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18.06.2010, 23:08
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Inzest systemisch betrachtet Beitrag #9 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 18.01.2010
Ort: ich bin immer öfter in mir daheim
Beiträge: 2.150
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teilen von Sexualität..
das ist eine Sicht unserer Zeit,
früher wurde selten *geteilt*- es gab da jemand, der ein Recht darauf hatte und es gab jemanden der per Gesellschaft dieses Recht hinnehmen musste.
Unter *teilen* versteh ich was anders.
*widernatürlich*-also wider die Natur ist weder Inzucht noch Homosexualität
aber gesellschaftlich /Religiös geächtet ist es.
Mir fällt zu Deinem Thema *im Namen der Rose ein*:
Meister ihr suchtet Ordnung wo sie so nicht zu finden war,
und fandet die andere ...
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19.06.2010, 10:51
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Inzest systemisch betrachtet Beitrag #10 (permalink)
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Mensch
Registriert seit: 15.06.2008
Beiträge: 247
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Zitat:
Zitat von bluecloud
Hallo Nevyn,
ich merke ihr stoßt euch etwas an dem Begriff Ordnung...warum eigentlich? Verbindet ihr damit zuviel kleinkarierte Energie...oder wo hakt es  ?
Mein Begriff von Ordnung versus Unordnung:Ich halte es für die Aufgabe unserer Vorfahren, Lebensmut, Lebenskraft und Lebensfreude an uns weiter zu geben...und das ist auch unsere Aufgabe unseren Nachfahren gegenüber. Jeder, der einem anderen im System Leid zufügt produziert damit Ungleichgewichte und schwächt das System. So kurz und unvollständig, um den Beitrag nichts ins Uferlose ausweiten zu müssen. Vielleicht kannst du mit diesem eher pragmatischen Ordnungbegriff...eher eine Arbeitsthese...was anfangen?
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Hallo bluecloud,
das Pragmatische liegt mir durchaus.
Und es ist, zumindest, was mich betrifft, durchaus kein Stoßen am Begriff "Ordnung", eher ein Ringen um geistige Klarheit in Bezug auf diesen Begriff.
Da gibt es zunächst Ordnung und Unordnung, aber auch Fehlordnung, die ja auch eine Ordnung ist.
Das Fließen der Energie, das Freisein von Leid ist Folge einer Richtigstellung der Ordnung. Es ist der Übergang von einer Fehlzuordnung zu einer, die der Natur entspricht, einer kosmischen Ordnung gewissermaßen.
Gemäß dem hermetischen Prinzip: "Wie oben so unten, wie unten so oben."
Die systemische Arbeit leistet auf diesem Gebiet sehr viel.
Doch es scheint auch Systeme zu geben, die nicht einfach Fehlzuordungen sind, sondern in Auflösung begriffen. Das ist in meinen Augen ein Unterschied, weil Auflösung Tod bedeutet und wie Sterne sterben könnnen, nachdem sie sehr lange ein stabiles System gebildet haben, so könnte es ja auch bei Familiensystemen der Fall sein.
Das heißt nicht, dass es in dem von dir genannten Fall so wäre. Es heißt für mich nur, dass es einer Betrachtung auch unter diesem Aspekt bedürfte.
Hellinger selbst hat wohl das Prinzip "Dein Wille geschehe!" als höheres Prinzip der Heilung anerkannt.
Es gibt also Fälle, wo dem Therapeuten nichts zu tun bleibt?
Es ist ja die Unterscheidung zu treffen, ob der Therapeut heilen will, oder ob er nur will, dass Heilung geschehe. Und selbst dieser Wille muss hinterfragt werden. Denn warum soll ich aus mir heraus so etwas wollen? Mit welchem Recht?
Kann ich es nicht ertragen, Leid zu sehen, ohne helfen zu können? Stoße ich hier an mein Handlungsfähigkeitsparadigma?
Diese Fragestellung ist zugegeben provokativ. Und das soll sie auch sein. Wenn sie Widerstand fördert, weist sie auf eine Grenze hin.
Herzlich, Nevyn
Geändert von Nevyn (19.06.2010 um 11:09 Uhr)
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21.06.2010, 08:37
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Inzest systemisch betrachtet Beitrag #11 (permalink)
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Teilzeitverrückte
Sternzeichen:
Registriert seit: 17.01.2010
Ort: tief im Wöhösten
Alter: 45
Beiträge: 237
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Zitat:
Zitat von Nevyn
Hallo bluecloud,
das Pragmatische liegt mir durchaus.
Und es ist, zumindest, was mich betrifft, durchaus kein Stoßen am Begriff "Ordnung", eher ein Ringen um geistige Klarheit in Bezug auf diesen Begriff.
Da gibt es zunächst Ordnung und Unordnung, aber auch Fehlordnung, die ja auch eine Ordnung ist.
Das Fließen der Energie, das Freisein von Leid ist Folge einer Richtigstellung der Ordnung. Es ist der Übergang von einer Fehlzuordnung zu einer, die der Natur entspricht, einer kosmischen Ordnung gewissermaßen.
Gemäß dem hermetischen Prinzip: "Wie oben so unten, wie unten so oben."
Die systemische Arbeit leistet auf diesem Gebiet sehr viel.
Doch es scheint auch Systeme zu geben, die nicht einfach Fehlzuordungen sind, sondern in Auflösung begriffen. Das ist in meinen Augen ein Unterschied, weil Auflösung Tod bedeutet und wie Sterne sterben könnnen, nachdem sie sehr lange ein stabiles System gebildet haben, so könnte es ja auch bei Familiensystemen der Fall sein.
Das heißt nicht, dass es in dem von dir genannten Fall so wäre. Es heißt für mich nur, dass es einer Betrachtung auch unter diesem Aspekt bedürfte.
Hellinger selbst hat wohl das Prinzip "Dein Wille geschehe!" als höheres Prinzip der Heilung anerkannt.
Es gibt also Fälle, wo dem Therapeuten nichts zu tun bleibt?
Es ist ja die Unterscheidung zu treffen, ob der Therapeut heilen will, oder ob er nur will, dass Heilung geschehe. Und selbst dieser Wille muss hinterfragt werden. Denn warum soll ich aus mir heraus so etwas wollen? Mit welchem Recht?
Kann ich es nicht ertragen, Leid zu sehen, ohne helfen zu können? Stoße ich hier an mein Handlungsfähigkeitsparadigma?
Diese Fragestellung ist zugegeben provokativ. Und das soll sie auch sein. Wenn sie Widerstand fördert, weist sie auf eine Grenze hin.
Herzlich, Nevyn
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Hallo Nevyn,
das Thema Inzest ist wahrscheinlich für Männer genauso schwierig zu handhaben wie für Frauen. Wenn es um andere Probleme im Familiensystem geht, sind beide Geschlechter gleichermaßen verstrickt.
Beim Inzest hingegen steht zu einem hohen Prozentsatz die Geschlechterverteilung fest. Du hast halt historisch die Männer in der Täterrolle und die Frauen als Opfer.
Ich stell es mir auch nicht toll vor, mit Blick auf das Thema hier per se für die Täter zu stehen, wenn ich persönlich eine andere Haltung Frauen gegenüber habe.
Insofern hab ich Verständnis für deine Distanznahme, Nevyn, finde aber du bist ein paar Meter über das Ziel hinaus geschossen:
Ich finde ich es nicht okay, dass du mir schon zum zweiten Mal in diesem Thread ungefragt Supervision erteilst bzw. erteilen willst, völlig ohne mich nach meinen Ideen zu fragen...und wenn ich dagegenhalte, bist du erst recht im Recht??
Habe im Laufe meines Werdegangs recht viele Stunden Fallsupervision erhalten, zum Glück in professionellerer Art und Weise. Vielleicht hast du es gut gemeint, aber es gibt noch etwas, das mich an deinem Verhalten stört:
Damit stellst du dich über mich und ich frage mich, wie du drauf kommst, dass dir das zusteht?
Schließlich hast du zwar wortgewandt und philosophisch interessant, aber inhaltlich klar verständlich zum Ausdruck gebracht, dass du dem Thema recht hilflos gegenüberstehst und es dir damit nicht viel anders geht, als
Und jetzt von meiner Seite etwas Provokation: Hellinger weiß keine Lösung. Nevyn weiß keine Lösung. Also bleibt wieder alles Gott überlassen, dem Gott dessen Regiment das Problem hervorgebracht hat? Na dann!
Mal wieder sehr erstaunt
Bluecloud
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21.06.2010, 11:56
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Inzest systemisch betrachtet Beitrag #12 (permalink)
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Gast
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Hallo Bluecloud, hallo Nevyn.
Vielen Dank für eure Beiträge. Machen sie doch deutlich, dass es so schwierig ist, auf Augenhöhe zu bleiben.
Die Borderlineerkrankung ist übrigens nicht bei der Klientin, sondern war in diesem Betrachtungsprozeß plötzlich sehr präsent. Ich habe allerdings keine Ahnung, wie und ob sich Borderline im Kindesalter zeigt. Ich selbst habe sehr frühe Erinnerungen an "unstimmiges" Verhalten der Erwachsenen, Verhalten, welches keine Orientierung bot.
Eine Lösung im Sinne von Orientierung bzw. Ordnung kann das Feld bringen, welches in einer Aufstellung mit Stellvertretern erfahrbar wird. Oder eben das Leben selbst, auf das man sich einlassen muß, so oder so. Es Gott überlassen - da stimme ich dir zu, bluecloud, ist der beste Weg - fällt aber so schwer, wenn man keine Zugehörigkeit erfahren hat und sich sein halbes Leben lang einsam gefühlt hat, quasi von Gott verlassen.
Ich habe gerade begonnen, mich mit dem Thema Einsamkeit näher auseinander zu setzen. Vielleicht ist die Einsamkeit in einer solchen Familie einfach zu massiv. Sie wird weitergegeben und wird immer tiefer... Opfer wie Täter stecken in ihr fest, und ebenso die Angehörigen, ob sie nun um den Grenzübertritt wissen oder ihn "nur" als Disharmonie fühlen.
Weiterhin nachdenklich aber bereichert grüßt herzlichst
Yemaya
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01.07.2010, 08:52
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Inzest systemisch betrachtet Beitrag #13 (permalink)
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Neuer Benutzer
Sternzeichen:
Registriert seit: 27.06.2010
Ort: München Neuhausen
Alter: 44
Beiträge: 14
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Engste Beziehungen zuerst
Hallo an Alle,
was spricht denn dagegen, bei einem Inzest-Thema ganz klar nach der Enge der Beziehung zu gehen. D. h. z. B. Mutter vor Schwester, Vater vor Opa etc. Für das Kind ist es doch am wichtigsten zu wissen, wer seine Eltern sind. Alles andere sollte dem nachgeordnet sein. Wenn jemand in so einem System die Mutter- bzw. Vaterrolle nicht annehmen kann, müßte m. E. zunächst einmal daran gearbeitet werden.
Liebe Grüße von Sophie
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