Hallo Tamesis,
ich gehöre keiner speziellen Hexentradition an und bin auch nicht die ganz große Freundin von bis ins Kleinste vorgefertigten Ritualen.
Mehr als alle anderen Jahreskreisfeste ist Jul für mich ein Doppelfest...am 24/25. ein Familienfest für und mit den lebenden und verstorbenen Ahnen und die "eigentliche" Geburt des Lichtes in der Julnacht. Beides finde ich schön...das eine als "meine" Religion, das andere als geachtete Familientradition, bewusst ohne Stress und Kommerz.
An Jul ist das Haus ja sowieso schon geschmückt mit Grün, also werde ich irgendwann nach Einbruch der Dunkelheit für die guten Geister, die mich umgeben Speisen und Getränke bereit stellen. Was das sein soll, träume ich in der Nacht vor dem Fest, und wenn nicht koche ich halt nach Gutdünken

Wenn das Wetter es zuläßt werde ich ein Scheit Holz im Garten entzünden und das Feuer weihen...etwas singen oder auch einfach in die Flammen schauen und "Feuer tanken". Die Eibe im Garten bekommt eine rote Schleife und wird etwas mit Schafswolle dekoriert. Nach ein paar Tagen ist die Wolle weg, die Vögel können sie wohl gebrauchen

Auch im Haus soll es hell sein, da hab ich überall Kerzen stehen....ich zünde im Winter oft welche an in den dunklen Ecken des Hauses genauso wie da, wo wir am häufigsten sind. Oft lauf ich an Jul dann singend, summend, rasselnd durchs Haus. Danach halte ich so eine Art Zwiesprache mit der großen Göttin inmitten von Kerzen. Letztes Jahr bin ich inmitten der Kerzen eingeschlafen, habe sozusagen einen gesegneten Schlaf gehalten und hab mich danach einfach gut gefühlt.
Dieses Jahr möchte meine älteste Tochter gemeinsam mit 2 Freundinnen mitfeiern, sonst glänzen die Hausbewohner eher durch Abwesenheit....außer zum Essen natürlich....
Also, alles recht unspektakulär...
Liebe Grüße
Bluecloud