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29.12.2009, 11:52
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Ich bitte um eure Hilfe, euren Rat. Beitrag #1 (permalink)
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Benutzer
Sternzeichen:
Registriert seit: 29.12.2009
Ort: Lüneburger Heide
Alter: 23
Beiträge: 62
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Ich bitte um eure Hilfe, euren Rat.
Hallo liebe Nutzer,
ich habe mich an dieses Forum gewand, da ich gerade einfach nicht weiter weiß. Niemand in meiner direkten Umgebung (Freundeskreis etc.) weiß mir wirklich zu helfen. Außerdem denke ich, dass sie das alles nicht hören wollen.
Es geht um folgendes:
Seit einem halben Jahr bin ich mit meinem Freund zusammen. Unsere Beziehung ist sehr harmonisch und wir ergänzen uns super. Da ich zur Zeit arbeitssuchend bin, bin ich sehr viel bei ihm zu Hause. Mit seiner Mutter verstehe ich mich ebenfalls besonders gut. Soweit so gut.
Da ich nun sehr oft hier bin, bekomme ich natürlich sehr viel mit. Das es "negative Schwingungen" oder "negative Energien" hier in diesem Haus gibt, habe ich sofort bemerkt. Nun weiß ich auch warum: Der Vater meines Freundes ist (so würde ich es schon bezeichnen) Alkoholiker. Darunter leidet seine Frau sehr stark. Sie sagte mir selbst, das früher alles in bester Ordnung war und sie sich auch sehr gut verstanden haben, die Wende kam erst, nachdem er mit dem Rauchen aufhörte. Natürlich gibt es immermal reiberein in einer Ehe, ich kenne das ja auch von meinen Eltern. Aber hier hägt wirklich der Haussegen schief. Der Mann hat nun gerade Urlaub und ist jeden Tag in einer grässliche Kneipe, kommt betrunken nach Hause und trinkt dann weiter. Die Frau, wirbelt den ganzen Tag um es allen recht zu machen, macht sich selbst und ihre Arbeit schlecht, obwohl alles in bester Ordnung ist. Der Mann meckert und zickt in einer Tour.
Vor Weihnachten ist der beste Freund der Frau verstorben. Ich war mit der Mutter im Krankenhaus, als wir das leere Zimmer vorfanden. Sie war und ist auch immernoch sehr traurig über den Verlust. Als sie das ihrem Mann erzählte sagte dieser (zur Abwechslung mal nüchtern) : "Och Mensch, der P. Tja, dann müssen wir das Haus wohl selber streichen." Und zieht sich die Jacke an und geht. Heute ist die Beerdigung und er hat sich gerade so dazu überreden lassen sie zu begleiten. Zum Kaffe danach lässt er sie allein gehen. Dabei bräuchte sie ihn doch gerade heute. (Nun habe ich eben gerade, als ich diesen Beitrag posten wollte erfahren, dass sie nun doch allein zur Beerdigung gehen muss, da es ihm ja "so schlecht" geht. Ich wette darauf, dass er heute Nachmittag wieder in die Kneipe gehen kann.)
Gestern in der Küche, sprachen wir über ganz alltägliche Dinge, und plötzlich sagt sie mit tränen in den Augen: "Ich habe doch aber damals ein Versprechen gegeben, wie in guten und in schlechten Zeiten. Und wenn das nun die schlechten Zeiten sind, dann muss ich da eben durch, ich kann doch nicht alles hinwerfen." Ich hatte sofort ein stechen im Herzen, da sich in diesem Moment der ganze Schmerz dieser Frau über mich ergoss. Ich hätte losweinen können, alles verkrampfte sich in mir. Ich nahm ihre Hand und habe ihr gesagt, dass dieses Versprechen aber nicht bedeutet, dass sie sich selber aufopfern soll oder das sie viele Sachen über sich ergehen lassen darf. Es bedeutet füreinander da zu sein und füreinander einzustehen, aber nicht, sich selbst zu vergessen.
Es ist nicht nur das er trinkt. Er sagt ihr Essen ist schlecht (obwohl es ausgezeichnet ist), er verbietet ihr zu Rauchen, wenn sie etwas neues Kaufen will (z.B. einen neuen Kleiderschrank, da sie keinen besitzt) sagt er, dass es alles schließlich sein Geld ist und so weiter.
Die Mutter meines Freundes, verlor schon mit 17 ihre Eltern. Ihr Mutter starb an Krebs, ihr Vater bei einem Unfall. Trotzdem hat sie ihr Leben super gemeistert. Studiert, sich um das Haus gekümmert etc.
Ich finde es so ungerecht, das es ihr so schlecht geht. Aber ich weiß nicht mehr weiter. Jedesmal wenn solch eine Situation aufkommt, sage ich ihr, was ich tun würde. Was ich ihm sagen würde. Ich muss mir schon auf die Zunge beißen, damit ich ihm nicht sage, was ich von seinem Verhalten halte. Das tat meinem Kehlenchakra gar nicht gut und zack hatte ich entzündete Mandeln. Zum Glück, habe ich das behoben durch ein geistiges Gespräch mit ihm. Auch wenn er dafür wahrscheinlich nicht empfindsam ist.
Am schlimmsten ist es eigentlich, dass ich die ganze Zeit ihre Hilflosigkeit spüre und ihren tiefen Schmerz über all diesen Ärger. Und ich habe auch das Gefühl, dass ihr der Mut fehlt um sich gegen den Wind zu lehnen.
Es wäre vielleicht noch Ratsam zu erwähnen, dass sie sich auch für Esoterik interessiert und somit für alles offen ist, was helfen könnte.
Noch sammel ich meine Erfahrungen und kann nur versuchen ihr eine Stütze zu sein.
Habt ihr einen Rat für mich, was ich tun kann? Kann ich vielleicht auch mich selbst ein wenig vor diesen belastenen Gefühlen schützen?
Ich danke euch jetzt schon dafür, dass ich hier mein Herz ausschütten darf.
Liebste Grüße,
Mjadveig
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29.12.2009, 12:38
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Ich bitte um eure Hilfe, euren Rat. Beitrag #2 (permalink)
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Benutzer
Registriert seit: 22.11.2009
Beiträge: 59
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Liebe Mjadveig,
die Geschichte die Du schilderst ist typisch für eine co-abhängige Beziehung in Verbindung mit Alkoholismus.
Es gibt ein sehr gutes Internetportal, dass sich genau mit diesen Dingen auseinandersetzt. Die Mutter Deines Freundes wird dort viele Leidensgenossinnen finden, aber auch Hilfen zur Selbsthilfe. http://www.forum-alkoholiker.de
Schau doch mal speziell in der Rubrik:
"Co-Abhängige und Angehörige von Alkoholikern"
Und achte auch Deine eigenen Grenzen, denn wenn die Mutter Deines Freundes schon so lange in dieser destruktiven Beziehung lebt, dann wird es ein Kraftakt sein, ihr dabei zu helfen, sich zu lösen - wenn Sie das überhaupt will.
Ich wünsche Dir, dass Du Deine eigenen Ziele und Bedürfnisse nicht aus den Augen verlierst.
Lieben Gruß
Gravity
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29.12.2009, 20:50
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Ich bitte um eure Hilfe, euren Rat. Beitrag #3 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Sternzeichen:
Registriert seit: 03.08.2009
Ort: Westfalen
Alter: 47
Beiträge: 688
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Das ist schon mal ein sehr guter Hinweis. Die Mutter müsste auch wieder mehr Selbstfürsorge aufwenden. Und so lange der Mann sich darauf verlässt, dass sie alles regelt, wird er wohl nichts ändern, hat er keinen Leidensdruck. Manche Trinker kommen erst zur Besinnung, wenn Frau und Kinder die Koffer packen. (Naja, andere saufen danach noch mehr.) Ja, das kirchliche Eheversprechen .. vielleicht kann die Frau es für sich dahingehend auslegen, dass sie den Mann ja nicht fallen lassen muss wie eine heiße Kartoffel, und sie muss ihm auch nichts Schlechtes tun und wünschen. Aber sie muss auch nicht weiter mit ihm Tisch und Bett teilen, wenn´s nicht mehr zu ertragen ist. Getrennte Wohnungen erst einmal, das schont die Gefühle der Frau, und dann schauen, ob noch etwas zu retten ist, ob er etwas verändert. Indem sie weiter das Haus und alles in Ordnung hält, überspielt sie nur seine Sucht und lässt ihn denken, alles wäre noch unter Kontrolle. Damit fördert sie sein Verhalten letztlich. Eventuell hilft sie ihm mehr, wenn sie ihn mal "versumpfen" lässt, so hart es auch klingt.
Und, Gravity hat recht, lass Du Dich nicht auch noch hinein ziehen. Dann hat er zwei Frauen, die ihm den Rücken freihalten für seine Kneipengänge. ´
Liebe Grüße
Dölma
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30.12.2009, 13:34
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Ich bitte um eure Hilfe, euren Rat. Beitrag #4 (permalink)
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Banned
Registriert seit: 03.10.2009
Beiträge: 22.678
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Hallo Mjadvei,
es ist eine traurige Geschichte die du schreibst und so ein verhalten kommt in sehr vielen Familien zustande wo der Partner Alkoholiker ist! Versuche der Mutter deines Freundes so gut es geht zur Seite zu stehen, höre ihr zu gehe mit ihr raus! Vielleicht hat sie auch irgendwelche Interessen und könnte sich irgendwo in einer Frauengruppe anmelden! Da kommt sie wenigstens auf andere Gedanken! Auch sollte sie überlegen ob sie das zu Hause ewig so weiter machen will oder nicht von da weg geht! Aber das ist immer leicher gesagt als getan! Ich wünsche euch allen einen guten Start ins 2010 und das dann all eure wünsche in Erfüllung gehen!
Viele Grüße
Silly
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30.12.2009, 14:11
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Ich bitte um eure Hilfe, euren Rat. Beitrag #5 (permalink)
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Azrael
Registriert seit: 14.12.2009
Ort: 3.Stern von links
Beiträge: 891
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Alkoholiker
es ist immer wieder schade mit ansehen zu müssen,was Alkoholiker ihren Angehörigen antun.Aber man darf auch nicht vergessen,daß es eine Krankheit ist.Diese muß therapiert werden,allerdings geht das ja bekanntlich nur wenn derjenige selbst einsieht,daß er Alkoholiker ist.Die Mutter deines Freundes sollte den Vater sitzen lassen,denn erst wenn er am Boden ist und nichts mehr geht ist die Chance auf Einsicht gegeben.
Ich wünsche Euch viel Kraft und Liebe für das Jahr 2010
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30.12.2009, 15:16
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Ich bitte um eure Hilfe, euren Rat. Beitrag #6 (permalink)
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Benutzer
Registriert seit: 01.07.2009
Beiträge: 38
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Dem kann ich nur zustimmen,viele trinken aus Frust weil sie sich den Problemen nicht stellen wollen und erst wenn man ihnen die Pistole auf die Brust setzt(Nicht wörtlich nehmen) dann erswt ist die möglichkeit gegeben etwas zu verändern.Viele wachen dann erst auf wenn sie sehen was sie aufs spiel gesetzt haben.
LG Zaubermäuschen
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31.12.2009, 16:05
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Ich bitte um eure Hilfe, euren Rat. Beitrag #7 (permalink)
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Benutzer
Registriert seit: 21.07.2009
Beiträge: 37
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Ich habe auch so eine Schwiegermutter, die sehr christlich ist und immer wieder sagte:" Da muss ich jetzt durch. Ich habe es vor Gott geschworen. In Guten und in schlechten Zeiten." Sie wurde geschlagen und betrogen.
Wir haben ihr immer wieder gesagt, sie habe ein besseres Leben verdient. Gott will , dass sie glücklich ist und ein schönes Leben hat. Das hat sie nicht verdient, sie ist sehr liebenswert. Sie hat halt den falschen geheiratet. Wir machen alle mal Fehler.
Sie ist nun geschieden und hat einen liebenswerten Mann gefunden.
Sie erledigen nun gemeinsam den Haushalt und geniesen ihre Rentenjahre!!!
Sie stimmt mir heut zu Tage zu, dass sie sich viel früher hätte trennen sollen.
Liebe Grüße
Edina
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01.01.2010, 11:39
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Ich bitte um eure Hilfe, euren Rat. Beitrag #8 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Sternzeichen:
Registriert seit: 03.08.2009
Ort: Westfalen
Alter: 47
Beiträge: 688
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Ihr Lieben, ein frohes Neues Jahr an dieser Stelle (mein erster Beitrag in 2010  )!
Ich wünschte übrigens, die Kirche würde endlich aufhören, Menschen zu lebenslänglichen Gelübden zu nötigen. Insbesondere katholische Institutionen legen heute oft noch großen Wert darauf, dass Mitarbeiter, oder sogar die Eltern von Kindern christlich getragener Schulen (!), kirchlich getraut sind. Zumindest wird man danach gefragt. Es wird also Druck ausgeübt, auf Menschen, die zusammen leben bzw. heiraten möchten, dies auch kirchlich zu tun und damit zu schwören, "bis dass der Tod Euch scheidet" zusammen zu bleiben, alle Kinder anzunehmen etc.pp.
Ich würde selbst nur ungern ein Gelübde brechen, "wilde Ehe" (*grins* an die Teenies und Twens hier im Forum, so hiess das in den Sechzigern und Siebzigern des zwanzigstens Jahrhunderts) finde ich hingegen unproblematisch. (Noch die Generation unserer Eltern hätte aber unverheiratet nicht mal eine gemeinsame Wohnung mieten können.) Schon die Statistik muss jedem klar machen, dass nicht alle diese Paare beisammen bleiben werden, dass man also einen gewissen Prozentsatz dieser Menschen in den Konflikt treibt. (Mal abgesehen von denen, die gar nicht erst drüber nachdenken, was sie versprochen haben.)
Das ist natürlich ein Nebenthema. Aber wie gesagt: man kann einander auch noch beistehen, nachdem man die gemeinsame Wohnung aufgegeben hat. Vielleicht ist das erst einmal ein Ausweg für die Mutter.
Liebe Grüße
Dölma
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