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Lebensfragen

Lebensfragen beschäftigen sich mit Lebensführung. Bist Du an einem Wendepunkt und hast Lebensfragen, dann stelle sie hier. Vielleicht willst Du auch Deine positiven Erfahrungen in einer bestimmten Lebenssituation hier für andere wiedergeben?


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Alt 23.08.2009, 14:43   Leben von Einzelgängerdasein geprägt: Beitrag #1 (permalink)
Stefan65
Benutzer
 
Registriert seit: 23.08.2009
Beiträge: 35
Leben von Einzelgängerdasein geprägt:

Hallo!


Seit von Kindesalter her ist mein Leben vomn Einzelgängerdasein geprägt.
Durch verzögerte Sprachentwicklung konnte ich als Kind mich nicht in der Gemeinschaft integrieren.
Hatte deswegen kaum Freunde und bis heute gar keine Partnerschaft.

Werde bald 44 und merke,daß mir einiges an sozialen Kontakten fehlt.

Mir fällt es nicht leicht unter Aufsicht anderen eine Aufgabe zu erledigen.
Kann mich nicht so entpannt mit vorgesetzten Personen unterhalten.

Heute habe ich in meinem Wohnort kein nennenswerten Bekanntenkreis.Es gibt Nachbarn,die mir einen Gruß nicht erwidern.
Irgendwie fühle ich im meinen Wohnort nicht so recht "daheim".
Heute suche ich meine sozialen Kontakte eher weiter ausserhalb von meinen Wohnort.


Habe mich in einer community und später mich in einen Begegnungskreis angeschlossen,wo ich mit über 40 mal zum ersten Mal Anschluss bekam.
Ging mit zu Veranstaltungen und Treffen.
Erste Mal im Leben in ein Tanzlokal.Auch Ausflüge gemacht.All diese Dinge,die ich zuvor nicht gemacht habe.

Vorher lebte ich von Angehörige und Arbeitskollegen abgesehen völlig isoliert von andere Menschen.
War im Glauben nicht für die Gesellschaft integrierbar zu sein.

Durch die Aktivitäten kann ich das Gegenteil feststellen.Merke oft,daß ich von anderen gut angenommen werde.


Durch die ganze Isolation habe ich partnerschaftlich und sexuell gar keine Erfahrungen gesammelt.
Gar keinen sexuellen Kontakt gehabt.

Konnte bis vor zwei Jahren mit Sexualität gar nicht offen umgehen.Hatte mit der sexueellen Aufklärung erhebliche Lücken.
Traute mich nicht Erotikfilme anzusehen.Hatte mit Sexualität erhebliche Schamgefühle gehabt.
Wo ich meine Sexualität erst recht unterdrückt habe.

Später,wo ich Kontakte knüpfte konnte ich mit Sexualität offener umgehen.
Sah mir auch Erotikfilme an.


Trotzdem sehe ich mit dem Aufbau und Pflege von soziale Kontakte,als ob der Motor vom Auto nicht richtig läuft.
Es sind mir auch sehr viele Kontakte mir wieder abgebrochen.

Zeitweise sind trotz guter Fortschritte meine Gedanken eher für in mein Leben mit partnerschaftlichen Beziehungen und sexuelle Kontakte abzuschliessen..

Stefan
Stefan65 ist offline  
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Alt 23.08.2009, 15:58   Leben von Einzelgängerdasein geprägt: Beitrag #2 (permalink)
Gast18026
Gast
 
Beiträge: n/a
Hallo Stefan65!

Ist doch klasse das Du durch die erlebten Aktivitäten mit Deinem Kreis für Dich feststellen konntest, dass Du von anderen doch nicht so negativ angenommen wurdest wie zuvor befürchtet!
Ich lebe selbst sehr zurückgezogen weil ich mich allgemein unter Menschen nicht sehr wohl fühle. Ich finde, es wird zuviel gequatscht ohne das dabei wesentliches raus kommt. Aber das ist auch eine andere Geschichte und nur eine Facette meiner Wahrheit..jedenfalls kann ich Dich verstehen.

Dadurch das Du die Sexualität in Deinem Post so betonst, kommt man nicht umhin anzunehmen, dass Dir das sehr wichtig zu sein scheint. Halte mich bitte nicht für päpstlicher als den Papst selbst, aber ich finde es bedenklich die Sexualität nur auf den Akt als solches zu reduzieren. Fand ich natürlich früher auch klasse, aber das war ne Phase hin zum Erwachsen werden. Diese Phase scheint bei Dir aufgrund Deiner langen Isolation mit 40 angefangen zu haben, was ja auch in Ordnung ist. Aber solche F***-Filme sind ganz schlechte Ratgeber und können die Ausstrahlung eines Menschen ziemlich in den Dreck ziehen. Feinfühlige Menschen könnten sich aus unerklärlichen Gründen sehr schnell unwohl in Deiner Nähe fühlen, und Du möchtest doch bestimmt die Bekannt/ und- Freundschaften, die Du neu gewonnen hast, die Dir wichtig geworden sind, weiter pflegen und ausbauen.
Gelebte Sexualität kann etwas wunderbares, befreiendes und euphorisierendes sein, wenn man sie denn nicht pervertiert und nicht ein gesundes Maß verliert. Sei da vll. etwas vorsichtiger mit, und öffne Dich ruhig langsam und behutsam diesen neuen Erfahrungen und überstürze nichts. Es wäre Quatsch anzunehmen, Du müsstest jetzt etwas nachholen. Im Gegenteil, Du solltest Deine Reife dazu nutzen das Geschenk der körperlichen Liebe ganz in Ruhe und ohne Druck zu erkunden!

LG und beste Wünsche,
nightflight
 
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Alt 23.08.2009, 20:15   Leben von Einzelgängerdasein geprägt: Beitrag #3 (permalink)
Stefan65
Benutzer
 
Registriert seit: 23.08.2009
Beiträge: 35
@nightfight!

Wie ich schon angedeutet habe,habe ich mich langsam abgefunden,die sexuelle "Unschuld" nicht mehr zu verlieren.
Denke,wenn überhaupt nur noch im günstigsten Fall eine platonische Beziehung zu Stande zu kriegen.

Was so in den Filmchen zu sehen ist,finde ich auch als abwertend.
Da hat es mit Liebe und Zusammenhalt gar nicht mehr zu tun.

Stefan
Stefan65 ist offline  
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Alt 23.08.2009, 20:43   Leben von Einzelgängerdasein geprägt: Beitrag #4 (permalink)
Destiny
Bewusstsein
 
Benutzerbild von Destiny
 
Registriert seit: 17.03.2007
Beiträge: 1.645
Die meisten "Probleme" die man als Erwachsener hat, stammen ja bekanntlich aus der Kindheit.
Von daher, könnte es dir evtl. weiterhelfen, deine Erfahrungen/Erlebnisse, die du als Kind gesammelt hast, mal anzuschauen und aufzudröseln.

Heilung des inneren Kindes - gibt gute Bücher darüber, oder aber auch geschultes Personal auf Erden, die sich mit diesen Dingen wirklich auskennen.

LG Destiny
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Alt 24.08.2009, 12:33   Leben von Einzelgängerdasein geprägt: Beitrag #5 (permalink)
Gast18026
Gast
 
Beiträge: n/a
@ Stefan65

Zitat:
Denke,wenn überhaupt nur noch im günstigsten Fall eine platonische Beziehung zu Stande zu kriegen.
Es ist sicher schwierig sich nach so langer Zeit wieder zu öffnen, glaube mir, ich weiß wovon ich rede. Die Unsicherheit und Erwartungshaltung von einem selbst ist schier unmöglich umzusetzen. Aber schimpfe nicht im Vorfeld etwas unmöglich, wo Du Dir einer Entwicklung noch gar nicht sicher sein kannst. Mit der Vertrautheit kommt auch der Mut alte Muster beiseite zu legen, und Neues auszuprobieren.
Baue vll. auf der Erfahrung auf die Du machtest, dass Du gut angenommen wirst von anderen und treffe Dich öfter mit Deinem Kreis.
Wenn ich wenigstens schon mal soweit wäre..

Aber was soll ich Dir noch schreiben, es ist, als führt ein Blinder den anderen..

Alles Gute Dir,
nightflight
 
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Alt 25.08.2009, 19:40   Leben von Einzelgängerdasein geprägt: Beitrag #6 (permalink)
Stefan65
Benutzer
 
Registriert seit: 23.08.2009
Beiträge: 35
Hallo!

Möchte noch einiges aus der Vergangenheit auflisten.

Habe bis heute mit meiner Mutter und Geschwistern gutes Verhältnis.
Mein Vater verstarb mit 56 Jahren vor 13 Jahren an Lungenkrebs.
Hatte vor meinem Vater oft furchtbare Angst.Er war nicht immer gut zur meiner Mutter.Es tat mir weh,wenn er meine Mutter Unrecht getan hat.

Mehrmals wurde ich als Kind nachts wach,wenn er betrunken nach Hause kam und bösartig wurde.
Er schlug meine Mutter und zerschlug die Kücheneinrichtung.Auch Fensterscheiben gingen zu Bruch.
Einmal drohte er das Haus in Brand zusetzen,als meine Mutter zu uns ins Kinderzimmer kam um uns zu beruhigen.
Die Oma von meiner Mutter ihre Seite wohnte auch bei uns im Haus.
Sie war Asthmakrank.Jede Aufregung sollte die Oma vermeiden.
Sie bekam einen Asthmaanfall.wenn sie mitbekam wie mein Vater meine Mutter zu Unrecht anschrieh.

Durch solche Situationen blieb die Angst vor meinem Vater bis weit in mein Erwachsenenenalter bestehen.
Wenn er am Haus bauliches oder Renovierungsarbeiten machte,ging da nichts ohne große Streitigkeiten über die Bühne.
Besonders war die Stimmung geladen,wenn meine Brüder und ich mitgeholfen haben.
Wir konnten da keine Vorschläge oder unsere Meinung bei Renovierungsarbeiten vertreten.

Als mein Vater im Jahr 1996 verstarb empfand ich keine Trauer.
Als die Beerdigung vorüber war,empfand ich das für mich als Erlösung.

1997 wurde ich von unsere Firma nach Luxemburg eingesetzt,da ein Teil der Firma nach Luxemburg erweitert wurde.
Es sind einige Monteure,die in Luxenburg eingesetzt wurden.
War schon zuvor einige Zeit mit einen Kollegen aus dem Nachbarort zusammen.
Seit dem fuhren wir mit Privatautos zu den Baustellen.
Die Fahrtkosten bekamen wir zum Teil erstattet.
Machte mit dem Kollegen aus dem Nachbarort jahrelang Fahrgemeinschaft.
Wechselten uns wöchentlich ab.
Wenn ich beim Fahren kleinere Fehler machte schnauzte er mich im Auto an und wurde zunehmend mit dem Fahren unsicherer.
Auch seine Launen nahm mit der Zeit zu.
Wurde durch sein Verhalten mir gegenüber immer verschlossener.
Zeitweise hatte ich durch das Verhalten des Kollegen aus dem Nachbarort erhebliche Schlafstörungen.
Wenn ich mit dem Fahren drann war,war ich oft übermüdet,da ich nur noch 2 bis 3 Stunden geschlafen habe.
Wachte nachts oft nach ein Uhr auf und lag hellwach.
Da machte ich mir Gedanken,daß es doch an mir läge.
Dachte,daß man mich erst recht nicht in einer Gemeinschaft integrieren könnte.
Baute in dieser Zeit erst recht keine Kontakte auf.
Wurde 10 Jahre mit diesem Kollegen eingesetzt.
Verschloss mich immer mehr.

Der Kollege viel durch einen Unfall zu Hause für ein halbes Jahr aus.
Wurde mit andere Kollegen in unsere Firma eingesetzt.
Ich wurde langsam offener und gelöster.Ging auf Menschen zu und merkte erst,daß ich mich gut integrieren kann.

Als der Kollege wieder gesund war,bittete ich in der Firma nicht mehr mit ihm eingesetzt zu werden.
Die Firma kam diese Bitte nach und seit her konnte ich mich mehr und mehr öffnen.Auf andere Menschen zugehen.

Vor etwa drei Jahren habe ich mir ein schönes Auto gekauft.Als ich beim Händler kam und das Auto abholte.War mein erster Gedanke,das dieser Kollege niemals in das Auto mitfahren wird.

War jetzt vier Jahre nicht mehr mit diesen Kollegen zusammen.Fühlte mich zunehmend selbstbewuster.
Bin wie im ersten Beitrag beschrieben aus mich herausgegangen.Am Leben teilgenommen.

Jetzt wird dieser Kollege bei uns auf der Baustelle eingesetzt.Denoch mache ich mit ihm keine Fahrgeinschaft mehr.
Lieber nehme ich die hörere Fahrtkosten im Kauf,als mich von ihm wieder runterziehen zu lassen.

Dieser Kollege ist 19 Jahre älter als ich.


Stefan

Geändert von Stefan65 (25.08.2009 um 19:46 Uhr)
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Alt 25.08.2009, 20:41   Leben von Einzelgängerdasein geprägt: Beitrag #7 (permalink)
Destiny
Bewusstsein
 
Benutzerbild von Destiny
 
Registriert seit: 17.03.2007
Beiträge: 1.645
Zum Einen möchte ich dir sagen, das du keine Schuld trägst, am Verhalten deines Vaters.
Er konnte selbst nichts dafür, das er war, wie er war. Ich nehme mal an, das Probleme hatte, mit denen er auf anderem Wege nicht fertig wurde.

Dann sei noch angemerkt, das ich weder Psychologin noch sonst wie geschult in diesem Bereich bin.
Ich beschreibe hier lediglich meine Gedanken zum Thema.
Ob diese in irgendeiner Art, zutreffend sind oder nicht, kannst nur du allein, und/oder mit Hilfe eines erfahrenen Menschen klären. Sei das nun ein Psychologe oder Therapeut oder jemand anderer.


Ich vermute mal, das evtl. da die Ursache für deinen Rückzug liegt, wenn du dich.. sagen wir mal... feindseeligen Naturen gegenüber siehst. Besonders wenn sie dann, diese Agressionen auch ausleben.

In dem Zusammenhang, denke ich, das auch die ungewollte sexuelle Enthaltsamkeit, da eine Ursache findet.
Da, soweit ich informiert bin, (und ich mag mich durchaus irren) Agression und Sexualität miteinander verbunden sind.
(2. Chakra - Sexualchakra)

Vielleicht, unterdrückst du selbst, Agressionen, die du vielleicht auch als Kind nicht ausleben konntest, um zum Beispiel deinem Vater die Stirn zu bieten?
Oder im Nachhinein, deinem Kollegen, der sich über deinen Fahrstil muckierte?
Fühltest dich dem entsprechend vielleicht ungeliebt und unsicher.
Ganz nach dem Motto = agressiv ist schlecht.

Zudem hat sich vermutlich, durch deinen Vater, ein negatives Bild von einem Mann, in dir eingebrannt.

Die Versöhnung mit deinem Vater würde ich als wichtig empfinden.
Außerdem, wie schon gesagt, Beschäftigung mit dem inneren Kind und den eigenen Schattenanteilen.
Da ich nicht weiss, in wieweit du dich damit auskennst, evtl mit kompetenter Hilfe durch andere.

LG Destiny
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Alt 26.08.2009, 20:38   Leben von Einzelgängerdasein geprägt: Beitrag #8 (permalink)
Stefan65
Benutzer
 
Registriert seit: 23.08.2009
Beiträge: 35
Hallo!

Wie es mit den Kollegen aus dem Nachbarort.Ihm fiel es mir schwer meine Meinung zu sagen und verschiedene Sachen klar zu stellen.
Von seiner Meckerei bei miir im Auto wäre ich auf der Autobahn auf die Standspur gefahren und ihm "rausgeschmissen".
All diese Dinge habe ich nicht getan,habe vieles in mich reingefressen.
Der Kollege fragte,wem das fremde Auto vom Besuch meiner Mutter sei.
Fing an zu diskutieren,wenn ich für meine Angehörige Zigaretten aus Luxemburg mitgebracht habe.
Mir Vorhaltungen über meine Hobbie machte,wenn ich auf der Arbeit was falsch machte.



Zum meinen Vater traute ich nicht zu erwidern,wenn ich im Recht war.
Zog mich in mein Zimmer zurück,wenner nach Hause kam.
Traute mich nicht in sein Beisin selbst einfache Hausarbeiten zu erledigen.



Vom meinem Gefühl ist es Fakt,daß mein Vater und der Kollege für meine Situation verantwortlich sind.

Beim Umgang mit meisten Arbeitskollegen verschiedene Alterstufen habe ich keine Probleme.
Kann da jemand im Auto mitnehmen oder gemeinsam eine Aufgabe erledigen.


Oft habe ich bis heute Sehnsucht nach Anerkennung,Ausgeglichenheit,Geborgenheit,innere Ruhe,mich richtig frei zu fühlen und richtig meine Stärken einzusetzen.

Da frage ich mich,wieso ich jahrzehnte lang warten musste um aus mir herauszugehen.
Freundschaften zu schliessen und Pflegen.
Tanzen zu gehen und mit andere Menschen Freude zu haben.

Ein Bekannter,dem ich von meiner Situation anvertraute verglich das Ganze als inneres Gefängnis.
Auch,als wenn man eine lange Haftstrafe hinter sich hätte.

Stefan
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