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Lebensfragen

Lebensfragen beschäftigen sich mit Lebensführung. Bist Du an einem Wendepunkt und hast Lebensfragen, dann stelle sie hier. Vielleicht willst Du auch Deine positiven Erfahrungen in einer bestimmten Lebenssituation hier für andere wiedergeben?


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Alt 14.10.2007, 21:58   Blockiert Beitrag #1 (permalink)
Gast3378
Gast
 
Beiträge: n/a
Blockiert

Hallo!

Ich habe in letzter Zeit das Gefühl total blockiert zu sein.

Ich bin gerade an einem "Scheideweg"; Ich muss entscheiden, welches Studium ich mache, wobei ich zwischen meinem absoluten Traum, ein kreativer, aber unsicherer Arbeitsplatz und einem ziemlich sicheren Ingenieurstudium schwanke, das mich auch nicht unglücklich macht und eine bessere Basis bieten würde für meine geplante Familie.

Dann habe ich noch das Problem mit meinem Freund, da wir in einer Fernbeziehung leben und er 2 Jahre jünger ist.
Ich habe den Fehler gemacht ihn einmal zu verletzen und da er sich mir komplett geöffnet hatte, hat ihn das schwer getroffen.
Nun ist er sehr zurückhaltend und zögerlich, die Beziehung hängt am "seidenen Faden".
Natürlich muss direkt in diesem Moment derjenige, in den ich vor meinem Freund 3 Jahre verliebt war, denn ich mittlerweile aber längst abgeschrieben habe, oder es zumindest dachte, an und löst ein wunderbares Gefühlschaos aus, da er von seiner Art genau mein Typ ist, aber mein jetziger Freund das Beste ist, was mir bis jetzt passiert ist, er ist total lieb und aufmerksam, doch ab und zu irgendwie zu weich und manchmal unreif.
Aber wie oft findet man einen Seelenverwandten? Deswegen habe ich auch Angst ihn zu verlieren.

Das klingt wahrscheinlich alles sehr verwirrend, ist es auch.
Es ist alles verwirrend für mich, irgendwie zu "viel", obwohl ich bis jetzt nie Probleme hatte auch schwerwiegende Entscheidungen zu treffen.
Ich konnte selbst bei großem Stress ruhig nachdenken und habe meist den richtigen Weg gewählt.
Deswegen sind auch meine Freunde mit ihren Problemen zu mir gekommen.
Aber jetzt habe ich das Gefühl abwechselnd im Kreis oder gegen eine Wand zu rennen.

Das Schlimmste ist, das, da ich noch zu Hause wohne, meine Eltern einen großen Druck auf mich ausüben.
Sie würden es nicht zugeben, doch jeden Tag bekomme ich ihre Wünsche und Vorstellungen zu hören, was meine Zukunft betrifft, sowie das sie nicht zahlen, wenn ich an meinem eigenen Weg scheitere.

Ich weiß nun einfach nicht weiter und ich denke auch nicht, das ich die jetztige Situation lange durchhalte.
Ich habe mit meinen Freunden und Verwandten gesprochen, doch ihre konträren Meinungen haben nur zur Konfusion beigetragen.

Es wär toll, wenn jemand von euch eine Idee hätte, womit ich die jetzige Situation in den Griff bekomme.

Danke Líndal
 
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Alt 15.10.2007, 08:50   Blockiert Beitrag #2 (permalink)
Caramella
Diener des Gleichgewichts
 
Benutzerbild von Caramella
 
Registriert seit: 25.07.2006
Ort: Hier
Beiträge: 1.159
Blog-Einträge: 11
Hi Linda,

im Moment musst du ziemlich viele Entscheidungen treffen und viele Leute funken dir darin dazwischen. Eigentlich wäre ein vorübergehender Rückzug genau das Beste für dich. Vielleicht ein kleiner Urlaub, wenn du ihn dir leisten kannst? Zieh dich am besten irgendwo zurück, wo dich dieser ganze Tumult nicht erreichen kannst, dann wirst du klar denken können. Natürlich haben deine Verwandten konträre Meinungen, wenn du 10 Leute fragst, kriegst du 10 verschiedene Antworten. Niemand kann dir deine Entscheidung abnehmen, aber wenn es dir hilft, hier meine und die 11te Meinung

1) Wenn das Ingenieurstudium keine Überforderung mit sich bringt, du also glaubst, dass du ihn schaffen kannst, etwa weil du gut in Mathe bist (ist dringend notwendig), dann wähle diesen sicheren Weg. Deiner Kreativität kannst du in deiner Freizeit freien Lauf lassen. Du möchtest Musikerin oder Schriftstellerin o.ä. werden? Beende dein Studium und versuche dann überzuwechseln. Wenn es nicht funktioniert, hast du noch deinen Ingenieursberuf!

2) Der Freund vor deinem Freund war ein toller taffer Typ, nach dem du dich wieder sehnst, jetzt wo du ihn wieder getroffen hast? Du verklärst diese verflossene Beziehung. Erinnere dich noch einmal, warum ihr auseinander gegangen seid und mache dir klar, dass dies ein ungelöster Konflikt ist, der sich dazwischen drängt, sobald ihr wieder zusammen seid.
Dein jetziger Freund ist deine große Liebe, deine Seelenverwandtschaft? Weswegen hast du ihn verletzt? Überlege dir, ob du ihn vielleicht nur aus einer Art von Mitleid behalten willst - aus einem schlechten Gewissen heraus. Nach dem Motto: Ich kann ihn doch nicht verlassen, jetzt wo ich ihm so weh getan habe. Aus deinen Worten spricht keine wirkliche Liebe, eher: Er ist mein Seelenverwandter, ich will ihn nicht verlieren. Wie wäre es mit einer tiefen Freundschaft?
Wenn du ihn wirklich liebst, dann verdiene sein Vertrauen zurück und bedenke, dass dies ein langer, schwieriger Prozess sein wird, der von dir viel Energie erfordern wird. Aber, wenn du ihn liebst, dann ist er es dir wert.

Überlege also inwiefern du beide Freunde liebst, was für eine Beziehung du zu ihnen hast oder hattest und was du dir von einer Beziehung grundsätzlich erhoffst und treffe dann deine Entscheidung. Du musst dich nicht für die Beziehung zu dem einen oder anderen entscheiden, du kannst dich auch für gar keine sexuelle Beziehung entscheiden und stattdessen für zwei Freundschaften.

3) Deine Eltern, ja das leidige Problem, hehe. Sie wollen aus dir eine Ingenieurin machen, nicht wahr? Die vielleicht Papas Firma übernimmt. Lass dich von ihnen nicht unter Druck setzen und sage ihnen ganz klar, dass sie das tun! Und wenn sie nicht zahlen, so gibt es Studienkredite und Bafög! Mache deine Entscheidung für deinen späteren Berufsweg auf keinen Fall davon abhängig, was deine Eltern oder sonstwer meint, entscheide du! Und selbst wenn es sich am Ende als Sackgasse herausstellt, und? Wir machen alle Fehler.

So, das war mein Senf, aber wie gesagt, zieh dich zurück, befreie dich von jeglichen Hoffnungen und Ängsten, so dass du klar denken kannst. Du kannst zum Beispiel eine Pro-Kontra Liste machen, eine Art Brainstorming.

Viel Glück!

Liebe Grüsse
Caramella
Caramella ist offline  
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Alt 15.10.2007, 11:14   Blockiert Beitrag #3 (permalink)
Mandorla
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von Mandorla
 
Registriert seit: 06.03.2006
Ort: München
Beiträge: 250
Hallo,

ich kann dir gerade nicht viel sagen, außer, dass es mir einmal ähnlich ging (oder sogar noch geht). Ich habe sowohl das "Sichere" (Sprachstudium) als auch das "Unsichere" (Theater, Musik) eine Zeitlang gemacht und habe den Eindruck, beides wird sich in meiner zukünftigen Tätigkeit irgendwie verbinden (Synchronisation und Übersetzen) - ich weiß nicht, wie es bei deinem Berufsbild aussieht, aber geh davon aus, dass es eine Möglichkeit gibt, dass alles, was du irgendwo lernst, dir etwas nützt. (Aber danach hast du jetzt nicht gefragt, nicht wahr?)
Marjul hat mir das hier im Forum mal geschrieben, dass Eltern manchmal eine klare Ansage "brauchen" (komisch, sowas liest man doch sonst von Kindern ). Denn so lange sie spüren, dass du unsicher bist, versuchen sie erst recht, dich Richtung Sicherheit zu bequatschen und merken es nicht mal. Sobald sie ne klare Ansage haben, mag ihnen das passen oder nicht, aber eine klare Ansage ist eine klare Ansage.
Leichter gesagt als getan, ich weiß. Versuch dir deine möglichen Berufe (wenn du`s nicht schon getan hast) auch möglichst deutlich im Alltag vorzustellen, oder überleg, ob etwas dabei ist, das du wirklich so gerne tust, dass du es auch kostenlos für einen Freund machen würdest (ich lese z.B. Bekannten Korrekturen, weil ich einfach scharf darauf bin ). Ich glaube, man nennt das auch "flow".

VG,
Mandorla
Mandorla ist offline  
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Alt 15.10.2007, 11:22   Blockiert Beitrag #4 (permalink)
Sven
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von Sven
 
Sternzeichen: Skorpion
Registriert seit: 03.03.2006
Alter: 37
Beiträge: 354
Hallo Líndal,

tja, was soll man sagen? Die Entscheidungen musst Du selbst treffen, so blöd das nunmal ist

Ich kann Dir (ergänzend zu Caramella) nur ein paar Erfahrungen mitteilen:
Jeder muss mal so ein paar "lebensbestimmende" Entscheidungen treffen. "Lebensbestimmend" deswegen in Anführungsstrichen, weil es einem in diesem Moment so vorkommt, aber es eigentlich nicht immer so ist (später lacht man manchmal drüber), denn man kann sich oftmals noch umentscheiden und auch einfach mal etwas anderes ausprobieren. In dem Spiel des Lebens sind durchaus auch Fehler erlaubt. Also wenn Du beim Beruf eine falsche Entscheidung triffst, kannst Du durchaus auch Deine Entscheidung ändern und z.B. ein Studium abbrechen, oder den Job wechseln. Ich will damit nicht sagen, dass das Umentscheiden einfach ist oder ohne Probleme abläuft. Ich meine, es geht, wenn man wirklich will.

Mach es so, wie Caramella es schon beschrieben hat: Nimm Dir einfach mal eine Auszeit. Muss jetzt kein Urlaub sein, sondern sag Deinen "Ratgebern" (Eltern, Freunde, Bekannte), dass Du in den nächsten 2 Wochen nicht über Beruf reden möchtest. Und lass Dich auf keine Diskussionen ein. Guck in Dein Herz, was Du wirklich willst, möglichst unbeeinflusst von außen. Träum Dich in die Möglichkeiten (die 2 Berufe) hinein und guck, wie Du Dich jedesmal dabei fühlst. Dass das, was Du tust, Spaß macht ist wichtiger als eine (Schein-)Sicherheit. Was ist heute noch sicher? Ein Ingenieurberuf? Frag mal die arbeitslosen Ingenieure. Auch in großen Firmen wird kräftig gekündigt... Ich bin Diplom-Informatiker und war in den letzten 7 Jahren in 4 Firmen tätig, weil immer mal eine in Insolvenz gegangen ist oder die Chefs sich verstritten haben, oder was weiss ich. Aber es ging immer irgendwie weiter, und das nicht schlecht.

Wenn es um Beziehungen geht ist es m.E. eigentlich noch einfacher als beim Beruf: Hier musst Du wirklich nur auf Dein Herz hören. Wenn Du Beziehungsprobleme mal versuchst beiseite zu schieben und tief in Dir guckst, ob Dir etwas an der Beziehung liegt, dann kämpfe dafür. Wenn nicht, dann nicht, dann gehe das "Risiko" einer neuen Beziehung ein. Manchmal ist es vielleicht auch nicht verkehrt, beide sein zu lassen und auf Nr. 3 zu warten.

Nimm das Leben eben wie ein Spiel, bei dem es gilt, glücklich zu werden. Guck auf Dich, was Dich glücklich machen könnte und gehe das dann an. Wenn man sich verkrampft (was könnte der denken, wie würde der sich entscheiden... was passiert dann und was dann... die Angst vor Fehlern), führt das zu verkrampften Lösungen...
Sven ist offline  
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Alt 16.10.2007, 00:13   Blockiert Beitrag #5 (permalink)
Gast3378
Gast
 
Beiträge: n/a
Vielen Dank für die Antworten!

Es war mir von Anfang an klar, dass ich selber die Entscheidung fällen muss, anders möchte ich es auch nicht haben.

In Punkto Beziehung stimmt es, ich überlege manchmal, warum ich mit ihm zusammen bin und ob dies nicht eher Trennungsängste sind.
Das mit dem Freund davor, naja, die Gefühle für ihn haben sich auch mit der Zeit gewandelt, denn damals war ich 15, also logisch...

In meinem späteren Berufen habe ich größtenteils sogar schon ein paar Wochen gearbeitet.
Dem Herzen nach würde ich mich sofort für Schauspiel, bzw Regie beim Film entscheiden, weil es einfach praktisch mich selber aus macht und ich mit den großen Komlikationen klarkomme.
Aber in den letzen 2 Monaten habe ich(meine Eltern sind nicht ganz unschuldig) angefangen an meinen Fähigkeiten zu zweifeln.
Schließlich bedeutet Star der Schule und der Theaterclubs im Ort zu sein nicht, dass man ein Talent zum BERUF Schauspieler/Regiesseur hat...

Andererseits fällt mir alles handwerkliche leicht, es macht mir auch Spass.
Mathe ist eines der Fächer, die mir zufallen, Gott sei Dank, es ist mein 2. Prüfungsfach im Abitur und mein Durchschnitt ist unter 2,6.
Für Luft- und Raumfahrttechnik also eigentlich aussreichend.
Es wäre eben 2. und leichtere Wahl.
Ich würde nach dem Studium nach China oder noch lieber Japan gehen.
Ich würde nicht wirklich unglücklich werden, doch beflügeln tut mich die Aussicht nicht.
Währrend bei Theater mir viele Projekte einfallen.
Ich möchte zB ein Theaterprojekt an einer Haupt- oder Sonderschule in "problematischen Vierteln" mache, da man bei Theater Geimeinschaft und Verbalisierung der Gefühle lernt, also ein soziales Projekt.
Gleichzeitig ist es schön zu sehen, wie sich die Leute entwickeln.
Ich habe vor 2 Jahren an unserer Schule aushilfsweise eine Theater-AG für die Unterstufe geleitet. Als eine der Hauptrollen, ein zickiger, dominanter Charakter hatte ich ein Mädchen besetzt, dass immer sehr schüchtern war, aber als man ihr Zeit gab sich zu entwickeln und ein bisschen Schreitraining hat bewirkt, dass sie die Gefühle der Person so gut spielen konnte wie keine zweite, obwohl ihr anfangs niemand anderes die Rolle zugetraut hat.

Soetwas ist mein Traum, Leuten ihr Selbstvertauen und Selbstwertgefühl wiederzugeben.
Und ein kleines bisschen Welt schöner machen und sei es durch eine Illusion.
Aber man kann ja auch auf die Probleme der Welt aufmerksam machen.
Es ist einfach ein sehr starkes Ausdrucksmittel, dass ich über alles liebe.

So, jetzt geht es mir auch ein bisschen besser.
Ich weiß noch nicht genau, was ich tuen werde, aber zu meinem Freund werde ich einfach bald hinfahren und wer weiß, vlll regelt sich dann auch einiges.
Vll habe ich auch zu stark Angst Kontrolle in der Beziehung zu verlieren, da ich schon vieles erlebt habe( ja mit 18 kann man ein Leben schon fast durchgeschrubt haben, deswegen ist mir meine Zukunft auch so wichtig).

Nochmal danke, Lindal
 
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Alt 18.10.2007, 18:43   Blockiert Beitrag #6 (permalink)
Mandorla
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von Mandorla
 
Registriert seit: 06.03.2006
Ort: München
Beiträge: 250
Zitat:
Zitat von Líndal Súrion Beitrag anzeigen
Dem Herzen nach würde ich mich sofort für Schauspiel, bzw Regie beim Film entscheiden, weil es einfach praktisch mich selber aus macht und ich mit den großen Komlikationen klarkomme.
Aber in den letzen 2 Monaten habe ich(meine Eltern sind nicht ganz unschuldig) angefangen an meinen Fähigkeiten zu zweifeln.
Schließlich bedeutet Star der Schule und der Theaterclubs im Ort zu sein nicht, dass man ein Talent zum BERUF Schauspieler/Regiesseur hat...
Du siehst das kritisch. Das ist gut.

Zitat:
Für Luft- und Raumfahrttechnik also eigentlich aussreichend.
Es wäre eben 2. und leichtere Wahl.
Ich würde nach dem Studium nach China oder noch lieber Japan gehen.
Ich würde nicht wirklich unglücklich werden, doch beflügeln tut mich die Aussicht nicht.
Währrend bei Theater mir viele Projekte einfallen.
Ich möchte zB ein Theaterprojekt an einer Haupt- oder Sonderschule in "problematischen Vierteln" mache, da man bei Theater Geimeinschaft und Verbalisierung der Gefühle lernt, also ein soziales Projekt.
Gleichzeitig ist es schön zu sehen, wie sich die Leute entwickeln.
Ich habe vor 2 Jahren an unserer Schule aushilfsweise eine Theater-AG für die Unterstufe geleitet. Als eine der Hauptrollen, ein zickiger, dominanter Charakter hatte ich ein Mädchen besetzt, dass immer sehr schüchtern war, aber als man ihr Zeit gab sich zu entwickeln und ein bisschen Schreitraining hat bewirkt, dass sie die Gefühle der Person so gut spielen konnte wie keine zweite, obwohl ihr anfangs niemand anderes die Rolle zugetraut hat.
Merkst du, dass du übers Theater viel mehr schreibst als übers Studium? - Aber du musst es natürlich von ganzem Herzen wollen/dafür entschieden haben, damit du unbeirrt deinen Weg gehen kannst.

Zitat:
Soetwas ist mein Traum, Leuten ihr Selbstvertauen und Selbstwertgefühl wiederzugeben.
Und ein kleines bisschen Welt schöner machen und sei es durch eine Illusion.
Aber man kann ja auch auf die Probleme der Welt aufmerksam machen.
Es ist einfach ein sehr starkes Ausdrucksmittel, dass ich über alles liebe.
Und weißt du, wie sehr Leute wie du für die schüchternen Unauffälligen ein Geschenk des Himmels sind? Ich sag das ganz persönlich. Ich habe abgesehen von wenigen Ausnahmen mit Leuten gearbeitet, die mich als Schüchterne nicht sehen wollten - nicht gesehen haben! Die wenigen Menschen, die es taten, liegen in meiner Erinnerung heute wie Juwelen in meinem Herzen. Solche wie du, denke ich.
Ich hab auch mal einen Regisseur gekannt, der Projekte in der Favela (in den Slums) in Sao Paulo, Brasilien, gemacht hat, mit Kindern, die du in keine Schule kriegst, weil sie den Lebensrhythmus nicht haben - aber der größere Teil kommt zu den Theaterproben... Amauri Falseti heißt der Mann.

Ganz persönlich meine ich: die Welt braucht solche Menschen wie dich, und solche Regisseure wie dich. Aber ich will dir in deine Entscheidung nicht hineinreden, trotzdem. Du wirst was Gutes schaffen, egal was du tust....

Berührten Gruß,
Mandorla
Mandorla ist offline  
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Alt 19.10.2007, 10:20   Blockiert Beitrag #7 (permalink)
Selene74
Benutzer
 
Sternzeichen: Krebs
Registriert seit: 08.08.2007
Ort: Österreich
Alter: 37
Beiträge: 34
hallo lindal súrion,

wie du ja ganz richtig geschrieben hast, musst und willst du die entscheidungen selbst treffen. GUT SO! Darum werde ich jetzt mal einfach schreiben, was ich mir denke. Normalerweise hab ich eher bedenken, bei solchen "Ratschlägen" aber du scheinst mir vernünftig genug zu sein, dich nicht beeinflussen zu lassen sondern das Geschriebene nur als Denkanstoß zu nehmen.

Zu deinem Beziehungsproblem kann ich dir auch nicht mehr sagen als meine Vorschreiber. Entscheide dich für den, den du wirklich liebst. Wenn du keinen der beiden liebst, dann lass sie beide gehen. Auch wenn du Angst hast, jemandem (noch mal) wehzutun. Irgendwann wirst du eine Beziehung, die auf Mitleid oder Schuldgefühl aufgebaut ist, nicht mehr aushalten und die Sache beenden. Je später das der Fall ist, desto mehr wirst du ihn wahrscheinlich verletzen. Ich war selber mal in so einer Situation (aber auf der Gegenseite). Als er mich verlassen hat, war ich am Boden zerstört aber im Nachhinein gesehen, war es das Beste war mir passieren konnte, denn dieser Mann hat mich eben nicht geliebt und hätte mich auf Dauer unglücklich gemacht. Aber sei dir sicher, wenn du eine Entscheidung triffst. Da gibt es meist kein zurück.

Zum Beruf: ja das ist eine schwierige Entscheidung. Das Theater solltest du auf keinen Fall aufgeben. So wie du schreibst, hängt dein Herz daran. Es ist dein Lebenstraum, also verwirkliche ihn. Ich selbst habe mich vor Jahren für die sichere Variante entschieden. Ich war nicht total unglücklich damit, aber eben auch nicht glücklich. Hatte ständig das Gefühl, etwas in meinem Leben würde fehlen (ich wußte damals aber leider noch nicht ganz genau was das war). Als ich es herausfand, war es meiner Meinung nach zu spät, denn es hätte (zumindest vorübergehend) finanzielle Einbußen gebracht die ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht leisten konnte. Also blieb ich wo ich war und wurde immer unzufriedener.
Vor kurzem hat sich aber etwas ergeben und es scheint, als würde aus meinem Wunsch, etwas Kreatives zu tun, nun doch noch etwas werden. Ich arbeite jedenfalls daran. Schlußendlich komme ich nun (hoffentlich) zwar bei meiner Bestimmung (?) an, aber ich habe doch einige Jahre mit ungeliebten Arbeiten vergeudet.

Sorry, jetzt hab ich die ganze Zeit über mich geschrieben, aber vielleicht hilft dir das Beispiel ein wenig.

Wie lange dauern denn diese Studiengänge? Wäre es nicht möglich, erst den einen, dann den anderen zu machen? Vielleicht auch ein bisschen nebenher? Ich weiß nicht wie das Studium in Deutschland funktioniert, aber in Österreich gibt es durchaus Leute, die das machen und auch schaffen. Leicht ist es allerdings sicher nicht.

Auf jeden Fall wünsche ich dir alles Gute - wofür du dich auch entscheidest.

Selene
Selene74 ist offline  
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