Herzliches Beileid!

Ich wollte dir nur sagen, dass meine Oma in den Wochen vor ihrem Tod immer ovn einem Mann im Krankenhaus erzählt hat. Der hatte einen Pullunder an und saß immer in der Ecke. Manchmal saß er da sogar, wenn wir zu Besuch waren, aber wir konnten ihn nicht sehen. Sie sagte immer, der sei ganz nett und freundlich, nur manchmal käme noch eine Frau, die sei böse und die würden dann kämpfen. Meine Mutter fragte meine Oma, wie die kämpfen würden und sie schaute kurz abwesend zum Fenster und meinte dann: "Mit Gedanken."
Meine Oma starb wenig später während einer OP, weil ihr Herz versagte. Die Ärzte belebten sie wieder, aber sie antwortete mit einem so krassen, mehrfachen Herzinfarkt, dass die Ärzte nichts mehr tun konnten. Sie wollte das so.
Noch dazu sollte man sagen, dass meine Omi die ganzen letzten Jahre zuvor vor jeder OP meinen Opa informiert hat. Vor JEDER! Doch an diesem Tag kam mein Opa ins Krankenhaus und erfuhr erst dann, dass seine Frau bereits im OP liegt. Es war die erste und letzte OP, von der meine Oma keinem was erzählt hat. Sie wusste, dass sie gehen würde.
Meine Mutter hatte mal 3 Wochen vor ihrem Tod gesagt: "Mama, wenn du gehen möchtest, dann geh." und meine Oma sagte: "Ihr lasst mich ja nicht..." Und deswegen sollte keiner da sein und keiner wissen, dass sie gehen würde. An diesem Tag. Und ich bin mir sehr sicher, dass dieser nette Pullundermann meine Omi an der Hand genommen und sie mitgenommen hat.
So wie bei deiner Mama der Hund. Eine schöne Vorstellung.
PS: Noch zu den Schmerzen: Ich hatte neulich während einer Prüfung einen Nerven- und Kreislaufzusammenbruch. Meine Mutter hatte 10.529km weiter völlig aus dem Nichts heraus genau dasselbe Gefühl und sie wusste, dass ICH es war! Das kann also bei einer engen Bindung durchaus sein!