Om shanthi,
Revolution für einen globalen Frieden
Stellungnahme zum Krieg in unserer Zeit.
(überarbeitete Fassung)
Dieter Duhm, März/April 2003
Ich möchte die Wahrheit sagen und trotzdem dem Frieden dienen. Ich danke den Friedensbewegungen und den Demonstrationen in aller Welt. Vielleicht haben nie so viele Menschen für den Frieden demonstriert wie jetzt (Februar und März 2003). Ein Dank - für dieses Mal - auch an den deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder für sein standhaftes Nein zu diesem Krieg. Die Demonstrationen dürfen jetzt nicht aufhören, sie könnten eine historische Wende einleiten für die ganze Erde. Die Welt steht vor einer neuen Entscheidung, die bisherigen Machtgruppen haben keine einheitlichen Konzepte mehr. Die Friedensbewegung braucht jetzt einen globalen Friedensplan für eine neue Erde. Wir sind Zeuge einer falschen Zivilisation, der wir selber angehören. Wir erleben den Krieg zweier barbarischer Kulturen und Regierungen. Die Barbarei der US-amerikanischen Regierung und die Barbarei der Diktatur im Irak sind zwei Aspekte derselben Geschichte und desselben Kontinuums der Gewalt. Hier geschieht dasselbe Unrecht wie in Israel/Palästina, in Tschetschenien, im Balkan, in Lateinamerika, in Afrika, Indonesien und fast überall auf der Erde.
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Es ist nicht leicht, in so einer Zeit zu leben, in der überall auf der Erde derartige Kriege geführt werden. Es ist schwer, die amerikanische Propaganda zu ertragen, die nicht nur gegen den Feind, sondern auch auf das eigene Volk gerichtet ist, damit es bereit ist, dem Unrecht zuzustimmen. Der frühere amerikanische Präsident Jimmy Carter hat gesagt: Dieser Krieg ist eine Verletzung aller Menschenrechte. Und der frühere amerikanische Verteidigungsminister Clark hat ein Buch geschrieben über den letzten Golfkrieg, wo er beschreibt, was hinter der öffentlichen Propaganda wirklich geschah. Er bezeichnete es als eine einzige Kette von Verbrechen. Es wäre eine Pflichtlektüre für die ganze westliche Welt. Wenn wir diese Dinge zur Kenntnis nehmen, müssen wir umdenken. Wir alle müssen umdenken. Das ist kein Anti-Amerikanismus, denn diese Zeugen sind hochrangige Amerikaner. Ebensowenig handelt es sich um Antisemitismus, wenn wir heute die israelische Politik in Palästina verurteilen. Auch die Beduinen, die im Negev (israelische Wüste) aus ihren Siedlungen vertrieben wurden, sind Semiten. Wollen wir deshalb die Israelis als Antisemiten bezeichnen? Es ist schwer, mitzuerleben, mit welchen Vokabeln heute die Wahrheit verdrängt wird.
Es ist auch schwer, mitanzusehen, wie wenige unserer früheren Freunde und Mitstreiter noch bereit sind, die wirklichen Hintergründe zu erkennen und zu nennen. Sie haben sich ja selber längst schon etabliert, haben längst ihren eigenen Jargon gefunden, um ihre geistige Abstinenz zu entschuldigen. Nur wenige Genossen, die 1968 auf die Straßen gingen, sind heute noch bereit, ihren sechzigjährigen Hintern zu erheben und noch einmal für eine bessere Welt zu kämpfen. Sie alle hatten früher die heilige Wut gegen das weltweite Unrecht des Imperialismus, aber sie hatten keine Perspektive. Und so kehrten sie in das System zurück, aus dem sie gekommen waren.
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Das innere Drama der Menschheit muß aufgelöst werden, wenn wir eine Erde ohne Krieg erzeugen wollen. Solange in der Liebe Krieg ist, kann es keinen Frieden in der Welt geben. Das gilt für uns im Westen genauso wie für die Wüstensöhne Allahs oder die jüdischen Glaubensbrüder des Alten Testaments. Eine Religion, die uns von der sinnlichen Liebe und von der großen Freude der Geschlechter trennt, wird immer Krieg verursachen. Wir erleben jetzt die Endphase eines Zeitalters, wo fast die ganze Menschheit geglaubt hat, dadurch fromm und tugendhaft zu sein, daß sie ihre innersten Sehnsüchte bekämpft. Am Ende dieses Zeitalters erkennen wir den realen Schmerz, den wir uns und allen Wesen zugefügt haben durch die Tradition unheimlicher Liebesverbote. Die Menschheit hat ihren Anker im Himmel gesucht und dabei vergessen, daß sie ihn auch auf der Erde haben könnte. Die Gewalt und Grausamkeit, die Jahrtausende lang ausgeübt worden ist gegen den sinnlichen Leib, gegen die Frauen, gegen die Erde und gegen alle Kreatur, hat sich wie ein saurer Regen von Angst und Gewalt über die ganze Menschheit gelegt. Die Folgen sind immer Krankheit oder Krieg. Den Millionen psychosomatischer Patienten entsprechen die Millionen Toten auf den Schlachtfeldern.
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Bitte keine falsche Religion!
Die Erde ist heilig. Das Leben ist heilig. Die Ki-Kräfte sind göttliche Kräfte, sie dienen der Heilung und der Heiligung. Indianerführer wie Sun Bear oder Dhyani Ywahoo haben gesagt, was damit gemeint ist. Auch Jesus, Martin Luther King, Nelson Mandela oder Jacques Lusseyran (der französische Widerstandskämpfer) haben in diesem Sinne gehandelt Aber die großen Religionen der männlichen Epoche haben durch falsches Dogma und Machtmißbrauch das Heilige zerstört. Sie haben es ins Jenseits verlegt und sich von den Glücksangeboten der sinnlichen Erde abgewendet. Religion wurde verbunden mit dem Wahnsinn einer permanenten Lebensverdrängung. Die Menschen, welche die Erlösung auf der Erde nicht finden konnten, sollten sie im Jenseits finden. Mechthild von Magdeburg, Heloise und Abälard, Maria Stuart und alle diese großen Schicksale des europäischen Mittelalters bezeugen eine Welt, in der es für den liebenden, auch sexuell liebenden, Menschen keinen Ausweg gab. (Ich möchte hier auf die fürchterliche Zeit von Kreuzzügen und Inquisition nicht eingehen.)
Heute leiden Millionen verunglückter Liebespaare an dem Erbe einer fehlgeleiteten Epoche. Auch die Kunst der letzten Jahrhunderte lebt vom Unglück uneingelöster Liebe. Goethes "Leiden des jungen Werther", die den jungen Napoleon so begeistert haben, ist dafür ebenso ein Beispiel wie die dramatischen Zeugnisse von Kierkegaard, Ibsen oder Dostojewski. Maler wie van Gogh, Gauguin oder Paula Modersohn-Becker sind an ihrer uneinlösbaren Sehnsucht gestorben. Das Unglück der Menschen ist in den Romanen, den Bühnenstücken unserer Zeit und den Feuilletons unserer Zeitungen zu einer fast obligatorischen Zelebration geworden. Adam Kadmon, das Urbild des Menschen, ist in die Irre gelaufen, unsere spirituellen Schaltkreise erzeugten Schuldgefühle statt Befreiung. Nur sehr wenigen ist trotzdem eine höhere Verbindung gelungen. Diese ganze Vorstellung von Religion, von Kultur und Gesellschaft war falsch, sie diente der Verdrängung elementarer Freuden aus dem irdischen Paradies.
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Der Friede muß gelernt werden wie der Krieg. Mit bloßem Wünschen ist niemandem geholfen. Wir brauchen jetzt die konkreten Lebensmodelle, in denen wir die Möglichkeit eines realen Friedens im Zusammenleben mit aller Kreatur entwickeln und erproben können. Diese Modelle müssen finanziert werden, damit wir uns nicht auf Steinzeitebenen bewegen müssen. Wir brauchen neue Technologien, neue Wohnsysteme, neue Informationskreise und Netzwerke für die Verwirklichung gewaltfreier Lebensmodelle. Wir bitten alle, die Geld haben: investiert es in den Aufbau einer globalen Friedenskraft. Helft mit bei der Umverteilung der Gelder, damit eine lebenswerte Zukunft auch ökonomisch gesichert werden kann. Ich zitiere Pia Gyger und Pater Brantschen vom Lassalle-Haus in der Schweiz:
"Frieden muß von der Menschheit genau mit dem gleichen Einsatz gelernt und geübt werden wie Krieg. Täuschen wir uns nicht. Bevor wir nicht den gleichen Einsatz an finanziellen Mitteln zur Friedensforschung und Friedenserziehung einsetzen, ist Frieden eine Illusion. Sobald wir unsere psychisch-geistigen und materiellen Kräfte auf das Erlernen von Frieden einsetzen, beginnt sich das "Kriegsrad der Geschichte" in die gegenteilige Richtung zu drehen."
. ...Laßt uns Medien aufbauen, die der Verbindung dienen. Wenn alle die, die heute auf den Straßen der Welt gegen den Krieg demonstrieren, eine positive Perspektive sehen können, ist der Kampf gewonnen. Ein Appell an alle FriedensarbeiterInnen: Laßt euch nicht durch den Krieg zermürben. Helft mit bei der Gründung eines neues Lebens auf der Erde.
Die 134 ha des Geländes sind bewachsen von Korkeichen, Zistrosen, Olivenhainen, Brombeersträuchern, Disteln, einem Obstgarten und einer kleinen Orangenplantage, dazwischen Weißdorn, Quitten und im Frühjahr eine bunte Wiesenflora. Es gibt mehrere große Badeteiche, drei ergiebige Quellen, verschiedene Brunnen und Wasserbohrlöcher und unterirdische Wasseradern. Auf dem Gelände standen fünf Bauruinen, die inzwischen größtenteils ausgebaut und bewohnbar sind. Ein Gästezentrum, ein großes Gästehaus, eine Sommerküche, Schattendächer, mehrere Mitarbeiter-Wohnhäuser wurden neu errichtet und der Zeltplatz erweitert.
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