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21.01.2012, 18:39
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Depressive und sehr labile Mutter Beitrag #1 (permalink)
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Gast
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Depressive und sehr labile Mutter
Hallo liebe Forengemeinde...
Ich brauche einen Rat von Euch und ich hoffe Ihr könnt mir einen geben.
Meine Mutter hat schon sehr lange Depressionen, vielleicht schon ihr Leben lang, nimmt Tabletten, hat viele andere Krankheiten und ist sehr labil.
Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.
Sie hatte keine schöne Kindheit. Sie wurde von ihrer Mutter nicht gebliebt, ihr Vater wurde ihr entrissen und musste selbst viel zu jung sich um die ganze Familie kümmern (ein kleiner Bruder, und zwei weitere Schwestern, Zwillinge).
Ich glaube sie hat im Leben nie Anerkennung bekommen, wurde von vielen Menschen betrogen und hat aufgehört Menschen zu vertrauen. Sie hat keine Freunde. Mein älterer Bruder ist als Jugendlicher von zu Hause weggelaufen, weil er es mit ihr nicht mehr ausgehalten hat. Nur ich habe noch Kontakt zu ihm. Zu ihr will er keinen mehr.
Ich hatte auch nicht immer die schönste Kindheit. Sie war sehr oft betrunken, habe als Kind viel zu oft erlebt, wie sie zusammenbricht und jeglichen Lebensmut verloren hat. Sicherlich auch ein paar Selbstmordgedanken oder gar Versuche, für die ich zu klein war, um sie mitzubekommen.
Ich mache ihr deswegen keine Vorwürfe. Ich liebe sie, sie war auch sehr viel für mich da und hat ihr bestes getan, damit es mir gut geht, wenn sie konnte. Und doch habe ich mich wohl irgendwann innerlich von ihr distanziert, weil ich nicht mehr wollte, dass mein Leben von ihrem abhängig ist. Wenn ihr Leben kaputt ging, dann wurde ich als Kind mitgerissen.
Ich habe für mich gelernt unabhängig glücklich zu sein, so gut es geht, vielleicht gerade, weil sie mir oft vorgelebt hat, wie man es vielleicht nicht machen sollte. Besonders an Männer hat sie sich gern geklammert, so fest, dass sie weggelaufen sind, sie ausgenutzt und betrogen haben, und sie war am Boden zerstört.
Mein Verhältnis zu ihr war nicht immer das Beste. In den Zeiten, in denen sie viel getrunken hat, war sie nicht wirklich erreichbar. War sie nüchtern, hatte ich Angst vor ihr, weil sie so schlechte Laune hatte. Dann kam mein Stiefvater und es wurde wieder besser. Am Besten ging es mir nun damit endlich meine eigene Wohnung zu haben, ein Leben frei führen zu können.
Jetzt ist es wieder soweit. Mein Stiefvater hat sie verlassen, weil er nun ein Kind mit einer anderen Frau hat und nun Verantwortung dafür tragen will.
Sie ist mit der Welt am Ende. Sie ist sehr impulsiv, droht damit, sich etwas anzutun oder ruft ihn an um zu sagen, dass sie ihn jetzt braucht, wie schlecht es ihr geht und 'im Sterben liegt'.
Das finde ich so unverantwortlich jemandem so eine Last aufzuerlegen... und trotzdem verstehe ich ihren Schmerz.
Aber ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich will für sie dasein, sie irgendwie stützen, aber ich kann es nicht. Ich habe das Gefühl darunter zu ersticken.
Aber ich muss doch für sie da sein, sie hat ja nur noch mich... sie hat keine Freunde mehr, keinen Kontakt zu irgendeinem Familienmitglied. Alles hat sie aufgegeben. Wenn ihr dann etwas passiert oder sie sich etwas antun, würde ich mir wahrscheinlich Vorwürfe machen, warum ich nicht irgendetwas getan habe.
Aber was kann ich tun? Sie hat nie für sich gelebt, sie hat nie gelernt, für sich selbst glücklich zu sein... immer nur für andere. Sie ist eine ganz wundervolle, liebe und kluge Frau, aber in Sachen Familie und Bindungen ist sie so verbittert mit sich selbst und ängstlich.
Was kann ich nur tun? ):
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21.01.2012, 18:59
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Depressive und sehr labile Mutter Beitrag #2 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 01.12.2011
Beiträge: 2.157
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Hast Du eine Chance, sie zum Psycho zu schleppen??
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21.01.2012, 19:04
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Depressive und sehr labile Mutter Beitrag #3 (permalink)
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Gast
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Sie hat wohl mal eine Therapie gemacht, geholfen hat es wohl nicht.
Da sie ein freier erwachsener Mensch ist, kann ich da wohl nicht viel machen.
Sie nimmt auch keinerlei Kritik oder einen Rat an, da wird sie schnell irgendwie... agressiv und verschließt sich. Ich werde ihr eine Therapie raten, sollte sie wieder ansprechbar sein.
Ich kenne mich in solchen Dingen aber nicht aus und weiß nicht, was da meine Möglichkeiten sind...
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21.01.2012, 19:04
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Depressive und sehr labile Mutter Beitrag #4 (permalink)
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die nachdenkliche
Sternzeichen:
Registriert seit: 11.04.2010
Ort: schleswig-holstein
Alter: 72
Beiträge: 5.126
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liebes rotkelchen,
deine frage ist nicht so leicht zu beantworten.oft ist es so,dass familienangehörige am wenigsten tun können.
für deine mutter wäre erst einmal eine entgiftung und danach eine stationäre therapie wichtig.
die selbstmordgedanken können ein hilferuf sein,aber auch eine erpressung.
als tochter ist es sehr schwer zu ertragen,du liebst deine mutter so wie sie ist und das ist lobenswert.
du kannst deine mutter nicht ändern,das kann sie nur selber.
sehr krass gesagt,muss deine mutter ihren tiefpunkt erreicht haben um was zu ändern.
vielleicht kannst du mit deiner mutter in eine selbsthilfegruppe gehen.dort findet sie gleichgesinnte,die auch ihre probleme haben,tauschen sich aus und sie kommt unter menschen.
wenn sie so klammert bekommt sie deinen stiefvater nie zurück. und wenn eine partnerschaft funktioniert,kann jemand drittes nicht eindringen.
ob ich dir mit meinen worten geholfen habe weiß ich nicht und was du davon umsetzen kannst mal sehen.
jedenfalls wünsche ich dir und deiner mutter,dass ihr den richtigen weg findet.
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21.01.2012, 19:05
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Depressive und sehr labile Mutter Beitrag #5 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 01.12.2011
Beiträge: 2.157
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Wenn sie nicht will, hast Du leider keine Chance.. entmündigen oder sowas in der Art geht heute nur noch ganz ganz schwer..
Da sind auch keine Freundinnen, Nachbarn etc??
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21.01.2012, 19:12
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Depressive und sehr labile Mutter Beitrag #6 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 01.12.2011
Beiträge: 2.157
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Zitat:
Zitat von glühwürmchen
liebes rotkelchen,
deine frage ist nicht so leicht zu beantworten.oft ist es so,dass familienangehörige am wenigsten tun können.
für deine mutter wäre erst einmal eine entgiftung und danach eine stationäre therapie wichtig.
die selbstmordgedanken können ein hilferuf sein,aber auch eine erpressung.
als tochter ist es sehr schwer zu ertragen,du liebst deine mutter so wie sie ist und das ist lobenswert.
du kannst deine mutter nicht ändern,das kann sie nur selber.
sehr krass gesagt,muss deine mutter ihren tiefpunkt erreicht haben um was zu ändern.
vielleicht kannst du mit deiner mutter in eine selbsthilfegruppe gehen.dort findet sie gleichgesinnte,die auch ihre probleme haben,tauschen sich aus und sie kommt unter menschen.
wenn sie so klammert bekommt sie deinen stiefvater nie zurück. und wenn eine partnerschaft funktioniert,kann jemand drittes nicht eindringen.
ob ich dir mit meinen worten geholfen habe weiß ich nicht und was du davon umsetzen kannst mal sehen.
jedenfalls wünsche ich dir und deiner mutter,dass ihr den richtigen weg findet.
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Ganz toller Text!!!!
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21.01.2012, 19:17
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Depressive und sehr labile Mutter Beitrag #7 (permalink)
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Gast
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Zitat:
Zitat von glühwürmchen
liebes rotkelchen,
deine frage ist nicht so leicht zu beantworten.oft ist es so,dass familienangehörige am wenigsten tun können.
für deine mutter wäre erst einmal eine entgiftung und danach eine stationäre therapie wichtig.
die selbstmordgedanken können ein hilferuf sein,aber auch eine erpressung.
als tochter ist es sehr schwer zu ertragen,du liebst deine mutter so wie sie ist und das ist lobenswert.
du kannst deine mutter nicht ändern,das kann sie nur selber.
sehr krass gesagt,muss deine mutter ihren tiefpunkt erreicht haben um was zu ändern.
vielleicht kannst du mit deiner mutter in eine selbsthilfegruppe gehen.dort findet sie gleichgesinnte,die auch ihre probleme haben,tauschen sich aus und sie kommt unter menschen.
wenn sie so klammert bekommt sie deinen stiefvater nie zurück. und wenn eine partnerschaft funktioniert,kann jemand drittes nicht eindringen.
ob ich dir mit meinen worten geholfen habe weiß ich nicht und was du davon umsetzen kannst mal sehen.
jedenfalls wünsche ich dir und deiner mutter,dass ihr den richtigen weg findet.
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Deine Worte helfen mir! Ich danke für die Geduld meinen Test zu lesen. (:
Sie hat schon so viele Tiefpunkte im Leben gehabt, dass ich Angst habe, dass irgendwann der Faden bei ihr reißt...
Dass sie meinen Stiefvater nicht zurückbekommt weiß ich, auch wenn er sagt, dass er sie noch liebt. Auf Abhängigkeit und emotionale Erpressung kann eine Beziehung auch nicht aufbauen und ich finde es richtig, dass er sich um seine kleine Tochter kümmern will.
Die Idee mit der Selbsthilfegruppe finde ich gut. Ich werde mich erkundigen und daran denken.
Vielen Dank!
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21.01.2012, 19:20
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Depressive und sehr labile Mutter Beitrag #8 (permalink)
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Gast
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Zitat:
Zitat von halli
Wenn sie nicht will, hast Du leider keine Chance.. entmündigen oder sowas in der Art geht heute nur noch ganz ganz schwer..
Da sind auch keine Freundinnen, Nachbarn etc??
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Nein, niemand ist da. Sie hat keine sozialen Kontakte. Sie hat einen Teilzeitjob, aber ich weiß nichts von Kollegen etc. Ich kann höchstens meinen leiblichen Vater mal fragen. Allerdings wohnt er nicht in unserer Stadt und zu ihm habe ich auch erst seit Weihnachten wieder Kontakt, und auch nur ganz wenig... ob das helfen kann, weiß ich nicht...
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