Hallo Hopeless,
Karma als solches kannst du nicht auflösen, es ist ein Wirkungsprinzip (Naturgesetz). Du baust also ständig Karma ab, indem du mit alten Dingen konfrontiert wirst und neu damit umgehst, und ständig neues auf, sofern du gegen dein Gewissen, gegen dein Potential, gegen deine innere Stimme handelst. Die Vorstellung, daß es irgendwann einen Punkt gibt, wo alles Karma erledigt ist und du kein neues mehr aufbaust, ist völlig irrig. Karma beginnt nicht mit Mord, es beginnt z.B. mit dem Übergehen von neuen Entwicklungen und Ignorieren von Warnsignalen, also im ganz subtilen Bereich.
Das Gesamtpaket der karmischen Wirkungen aus früheren Leben (plus dem heutigen !), das du mit "Karma" meinst, ist eine noch nicht bezahlte Rechnung für bereits Getanes. "Auflösen" würde bedeuten, die Rechnung zu zerreißen, statt sich mit ihr auseinanderzusetzen.
Dieses Gesamtpaket kann man vielleicht wie folgt verstandesmäßig aufdröseln:
- Die Gesamtheit aller traumatischen Eindrücke, letzten Gedanken, Selbstverurteilungen, Körpergefühle etc. - also die Inhalte deiner Emotionalkörper aus Dutzenden bis Tausenden früherer Leben, Tausender früherer Qualen, Tausende früherer Tode. Das ist das, was z.B. Samuel Sagan von Clearvision als "Samskaras" bezeichnet.
- Die diversen Lebensmuster, die du angehäuft hast - durch eigene Taten, durch die daraus resultierenden Opfer-Erfahrungen und deine Reaktionen darauf.
- Das zentrale Lebensmuster, das sich durch alle Leben hindurchzieht - der "Rote Faden", deine Lebensaufgabe. Die ursprünglichste Version davon bringst du bereits als Ur-Programm in die Dualität mit.
- Die Gesamtheit der Potentiale, die du in früheren Leben mißbraucht und deshalb danach von dir abgespalten hast.
Damit beantwortet sich auch schon deine Frage:
zu 1: Diese Sachen kannst du abbauen. Im Durchschnitt 6 bis 8 Rückführungen reichen für die wichtigsten. Andere brauchen vielleicht 20, 30, 50 davon, bis die wichtigsten Samskaras aufgelöst sind. Alle schaffst du sowieso
nie.
Woran merkst du, daß es gut ist ? Daran, daß es dir gut geht. Solange irrationale Gefühle (= gespeicherte Emotionen) hochkommen, sind Samskaras aktiv und belasten dich. Meist gilt auch hier das universelle "
Pareto-Prinzip" (auch "80/20-Prinzip" genannt).
zu 2: Auch das kannst du abbauen. Rückführung,
Meditation, Aufstellungsarbeit, im Alltag Augen offen halten,
Bachblüten, Homöopathie, sich selbst und andere als Spiegel nutzen - da gibt es viele Möglichkeiten. Jedes Lebensmuster hat quasi seine eigene Umlaufbahn und Energie, deshalb dauert das unterschiedlich lange. Der entscheidende Punkt bei allem: Den eigenen Anteil erkennen. Je länger du dich sträubst zu erkennen, daß du selbst das bist, desto länger dauert es.
Wann bist du mit einem Lebensmuster fertig ? Wenn du merkst, daß etwas, was dir mal glühend wichtig war, bedeutungslos geworden ist. Wenn du merkst, daß du anders reagierst, andere Einstellungen und Sichtweisen hast als früher etc.
Wann bist du mit allen Lebensmustern fertig ? Wenn du alle Muster, derer du dir gewahr wirst, als Abziehbilder des einen Zentralmusters identifizieren kannst, das sich durch alle Inkarnationen hindurchzieht, und dadurch jedes auftauchende Muster sofort geistig umerleben kannst.
zu 3: Lebensaufgabe ist Lebensaufgabe ist Lebensaufgabe. Das heißt, sie ist nicht in ein paar Jahren oder Jahrzehnten zu beenden. Wenn dein Ur-Programm darin besteht, in dieser komischen Dualität dein eigenes Ding drehen zu wollen, dann wird die Lebensaufgabe so lange brauchen, bis du dich freiwillig in die Gesetzmäßigkeiten dieser Ebene einfügst. Das heißt, es geht hier um das tiefe Begreifen und Verändern geistiger Haltungen.
Lebensaufgabe besteht immer aus
1. Etwas in dir zu Überwindendem
2. Etwas in dir zu Entwickelnden
3. Etwas, was du an der Welt akzeptieren lernen mußt.
zu 4: Wenn du z.B. als Scharfrichter besonders stolz auf deine Präzision warst, mit der du die Genicke getroffen hast, wirst du im Heute Präzision meiden wie der Teufel das Weihwasser und deshalb Mist bauen. Dieses Potential steht dir erst nach einer Schuldkonfrontation wieder zur Verfügung und muß dann auch erst mal wieder trainiert und angewendet werden. Deine wesentlichen Potentiale und deinen bisherigen falschen Umgang damit zu erkennen ist eine Sache, das geht mit Potential-Analyse & Rückführung. Die eigentliche Lösung, die eigentliche Karmabewältigung besteht dann darin, diese Potentiale heute zu nutzen, ohne dich in Wiedergutmachungsfallen zu verrennen. Um bei dem Scharfrichter zu bleiben: Es würde hier also nicht darum gehen, dich heute z.B. in der Pflege von Querschnittsgelähmten aufzureiben -
sondern dein Potential "Präzision" in einem Beruf zu leben, der dich und andere aufbaut und dir FREUDE macht.
Diesen Weg der Verwirklichung des eigenen Potentials sehe ich als das eigentliche "Dharma" zum "Karma" an.
