Hallo Peter-Seth und alle anderen Forumsteilnehmer,
danke für Deine ausführliche Beschreibung.
Ich möchte noch ein wenig hinzufügen wie es bei uns abläuft.
Wir machen eine angepasste Aufstellungsform, die wir als Einzel-Aufstellung bezeichnen.
Das stimmt allerdings nicht ganz, denn wir sind drei Personen.
Bei unseren Aufstellungen haben wir beobachtet, dass es viele Menschen gibt, die Probleme haben sich in einer Gruppe zu öffnen und dieser dann ihre ganze Lebensgeschichte zu erzählen. Oft ist es schwierig für diese Personen Gefühle vor der Gruppe zu zeigen. Im kleinen Rahmen ist so etwas besser möglich.
Des weiteren kommen zu uns Personen die im öffentlichen Leben stehen und die großen Wert auf Anonymität legen.
In unserer ca. 6 jährigen Aufstellungspraxis haben wir das Aufstellungsschema nach Hellinger verlassen und selbst viele neue Komponenten hinzugefügt bzw. weggenommen. Die Arbeit des Therapeuten ist wie die Arbeit eines Detektivs der sich im Feld zurechtfinden muss. ( Sehr spannend übrigens )
Das A und O ist bei uns das die Liebe wieder fließen kann. Erst dann ist die Lösung gefunden. Dabei können heftige emotionale Momente auftreten. Von einfachen Weinattacken und Wutausbrüchen bis hin zu Momenten bei denen man glaubt andere Wesen hätten Besitz von Personen übernommen. Der Therapeuth muss in jeder Situation fähig sein die Lage zu beherschen.
Im Vorfeld, bei der Diagnose oder meist sogar schon bei der Anmeldung wird der Kient auf mögliche psychische Krankheiten befragt. Familienstellen ist kein Freizeitsport sondern kann auch tiefe seelische Prozesse freisetzen. Man muss wissen wo die eigenen Grenzen liegen und wo evtl. klinische Beratung bzw. Betreuung angebracht ist.
Bei unseren Aufstellungen werden die Stellvertreter ( die ein Teil des dreier Teams darstellen ) oft in einem Nebenraum aufgestellt und dann zrück ins Feld geführt. Das hat den Vorteil, daß der rationale Teil der evtl. noch im Feld bzw. in den Köpfen des Klienten oder der anderen Personen vorhanden ist, ausgeschaltet wird. Es ist eine interessante Erfahrung zu sehen wie das Feld wirkt, auch wenn der Rest der Gruppe gar nicht weiß für wen der Stellvertreter steht.
Eine weitere Erfahrung die wir machen konnten ist, das in der Ahnenreihe oft eine frühere Person dem Klienten seine Energie raubt um damit im eigenen Leben klarzukommen. Ich habe in einem anderen Bericht etwas von parallelen Zeiten geschrieben dies würde das z.B. erklären.
Wir konnten auch die Erfahrung machen, dass Flüche in der Ahnenreihe oft massive Auswirkungen auf den Klienten und seine Familie haben können.
Bei manchen Aufstellungen wirkt es schon selbst wie
Magie, wenn man den Klienten von seinen Verstrickungen befreit und ihm eine Portion Freihheit zurückgibt.
Und zum Schluss noch ein Wort zum Karma. Wer bestimmt denn das Karma?
Wenn ich im letzten Leben ein schlechter Mensch war muss ich dafür jetzt büßen? Wer beurteilt ob jemand schlecht oder gut ist?
Doch nur wir selber! Und evtl. Glaubenssätze.
Ich denke wir selbst bilden unsere Realität. Wir leben im hier und jetzt.
Den Plan für unser Leben haben wir nicht auf dieser Welt getroffen.
Aber wir haben ihn gewählt. Nur wir wissen es nicht mehr oder haben es vergessen als wir zur Welt kamen.
Liebe Grüße
J.F.