts mehr habe verheimlichen müssen. Und jetzt bin ich mir fast sicher, dass ich das Kapitel „Männer“ hinter mich gebracht habe. Ich will sie nicht mehr, habe nun wirklich genug davon.

Liebe Unsinnig, es hat mich gefreut, dass ich nicht alleine bin in so einer Situation und dass du mich so gut verstehst. Unsere Umwelt staunt auch über unsere „Beziehung“ – genauso wie deine. Ich frage mich nur – ist das überhaupt möglich, dass diese Art von Liebe, die du und ich für unsere Ex-Partner empfinden, stärker ist als jede andere Art von Liebe, z.B. leidenschaftliche Liebe zu einem anderen Mann? – Wahrscheinlich schon....

Also, ich möchte nicht zu lang eure Geduld strapazieren. Danke euch nochmal.
Liebe Grüsse.
Abendstern.
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Alt 11.05.2007, 00:16   Seelenverwandschaft andersrum? Beitrag #6 (permalink)
unsinnig
Benutzer
 
Registriert seit: 02.03.2007
Beiträge: 60
Liebe Abendstern ,
ich fühle wie Du - ich kann ihn nicht wirklich verletzen - drei Jahre hatte ich eine Beziehung und auch er - wir sprachen sogar über unsere Erfahrungen - hat aber mächtig gedauert bis dahin - wir mußten erstmal durch die Macht und Ohnmacht geschichten durch ... er hatte genauso wie ich ein schlechtes Gewissen wenn wir uns mit den Partnern trafen - obwohl da liebe war - das waren keine One night stands - wenn wir dann zurück waren im sichern Hafen griffen wir gleich zur normalen Tagesordnung und waren beide froh darüber .Viel später redeten wir offen über die Problematik mit den anderen Partnern . Wir sind überzeugt das es starke Seelenverbindungen waren - ich hatte darüber einmal geschrieben und auch mir hat Helena sehr geholfen .
Zu deiner Frage : Ich glaube diese Art von Liebe ist stärker ,sonst hätten wir wohl nicht solche schwierigkeiten . Ich denke es wird ein neues Beziehungsmuster wachsen ... die tendenz ist überall sichbar .... trennungen etc . Nur ist es ein langwieriger und sehr schmerzhafter Prozess . Mittlerweile habe ich eine starke Gelassenheit entwickelt was unsere Beziehung angeht - ich gebe und nehme , er gibt und nimmt und wir machen beide auch Kompromisse - ohne stress - nur einfach so aus dem Herzen und Bauch heraus . Manchmal überkommt mich schon die Sehnsucht nach dem altem Muster - einfach gehalten zu werden ,trost und Schutz zu suchen , besondere Sexualität erleben ... aber bitte Bedingungslos !
unsinnig ist offline  
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Alt 11.05.2007, 03:25   Seelenverwandschaft andersrum? Beitrag #7 (permalink)
peter-seth
erinnere dich an uns
 
Benutzerbild von peter-seth
 
Registriert seit: 11.12.2006
Ort: karlsruhe
Beiträge: 182
Zitat:
Zitat von Abendstern
Lieber Peter-Seth, danke für deine liebe Worte. Und ich hab da gleich eine Frage: jetzt im nachhinein bereust du nicht, dass du diese Frau verlassen hast? War das nicht dein Fehler? Was deine Bemerkung betrifft wg. „ko-abhängigheit“ denke ich, dass ich einen gesunden Maß an Selbstliebe und Liebe für die anderen habe. Zumindestens komme ich mir nicht ausgenutzt vor und wenn ich etwas für die andere tue, habe ich dabei nicht das Gefühl, dass ich mich opfere oder so.
nein, Abendstern, das bereue ich nicht ... die verbindung war - wie man so sagt - auf astralischer ebene (gegenseitige abhängigkeiten aller art) so stark, dass es eine weile gedauert hat, bis diese abhängigkeiten gelöst waren ...

... heute können wir mal telefonieren oder kaffee trinken ... und dann ist auch wieder gut ...

wenn du schreibst, "du hast nichts mehr verheimlichen müssen" nach dem bruch jener anderen beziehung in 2003 ... dann heisst das doch, dass du die gefühle, die dein frühere partner hätte haben können, für "wichtiger" eingestuft hast, als deine eigenen ... was hast DU denn wirklich gewollt ... bzw. was willst DU denn JETZT wirklich?

das ist die alles entscheidende frage ...

... und bei ihrer beantwortung wünsche ich dir alles gute!

peter-seth ist offline  
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Alt 12.05.2007, 00:03   Seelenverwandschaft andersrum? Beitrag #8 (permalink)
Abendstern
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 01.01.2007
Ort: Freiburg
Beiträge: 176
Liebe Unsinnig,
es ist einfach erstaunlich, wie unsere Lebenssituationen ähnlich sind!!! Ich habe mal einen Film gesehen, wo ein verheirateter Mann jahrelang eine junge Geliebte hatte, der er öfters versprochen hat, seine Frau endlich zu verlassen und er hätte das sogar versucht, aber seine Frau hätte ihm jedesmal Szenen gemacht und er konnte nicht von ihr gehen. An einem Abend, wo junge Geliebte alleine zu Hause war und schreckliche Sehnsucht nach ihm hatte, hat sie nicht ausgehalten und ihn zu Hause angerufen. An anderem Ende der Telefonleitung schien eine Party zu sein, viel angetrunkene Stimmen im Hintergrund usw. Ans Telefon ging die Frau von diesem Mann, sie war auch gut angeheitert und dann fing sie an alleine zu reden, weil sie verstand, wo am Telefon ist, und die Geliebte hat ihr stillschweigend zugehört. Und die Frau hat nämlich folgendes gesagt:"Junge Dame, denken Sie, dass ich an allem schuld bin, weil ich ihn nicht los lassen will? Es ist nicht so. Ich habe ihn schon längst freigegeben, er geht aber nicht, weil das, was uns verbindet viel, viel mehr ist, als eure Liebe und ich weiss nicht, was das ist". Das Leben ist schon manchmal komisch nicht wahr, Unsinnig?...
Lieber Peter-Seth, ja, damals habe ich die Gefühle meines Ex-Mannes höher eingestuft als meine eigene und die Gefühle von dem Mann aus 2003. Jetzt im Nachhinein weiss ich, dass ich einfach von vornerein gespürt habe, dass mit dem neuen Mann was nicht stimmt. Es war rein intuitiv, am Anfang gab es keine Gründe, so zu denken. Aber das innere Gefühl war so stark, dass ich fast immer gedacht habe:"Warum soll ich das meinem Ex-Mann sagen und ihm diesen Schmerz zufügen? - Die neue Beziehung ist sowieso nicht von der Dauer. Für was also den EX verletzten?" Ich weiss, ich weiss - es ist gemein, dieses Doppelspiel zu spielen. Ich habe keine Rechtfertigung dafür. Wir Menschen sind halt so, wir sind halt nicht immer gerecht, korrekt und gut. Später stellte sich tatsächlich heraus, dass der Neue ein Heiratsschwindler war, mein Gefühl hat mich also nicht getäuscht. Und ich bin froh, dass ich damals meinem EX nichts gesagt habe. 3 Jahre später habe ich einen anderen Mann kennen gelernt. Und... wir passten soo gut zu einander. Er hat aber absolut gleiches Problem, wie ich: er wollte seine Ex-Frau nicht verletzen mit seiner neuen Liebe. Wir beide haben also ausgemacht, dass wir unseren Ex-Parner nichts sagen. Siehst du, Unsinnig, noch einer aus unserer Sorte. Aber auch mit diesen Heimlichkeiten kann nicht lange gut gehen. Jetzt sind wir natürlich auseinander - jeder mit seinem Ex-Partner wieder quasi zusammen... BEFREUNDET. Peter-Seth, du fragst mich, was ich eigentlich will? Eigentlich will ich - genauso wie Unsinnig - eine gut funktionierende Beziehung, aber ich habe anscheinend nicht den Mann getroffen, bei dem ich sagen würde:"Bei dem MUSS ich meinem Ex endlich erzählen, was bei mir läuft". So einfach ist es.
Noch mal danke euch, meine Lieben für eure Reaktionen.
Liebe Grüsse.
Abendstern.
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