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Alt 09.12.2009, 15:02   vorahnung - den tod des eigenen kindes spüren? Beitrag #1 (permalink)
blonde_redhead
Neuer Benutzer
 
Benutzerbild von blonde_redhead
 
Registriert seit: 08.08.2008
Beiträge: 15
vorahnung - den tod des eigenen kindes spüren?

hallo,

ich hoffe sehr, es finden sich in diesem forum mitglieder, die mir helfen können.

ich bin mutter einer achtjährigen tochter. von anfang an hatte ich nicht das gefühl, dass sie mir "gehört", sondern mir für eine bestimmte zeit nur anvertraut wurde (ich weiß, kein mensch gehört einem anderen. es geht mir mehr um das gefühl, "meine" tochter imarm zu halten. es fühlt sich, als wäre sie von einer andere art, aus einem anderen stoff gemacht). sorgen habe ich mir schon immer gemacht, wie andere mütter auch.

doch seit einiger sind diese sorgen, es könnte ihr etwas passieren und sie könnte sterben, größer geworden. ich möchte sagen fast schon unnatürlich. wie besessen beschäftige ich mich mit gedenkseiten verstorbener kinder, lese erfahrungsberichte verwaister eltern, stelle mir die beerdigungszeremonie vor...ich kann nicht aufhören, bilder und gedanken drängen sich mir auf, kehren immer wieder zurück. ich verspüre immer häufiger eine herzzereißende sehnsucht nach ihr, kann nicht genug von ihr bekommen, obwohl wir uns ja täglich sehen (bin alleinerziehend).

was erschwerend hinzukommt ist, dass ich in der vergangeheit den tod eines nachbarn gespürt habe. an dem besagten tag betrat ich das haus meiner mutter und sagte: es stirbt jemand. stunden später überkam mich das wissen, die gewissheit nochmal. ich WUSSTE, dass jemand stirbt. am tag darauf stellte sich heraus, dass an dem besagten tag ein nachbar aus unserem dorf starb (zu dem ich keinen kontakt hatte). und noch etwas: am 10.11. und ca. 18.30, ich war allein daheim, fing ich zu frösteln an, hatte das starke, fast schon greifbare gefühl, nicht alleine im raum zu sein. da mein freund mit dem auto unterwegs war, machte ich mir große sorgen um ihn und rief an. alles gut, ihm ging es gut. am tag darauf erfuhr ich, dass just zu dieser zeit enke den freitod gewählt hatte. dabei wusste ich nicht einmal, wer es war (hab's nicht so mit fußball).

was hat das mit meiner tochter zu bedeuten? nimmt meine angst vor dem verlust einer geliebten person einfach nur skurrile ausmaße und formen an. oder soll ich die vorahnungen ernst nehmen? kann ich in den plan eingreifen?

ich bitte um hilfe, bin nervlich am ende und ratlos...
blonde_redhead ist offline  
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Alt 09.12.2009, 15:28   vorahnung - den tod des eigenen kindes spüren? Beitrag #2 (permalink)
Gast8066
Gast
 
Beiträge: n/a
vorahnung - den tod des eigenen kindes spüren?

Hallo,

könnte es sein, daß Du Verlustängste hast ?

Wo kommen diese Gefühle her ?

Sich verrückt machen, bringt nichts und ändert auch keine Tatsachen.

Wie wär es mit loslassen und mal in dich hineinhören, um was es dabei geht.

alles liebe,

Bruno
 
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Alt 09.12.2009, 15:28   vorahnung - den tod des eigenen kindes spüren? Beitrag #3 (permalink)
tryZen
Benutzer
 
Registriert seit: 27.10.2009
Beiträge: 42
hallo, es gibt verschiedene Antworten auf deine Fragen.
Letzlich werden aber alle Antworten auf deine Fragen in dir liegen.

Ich kann dir nur sagen:

Es ist das eine: Etwas zu Spüren
Etwas anderes: Es zu Projizieren

Unsere Welt besteht aus Bildern, Geschaffen durch das "Was Ist" und du, als jene die Ist, schafft diese Bilder mit. Du Beschwörst den Tod deines Kindes schon fast herrauf, eben damit das du ihn als Endgültig siehst.

Du Machst aus der Angst etwas zu verlieren was dir Lieb und Teuer ist ein Bild das es dir leicht macht einen Verlust zu verkraften. Das ist in Ordnung. Wir alle kommen und gehen. Das zu Erkennen ist Wichtig und Richtig. Aber aus Angst davor sich mit nichts anderem zu befassen als mit dem "Ende" da verpasst du doch den Weg bis dorthin.

Ich sage dir das das Schicksal deiner Tochter vornehmlich in Ihrer Hand liegt. Frage mich aber gleich "Woher kommt diese große Angst?" Vielleicht kann dir diese Frage Helfen. Es kann ein Ereignis dieses Lebens sein, oder ein früheres. Was es ist, das liegt nur in dir. Löse dich von diesem Denken, Lebe den Moment der dir gegeben ist, jeden Moment.

Atme, Tanze und Springe,
Lache, Weine und Singe.

Jetzt ist der Moment in dem du Lebst. Das was kommt ist das was kommt. Mit nichts kannst du dich auf das kommende Besser vorbereiten als im Jetzt zu sein.

- Nur meine Sicht.

Nachtrag:
Ja, wie Bruno sagt. Ich bin wohl etwas weit am ausholen.

Geändert von tryZen (09.12.2009 um 15:32 Uhr)
tryZen ist offline  
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Alt 09.12.2009, 17:43   vorahnung - den tod des eigenen kindes spüren? Beitrag #4 (permalink)
Marie Mysterie
Benutzer
 
Registriert seit: 28.11.2009
Ort: Erde
Beiträge: 40
Es ist auf jeden Fall Deine Angst, weiter nichts. Es bedeutet nicht, daß Deine Tochter sterben wird, es ist DEINE ANGST, die Du fühlst. Verlustangst, Angst, weil Du ähnliche Gefühle schon mal gehabt hast, und sich hinterher herausstellte, daß jemand gestorben ist.

Eigentlich ist es fast Angst vor der Angst, daß etwas passieren kann.

Angst kann man loslassen, nicht mehr daran denken. Angst ist nichts als eine Energie, die keine Folgen hat und nichts bewirken kann.

Und wenn jemand stirbt, das gilt auch für Deine Tochter, dann hat er/sie es so gewählt. Dann sollte man das respektieren, denn Du kannst niemals wissen, welchem Lebensplan ein anderer folgt. Und Du kannst nicht entscheiden, ob es für die Seele so oder anders besser ist. Das weiß jedes Wesen für sich selber am allerbesten.

Und wenn es also so sein sollte, dann akzeptiere es. Aber Du und Dein Kind, ihr lebt JETZT UND HIER! Genieße das, was Du hast und mach es nicht mit Deiner Angst kaputt! Genieße es und vertraue, daß alles so ist, wei es am besten ist. Wenn Du der Angst die Zügel schießen läßt und Dein Kind würde tatsächlich so jung sterben, dann würdest Du Dich sehr ärgern, daß Du die wertvolle Zeit mit soviel Angst verdorben hast.

LG Marie
Marie Mysterie ist offline  
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Alt 09.12.2009, 23:53   vorahnung - den tod des eigenen kindes spüren? Beitrag #5 (permalink)
tryZen
Benutzer
 
Registriert seit: 27.10.2009
Beiträge: 42
Ich habe gerade mit meiner Frau über diesen Fall gesprochen und wir sind gemeinsam auf etwas gestossen das dir eventuell helfen kann.

Es ist ja auch durchaus möglich das du keinen Trennungsrahmen für den Tod hast, und in der Tat in die Welt sehen kannst, ja sie sogar durchschauen.

Das permanente Gefühl Nahenden und geschehenden Todes kann durchaus daran liegen das "Jeden Tag zu Jeder Stund" Menschen ihr Leben lassen. Das du darüber hinaus auch die Trauer der Betroffenen Spürst, und diese fortwährende Reizüberflutung zu Missdeutungen in dir führt.

In diesem Falle würde ich dir Empfehlen dich zu Erden und Ruhe in dir zu suchen (dich Eventuell auch vor weiteren Einflüssen aus dieser Ebene vorerst abzuschotten). Wie schon mehrfach erwähnt solltest du die Furcht loslassen, und die tiefe Gabe die da möglicherweise in dir schlummert, achten und wertschätzen sowie kennenlernen.

Denn ich sehe Angst schon auch als Mitschöpfer von Realität, da Angst Bilder erzeugt. Und das Universum keinen Unterschied macht aus welchem Grund du ein Bild erzeugst und es dir liefert. Man spricht da auch gerne vom "Teufel an die Wand malen"

Stelle dir derer statt schöne Bilder vor, wie ihr im Hohen Alter zum Beispiel zusammen auf einer Veranda sitzt und eine Tasse Tee trinkt und Strickt. Oder wie auch immer. Nutze das Erzeugen von Bildern oder Mantren oder Ritualen oder den Formen die du bevorzugst für dich.

Hadere nicht - dein Weg den du gehst, er ist der richtige, nimm ihn an und erkenne ihn. Dann geht es sich fast von selbst =)

Auf Bald

Weiterführende Gespräche gern per PN da ich hier im Board nicht all zu aktiv bin und eher "zufällig" (als hätte ich noch auf etwas gewartet) auf deinen Thread gestoßen bin.

Geändert von tryZen (09.12.2009 um 23:57 Uhr)
tryZen ist offline  
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Alt 10.12.2009, 00:40   vorahnung - den tod des eigenen kindes spüren? Beitrag #6 (permalink)
tina_67
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von tina_67
 
Registriert seit: 09.12.2008
Ort: NRW
Beiträge: 1.024
Ich kann gut nachvollziehen was du da gerade fühlst,weil diese Ängste kommen bei allen Eltern.Kurz nach der Geburt,man hat angst,das Kind durch den Kindstod zu verlieren,bei jedem Räuspern ist man wach.Räuspert sich nichts ,ist man ebenso unruhig.

Sie gehen in die Schule,der Gedanke...Passen sie auch im Straßenverkehr auf ?

Sie sind draußen am spielen,man hört einen Krankenwagen und denkt gleich....hoffentlich ist da nichts meinem Kind zugestoßen.

Sie sind Groß 17/18/19 und noch immer diese Angst...schrecklich,schrecklich...wann wird das endlich aufhören ?

LG Tina
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Alt 10.12.2009, 08:14   vorahnung - den tod des eigenen kindes spüren? Beitrag #7 (permalink)
blonde_redhead
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Benutzerbild von blonde_redhead
 
Registriert seit: 08.08.2008
Beiträge: 15
vielen lieben dank

...eure antworten. ich denke, sie alle treffen zu. in der tat ist die verlusterfahrung von klein auf präsent. eine tiefe traurigkeit liegt mir bereits vorgeburtlich inne (wurde mir zumindest von mehreren heilpraktikern unabhängig von einander attestiert und ich empfinde es auch so).

den ratschlag, mich zu erden und innerlich zur ruhe zu kommen, habe ich ebenfalls von mehreren seiten erhalten. mein gefühl sagt mit auch in diesem punkt: ihr liegt goldrichtig aber wie? ich bin so rastlos, dass ich nicht einmal zwei seiten am stück lesen kann (obwohl ich das lesen liebe und mit dem schreiben von rezensionen meine brötchen verdiene). spaziergänge in der natur stürzen mich in ein noch größeres elend.

mit dem hier und jetzt habe ich ein problem. viel öfter verweile ich in der vergangenheit oder in einer gedanklich von mir erschaffenen und von sorgen dominierten zukunft. mit der "vorwegnahme" aller eventualität versuche ich, mich gegen tragische eventualität zu wappnen. auch damit habt ihr recht...vor ein paar jahren habe ich passend dazu einen satz gelesen, der zwar ein wenig grob klingt, die botschaft jedoch eindeutig transportiert: "wer mit dem einen bein in der vergangenheit steht und mit dem anderen in der zukunft, der pinkelt auf die gegenwart." jawoll!

mir ist durchaus bewusst, dass ich mit der obsessiven beschäftigung mit schlimmen schicksalen "den teufel an die wand malen" betreibe. doch wie kann ich mich dem sog entziehen?
blonde_redhead ist offline  
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Alt 10.12.2009, 08:37   vorahnung - den tod des eigenen kindes spüren? Beitrag #8 (permalink)
tryZen
Benutzer
 
Registriert seit: 27.10.2009
Beiträge: 42
Hallo, also das mit dem Erden. Der Weg in die Natur ist da oft der den die meisten gehen. In der Natur liegt ein Frieden der unter Menschen schwer zu finden ist. Die Bäume sind mit sich oft im Einklang sowie auch die Tiere unter ihnen. Wenn dich dort die Unruhe Packt wird das wohl möglich an der eigene Zerrissenheit liegen.

Ich werfe jetzt mal mit Gedanken herum. Guck was für dich passt und was nicht.

Ich denke das die Sorge um deine Zukunft eine Angst aus der Vergangenheit ist. So Denke ich das es in deinem Elternhaus öfter mal Geldsorgen gab. Das macht dich unruhig weil in deinem Kopf die Angst vor dem Verlust von Materiellem ansteht. Dann vermute ich weiter das einer oder beide deine Elternteile einen Verlust durch Tot erlitten haben den sie nicht verkraften konnte. Sie konnten den Tod nicht als Teil vom Ganzen sehen. Als Wandlungsprozess. Somit konnten sie dir nur ein Ungutes Gefühl mitgeben was den Tod betrifft, was vergangene Lebenserfahrungen oft verstärkt, weil das Thema Tod in unseren Westlichen Kulturen stark vermieden und unterdrückt wird.

Ich nehme an, das Gerade wenn es Ruhig wird, du besonders Unruhig wirst. Das du dir auf der einen Seite die Ruhe wünscht, sie dir auf der anderen Seite nicht erlaubst. Vielleicht weil du glaubst das noch soviel zu machen und zu schaffen ist. Das sonst alles Liegen bleibt. Das ist aber ein unnötiger Stress und ein unnötiges Denken. Ich verwende für mich selbst oft das Gedanken Modell, das "alles was ist, ist das was ist" mag jetzt etwas Einfältig klingen. Mir geht es dabei darum mir zu Vergegenwärtigen das die Zustände um mich herum, weder die Beschaffenheit des "Gut" noch die des "Schlecht" in sich bergen. Sondern das dieses wiederum ein Gedankenkonstrukt ist welches an konditioniert wurde.

Welche Methode zur Entspannung für dich die Beste ist kannst du letzlich nur selber herausfinden. Denn es bist Du um die es hier geht. Alle Antworten auf die Fragen die du brauchst liegen in dir. Erinnere dich einfach daran was dich entspannt, und tue das. Achte nicht auf die Werte die du oder andere damit verbinden. Es ist ganz gleich wie Lapidar dein Handeln sein mag. Manche finden ruhe beim Kochen, Backen, Nähen, Stricken, Häkeln. Manche Meditieren (was für mich alle Geistentspannungsübungen mit inne hält), Spazieren, Träumen, Denken. Manche gehen Tanzen, machen Yoga, Fasten, gehen zum TaiChi, ChiGong, Karate.

Es gibt nicht den Richtigen Weg der dich führt. Es gibt nur deinen Weg. Wie der ist, und was du tun willst um darauf voran zu kommen - ist ganz deine Sache. Wichtig ist nur (meines Erachtens nach) das wenn du etwas Tust, mit voller Konzentration und Ganzem Herzen bei der Sache zu sein. Selbst wenn es nur Kegeln ist, oder Plaudereien. Gespräche sind auch Wunderbar gebend wenn man beginnt offen ehrlich und frei zu reden. Ich beachte stets (so gut ich gerade kann) ob das gegenüber mit den eigenen Gedankenmodellen arbeiten kann sonst kommt es zu Missverständnissen. Da liegt ja die Kunst im Gespräch. Wenn ich nicht beachte was ich sage und was der andere sagt, Zerreisen die Verbindungen und man rutscht in eine Situation die Unangenehm wird. Kennen wir alle. Auch Streit (Diskussionen / Meinungsverschiedenheiten) genannt.

Mir zum Beispiel hat es geholfen mich auch gerade dann versuchen sehr zu beruhigen wenn gerade sehr viel Unruhe in mir war. Denn auch ich bin leider nicht ganz Schadfrei durch die Welt gekommen und arbeite nach wie vor Dinge ab. Werde auch für 6 Tage (mehr Zeit hab ich derzeit leider nicht - wegen Verantwortungen die ich Trage) in einem Kloster verschwinden um tiefere Ruhe zu finden.

Welchen Weg du auch gehst, gehe ihn mit Überzeugung.

Ich wünsche dir alles gute auf deiner Reise

Geändert von tryZen (10.12.2009 um 08:42 Uhr)
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