Liebe sunshine,
meine herzliche Teilnahme an deiner Trauer.
Deine Frage nach dem "Ankommen" beanworte ich dir so wie ich es sehe.
Ein Verstorbener ist nicht "weg", aber auch noch nicht sofort nur noch unverkörperte Seele.
Die inkarnierte Seele trägt mehrere Hüllen, sozusagen wie Kleidungsstücke übereinandner, und diese legt sie beim Tode nach und nach wieder ab. Der körperliche Tod ist erst der Anfang, aber auch das Schwerste, da der sichtbare Leib der dichteste ist. Die anderen Körper sind immer feinstofflicher, und es ist für den Verstorbenen immer leichter sie abzulegen.
Wie lange dieser Prozess dauert ist unterschiedlich, je nachdem vieviel Vitalität die feineren Körper noch haben. Bei alten oder schwer kranken Menschen dauert er nur Wochen oder Monate, vielleicht auch ein Jahr. Wenn jemand jung, z.B. an einem Unfall, stirbt, kann er ungefähr so lange dauern wie dieser Mensch ohne den Unfall gelebt hätte.
Die Zeit bis zum Ablegen aller körperlichen Hüllen ist für den Verstorbenen sehr wertvoll. Er kann zunächst noch fühlen, denken, wollen und sich etwas vorstellen. So hat er Gelegenheit auf anderen Bewusstseinsebenen Erlebnisse zu verarbeiten - Dinge nachzuholen, zu denen er im Leben nicht gekommen ist - Menschen zu begegnen, die er kannte - sozusagen noch nachzureifen.
Das ist nicht immer einfach für den Verstorbenen, aber nicht "schlimmer" als er es im Erdenleben gehabt hat. Und es wird leichter, je mehr er verarbeitet hat und je weiter der Prozess fortgeschritten ist. Das Dasein in den feineren Körpern ist angenehmer als das Erdendasein, weil alles leichter geht und man immer weniger materielle Bedürfnisse, Schmerzen und Konflikte hat und immer mehr Möglichkeiten sein Erleben nach seinen Vorstellungen zu gestalten.
Wenn die Seele ohne körperliche Hüllen ist, gibt es für sie kein Leid irgendwelcher Art mehr. Vielleicht wird sie irgendwann wiedergeboren. Vielleicht geht sie auch in die Einheit, ins Licht, in Gott ein. Wie man es auch nennen mag, es ist eine unaussprechliche Seligkeit, für die Seele selbst und für diejenigen, die es miterleben dürfen.
Auf seinem Weg können die Lebenden den Verstorbenen begleiten durch Gedenken, Gebet,
Meditation... Der Verstorbene nimmt seine Angehörigen noch wahr und es tut ihm gut, wenn sie weiter mit ihm verbunden sind.
Herzliche Grüße
Marjul