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04.10.2006, 15:42
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Des einen Freud... des anderen Leid Beitrag #1 (permalink)
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Gast
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Des einen Freud... des anderen Leid
Oder wie das "Helfersyndrom" noch mehr Leid hervorbringen kann.
Hey ihr Lieben,
Da ich an mir selbst einige Beobachtungen zum sogenannten Helfersyndrom erkennen durfte, wollte ich euch an meiner Sichtweise dazu teilhaben lassen.
Unser EGO ist so gepolt, dass es im Aussen nach einem Wert sucht. Das heißt, wir werden von anderen bewertet resp. wir bewerten uns selbst oft genug für die Dinge, die wir für andere tun.
Wenn wir nun auf jemanden treffen, dem es "schlecht" geht, dann stellt sich unweigerlich unser "Helferchen" ein. Es will, dass es dem anderen wieder "gut" geht und somit fühlen wir uns selbst "gut", da wir ihm/ihr dann etwas "Gutes" antun.
Jedoch, sich selbst glücklich zu fühlen, nur weil man dem anderen bei seinem sogenannten Unglück hilft, um somit als "gut" bewertet zu werden, resp. sich selbst als die Gute zu sehen, ist eine rein egoistische Sichtweise.
Da man nie sein eigenes Glück auf dem Unglück anderer aufbauen sollte. Denn dies ist ein unstabiles Fundament, welches nur wenig Bestand hat.
So ist dann auch jede Hilfe nach Aussen, die nicht dem Prinzip von Hilfe zur Selbsthilfe angepasst ist, nur Schein der somit durchaus "umschlagen" kann.
Wir können also, jemandem von unserer Energie abgeben, ihm unsere Zeit, unsere Gedanken widmen, jedoch nur so lange, bis der andere über die Situation hinweg ist und wieder selbst aus eigener Kraft sich dem Leben stellen kann.
Dies kommt den Löwenmüttern gleich, die ihre Jungen solange säugen/ernähren, bis diese "groß" genug sind, um selbst nach Futter zu jagen. Der Akt des Verstossens oder des "eigenständig werden lassens" ist ganz normal und auch für Beide das Beste, was man tun kann.
Also ihr Lieben, wenn ihr helfen wollt dann helft, doch tut es nicht nur damit ihr euch gut dabei fühlt, sondern fühlt auch ob es dem anderen wirklich dadurch "gut" geht.
Alles Liebe
Astrid
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04.10.2006, 16:36
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Des einen Freud... des anderen Leid Beitrag #2 (permalink)
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Gast
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Hallöchen Löwin 
Eigentlich kann ich deinen gesamten Text so unterschreiben, nur der letzte Satz gibt mir zu bedenken.
Zitat:
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Also ihr Lieben, wenn ihr helfen wollt dann helft, doch tut es nicht nur damit ihr euch gut dabei fühlt, sondern fühlt auch ob es dem anderen wirklich dadurch "gut" geht.
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Ich merke, dass du "gut" zwischen Gänsefüsschen setzt. Und genau da hängt für mich auch der Haken. Es mag einigen schon gut gehen, wenn wir ihnen so helfen, wie es ihnen in den Kram passt. Hören wir dann auf, hat sich in ihrer Situation nichts geändert, sie haben nichts dazugelernt und somit geht es ihnen wieder "schlecht": Eine Co-Abhängigkeit stellt sich ein.
Inwiefern ist also dieses Gutgehen wirklich einen Beweis, dass wir dabei sind, das Richtige zu tun...
Brüllende Grüsse
Kangiska
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04.10.2006, 17:19
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Des einen Freud... des anderen Leid Beitrag #3 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 11.09.2006
Ort: Haigerloch/BaWü
Beiträge: 256
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Meiner Meinung nach sollte auch immer zuerst um Hilfe gebeten werden, bevor man tätig wird. (Kommt natürlich auf die Situation an!) Ansonsten könnte dies oft ungewollte Hilfe sein, und das nenne ich dann eher eine "Zwangsbeglückung". Das muss auch nicht sein.
Liebe Grüsse -
Ash-Li
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04.10.2006, 17:29
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Des einen Freud... des anderen Leid Beitrag #4 (permalink)
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nixda
Registriert seit: 18.01.2006
Ort: in Herz Kopf und Bauch
Beiträge: 2.703
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hi asti - ist es überhaupt möglich Heiler zu sein, ohne Spass an der Sache? Wenn ich kein persönliches Interesse an der Heilung anderer habe ist das einfach ein Job, dessen man schnell überdrüssig werden kann - ich glaube aber Menschen heilen zu können schafft immer eine gewisse Selbstaufwertung also Egoaufblähung oder?
Zum anderen - zur Heilung gehört erst mal Ursachenfindung und wer macht das schon - meist geht es um Symptombekämpfung und dafür gibt es Dragees oder Milchzuckerkügelchen Lgichbins
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04.10.2006, 17:34
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Des einen Freud... des anderen Leid Beitrag #5 (permalink)
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Gast
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Zitat:
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Zitat von Kangiska
Ich merke, dass du "gut" zwischen Gänsefüsschen setzt. Und genau da hängt für mich auch der Haken. Es mag einigen schon gut gehen, wenn wir ihnen so helfen, wie es ihnen in den Kram passt. Hören wir dann auf, hat sich in ihrer Situation nichts geändert, sie haben nichts dazugelernt und somit geht es ihnen wieder "schlecht": Eine Co-Abhängigkeit stellt sich ein.
Inwiefern ist also dieses Gutgehen wirklich einen Beweis, dass wir dabei sind, das Richtige zu tun...
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Hey liebe Kangiska,
Der Schluß war so gewollt und wie ich sehe hast du auch genau diesen Punkt aufgegriffen, an dem ich auch noch rumgrüble.
Wobei ich dann auch diesen Punkt der Co-Abhängigkeit erkennen kann, doch ab wann fängt der an...?
Grübelnde Grüsse & Knuddels
Astrid
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04.10.2006, 17:45
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Des einen Freud... des anderen Leid Beitrag #6 (permalink)
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Gast
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Zitat:
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Zitat von IchBin
hi asti - ist es überhaupt möglich Heiler zu sein, ohne Spass an der Sache? Wenn ich kein persönliches Interesse an der Heilung anderer habe ist das einfach ein Job, dessen man schnell überdrüssig werden kann - ich glaube aber Menschen heilen zu können schafft immer eine gewisse Selbstaufwertung also Egoaufblähung oder?
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Hey lieber IchBin,
Ja genau darum geht es mir auch, die gewisse Balance zu finden zwischen einer gesunden Selbstaufwertung und einer ungesunden Egoaufblähung.
Besteht die Selbstaufwertung darin, dass man mit sich selbst zufrieden sein sollte, ohne nun von dem anderen groß gelobt zu werden....?
Tue "Gutes" und rede nicht davon...
Ensteht diese Egoaufblähung eventuell dadurch, dass andere uns zu sehr dafür loben und auf ein Podest stellen wollen...?
Zitat:
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Zum anderen - zur Heilung gehört erst mal Ursachenfindung und wer macht das schon - meist geht es um Symptombekämpfung und dafür gibt es Dragees oder Milchzuckerkügelchen
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Und ja lieber IchBin, da sehe ich den Hacken.
Dragees und Milchzuckerkügelchen gegen die Symptome, schluckt man immer gerne, doch was passiert, wenn man zu ehrlich ist und ihnen die Wahrheit sagt, was denn nun die Ursachen sind...?
Nachdenkliche Grüsse
Astrid
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04.10.2006, 18:29
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Des einen Freud... des anderen Leid Beitrag #7 (permalink)
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nixda
Registriert seit: 18.01.2006
Ort: in Herz Kopf und Bauch
Beiträge: 2.703
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hi Asti - ja seh ich auch so - ich darf mich gut fühlen wenn ich jemandem geholfen habe und trotzdem ist Demut für mich wichtig, indem ich mir sage - nicht meine Kraft sondern nur "durch mich" - und ein wenig selbstkritische Beobachtung ist auch angesagt, wenn man "unbedingt" was erreichen will, wenn man sich oder anderen etwas beweisen will, sollte man sich besinnen.
Zitat:
da sehe ich den Haken.
Dragees und Milchzuckerkügelchen gegen die Symptome, schluckt man immer gerne, doch was passiert, wenn man zu ehrlich ist und ihnen die Wahrheit sagt, was denn nun die Ursachen sind...?
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Oft ist es auch so, daß man vom Patienten Druck bekommt, indem er fragt "haben sie damit Erfahrung" "können sie das heilen" - da kommt man immer in eine Zwickmühle, einerseits will man den Patienten positiv konditionieren indem man ihm Zuversicht vermittelt, andererseits sollte man ehrlich sagen, dass im Bereich Heilung alles möglich ist, also auch ein "Versagen" im Sinne von " es trifft anderes ein als gehofft" und ja ich würde schon ehrlich sagen was ich von den Prozessen und Zuständen im Patieneten halte.
LGichbins
Geändert von IchBin (04.10.2006 um 18:32 Uhr)
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05.10.2006, 08:18
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Des einen Freud... des anderen Leid Beitrag #8 (permalink)
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Gast
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Hey lieber IchBin,
Ich verstehe was du mir damit sagen willst, doch irgendwie ist dein Beispiel was anderes.
Am Besten ich erklär dir mal was ich meine:
Eine Freundin rief mich an, sie war in Tränen aufgelöst und beklagt sich bei mir. Ihr Mann hat ein schweres Alkoholproblem und die Ehe/Familie leidet darunter. Sie meinte auch, sie haben dann auch angefangen zu trinken, da er nur noch im "Suff" zu ertragen wäre. Und dann kam auch noch der berühmte Satz : Was soll ich denn nur tun...?
Natürlich hatte sie mein Mitgefühl und mein "Helferchen" schaltete sich ein. So habe ich sie dann mal getröstet, ihr Mut zugeredet und ich gab ihr dann auch einige Tipps was sie denn in dem Fall machen könnte.
Wie z.B. im Vertrauen ihren Hausarzt einschalten oder sie sollte sich an die anonymen Alkoholiker wenden, da bei dieser Organisation sicher Psychologen wären, die sich damit auskennen.
Egal was ich zu ihr sagte, wurde dann auch gleich von ihr kommentiert, mit : "Ja, aber..." Das machte mich dann doch irgendwie wütend und somit erklärte ich ihr, dass niemand ihr helfen könnte, solange ihr der nötige Wille dafür fehlt. Nur die Wahrheit wollte sie wohl weniger hören. Und dann kam das übliche Gerede, vonwegen: "Ja, du hast leicht reden, dein Mann trinkt ja nicht." Und irgendwie spürte ich, dass sie nun ihre Wut gegen mich wenden wollte.
Als ich den Hörer einhängte, wußte ich gleich, Hilfe wollte sie garnicht, da sie sich nur zu gern in dieser "armen" Opferrolle sieht. Ihr ging es nur darum bemitleidet zu werden, nur hatte ich ihr diesen Gefallen nicht getan.
Ich bat dann das Universum eine Lösung für dieses Problem zu finden.
Alles Liebe
Astrid
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