Dass ich in meinem früheren Körper ein Wolf war, ist für mich schon selbstverständlich: Eine als Welpe bei meiner Mutter, eine kurz vor meinem Tod, eine andere vom Abschied (unklarste) und eine Geschichte, die mir als Welpe erzählt wurde. Ich werde sie mal der Reihe nach schildern:
1. Als Welpe bei meiner Mutter:
Es war ein schöner Tag, meine Mutter und ich lagen nahe dem Waldrand und genossen die Sonne. Ich hatte keine Geschwister, also war ich der einzige Welpe zur Zeit. Von dieser Position konnte man ein Stück weit das Meer sehen und die Seevögel, die darüber flogen und nach Fischen suchten. Am Horizont tauchte etwas winzig kleines auf, es kam langsam näher. Man konnte nach einiger Zeit erkennen, dass es ein Holzboot war. In diesem Boot war ein Schneeweißer Wolf an einen Strick gebunden. Kurz vorm anlegen des Bootes riss sich der Wolf los und sprang von Boot herunter. Der weiße Wolf war krank, das merkte man an irgendetwas, aber ich wusste nicht was. Der Wolf kam näher gehumpelt, er wollte wohl in den Wald flüchten. Dann stand er vor mir. Einen Augenblick lang sahen wir uns in die Augen, aber dann kam ein Schuss. Der Wolf brach langsam in sich zusammen und meine Mutter nahm mich hoch und rannte weg. Diese Wesen schossen nicht nach uns. Ich drehte den Kopf nocheinmal in Richtung des toten Wolfes. Obwohl ich ihn kaum kannte, verspürte ich Trauer.
2. Kurz vor meinem Tod:
Ein Horsignal ertönte. Ich spitzte die Ohren. Die Jäger waren wieder im Wald auf der Jagd. Ich sah zu Boden. Unten spielten meine kleinen Wolfswelpen bis vor kurzem, bei dem Hornsignal spitzten sie die Ohren. Schnell nahm ich eins nach dem andern hoch und trug es. So schnell wie ich nur konnte, rannte ich mit ihnen zu der Höhle. Dort wären wir alle sicher. Ein Knall ertönte und eine Kugel von einem Gewehr traf mich hinter das rechte Schulterblatt. Es war schrecklich, ich schrie auf. Trotzdem musste ich weiter. Zur Höhle. Mit meinen Welpen am Rücken rannte ich durch den Wald. Zwischen den Bäumen und Baumstumpfen rannte und sprang ich hindurch. Bis zur Höhle. Dort legte ich mich hin. Das Rudel würde sich um sie kümmern. Mein Kopf schmerzte. Alles wurde schwarz um mich herum, ich vermittelte meinen Welpen noch, dass alles gut war. Dann war nichts mehr.
3. Der Abschied:
Ich weiß nicht sehr viel davon, warum sich das Rudel trennte ob ich ging oder blieb. Damals war ich noch ein ziemlich junger Wolf und verstand auch nicht, warum sie gehen mussten. Aber vier Zeilen habe ich damit verbunden:
Vater Mond und Mutter Sonne
und ihr Geschwister Sterne.
Begleitet uns auf unserem Weg
weit weg in Richtung Ferne.
4. Die Geschichte:
"Opa Wolf" hat früher den Welpen immer eine Geschichte erzählt, als ich sie hörte, lauschte ich gespannt. Ich habe sie noch nicht vergessen:
"Man erzählt sich, dass alle Lebewesen einst vor tausenden von Jahren, länger als es uns gibt von Vater Mond und Mutter Sonne geschaffen wurden. Als erstes schufen sie die Sterne: Mutter Sonne nahm einen ihrer Strahlen und Vater Mond nahm einen seiner Krater und sie fügten sie zusammen und so entstanden die Sterne. Mutter Sonne erschuf dann die Wesen des Tages und Vater Mond die der Nacht. Manche waren beides, sie wurden von den Sternen geschaffen, welche ja das Werk von Mutter Sonne und Vater Mond waren. Das ist angeblich einst geschehen, aber es hat keinen Einfluss auf euer Leben. (Anmerkung: Er hat es mehreren Welpen erzählt) Ihr seid jetzt und alles was IHR tut, wird EUER Leben sein. Macht euer Leben nicht von etwas oder jemandem anderen abhängig. Und es gibt noch die Legende, dass Vater Mond und Mutter Sonne zuvor eine andere Form hatten, Mutter Sonne war so hell wie sie nun ist und leuchtete in jeder denkbaren Gestalt, in der sie wollte. Irgendwann jedoch schwand ihre Kraft, denn sie wurde älter und sie nahm die Gestalt einer Kugel an. Vater Mond hatte Pfoten und federne Flügel. Er war alles, in ihm konnte man alles erkennen, aber auch er wurde mit der Zeit schwächer und wählte ebenfalls diese Form. Nun wachen beide abwechselnd über diese Welt." Es war nur eine Geschichte, niemand dachte daran, anderen zu sagen es würde stimmen ud sie zu überzeugen oder sagte, es wäre schwachsinn. Kein Wolf wusste es genau und so ließen wir die Geschichte hören und erzählten sie selbst weiter. Jetzt denkt nicht, das wäre sowas ähnliches wie Gott, es war mehr nur eine Geschichte. Mich hat diese Geschichte damals total fasziniert.
Kann sich von euch noch an etwas aus seinem früheren Leben errinnern? (die 3. und 4. war aus dem selben Leben(skörper), die ersten beiden waren ein anderes, zusammenhängendes Leben)