Dass er krank 'aussieht', muss nicht heissen, dass er ernsthaft krank ist.
Es muss auch nicht bedeuten, dass es an der Beziehung liegt.
Dass du Kontakt zu deinem Vater verloren hast, muss auch nicht (nur) an der Frau liegen.
Du bist sicher auch deinen Weg gegangen, hast deine Einstellung verteidigt.
Die wenigsten Freunde behält man durchgehend ein Leben lang. Weil man sich selbst entwickelt, Freunde vielleicht einen anderen Weg gehen. Und neue Freunde kommen in unser Leben.
Selbst 'Familienbande' müssen nicht starr sein. Diese können mit der Zeit locker werden...
Vielleicht findest du einen Weg damit umzugehen, indem du einen neuen Blickwinkel entdeckst. Es war schön, einen Freund zu haben. Und als 'Vater' lässt er dich deinen Weg gehen. Er hängt sich nicht in deine Angelegenheiten, behandelt dich nicht als wärst du 10, 16, ... Nimm an, dass er Freund war und dir jetzt Freiraum lässt.
Und gib den Platz 'Freund' frei, für jemanden neuen. Das bedeutet nicht, dass du ihn aufgibst, die Karten werden nur neu gemischt, ein neuer Anfang ist möglich. Du ziehst ihn dann nicht mehr auf den Platz, den du gern hättest.
Umgekehrt hast du dich sicher auch schon von Freunden getrennt. Wölltest du, dass sie dich 'zurückziehen' an den Platz 'Freund'?
Vielleicht ist ein neuer Platz für ihn frei, der besser zu den Umständen im Jetzt passt.
Meine Schwägerin 'adoptiert' sich ihre Familienmitglieder, die sie 'braucht'. Anfangs fand ich das merkwürdig, sehe aber mittlerweile die positiven Seiten. Sie hat Familie, und für Eigenschaften, die sie braucht/erwartet, nimm sie diese an, von anderen, die diesen Part geben können. So hat sie (für sich und die Kinder) Omas und Opas, die nicht 'verwandt' sind. Sie hat einen Bruder (Freund), Mama und Papa (meine Eltern, was bei mir zeitweise Eifersucht ausgelöst hat und später einen bewussten Umgang, wo ich denn gern stehen will, was ich erwarte. Zu erkennen, was selbstverständlich ist und was aktives Handeln meinerseits erfordert.)
Was ich damit sagen will, wenn du eine Vaterfigur brauchst/möchtest, musst du nicht unbedingt 'Familienbande' nachtrauern. Es besteht die Möglichkeit einen 'väterlichen Freund' zu finden. Dafür müsstest du aber 'Platz' schaffen.
Und vielleicht findest du dann auch Lehrer nach denen du suchst. 'Väterlicher Freund', mütterliche Freundin'. (Ich persönliche denke, dass einige Ratschläge im anderen thread aus dieser Intention kamen. Vielleicht liest du es nochmal mit dieser Sichtweise (?) )
Vielleicht kam auch deshalb jetzt das Thema 'Vater' auf. Nicht weil der Vater das 'Problem' ist/hat, sondern dass du auf deinem Weg weiter voran schreiten kannst...
(sind zumindest meine Gedanken dazu...)