Ich bin schon länger am überlegen ob es eine Art "richtigen Lebens-Weg" gibt und ob es wirklich ernsthaft schadet, wenn man auf einem "anderen Weg" geht...
Also ich beginn jetzt mal ganz am Anfang (meines Lebens)...
Als Baby/Kleinkind war ich wohl immer alle am an"strahlen" und breit am lächeln, eines der freundlichsten Kinder die sie kannte - sagt mir zumindest meine Ur-Oma ständig (die 7-fache Mutter und zig-fache Oma, Uroma und sogar schon Ururoma ist).
Ich war schon immer sehr verbunden mit der Natur, mit Tieren und ein sehr sensibles und später auch nachdenkliches Kind - doch auch sehr rebellisch gegen unsere "Lebensart". Zumindest fing das so im Kindergartenalter an. Ich trauerte sogar um zertrampelte Bienen und Ameisen - und versuchte die noch lebenden zu pflegen. Wurde natürlich stets belächelt dafür.
Als ich dann in der Grundschule schreiben lernte fing ich an Plakate zu zeichnen und zu schreiben - gegen den Mord an Tieren. (Darauf waren zum Beispiel kleine Ferkel mit ihrer Mutter, die dann ihre Mutter also das Schwein verloren, damit Menschen es im Regal kaufen können - achtlos ohne nachzudenken als hätte es nie gelebt). Diese Blindheit und der Verlust zur Realität ging mir nicht in den Kopf. Müssten sie es selbst jagen - würden sie dann noch so achtlos damit umgehen?
Genauso fing ich in der ersten Klasse damit an eine Mitschülerin anzureden, warum ich ihre Worte höre, aber mir ihre Gedanken so verschlossen sind - was mir bei anderen Menschen nicht so vorkam. Für mich schien es auch normal. Bis sich die anderen Kinder von mir distanzierten - ich dachte eben anders und spielte nicht wie sie.
Wenn ich nachmittags raus ging, dann ging ich in den Wald - ging oft weit weg - in dem Gedanken "ich bin hier falsch" - "ich bin hier nicht daheim, sie sind alle so anders".
Während andere sich grundlos prügelten, kämpfte ich nur um zu verteidigen - ja und das als Mädchen.
Als ich dann älter wurde legte ich einiges davon ab - wollte ja nicht ständig Außenseiter sein. Rebellierte dennoch gegen das respektlose Töten von Tieren und später auch gegen die Ansichten im katholischen Religionsunterricht, was mir diverse schlechte mündliche Noten einbrachte,
doch plötzlich hatte ich sogar die einst Gläubigen als Zweifler dieser Lehren hinter mir stehen. Ich glaube sehr wohl an "Gott" - zumindest an mehrere hohe Wesen und Geister. Aber eben nicht daran, was die Bibel schreibt und schon gar nicht will mir die Sturheit und Gewalt dahinter in den Kopf. Ooookay...
soviel dazu.
In der Pubertät meinte dann irgendwann mein Großvater zu mir, wie es denn mit eigenen Kindern sei. Ich antwortete - ich will keine Kinder, ich mag Kinder, aber ich brauch einen anderen Weg.
Mein Großvater meinte daraufhin - eine Frau ohne Kind ist nichts wert, so ein Leben ist doch vergeudet.

Andere Generation - anderes Denken... ok.
Ich sah mich immer als "Reisende" - immerhin wusste ich immer ich muss von diesem Ort hier weg - nicht nur um mein Wissen zu erweitern, sondern auch um mein Wissen zu teilen.
(Obwohl ich stets das Gefühl hatte, dass ich hier - auf dieser Ebene - nicht da hin komme, wo ich seit meiner Kindheit hin will)
Bis dahin ging es mir auch gut! Schließlich lebte ich in etwa so, wie ich es für richtig empfand.
Eines Abends hatte ich (mal wieder) einen sehr lebhaften und detailgenauen Traum:
Ich kämpfte mit puren weißen Kriegerinnen - sie schienen mir wirklich gute Wesen zu sein - an einer Seite (ich war aber selbst keine von ihnen, aber eine ihnen bekannte gute Kriegerin?!) gegen...
ja was war es... für mich waren es eine Art Dämonen.
Und einer schien mir - für mich persönlich sehr böse zu sein. Die Kriegerinenn bekämpften nur, doch ich... ich holte mir diesen "Oberschurken" und stach auf ihn ein.. immer wieder.. in mir loderte so eine Wut - und er lag da und lachte "ich hab gewonnen - siehst du.. sieh dich an.. ich hab gewonnen"
Die Kriegerinnen sahen mich entsetzt an.. ich in meiner Wut und voller Hass - und er lachte - ich hab mich auf diese Gefühle und diese Wut und Hass eingelassen - er hat gewonnen...
ich wachte auf - und sah dieses Gesicht und das Lachen noch Tage danach. Erzählte auch vielen davon.
Ein paar Wochen später sah ich ihn - in der Realität - in einer Disco. Und trotz dieser Warnung im Traum ließ ich mich darauf ein. Denn er war wirklich absolut mein Typ und irgendwie zog er mich einfach an. Ich schob also alle Zweifel beiseite und tat diesen Traum als "Quatsch" ab.. fand ihn sogar noch interessanter, weil ich ja sein Gesicht daher schon kannte.. faszinierend.
ein Jahr darauf wurde ich von ihm schwanger. Er wollte es - ich wollte es.
Ich sah in der Zeit nur noch ihn und mich.. alles um mich herum schien mir egal - und egoistisch war ich obendrein. Meine Familie erkannte mich kaum wieder.
Ja, und kurz darauf war ich allein - und er lachte als er ging. Seine letzten Worte waren: "Ich bin weg, ich will das Kind sowieso nicht... aber du sollst es auch nicht haben - ich werde dafür sorgen, dass du es auch nicht haben wirst - und wenn es im Heim landet. Ich krieg dich"
Und da kam mir dieses Bild vom Traum.
Es ist nun fast 3 Jahre her. Und ich sah ihn schon sehr lange nicht mehr... er meldete sich nicht mehr.
In mir war aber lange Zeit eine schier unstillbare Wut und ein Hass - der mich schon fast auffraß.
Seit einiger Zeit fand ch wieder zu mir... und egal wie es mir ging - ich war immer für meinen Kleinen da, der ja von all dem schlechten nichts mitbekommen sollte - und er sieht zum Glück auch noch aus wie mein kleiner Klon.

Aber nun zum Eigentilchen... seit diesem Traum, bzw. seit ich diesen Mann, meinen Ex traf... schon in der Beziehung...
schein ich ständig krank zu sein. Ob nun Erkältungen, Entzündungen oder ständige Magen-Darm-Probleme...

Egal wie gut ich mich ernähre und auf mich achte... und egal wie positiv ich denke. Ich versuch ständig es anzunehmen wie es nun ist - und ich lieb nichts mehr als meinen Kleinen - also daran ist nun wirklich kein Zweifel... aber irgendwie bin ich nicht im reinen mit mir selbst.
Ständig hab ich das Gefühl, dass ich, seit ich nicht auf diese Warnung gehört habe - einen Weg beschritten habe, den ich eigentlich nicht hätte gehen sollen. Seit dieser Zeit hab ich auch keine Träume mehr oder höre und fühle auch nichts mehr - zumindest nicht mehr, als "andere" es tun.
Einerseits denk ich mir - ok, du hast nun Stress - andererseits drängt eine Stimme in mir mit - du hast eine unerfüllte Aufgabe...
der ich mich nicht ganz widmen kann im Moment - hab ja genug zu tun mit Kind, Haushalt, Job...
Was denkt ihr - hab ich versagt, weil ich nicht auf meinen Traum gehört hab und genau in die Falle getappt bin? Oder kommt jetzt nichts mehr, weil ich sowieso nicht auf die Warnung gehört habe? - Vielleicht kann ich "meine Aufgaben" ja noch nachholen?? - Oder liegt das tatsächlich alles am Stress, so dass ich aus meinem "Gleichgewicht" raus bin... ?
Langer Text - aber das erste mal, dass ich überhaupt darüber rede/schreibe - aber vielleicht versteht ja jemand was ich meine??
Über jede Antwort - oder auch Frage bin ich auf jeden Fall schon mal dankbar!
Liebste Grüße,
San