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20.11.2011, 21:27
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Muss man gelitten haben, um zu erwachen? Beitrag #1 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 05.05.2011
Beiträge: 167
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Muss man gelitten haben, um zu erwachen?
Hallo zusammen!
Ich würde hier gerne etwas fragen, was mich seit ein paar Tagen beschäftigt. Kurzer Kontext: Seit ca. Anfang des Jahres hat sich, ausgelöst durch ein Buch, meine komplette Sicht der Dinge geändert. Früher glaubte ich, nach meinem Tod gehen die Lichter aus und Ende. Heute weiß ich, dass es anders ist, dass ich eine Aufgabe habe, die ich mir selber gesetzt habe, dass ich eine Seele bin etc... muss da jetzt vermutlich gar nichts ins Detail gehen.
Dennoch, muss ich dazu sagen, hatte ich nie besondere Erlebnisse, Träume o.ä., was viele als Schlüsselerlebnis bezeichnen.
Bis jetzt war es immer so, dass ich das Gefühl hatte, dass Bücher MICH gefunden haben und immer genau dann kamen, wenn es an der Zeit für mich war - besonders die ersten beiden Bücher, die alles verändert haben. Und ich war dann einfach plötzlich in der Lage, mich zu öffnen und zu glauben, was vorher bei mir absolut undenkbar war. Es war einfach, als ob bei mir der Schalter der Erkenntnis umgelegt worden ist - ohne eine gesunde Skepsis zu verlieren.
Nun habe ich mir ein Buch gekauft mit dem Titel: "Toröffnung in die Fünfte Dimension: Energieaufbau durch Metatron, Saint Germain..." und ich muss sagen, ich habe das Gefühl, das ist der absolute Fehlgriff. Seit Monaten hatte ich das Buch auf meinem Merkzettel und es drängte sich gedanklich immer wieder auf, bis ich es jetzt kaufte.
Zweimal habe ich versucht, darin zu lesen und habe es jetzt entnervt und frustriert weggelegt. Engel und höhere Geistwesen sprechen den Leser darin direkt an und es geht schon im ersten Kapitel ständig darum, dass wir Meister des Lichts (der ich als Leser zwangsläufig sein soll - es ist für den Autor bzw. die Geistwesen ganz selbstverständlich, dass ich das sein muss, weil ich das Buch sonst nicht lesen würde  ) ja schon so viel Elend und Schlimmes im Leben durchhaben, aber dass wir es jetzt endlich geschafft haben. Bitte nicht falsch verstehen, ich glaube nicht alles, was ich lese und bei diesem Buch komme ich an so einen Punkt, wo ich große Zweifel habe...
Es hört sich für mich in dem Buch so an, als müsste man ein echt ätzendes Leben hinter sich haben, um den Anspruch darauf zu haben, sich als "erwacht" zu bezeichnen.
Ich weiß nicht mal, was "erwacht" überhaupt bedeutet. Ich weiß nur, dass ich heute etwas anderes glaube als früher und einen irrsinnig hohen Wissensdrang habe und mich weiterentwickeln will. Ich habe das Buch nun weggelegt, weil ich das Gefühl habe, dass es (jetzt noch) nicht für mich bestimmt ist. Aber irgendwie habe ich insgesamt Probleme mit der Vorstellung, dass bei einem Menschen alles schlecht und schwierig im Leben gewesen sein muss, damit man sich als spirituell weiterentwickelt erkennen kann??? Ist das so? Heißt das, so lange man keine bewussten Kontakte mit der geistigen Welt hatte, so lange es einem im Leben nicht mal langfristig richtig dreckig ging, so lange ist man nicht spirituell weiter entwickelt und "erwacht"?
Ich habe ein echt gutes Leben. Ich habe zwar ein schlimmes Kindheitserlebnis, aus dem ich allerdings gestärkt hervor gegangen bin (heute denke ich, dass ich sehr starke Schutzengel habe oder hatte), aber ansonsten habe ich mit Fleiß, Disziplin, meiner tollen Familie, glücklicher Fügungen, einer vermutlich angeborenen hohen Auffassungsgabe... viel erreicht, vielleicht sogar fast alles, was ich mir vorgenommen habe und wenn nicht, habe ich das Beste draus gemacht. Kann natürlich sein, dass das Elend noch kommt, ich bin ja erst 35. Klar, vielleicht werde ich schwer krank oder eins meiner Familienmitglieder oder andere schlimme Dinge passieren (ich übe mich darin, positiv zu affirmieren  ), aber momentan ist das meiste besser als bei vielen Menschen, die ich kenne.
Ist so ein Buch großer Müll oder muss ich jetzt erwarten, dass ich mich bei so einem guten Leben nicht weiter entwickeln kann - mal ganz naiv gefragt. Ich habe sowas jetzt schon öfter gelesen, von wegen, man erwacht, wenn es einem richtig dreckig geht. So langsam irritiert mich das etwas...
Danke für's Lesen, ist etwas länger geworden (wie das so meine Art ist  )
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20.11.2011, 21:46
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Muss man gelitten haben, um zu erwachen? Beitrag #2 (permalink)
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SuperMod
Registriert seit: 30.06.2006
Ort: Mit den Füssen auf der Erde und dem Kopf in den Sternen
Beiträge: 8.643
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Nein, man muss kein schreckliches Leben haben um zu erwachen.
Entweder hast du das Buch falsch verstanden, oder aber es ist in der Tat Müll 
Manche leiden und erwachen, manche leiden nicht und erwachen...
sowie manche leiden und nicht erwachen und manche nicht leiden und nicht erwachen....
Schau dir z.B. Buddha an, er war ein Prinz und führte mehr als ein behütetes Leben 
Generell kann man nicht sagen: wenn du das und das nicht erlebt hast dann bist du das oder jenes nicht, Verallgemeinerungen können hier nicht angestellt werden.
Kein spiritueller Weg gleicht einem anderen.
Es gibt aber ähnliche "Punkte/Knoten/Stationen". Welche nichts weiter als Erkenntnisse sind.
Wenn man sich einen Marktplatz mit einem Brunnen der Erleuchtung in der Mitte sich vorstellt und an den vier Ecken jeweils eine Person. Jeder dieser Personen geht nun zum Brunnen, wie sieht der jeweilige Weg aus? Jeder hat einen eigenen und keiner wird dem anderen gleichen.
Deshalb meine Empfählung: relax, nimm das Geschriebene nicht buchstäblich für Wahrheit hin, sondern mach deine eigene Erfahrungen indem du es hinterfragst und selbst erprobst.
***Thread verschoben***
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20.11.2011, 21:47
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Muss man gelitten haben, um zu erwachen? Beitrag #3 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 05.05.2011
Beiträge: 167
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Ich verstehe nicht, warum dieser Thread verschoben wurde. Es ist eine allgemeine Frage, ob Erwachen verbunden sein muss, mit einem schlechten Leben. Das hat meiner Ansicht nach überhaupt nicht mit Lebensfragen zu tun. Sorry!
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20.11.2011, 22:16
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Muss man gelitten haben, um zu erwachen? Beitrag #4 (permalink)
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hat Nahlebenerfahrungen
Sternzeichen:
Registriert seit: 10.06.2010
Ort: Aachen
Alter: 33
Beiträge: 2.033
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Was überhaupt "Erwachen" ist, ist eine gute Frage. Ich vermag sie nicht zu beantworten. Vielleicht kann man das erst, wenn man erwacht ist.
Wenn man sich die Geschichten erwachter und erleuchteter Menschen anschaut, dann wird man tatsächlich feststellen, dass sie sehr viel Leid erlebt haben im Vorfeld.
Ich mag den Gedanken, dass einfach das passiert, was nötig ist. Wenn es Leid ist, dann ist es eben Leid.
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20.11.2011, 22:42
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Muss man gelitten haben, um zu erwachen? Beitrag #5 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 01.09.2011
Beiträge: 185
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Hallo,
Ich mußte lange über Deine Worte nachdenken, es ist nicht leicht, darauf eine Antwort zu finden. Im Lauf seines Lebens macht ,glaube ich, jeder auch sehr schlimme Erfahrungen. Vielleicht kommt es darauf an, wie man aus diesen hervor geht. Einige zerbrechen daran. Manche finden erst dadurch zu ihrem Glauben, an was das immer auch sein mag. Ich habe auch sehr viele schlimme Dinge erfahren, und sie haben mich zu dem Glauben an ein Leben nach dem Tod geführt, dafür bin ich dankbar, er hilft mir ungemein, mit dem Leid fertig zu werden.
Hier sind mal die letzten Strophen eines Gedichtes von Ephides, das mir persönlich viel geholfen hat:
.....Was fürchtest Du? Es kann Dir nur begegnen,
was Dir gemäß und was Dir dienlich ist.
Ich weiß den Tag, da Du Dein Leid wirst segnen,
das Dich gelehrt zu werden,was Du bist!
Liebe Grüsse
Rosemary
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21.11.2011, 07:59
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Muss man gelitten haben, um zu erwachen? Beitrag #6 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Sternzeichen:
Registriert seit: 07.01.2007
Ort: Vorarlberg
Alter: 58
Beiträge: 8.509
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Es gibt vermutlich nur sehr wenige, die nicht Trauma-ähnliche Erlebnisse, oder andere große Schwierigkeiten hatten.
Aber muss man das haben, um zu erwachen?
Vielleicht ist es so, dass wir manches davon erleben, eben weil wir nicht erwachen.
Wenn wir alle Zusammenhänge kennen und voll Lieb sind, brauchen wir vermutlich keine Krankheit und auch sonst nichts arges, das uns begleitet.
Es könnte also umgekehrt sein, wir haben die Probleme, weil wir nicht wach sind!
Aber brauchen wir die, um wach zu sein?
ich glaube nicht - ich denke aber, sie können mithelfen, wacher zu werden
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21.11.2011, 08:24
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Muss man gelitten haben, um zu erwachen? Beitrag #7 (permalink)
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सच्चिदानन्द
Sternzeichen:
Registriert seit: 31.05.2007
Ort: नन्दन
Alter: 36
Beiträge: 4.518
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Können wir Ordnung erfahren ohne zu wissen was Unordnung ist?
Können wir Liebe erfahren ohne zu wissen was es bedeutet nicht zu lieben?
Können wir Gesundheit als Gesundheit wahrnehmen, wenn wir die Krankheit nicht kennen?
Können wir wissen was WEISS ist, wenn wir nicht wissen was SCHWARZ ist?
Können wir Einheit erfahren, wenn wir nicht wissen was Getrenntheit ist?
Können wir erwachen, wenn wir nicht vorher geschlafen haben?
Geändert von Fjörgyn (21.11.2011 um 08:34 Uhr)
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21.11.2011, 13:51
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Muss man gelitten haben, um zu erwachen? Beitrag #8 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 05.05.2011
Beiträge: 167
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Na ja, es ist ja nicht so, dass ich ohne Probleme durch mein Leben gehe. Auch ich habe schon Zeiten gehabt, wo es mir seelisch sehr schlecht ging. Auch ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn Freundschaften zerbrechen, wenn Liebe zerbricht, wenn man sich einsam fühlt, wenn man Existenzängste hat... aber ich bin eben bisher nicht der Typ gewesen, der dann nicht aufsteht, weitermacht und sich sagt, dass auch wieder bessere Zeiten kommen.
Ich frage mich daher, ob es eine Frage der Mentalität ist, wieviel Leid man im Leben empfindet, wie man damit umgeht etc. oder ob ich einfach ein leichtes Leben gewählt habe und derartige Probleme nicht habe, die mich zerbrechen lassen oder an denen ich wachsen soll - wobei man ja nun an der Bewältigung jedes Problems wächst, nicht nur an denen, die dramatische Einschnitte im Leben bedeuten. Also, sind meine Probleme vielleicht einfach nicht schlimm genug oder gehe ich nur anders damit um.. - hoffe, es ist klar, wie ich das meine. An meinem Kindheitserlebnis jedenfalls wären vermutlich sehr viele zerbrochen oder es hätte ihr Leben nachhaltig negativ beeinflusst. Meines hat es eher positiv beeinflusst, weil ich bereits als Kind zu schätzen wusste, dass ich überlebt habe und ich es immer so gesehen habe, dass ich ein Glückskind bin  .
Und obwohl ich ein gutes Leben führe, habe ich allen Umständen zum Trotz meine Sicht der Dinge sehr, sehr stark geändert. Ich weiß nicht, ob ich erwacht bin, da ich nicht weiß, was das überhaupt bedeutet. Aber ich glaube zumindest heute anders als früher, denke anders und verändere mich - positiv, wie ich glaube. Natürlich bin ich erst am Anfang des Weges.
Mich hat jedenfalls keine Zwangslage, keine aussichtslose Situation zum Glauben, zur Spiritualität, zur Esoterik gebracht. Es war plötzlich einfach da, dass ich mich öffnen konnte und ich bin in meinem engeren Umfeld die einzige, die diesen Weg bisher geht.
Ich habe nicht mal einen tragischen Todesfall in der Familie zu beklagen. Die Menschen in meinem nahen Umfeld starben in der Regel, wenn sie ihr Leben bereits gelebt hatten. Es war immer in Ordnung, zumindest bei denen, die mir nahe standen. Ich hoffe, das wird sich nicht ändern  .
So frage ich mich nun auch, ob ich die schlimmen Erfahrungen am eigenen Leibe vielleicht bereits in vergangenen Leben gemacht habe. Ob ich eine ältere oder eine junge Seele bin, kann ich natürlich nicht beantworten und das ist vermutlich auch unwichtig. Aber wenn ich schon ohne (zumindest empfundenen) tiefgreifenden/scheinbar unlösbare Probleme zur Spiritualität und zum Glauben gefunden habe, hat das vielleicht auch seine Bedeutung.
Fragen über Fragen. Ihr seht, ich denke viel über meine Rolle in diesem Leben nach. Ich glaube, meine derzeitige Entwicklung spielt eine bedeutende Rolle in meinem Leben, und ich glaube, dass das auch so gewollt ist und etwas mit meinem Lebensplan zu tun hat. Aber es lässt mich halt auch gelegentlich rätseln, ob es mir nicht zu gut geht - auch wenn ich das Leid anderer Menschen um mich herum immer sehr intensiv mitfühle... aber das ist wohl nicht das gleiche, wenn es mich nicht im ersten Grade direkt betrifft... Schwierig!
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