Hallo liebe Community,
es ist Zeit mein Herz auszuschütten. Denn ich versuche nun schon seit längerem den Kreis zu durchbrechen, bemerke aber oft, dass ich schon so festgefahren bin, dass ich mich kurz vor dem Durchbruch wieder zurückfallen lasse.
Ich gebe euch hier so kurz wie möglich

Schweife aus meinem Leben, die meiner Meinung nach für die Kreisbahn verantwortlich sind.
Bitte habt Rücksicht, wenn ich zeitweise ein paar Sachen durcheinanderschreibe.
Ok, wo fange ich an, am Besten beschreibe ich euch meine Inneren Werte u wie sich diese im Moment in meinem Leben wiederspiegeln.
Nehmt die Punkte, welche ich zur Ansprache bringe, bitte nicht als pures Selbstmitleid meiner Person, denn eine Beschreibung meiner Lage ist nur durch Ausdruck des eigenen Empfinden möglich, dass ich mich in einem großen Pool von Menschen befinde, welche ähnliche, stärkere wie schwächere Probleme zu bewältigen haben, bin ich mir bewusst. Danke : )
1. Allein sein
Im Moment bin ich alleine, es ist die längste Phase des Alleinseins, die ich kenne und dauert, an dem Rückzugspunkt, welchen ich innerhalb meiner letzten Beziehung einnahm, nun 1 1/2 Jahre an, davor war ich nie alleine, hatte immer eine liebe Partnerin, woraus ich Kraft schöpfen konnte, welche mir in den Hintern getreten haben, mich reflektierten und mir neben dem Gefühl einer erfüllenden körperlichen Liebe mehr oder weniger die gesamte Palette einer beziehung ausreizten.
Seit meiner letzten Beziehung zu einer Frau, welche stark suizidgefährdet war, habe ich mich sehr sehr weit in mich zurückgezogen. Habe Ängste entwickelt, diese Person verlieren zu können und habe mich in höchstem Grade abhängig gemacht. Ich muss dazu sagen, ich hatte schon immer einen Hang zu Helfen, in diesem Fall bis fast zur Selbstaufgabe hin, ich bin mir in solchen Beziehungen dann nicht mehr wichtig, weil ich weiss, dass ich genug Kraft habe um mich danach wieder aufzurichten und stelle mich deshalb zurück. Dass dies der wahre Weg ist, bezweifle ich, dennoch handelte ich meinem Wesen entsprechend ohne eine Gegenleistung einzufordern. Ich hatte sozusagen zu meiner Gutmütigkeit das beste und gleichzeitg schlimmste Gegenstück gefunden. Eine Person, die mich mehr liebte, als es sonst jemand kann, da sie sich selbst schon aufgegeben hatte und sich egal war und die gleichzeitig sobald sie ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit hatte, stets bemüht war, dieses unter allen Umständen zu behalten.
Sämtliche Situationen welche hier im Laufe der Jahre vorfielen aufzugreifen würde die Zeit sprengen. Ich bin mit dieser Frau, in einer Beziehung noch nie zuvor so hoch geflogen, aber auch noch nie so tief gefallen.
Erfüllende Beziehungen hatte ich dennoch.
Diese Beziehung lastet mir bis heute an, ich versuchte oft einen Schlussstrich zu ziehen, doch meistens kamen wir nach exakt genau 3 Monaten wieder zusammen, nachdem Sie einen anderen gefunden hatte, den Sie dann widerum wegen mir verlies, da ihr bewusst wurde, dass ich ihre wahre liebe sei und sie mit den Leuten spielt, es aber immer wieder tat, weil sie nicht alleine sein konnte.
Ich war zu diesen Zeitpunkten immer froh, wenn sie wieder da war, da war diese Gewohnheit und diese Abhängigkeit wieder, die man zuvor zu lösen versuchte und doch schmiss man sich wieder mittenrein.
Doch als ich merkte, dass ich innerlich mehr und mehr abstumpfte, und mein Kopf, welcher noch heute mein größter Feind ist mir immer wieder Sexszenen in meiner Phantasie aufkommen lies, während ich gerade mit ihr schlief, bemerkte ich, dass ich langsam dahinvegetiere und das dies nicht richtig ist.
Selbstmordgefährdet ist sie heute meiner Meinung nach deutlich weniger als damals, ganz helfen konnte ich ihr nicht, jedoch konnte ich ihr ein Stück weit vermitteln, was Leben heisst, auch wenn sie noch oft negativ denkt und sich absichtlich herunterzieht, wenn es gar nicht angebracht ist.
Ok, wie gesagt, ich kann nicht auf alles angehen, nur ihren Charakter anreissen. Bin gerne zu weiteren Beschreibungen bereit, soviel aber erstmal hierzu.
2. Persönliche Perspektive
Im Augenblick übe ich ein Informatikstudium hier in meiner Gegend aus, ob ich damit glücklich bin, weiss ich nicht, ich wache jeden morgen mit Bauchschmerzen auf und spüre, dass es innerlich nagt, dies ist wohl auch teilweise auf die anderen Bereiche meines Lebens rückzuführen, jedoch denke ich, dass das Studium und die Angst zu versagen hier einen großen Teil ausmacht.
Ich würde mich selbst als einen cleveren Menschen einschätzen, jedoch bin ich oft recht faul und lerne nur unter Druck wirklich, so dass ich dann Prüfungen gerade so bestehe und das für mich dann irgendwo genügt.
Dieses System funktioniert seit dem Studium nicht mehr so wirklich, da man die Stoffmenge mit der Drucklernmethode vor der Prüfung nicht mehr in den Kopf bekommt, der Stoff zu anfang des Semesters kaum überschaubar und in Zeitfenstern einzuteilen ist, Aufwandsabschätzung also nur bedingt möglich. Ich probiere nun mittlerweile das 3. Semester an einer Balance zu arbeiten, steht diese, werfe ich sie selber wieder um, da ich dann unterbewusst in depressive Phasen falle, welche dann entweder "betäubt" werden, oder mich stark an mir zweifeln lassen, ob es denn das richtige Studium ist, wenn ich mich immer so quälen muss, Bauchschmerzen habe etc., ob dies einfach dazu gehört, dass man durch die Semester welches das Leben in grau in grau darstellen, geht, da man ein Ziel hat. Oder es besser wäre loszulassen und sich einen anderen Weg zu suchen.
Hier stoße ich dann an meine eigenen inneren Erwartungen die ich an mich habe, ich weiss, dass ich schaffen und erreichen kann, was immer ich will und deswegen bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das Studium es ist, was ich wirklich möchte. Dennoch setze ich mich selbst immer und immer wieder dermassen unter Druck, dass Lernen unmöglich scheint, bzw. die Konzentration nie lange auf dem benötigten Level gehalten werden kann.
Habe dann immer im Hinterkopf, was noch alles ansteht bis zu den Prüfungen und versuche während dem Lernen die Übersicht zu wahren, die ich zuvor auch nicht hatte, weil es einfach zu unüberschaubar ist.
Kurzum ich weiss nicht, ob das Studium/ Studienfach das richtige ist, ich habe mir dieses Semester als letztes Semester ausgesucht in welchem ich mich beobachte und daraufhin entscheide, was mit mir passiert, wohl auch der Grund, warum es vom Stresslevel her das stärkste ist.
Ich möchte im Leben hoch hinaus. Nicht unbedingt Karrieretechnisch, aber ich möchte mit mir und meiner Berufung im Einklang sein, was leider nicht im Verhältnis mit meinen Bemühungen steht.
Oft erfahre ich eine Art "Lähmung", weil ich mich so unter Druck setze, dass ich krank werde, oder einfach ein paar Tage zu Hause bleibe, hieraus sollte ich Erkenntnis ziehen und auch danach handeln, aber alles was ich tue, sobald ich wieder einen klaren Kopf habe, ist mir zu sagen, dass ich nun noch weniger Zeit habe um die Dinge die prüfungsrelevant sind zu lernen und der Groll und Druck mir gegenüber noch größer ist.
3. Familie
Hier fühle ich mich sehr wohl, davon abgesehen, dass uns mein Vater, als ich 4 Jahre alt war, wegen einer anderen im Stich gelassen hat, macht mein Stiefvater, den ich seit meinem 5. Lebensjahr habe, seinen Job meistens gut. Wenn es natürlich auch hier oft zu unterbewussten Rangspielen kommt auf die ich nicht wirklich scharf bin, die Probleme also oft eher im Stillen ausgetragen werden, bis es dann der eine odere andere nicht mehr aushält und ein Donnerwetter losgeht. Ich bin ein sensibler und gefühls- Mensch und merke solche Schwankungen, Blicke, etc. immer sehr stark und kann diese Energien dann auch nur schwer abschütteln, sie hängen dann wie schwere Stricke an meiner Jacke des Lebens und ich bekomm sie nicht ab.
Wir sind alle 3 meine Mum, mein Stiefdad und ich Zwillinge : P Auch oft keine einfache Konstellation. Es wird von mir seitens meines Stiefvaters immer unterbewusst erwartet, dass ich etwas leiste, da er schon früh nach dem Tod seines Vaters die Führung in seiner Familie übernehmen musste und für deren Erhalt sorgte. Was bei uns nicht angebracht ist, uns geht es gut, dennoch werde ich über meine "Sollaufgaben" hinausgetrieben.
Bei meiner Mum ist es eher eine Art des Wünschens, wie so oft bei Mütter, dass aus dem eigenen Sohn etwas wird und Sie durch Fehlentscheidungen zu enttäuschen, hat mir schon ein paarmal das Herz gebrochen.
Ob ich die Scheidung an sich verdaut habe weiss ich nicht, das Verhältnis zu meinem richtigen Dad ist gut und laut Erzählungen, verhielt ich mich als 4 jähriger schon recht umsichtig, bspw. ist mir folgende Situation wieder in Erinnerung gerufen worden: Als die Trennung frisch stattfand, kauerte meine Mum auf dem Boden und heulte sich die Augen aus, mein Vater wusste nicht was er tun sollte und war hin und hergerissen, bis ich auf ihn zuging ihm in die Augen schaute und sagte: Papa, du kannst ruhig gehen, ich mach das mit Mutti schon.
Ich habe begleitend zu meinem Leben gewisse Persönlichkeiten, sei es im Kindergarten, in der Schule oder im Freundes, Partnerkreis zu einem zufriedeneren Leben hinführen können, konnte dazu beitragen, dass sich soziale Kontakte aufbauten, Menschen von totaler Isolation wieder zu den Leuten fanden und ich sie so gut reflektierte, dass sie selbst sahen, was und wie sie es schon die ganze Zeit über ändern wollten.
Nur bei mir selbst klappt das nicht und es kostet mich bei jeder Person natürlich immer eine Unmenge an Kraft, doch ich gebe dies gerne und erwarte nichts zurück, ich handle hier meinem Wesen entsprechend.
Jedoch greift hier der innere Selbstschutz, meist viel zu spät, bzw. ich mache immer weiter und weiter, bis ich irgendwann kurzzeitig über den PointOfNoReturn hinausgeschossen bin und rappel mich wieder auf, was widerum auch kein Leichtes ist, Menschen dann gleichzeitig mit dem eigenen Aufrappeln von einem ein Stück weit zu entwöhnen um genug Energie schöpfen zu können, dies ist immer ein langwieriger Prozess.