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28.07.2011, 14:04
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Unzufriedenheit - blockiere ich mich selbst? Beitrag #1 (permalink)
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 27.05.2009
Ort: Bayern
Beiträge: 28
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Unzufriedenheit - blockiere ich mich selbst?
Hallo ihr Lieben,
bisher habe ich meistens nur still mitgelesen bzw. war auch sehr lange nicht in diesem Forum online. Jetzt habe ich einfach das Bedürfnis und erhoffe mir ein paar Antworten.
Ich versuche mich einigermaßen kurz zu halten (denn ich neige zum Romanschreiben ;-)).
Letztes Jahr wurde ich wegen Depressionen behandelt, die auf mein (vor allem optisches) Selbstbild zurückfallen. Lange Zeit habe ich mich gegen Medikamente gewehrt, doch es ging nicht mehr und so nahm ich sie einige Zeit (nur ein paar Monate). In der Zwischenzeit habe ich zwei OP's machen lassen, die Fettabsaugung eines Lipödems. Narben gabs kaum, Schmerzen sind fast weg, Optik ist (wahrscheinlich) besser - doch es geht mir nicht besser. Ich kann mich noch immer nicht leiden. Das aber nur nebenbei, denn ich denke nicht, dass das mein Hauptproblem ist.
Vor kurzem bin ich mit meinem Mann umgezogen, schönere Gegend, wesentlich größere Wohnung es könnte alles perfekt sein, aber das ist es nicht. Ich bin hier wahnsinnig unglücklich und finde auf einmal alles viel zu groß. Habe die Wohnung vor dem Einzug komplett ausgeräuchert, weil ich hier schon bei der Besichtigung vor allem im Schlafzimmer merkwürdige Schwingungen gespürt hab... Es ist nicht wesentlich besser geworden.
Dazu kommt noch, dass ich sehr unzufrieden bin auf der Arbeit, allerdings auch bammel davor habe was Neues zu suchen bzw zu finden. (Das ist auf meinen Vater zurück zu führen, der hat mir jahrelang eingebläut das sämtliche Veränderungen schlecht sind).
Wenn ich ehrlich drüber nachdenke seh ich aber gar nichts Schlechtes. ICH bin das Problem so denk ich. Momentan hab ich auch den Eindruck nur böse, schlechte Menschen um mich rumzuhaben und das Wort "Hass" nehme ich in letzter Zeit öfter in den Mund als ich eigentlich möchte. Ich stehe still und habe keine Ahnung was ich machen soll. Oder was ich von mir oder Anderen erwarte.
Dazu kommt noch, dass unsere neuen Nachbarn keine angenehmen Menschen sind. Wir wohnen seit Anfang Juli hier drin und die waren schon 3mal bei uns und haben sich beschwert. Zweimal weil wir gebohrt haben (ok es war schon fünf nach acht ich sehe ein, dass man da was sagen kann wobei ich persönlich da ein Auge zugedrückt hätte...) - aber wir sind voll berufstätig wir müssen das abends oder am WE machen...
Und das dritte mal wegen zu lauter Musik - die war auf Zimmerlautstärke... Nun ja beim dritten Mal dann bin ich völlig ausgerastet und hab den Typen mal erklärt mit wem er sich hier anlegt... Wie dem auch sei. Nach außen hab ich ne große Klappe, sag viel und wehr mich, aber innerlich zerbrech ich fast. Ich kann deswegen nicht mehr schlafen, habe nur noch schlechte Laune und schlimme Gedanken. Und das macht mich traurig, ich fühle mich verloren... Irgendwie...
Naja danke fürs Lesen, ich musste das einfach mal von der Seele schreiben.
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28.07.2011, 14:15
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Unzufriedenheit - blockiere ich mich selbst? Beitrag #2 (permalink)
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Banned
Registriert seit: 22.07.2011
Ort: NRW
Beiträge: 264
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Gedanken:
Erst mal Danke für deine Offenheit.. deinen Mut und dein Vertrauen!
Klar, ich kenne das.. wenn es arg drückt, schreibt man es einfach*grins*
Viell. ist es manchmal sehr schwer, sich einfach so anzunehmen, wie man gerade ist. Das ist manchmal echt schwer.
Äußerlich habe ich damit kaum Probleme.. ich bin ganz gut ausgestattet..wie ich finde*grins* ABER.. dafür habe ich natürlich andere Bereiche, die es mir sehr schwer machen. Mein Leben lang schon!
Was ich mir in letzter Zeit oft sage: Du musst nicht anders sein, als Du gerade bist!
2. Es gehört viel dazu, Vorstellungen los zu lassen, wie etwas zu sein hat (schlank, schön, Geld, tolle Liebesbeziehung, Beliebtheit, Gesundheit, usw.) und sich dort abzuholen, wo man gerade steht. Manchmal in ganz kleinen Schritten wieder den eigenen Impulsen zu folgen und Selbstvertrauen zu lernen (welchen Kaffee trinke ich heute, wie, wann, wo?, usw.). Es ist schwer das auszuhalten, weil da diesen Stimmen im Kopf sind: Du MUSST aber und andere erwarten von dir und so muss es aber eigentlich sein, also MACH es so, sonst wirst Du leiden und Elend erfahren*droh*!
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28.07.2011, 14:27
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Unzufriedenheit - blockiere ich mich selbst? Beitrag #3 (permalink)
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hat Nahlebenerfahrungen
Sternzeichen:
Registriert seit: 10.06.2010
Ort: Aachen
Alter: 33
Beiträge: 2.033
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Zitat:
Zitat von Angel-Like
Letztes Jahr wurde ich wegen Depressionen behandelt, die auf mein (vor allem optisches) Selbstbild zurückfallen. Lange Zeit habe ich mich gegen Medikamente gewehrt, doch es ging nicht mehr und so nahm ich sie einige Zeit (nur ein paar Monate). In der Zwischenzeit habe ich zwei OP's machen lassen, die Fettabsaugung eines Lipödems. Narben gabs kaum, Schmerzen sind fast weg, Optik ist (wahrscheinlich) besser - doch es geht mir nicht besser. Ich kann mich noch immer nicht leiden. Das aber nur nebenbei, denn ich denke nicht, dass das mein Hauptproblem ist.
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Ich denke doch, dass das das Hauptproblem ist.
Erstens: Depression ist eine Krankheit, die Dich ständig mit Gedanken terrorisiert, die - völlig egal, was Du tust - alles mit "Ja, aber..."-Geschossen torpedieren und zunichte machen. Es ist völlig unmöglich ein glückliches Leben mit Depressionen zu führen, drum würde ich dies mal nicht so unter den Tisch kehren, sondern in den Vordergrund rücken. Ich möchte wetten, dass selbst wenn Du 100 Schönheits-OPs machen lässt, Dein depressiver Geist wieder sagen würde "Mensch, siehst Du scheiße aus!" Diesen Kampf kannst Du nicht gewinnen, indem Du Deinen Gedanken vertraust und ihnen glaubst.
Ob Dein Therapeut kompetent ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, aber so wie bei jeder Krakheit, sei sie psychisch oder physisch (sofern man das immer so trennen kann), würde ich immer empfehlen, sich selbst in die Materie einzuarbeiten. Es gibt eine Menge guter Bücher zu dem Thema. Fang an, Dich mit Depressionen zu beschäftigen. Du hast schließlich welche! Werde selbst zu einer Expertin dessen, was Du da hast. Mach Dich schlau, welche Therapiemethoden es gibt und lerne, was Du selbst zu Heilung beitragen kannst.
Zweitens: Ohne Selbstannahme und -liebe hast Du keine Chance ein glückliches Leben zu führen. Alles, was Du sonst noch geschrieben hast nach dem ersten Absatz, keimt auf dem Nährboden der Depression und des Selbst-Hasses. Auf diesem Boden wächst kein Glück. Die Welt kann sein, wie sie will, aber wenn Du eine Sonnenbrille trägst, dann ist sie stets dunkel und trüb.
Das wären die beiden Punkte, bei denen ich ansetzen würde.
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28.07.2011, 14:37
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Unzufriedenheit - blockiere ich mich selbst? Beitrag #4 (permalink)
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 27.05.2009
Ort: Bayern
Beiträge: 28
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Danke ihr beiden für die schnellen Antworten!
Hm, meinst du all diesen Hass habe ich aufgrund der Depressionen in mir? Ich habs mir schon geacht. Als ich damals diese Tabletten genommen hab gings mir besser, aber ich kam mir vor wie eine Geisel und wollte sie schnell wieder los werden. Ich (und auch der Neurologe) dachte nach den Eingriffen lieb ich mich selbst und ich wäre mit mir wieder im Reinen aber dem ist nicht so! Und du hast vollkommen recht, wenn du sagst mein Selbstbild wird sich auch nicht ändern wenn ich noch 100 Eingriffe vornehmen lasse...
Mit meiner Therapeutin komm ich nicht mehr klar. Die hilft mir nicht. Eigentlich unterhalten wir uns nur, wenn sei mal Lust hat. Ich hör ständig nur "nein das ist nicht so, das sehen sie falsch blabla" sowas bringt mich nicht weiter. Neulich hat sie mich sogar versetzt und sich seitdem nicht mehr gemeldet - das ist jetzt zwei Wochen her, daher hab ich das Thema für mich eigentlich auch schon beendet.
Ich möchte mich und die Menschen in meinem Umfeld nicht hassen - tu es aber trotzdem und komm aus dieser Spirale nicht raus!
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28.07.2011, 15:07
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Unzufriedenheit - blockiere ich mich selbst? Beitrag #5 (permalink)
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hat Nahlebenerfahrungen
Sternzeichen:
Registriert seit: 10.06.2010
Ort: Aachen
Alter: 33
Beiträge: 2.033
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Zitat:
Zitat von Angel-Like
Ich hör ständig nur "nein das ist nicht so, das sehen sie falsch blabla"
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Womit sie zwar höchstwahrscheinlich recht hat, denn das gehört mit zum Krankheitsbild, dass man die Dinge sehr verzerrt sieht, aber wenn Dir die Therapie nicht hilft und Du Dich auch nicht aufgehoben fühlst bei ihr, dann solltest Du wirklich in Betracht ziehen, Dich an eine andere Therapeutin zu wenden... Ach ja, und die Stimme in Deinem Kopf, die gleich sagt "Wieso, bringt doch eh alles nichts!": Dreh Dich mal zu ihr um und frag sie, ob sie denn eine bessere Idee hat und ob sie jemals eine gute Idee hatte... 
Es ist zwar kein Buch über Depressionen, aber dennoch vielleicht ganz passend, weil die Autorin selbst fast 10 Jahre an Depressionen litt und eine Technik entwickelte, die sich direkt mit dem menschlichen Geist beschäftigt: Byron Katie: Lieben, was ist.
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28.07.2011, 15:22
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Unzufriedenheit - blockiere ich mich selbst? Beitrag #6 (permalink)
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hat Nahlebenerfahrungen
Sternzeichen:
Registriert seit: 10.06.2010
Ort: Aachen
Alter: 33
Beiträge: 2.033
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Ach ja, hier ist ein kleiner Auszug aus dem Buch.
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28.07.2011, 17:56
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Unzufriedenheit - blockiere ich mich selbst? Beitrag #7 (permalink)
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 27.05.2009
Ort: Bayern
Beiträge: 28
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womit du leider recht habe könntest... ich danke dir!
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