Ich denke, dass dies eine Frage ist, die eben durch die Grenzen unseres menschlichen Verstandes aufkommt. Aber man sollte nicht versuchen, sie nach unseren Maßstäben zu beantworten.
Nach allem, was ich durch verschiedene Bücher erfahren habe, spielt Zeit nur für uns Menschen eine Rolle. In der Astralwelt, wo die Seelen nach dem körperlichen Tod zuerst hingehen, existiert sie in dieser Form nicht. Das ist das eine.
In einem Buch, das ich gelesen habe ("Leben nach dem Leben" von Manfred Müller) berichtet ein verstorbener aus der Astralwelt einem Medium, dass ein bestimmtes verstorbenes "Familienmitglied" sich gerade auf eine
Reinkarnation vorbereitet und deswegen gerade nicht anwesend sein kann...
Ich glaube auch gar nicht, dass wir von ALLEN Seelen abgeholt werden müssen. Wenn die ein oder andere bereits wieder reinkarniert ist, dann wird man das wohl als gegeben hinnehmen, wenn man hinübergeht. Ich vermute, in diesem Moment weiß man, dass Zeit keine Rolle spielt und man die betreffende Seele dann eben erst später wieder sieht (nach unseren menschlichen Maßstäben "später" eben).
Bei u.a. Brian L. Weiss z.B. ist davon die Rede, dass immer ein Teil unserer Seele auf der Schwingungsebene bleibt, auf der sie aktuell zu Hause ist (nicht alle Seelen sind auf der gleichen Schwingungsebene, das hängt halt auch von unserer Entwicklung ab) - deswegen können wir beim Channeln auch mit unserem höheren Selbst in Kontakt treten. Also, ja, unsere Seele ist quasi geteilt, ein Teil bleibt immer "zu Hause". So wäre es vielleicht zu erklären, warum immer alle (ist das denn überhaupt so? wo steht das?) einen abholen, wenn man stirbt. Alles nur Theorie, versteht sich.
Und dann sei noch gesagt, dass nicht jede Seele das Bestreben hat, zig Mal als Mensch zu inkarnieren. Es gibt unzählige andere Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln und es gibt genügend andere "Welten" bzw. Erfahrungsebenen (besonders nicht-materielle, also stoffliche), in denen Seelen ihre Lern-Erfahrungen machen können. Manche Seelen inkarnieren nur einmal, manche gar nicht. Wenn man die Anzahl der bisher gelebten Menschen hochrechnet, ist es rechnerisch überhaupt nicht möglich, dass jede Seele beliebig oft und zig Mal als Mensch inkarniert.
Buhlman (Out of Body) beschreibt seinen Kontakt mit seinem Geistführer, der es vorzieht, nicht zu inkarnieren, weil ihm das Menschsein nicht solche Freude macht wie Buhlman. Ganz offenbar haben verschiedene Seelen auch verschiedene Vorlieben für die Erfahrungen, die sie machen wollen.
Mich machen eher andere Fragen stutzig. Wenn ein Medium z.B. davon berichtet, dass die eigene verstorbene Mutter sagt, dass verstorbene Kinder auch in der Astralwelt Kinder seien und dort erwachsen werden. Sowas kommt mir doch sehr komisch vor. Denn die Seele ist alters- und geschlechtslos. Aber gut, vermutlich ist das auch einfach nur wieder ein Problem, das ein menschlicher Verstand hat, wenn er versucht, mit Logik an die Metaphysik heranzugehen. Vielleicht muss man, wie du, auch einfach ein bisschen kritisch bleiben, um auf dem Boden zu bleiben. DIESE Logik, die wir durch unsere Welt und unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse anerzogen bekommen haben, zieht halt nicht. Bestimmte Fragen werden daher wohl immer bleiben, so lange wir nicht selber eine perfekt Telefonverbindung zum "Jenseits"

haben oder unser Körper gestorben ist.