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14.12.2008, 19:06
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Bewusstes Sterben Beitrag #1 (permalink)
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Gast
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Bewusstes Sterben
An diese Geschichte aus Niedersachen wurde ich heute erst wieder anläßlich einer Diskussion über den Freitod erinnert:
http://www.suedkurier.de/news/panora...rt3334,3053382
Da hat dieser scheinbar von allen gekannte Mensch vielleicht eine Entscheidung instinktiv getroffen und willentlich gelebt, die bei den Buddhisten in Sterbeseminaren einem beklommen schweigenden und atemlosen Publikum mühevoll unter die Nase gerieben wird. Beeindruckend! Auf diese Art zu gehen setzt eine enorme Willenskraft, Mut und großes intuitives Verständnis des Sterbeprozesses (oder Lebensprozesses) voraus.
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14.12.2008, 20:00
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Bewusstes Sterben Beitrag #2 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 04.03.2008
Beiträge: 1.651
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Ich sehe das anders. es macht einen Unterschied, ob du in einem Zustand des Glückes und des Eins- Seins sagst- wenn ich jetzt Tod bin- es ist mir recht oder ob du aus Verzweiflung und Handlungsunfähigkeit , dem Drama keine andere Möglichkeit mehr siehst- als dich nicht mehr zu versorgen und zu verhungern.
Ein sehr großer Unterschied sogar. Denn wäre es wirklich ein Akt der Kraft gewesen, so gäbe es keinen nachvollziebaren Grund- das Leben neu und freuderfüllt aufzubauen. Es war aber die Totale resignation ,gepaart mit Stolz, es durchzuziehen.. es den anderen zu "zeigen" . Es war Schwäche und diese kalte Welt- niemand der es merkte- hat es genährt- zum Tod. Ob er angekommen ist- wissen wir ja auch nicht, oder irgentwo in der Zwischenwelt rumhängt.
Also mit Mut, Willenskraft und Wissen um die Sterbeprozesse hat es meiner Ansicht nach wenig zu tun gehabt. Seine Nachlassworte haben keinen spirituellen- sondern eher anklagenden Inhalt:.. Sieht ihr.. weil.. Ihr..
muss ich..
Naja.
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14.12.2008, 20:03
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Bewusstes Sterben Beitrag #3 (permalink)
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Chaosmagier
Registriert seit: 21.01.2008
Beiträge: 4.473
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das ist ja echt zum heulen. armer kerl  .
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14.12.2008, 20:12
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Bewusstes Sterben Beitrag #4 (permalink)
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Gast
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Interessant, aber frei...?
Hallo no-tsou-wu,
ich schließe mich chokra an. Es entsteht das Gefühl, als sei es eher ein "Racheakt" als ein Abschied nach Erfüllung. Die Willenskraft ist aber das, was fasziniert. Wir können eben alles erreichen - vorausgesetzt, wir zweifeln nicht. Wenn der Zweifler nichts mehr sagt, ist er wohl verzweifelt...
Es gibt stillere, schönere Möglichkeiten, den Tod zu wählen. Und man muß andere nicht mit hineinziehen. Kinder, Jäger, Polizei. Es reicht eine Freundin oder ein Freund, der den Wunsch akzeptiert und - mit welchem Abstand auch immer - begleitet. Doch diese Akzeptanz - egal, ob es um Leben oder Sterben geht - finden wir nur selten. Da müssen wir uns nur die Meinungen zu Verhütung, Abtreibung, Sterbehilfe und Selbstmördern ansehen...
Es ist aber durchaus wünschenswert, dass die Wertung auch hier ein Ende nimmt!
Ich kenne eine Person, die im Kontakt mit ihrem Höheren Selbst mal gefragt hat, ob es noch etwas zu tun gäbe. "Nein, du hast alles erledigt, du kannst gehen!" - "Und wenn ich noch etwas bleiben möchte?" "Es ist deine Entscheidung. Du wirst keinen Nachteil haben. Du bist frei!" Wenn sie sich dann hingesetzt hätte, um zu sterben, wäre es vermutlich in einem totalen Frieden einfach geschehen, im Dialog mit dem höheren Selbst.
Das ist mein Ziel... 
Herzlichst
Yemaya
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14.12.2008, 20:28
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Bewusstes Sterben Beitrag #5 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 04.03.2008
Beiträge: 1.651
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Diese Kälte und fehlende zwischenmenschliche Tiefe Bindung- durch Höhen und Tiefen -menschlichen Seins- in diesem Land ist halt immer wieder so erschreckend- für mich persönlich .
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14.12.2008, 20:42
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Bewusstes Sterben Beitrag #6 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Sternzeichen:
Registriert seit: 01.08.2006
Ort: Daheim
Alter: 50
Beiträge: 159
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Mich erschreckt diese vollkommen Hoffnungslosigkeit. Ja er klagt an, die, die weg geschaut haben.
Lieben Gruß Souki
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14.12.2008, 21:32
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Bewusstes Sterben Beitrag #7 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Sternzeichen:
Registriert seit: 09.02.2007
Ort: bei Münster/Westf.
Alter: 59
Beiträge: 2.053
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Ein Beispiel für bewusstes Sterben, bei dem mir persönlich keine Fragen kommen, habe ich in dem "Zen-Buch vom Leben und Sterben" von Philip Kapleau gefunden.
Der Zen-Meister Yamamoto, Abt eines Klosters in Japan, sah sich im Alter von 96 Jahren, fast blind und taub, nicht mehr in der Lage seine Schüler zu unterweisen. Er fand die Zeit zum Abschiednehmen gekommen und erklärte, zu Beginn des neuen Jahres werde er sterben, und er aß nichts mehr. Die Mönche gaben zu bedenken, dass die Neujahrszeit sehr ungünstig sei für seinen Tod, weil es dann im Tempel sehr viel zu tun gebe. Der Meister hörte auf sie und nahm wieder Nahrung zu sich. Später hörte er wieder auf zu essen und starb im Frühsommer einen sanften Tod, indem er einfach umfiel.
Der Autor bemerkt dazu, dass diese Art des Strebens nichts Gewaltsames hat: der Meister hat nichts mehr dazu beigetragen sein Leben fortzusetzen, es war ein Loslassen.
Vivekananda und Paramahansa Yogananda ("Autobiographie eines Yogi") haben ihrem körperlichen Leben ein Ende gesetzt, indem sie aus der Meditation nicht mehr zurückgekehrt sind, also wohl aufgehört haben zu atmen.
Herzliche Grüße
Marjul
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15.12.2008, 08:17
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Bewusstes Sterben Beitrag #8 (permalink)
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Gast
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Zitat:
Zitat von Yemaya
ich schließe mich chokra an. Es entsteht das Gefühl, als sei es eher ein "Racheakt" als ein Abschied nach Erfüllung.
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... es ist aber sehr interessant, Yemaya, dass niemand hier eine Information über den Bewusstseinszustand oder die Motive dieser Person hat. Es ist ja nur eine nackte Zeitungsmeldung. Was über diese Person vermutet wird, sind nur die Vermutungen anderer. Der Inhalt des Tagebuches ist nicht bekannt.
Woher also diese Interpretationen? (Antwort: Aus eigenen Missverständnissen und Ängsten betreffend den Tod).
Bewusst zu gehen ist etwas, was überall in der Gesellschaft Angst, Unverständnis und Panik auslöst. Eben darauf wollte ich mit dieser Nachricht hinweisen.
Es geht hier nicht um die Motive dieses Menschen - es geht um mein eigenes Verhältnis zu meinem Tod. Ich bin erstaunt, dass dies nicht erkannt wurde.
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