Hallo an alle!
Ich beschäftige mich jetzt seit ca. einem halben Jahr immer wieder mit der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Dieses Ereignis und alles rundherum, was ich Stück für Stück durch Lesen (auch von russischsprachigen Seiten) erfahre, lässt mich einfach nicht los.
Als ich mir zum allerersten Mal unvoreingenommen und ohne besonderes Wissen über die Ereignisse die Bilder der Stadt Pripiat (der Stadt, die am nächsten am AKW Tschernobyl lag) angesehen habe, hatte ich unvermittelt das Gefühl, ich würde diesen Ort kennen und zwar derart, dass ich dagewesen sein muss, dass ich da gelebt haben muss. Alles, was ich gesehen habe, war so vertraut für mich.
Außerdem empfinde ich eine unglaublich tiefe Trauer, wenn ich an das Ereignis denke, eine persönliche Trauer, eine Trauer, wie man sie eigentlich nur empfindet, wenn einem etwas selbst widerfahren ist oder man daran beteiligt war.
Erinnere ich mich an ein früheres Leben? Habe ich in Pripiat gelebt? Bin ich an den Folgen des Unfalls gestorben (geboren bin ich im November 1988, also 2,5 Jahre nach dem Unfall)? Kommt mir deswegen alles so unglaublich bekannt vor?
Oder kann ich mich einfach nur besonders gut einfühlen?
Was denkt ihr?
wandeldichter