Hallo Sarah.
Ich denke, du könntest mit deinem letzten Satz 'arbeiten.
Praktisch gesehen: bewusst wahrnehmen und geniessen, was du hast UND ein Auge auf 'Veränderung' in Situationen halten..
Wenn man 'es könnte schlimmer sein' aktiv aufgreift und für sich mal betrachtet, kann man vielleicht 'Vorkehrungen' treffen, sollte dies eintreffen.
Es ist nicht so, dass man erwartet, es würde schlimmer kommen. Und man hat vielleicht den Kopf eher wieder frei, nachdem man sich vom ersten Schock erholt hat.
Von deiner Beschreibung her sieht es so aus als betrachtest du dieses 'Loch zur Hölle'. Du weisst zwar, dass du da nicht hin willst. Das ist aber nicht der Weg zur Lösung. Wege zur Lösung scheinen unsichtbar. Aber nur weil du sie nicht siehst, heisst das nicht, sie wären nicht da. Ich denke 'umdrehen' wäre eine erste Bewegung. Ausschau halten, 'was will ich' und diesen Weg gehen. Der Weg mag vielleicht Biegungen Richtung 'Hölle' haben, ein erneutes 'das will ich' führt davon weg..
Manchmal betrachten wir etwas als Hölle, was vielleicht für einen anderen gar nicht so ist. Vielleicht kann man auch versuchen, diese Ansicht eines anderen sehen zu können, mit eigenen Augen.
Hinzu kommt, dass Situationen, denen wir uns ausgeliefert fühlen, auch anderen passieren. Sich dessen bewusst zu werden, heisst 'ich stehe nicht alleine da'. Es gibt andere, die schon erlebt haben, was mir gerade passiert - wenn ich die Lösung nicht sehe, kann ich diese fragen.
Des weiteren 'Vergleich mit Anderen' - Glück misst man oft auch an anderen. Was haben sie, will ich das auch. Es kann helfen, zu realisieren, dass es anderen schlechter geht. Nicht im Herabblicken, sondern im Erkennen, wie viel Gutes man selbst trotzdem hat.
Auch wenn andere dich in Situationen 'drängen'- wenn du dies nicht abwenden konntest, Grenzen setzen, so kannst du beeinflussen, wie du damit umgehst.
Gutes zu erkennen und sich bewahren ist auch schon mal Grenzen setzen. Angst, es könne schlimmer werden, nicht nachgeben - ist Grenzen setzen.
Sich Zeit und Raum geben/nehmen, um Luft zu holen, zu regenerieren und das bischen Schöne bewusst zu geniessen, ist Grenzen setzen.
Und weitet man das aus, hat man mit der Zeit einen Puffer.
Je nach Situation kannst du auch Menschen und deren Wissen und Erfahrung in dein Leben holen, die dann sozusagen neben, hinter, vor dir stehen, wenn das Höllenloch mal wieder in Blickrichtung ist. Auch da 'Grenzen' - du erweiterst sie, sperrst andere nicht aus, musst nicht allein 'deine Frau stehen'.
Die Blockade wäre, dass Grenzen setzen zu starr ist. Grenzen setzen ist aktiv, muss immermal betrachtet und gegebenenfalls neu 'psotiert' werden.
Und vielleicht auch schauen, dass du ein aktives 'Netzwerk' hast. Woraus du Kraft schöpfen kannst, Freude, Unterstützung und das dich manchmal auch auffangen kann.
Wenn du weisst, dass du ein Netz hast, 'Rettungsseile', kannst du dich auch mal fallen lassen. Ich denke, fallen lassen können wäre auch wichtig. Immer 'Frau stehen' ist kräftezehrend. Und dazu brauchst du nicht unbedingt andere, falls du noch kein Netzwerk hast. Dir selbst Raum und Zeit zu geben, dich bei dir fallen zu lassen. Die Probleme sind da, sie gehen nicht weg, ob du nun stehst oder dir Zeit nimmst 'Spannung abzubauen. Mit abgebauter Spannung 'steht' man nicht wie ein Fels, aber man ist 'flexibel'.
Bambus ist flexibel und doch so stabil. Ein Sturm vermag Bambus nicht zu entwurzeln oder zu brechen, eine grosse feste Eiche aber schon. Werde Bambus