Ich denke, es geht weniger ums Gewebe, als um die Geschichte, die darum ist.
Ich versuche es an ein paar Beispielen zu erklären:
Wenn ich ein Haus baue, mit viel Geld und eigener Arbeit, habe ich danach viel Freude damit, weiß ich doch, dass ich mir das selbst erarbeitet habe.
Auch wenn mir im Zuge von Nachbarschaftshilfe, viel geholfen wurde, ich erbringe diese Hilfe dann ja auch(wenn ich nicht schon habe).
Sogar dann, wenn ich einiges am Staatsfiskus vorbei geschummelt habe, nimmt mir der doch eh zu viel ab und gibt es jenen, die eigentlich schon zu viel haben.
Wenn ich aber welche "schwarz" beschäftigt habe, denen dann den Lohn vorenthalte, genau wissend, die können sich kaum wehren, weil die ja dann selber bestraft werden, dann fühle ich mich nur wohl, wenn mir anderer Leute Leid, egal ist.
Doch der Schmerz, den ich da mache die "Verwünschungen" die diese Leute, bewusst oder unbewusst, machen, die werden mich nicht glücklich machen.
Wenn ich höre und lese, wie Discounter ihr Personal dermaßen ausnutzen und kaputt machen, kann ich da nicht mehr einkaufen.
Leider haben die Leute schon so wenig Geld, dass sie wenig Auswahl haben, zu den Discountern müssen, um Lebensmittel zu kaufen.
Anders bei Bekleidung.
Oft in Fernost unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt, mit Waffengewalt, psychischem Druck und auch Kinderarbeit, kommt die Ware zu den Kleiderdiscountern .
Wir wissen es, haben schon gehört, wie junge Leute gestorben sind, weil sie 7 Tage durch, 12 Stunden arbeiten mussten, obwohl sie krank waren.
Sie hätten ihren eigenen Garten bearbeiten können, hätten mehr davon gehabt, aber man ließ sie nicht, zwang sie in die Fabrik.
Also ich ginge vorher zur "Altkleidersammlung" dort heraus nehmen, was irgend wie passt, bevor ich ein einziges derartiges Kleidungsstück trage.
Wie ist das nun beim
Haar?
Das ist fast überall auf der Welt, etwas Besonderes.
Haar, dass sich für Perücken oder zum Verlängern eignet, ist sehr begehrt!
Das war immer schon so.
Aber nur sehr selten wird solches Haar abgegeben, weil man es hergeben will - meistens, weil es für ein paar Tage überleben ermöglicht.
Zwar könnten wir sagen, wenigstens das, - wäre ein Argument, wenn die fair entlohnt würden.
Ein paar Tage überleben geht da mit 10 Euro - aber wie!
Eben nur überleben.
Diese Geschichten, die nicht der Fantasie entspringen, sondern pure Realität sind, die sind es, die da dran hängen.
Manche verdrängen das, sagen sogar, nichts davon zu wissen ( da muss man besonders gut verdrängen), manche nehmen`s hin, anderen ist es egal.
Trotzdem, Blut und Tränen sind dran - oft von Kindern!