Hallo an alle, die das lesen.
Ich bin mittlerweile schon einige Zeit hier angemeldet und habe mich meistens im "Jenseitskontakt"-Bereich aufgehalten, weil ich hier auch irgendwie hingehöre. Deswegen schreibe ich auch hier diese Worte auf und hoffe, dass sie nicht am falschen Platz sind.
Vor sechs, fünf Jahren hatte ich vermehrt Träume, die manchmal wahr wurden, manchmal mich auch nur symbolisch auf etwas hinwiesen, das dann geschehen wird. Zudem hatte ich bis vor wenigen Jahren stets sehr aktive Träume, um es so auszudrücken. Ich hab jede Nacht geträumt, sehr bildhaft, detailliert und ich konnte mich jeden Morgen daran erinnern. Die Träume fühlten sich auch immer sehr lebendig und echt an.
Zugleich hörte ich Stimmen - deswegen hielt ich mich immer in diesem Bereich des Forums auf.
Das begann, als ich elf oder zwölf war. Ich wachte eines Abends auf und sah die Umrisse eines Totenkopfes an der Wand. Zuerst war ich verängstigt, dann dachte ich, es ist vielleicht nur irgendein ungünstiges Schattenspiel und bin den ganzen Raum abgelaufen, auf der Suche nach der möglichen Quelle. Tatsächlich fand ich nichts und dieses Zeichen ängstigte mich derart, weil ich dachte, ich müsste sterben. Dem war nicht so. Aber an diesem Moment hörte ich eben die Stimmen von Verstorbenen.
In den meisten Fällen fragten sie mich Dinge (mir wird ewig die Stimme eines Kindes in Erinnerung bleiben, die mich nach ihrem Vater gefragt hat), aber ich war zu jung und konnte damit nicht umgehen. Ich hielt mich für verrückt und ignorierte, was sie zu mir sagten. (Im Nachhinein tut es mir unglaublich leid ...)
Ich hörte ständig Schritte im leeren Haus, vor allem abends in meinem Zimmer (einige der Vorfälle habe ich auch im Forum geschrieben).
Nach einigen Jahren - wo ich unter den Träumen, den Geräuschen und den Stimmen litt - wollte ich nicht mehr. Ich war jung und ich wollte ein normales Leben haben. Ich wünschte mir nichts sehnlicher, als ein normales Mädchen zu sein. Der Wunsche wurde bestärkt, weil in meiner Familie solche Dinge nicht akzeptiert werden. Bis heute weiß es niemand in meiner Familie. Sie würden es nicht verstehen.
Und eines Abends wünschte ich unter Tränen all die Stimmen, all die Dinge fern.
Und es hat funktioniert. Nun füge ich jedoch ein "Leider" hinzu.
Ich bin mittlerweile neunzehn, lebe alleine und fühle mich weitaus erwachsener, als damals. Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt damit umgehen kann und es auch nicht mehr geheim halten muss, weil mich keine strenge Familie mehr einengt.
Zudem fühle ich seit diesem Moment, wo ich dem abgeschworen habe, eine Leere in mir, die sich in all den Jahren nie gefüllt hat. Ich konnte es gut ignorieren und mich ablenken, weil ich mich mit Schulwechseln und meinem Abitur herumschlagen musste. Mein Leben war ständig am Laufen, aber jetzt, wo ich wieder etwas zur Ruhe gekommen bin, spüre ich wieder diese Leere in mir. Das Gefühl, dass etwas fehlt.
Ich möchte gerne das gut machen, was ich damals nicht geschafft habe.
Ich möchte den Verstorbenen helfen, die ich damals ignoriert habe.
Deswegen wollte ich fragen: kann man seine Gabe verlieren? Verschließt sich dieses Tor für ewig oder gibt es irgendeinen Weg, es wieder zu öffnen?
Ihr wisst nicht, wie sehr ich mittlerweile unter meinem Gewissen leide, weil ich wirklich das Gefühl habe, dass ich damals wegen meiner fehlenden Erfahrung und der Angst, so viel falsch gemacht zu haben ...
Aber ich will ehrlich sein und sagen, dass nicht nur diese Leere der Grund dafür ist, weswegen ich wieder begonnen habe, in diesem Forum zu schreiben und mich mit meiner Gabe auseinanderzusetzen.
Nein, es ist nicht nur das ... Vor wenigen Tagen wurde die beste Freundin einer Freundin von mir ermordet und der Mörder wurde noch nicht gefasst. Auch die Polizei, so scheint mir, befindet sich noch im Dunkeln.
Ich bin äußerst empathisch veranlagt - manchmal ein Segen, oft auch ein Fluch - und habe die Nächte seit ihrem Tod durchgeweint. Wann immer ich an ihre Familie und Freunde denke, steigen mir die Tränen in die Augen.
Und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als irgendwie in Kontakt mir ihr treten zu können...
Tut mir leid, dass ich euch so mit meiner Geschichte erschlagen habe und ich hoffe, jemand kann mir weiterhelfen.
Und ich hoffe, es gibt irgendwie eine Möglichkeit, meine Gabe wieder "aufzuwecken" ....
Liebe Grüße,
Phantasmagoria