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29.05.2009, 10:25
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Beruf (ung)? Beitrag #1 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 24.11.2006
Ort: Am schönen Niederrhein
Beiträge: 789
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Beruf (ung)?
Hallo,
was meinen beruflichen Weg angeht, hänge ich zur Zeit ein wenig "in der Luft", und es wäre schön, wenn ich von Euch den ein oder anderen Gedankenanstoß bekommen könnte.
Hier zu meiner Situation:
ich bin seit ca. 20 Jahren gelernte Erzieherin. Nach langjähriger Tätigkeit in einer KITA habe ich gemerkt, dass dieser Bereich unter den bekannten allgemeinen Umständen nicht mehr das Richtige für mich ist.
Seit 5 Jahren bin ich in einer kirchlichen Institution in der ambulanten Jugendhilfe tätig und arbeite mit Familien in schwierigen Lebenslagen.
Die Arbeit mit den Familien ist für mich bereichernd, doch auch hier grenzen die Arbeitsbedingungen schon an Zumutung. Ich möchte nicht jammern, doch wenn wirtschaftliches/ finanzielles Interesse über dem steht was wir "soziale Gerechtigkeit" nennen, macht mich das wütend - letztlich bleiben die Familien auf der Strecke, weil immer nur an der Oberfläche herumgekratzt wird. Hinzu kommt die Tatsache, dass für mich die Kirche sowohl inhaltlich als auch als Wirtschaftsunternehmen immer unglaubwürdiger wird. Mit dem scheinbar bewussten Spiel bezüglich der Ängste vieler Menschen kann ich mich nicht identifizieren.
So kommt es, dass ich seit einiger Zeit eine Wahnsinns - Unruhe verspüre.
Ich muss dazu sagen, dass ich eigentlich ein sehr positiver Mensch bin und immer das Gefühl hatte: Solange ich Negatives nicht an mich heran lasse und Herzlichkeit verbreite, kann Alles gelingen! Doch inzwischen habe ich den Eindruck gegen Windmühlen anzurennen und nichts - aber auch garnichts verändern kann.
Inzwischen ist mir klar: Eine Veränderung muss her! 
Meine Schwierigkeit ist die, dass ich sehr viele Interessen und Fertigkeiten habe, die ich irgendwie nicht unter einen Hut bekomme...
1. Sehr gutes pädagogisches Fachwissen
2. Interesse für Psychologie/ Spiritualität
3. Nebenberuflich Autorin (dabei themenmäßig sehr vielfältig)
4. Besitze den 2. Reiki - Grad
5. Lege seit 20 Jahren privat Kipperkarten
6. Gutes "Händchen" für Tiere - speziell Pferde und Katzen
7. Starke empathische Fähigkeiten
8. Geschick im Bereich der Lebensberatung (jedoch keine staatliche Ausbildung)
Kurz: Mein Eindruck ist der, dass ich meine Fähigkeiten nicht optimal nutzen kann und ständig "untertourig" fahre. Das macht auf Dauer natürlich unzufrieden... Irgendwie mache ich zur Zeit "nichts Halbes und nichts Ganzes" - eine wirklich blöde Situation!
Bin für Ideen und Anregungen von Euch wirklich dankbar. Möglicherweise seht Ihr ja eine Möglichkeit wie ich das Beste aus meinen Fertigkeiten machen kann... 
Liebe Grüße,
Crazy
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29.05.2009, 10:46
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Beruf (ung)? Beitrag #2 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Sternzeichen:
Registriert seit: 17.11.2006
Alter: 51
Beiträge: 744
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Hallo liebe Crazy,
ich kann dir zwar nicht den gewünschten Tip für deine Berufung liefern, aber ich wollte dich darauf hinweisen, dass alleine ICH derzeit eine Vielzahl Menschen kenne, die in genau der gleichen Situation sind wie du. Da es derzeit enorme Veränderungen in Energiefeldern und Energien geben soll (ich bin da immer noch schwerer Skeptiker, zugegeben) habe ich beinahe die Idee, das soll genauso sein mit uns allen.
Höre dich mal um - nur allein im Umfeld der spirituellen Menschen die du kennst...wieviele haben noch ihren Job und sind damit zufrieden?
Ich verstehe deine Fragen sehr gut - könnten meine sein..schmunzel..aber ich fürchte momentan wirst du nur ganz schwer auf diesem Wege zu Antworten kommen!
Trotzdem natürlich alles Liebe!!!
Bibi
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29.05.2009, 11:03
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Beruf (ung)? Beitrag #3 (permalink)
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Gast
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Liebe Crazy,
ich verstehe dich sehr gut. Vor vielen Jahren habe ich genau in dem Job gearbeitet, in dem du jetzt tätig bist. Die selben Umstände, die du anführst, haben mich bewogen, diesen Job aufzugeben. Ich bin in die Seniorenbetreuung gewechselt. Und was soll ich dir sagen, genau die selben Probleme. Der alte Mensch steht nicht im Vordergrund, sondern das, was die Pflegekassen und die Krankenkassen und das Sozialamt diktieren. Es bliebe also wieder nur die Flucht. Jedoch habe ich erkannt, dass dies nicht der Weg ist. Ich kann, egal wo ich arbeite, die äußeren Umstände nicht ändern. Was ich jedoch kann, ist meine Einstellung dazu zu ändern. Und so das Beste zu geben.
Mir ist aufgefallen, dass sich gerade in der heutigen Zeit viele dazu berufen fühlen, im spirituell esoterischen Bereich zu arbeiten. Verschiedene Plattformen sind voll von Kartenlegern und Medien und spirituellen Lebensberatern. Wieviele davon nun wirklich ihren Lebensunterhalt damit bestreiten können und auch, wieviele davon wirklich Gutes tun, mag ich nicht beurteilen. Jedoch habe ich manchmal das Gefühl, dass es bald mehr spirituell Beratende gibt, als Ratsuchende.
Ich für mich habe jedoch festgestellt, dass man all seine spirituellen Fähigkeiten in seinem jeweiligen Beruf sehr gut einsetzen kann und damit weit mehr Gutes tut, als wenn man als spiritueller Lebensberater auf Kundschaft wartet.
Wenn du in das Leben der Kinder aus den sozial rückständigen Familien einfach durch deine Präsenz dort ein wenig Licht bringst oder aufgrund voraussehender Fähigkeit etwas Schlimmes verhindern kannst, so hast du dein Potential weit mehr genutzt, als es die meisten Menschen tun.
Eine Verkäuferin, die sich in spirtueller Weise ihren Kunden zuwendet, bringt mehr Licht in diese Welt, als wenn sie an einer Hotline sitzt und auf Anrufe wartet.
Ich hoffe, du verstehst, was ich meine. Natürlich kannst nur du allein entscheiden, wo dein Weg hinführen soll.
Es ist jedoch auch so, je mehr du dich gegen deine jetzige Arbeit wehrst, umso schwerer wird sie dir fallen. Wenn du sie annimmst und freudig ausführst, werden sich von ganz alleine Türen öffnen.
Ich wünsche dir alles Gute.
Susan
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29.05.2009, 11:41
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Beruf (ung)? Beitrag #4 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 24.11.2006
Ort: Am schönen Niederrhein
Beiträge: 789
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Liebe Bibi,
danke für Dein Statement 
Was Du hier beschrieben hattest, deckt sich zu 100 % mit meinen Beobachtungen...
In der Tat scheint es soetwas wie einen "Umbruch" zu geben, der ja auch in den Celestine - Büchern wunderbar beschrieben wird.
Manchmal denke ich, dass noch zu wenig darüber gesprochen wird. Wenn sich einige dieser Menschen zusammenschließen könnten, um etwas gänzlich "Neues" in die Wege zu leiten, würde sicher etwas sehr Schönes und Produktives dabei heraus kommen. Nur: Wo stecken die alle??? 
Es ist jedenfalls schon einmal toll und hilfreich für mich, auf Verständnis zu stoßen und daher noch einmal mein Dankeschön an Dich!
Liebe Grüße,
Crazy
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29.05.2009, 11:53
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Beruf (ung)? Beitrag #5 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 24.11.2006
Ort: Am schönen Niederrhein
Beiträge: 789
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Liebe Susan (und "Kollegin")  ,
Deine Gedankengänge kann ich absolut nachvollziehen, sie decken sich mit meiner Grundeinstellung. Lange Zeit glaubte ich: Es ist völlig wurscht, in welchem Bereich ich arbeite. Solange ich mir selbst/ meinen eigenen Wert - und Normvorstellungen treu bleibe, als Vorbild fungiere, positive Energien versprühe... bin ich auf dem richtigen Weg.
Im Ansatz ist das auch noch immer so, und ich versuche all dies beizubehalten - egal, wie rummelig es gerade ist. Bei Kollegen und Klienten funktioniert das recht gut, und ich merke wie positiv sich diese Einstellung auf das Miteinander auswirkt. Doch in den Chefetagen kommt das Ganze scheinbar nicht an; hier zählen andere Dinge.
Vielleicht bin ich einfach zu ungeduldig oder habe einen Gerechtigkeitsfimmel 
Doch ich merke: Du weißt wovon ich spreche und das ist sehr aufbauend.
Meinen herzlichen Dank deshalb auch an Dich!
Motivierende Grüße sendet Dir
Crazy Angel
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29.05.2009, 12:43
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Beruf (ung)? Beitrag #6 (permalink)
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Gast
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Liebe Crazy Angel,
ja ich verstehe dich sehr gut.
Ich weiß auch, dass das Problem die Chefetagen sind. Deshalb habe ich mir damals immer gewünscht, diesen Job so erledigen zu können, wie es mir mein Herz sagt. Du weißt es ja, es geht leider nicht. Mein erstrebenswertestes Ziel war damals, eine Tätigkeit zu haben, bei der es keinen Chef gibt, der mir zu sagen hat, wieviel Zeit ich in einer Familie zu sein habe und wo ich wie helfen soll, obwohl sich alles in mir gesträubt hat, weil aus menschlicher Sicht ganz andere Dinge notwendig gewesen wären. Also, wo ich einfach tun kann, was mein Herz mir befiehlt, ohne Rücksicht auf Pläne und Finanzen.
Es gibt ein Sprichwort, das mir sehr geholfen hat. Ich kann es nur sinngemäß wiedergeben.
Lieber Gott, gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
die Geduld, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann
und die Weisheit, beides voneinander zu unterscheiden.
Ich dachte damals, wenn ich selbständig wäre, könnte ich so handeln, wie ich es möchte, ohne mir von einem Vorgesetzten etwas diktieren lassen zu müssen.
Das ist auch so, nur hat man als Selbstständiger wieder andere Abhängigkeiten.
Solange ich einen Chef habe, habe ich nämlich auch ein regelmässiges Gehalt, das ist die gute Seite.
Letztendlich bin ich zum Schluß gekommen, dass man seine berufliche Freiheit in sich selbst finden muss, egal, ob man einen Chef hat oder selbständig ist. Denn ein Leben ohne irgendwelche Abhängigkeiten gibt es nicht, vor allem leider auch nicht im sozialen Bereich.
Aber ich bin mir sicher, du wirst deinen Weg gehen. Folge deiner Intuition und versuche die Hilflosigkeit und Wut gegenüber den übergeordneten Instutitionen zu besänftigen.
Im Prinzip ist es nämlich in diesem Job so, dass die Wut aus der Hilflosigkeit resultiert, nicht genug getan zu haben, weil es die äußeren Umstände nicht zulassen.
Liebe Grüße
Susan
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