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30.04.2010, 23:00
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Schlimme Familiengeschichte - würde mich über eine Analyse freuen... Beitrag #1 (permalink)
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Ich halt.
Sternzeichen:
Registriert seit: 25.12.2008
Ort: NRW
Alter: 27
Beiträge: 2.333
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Schlimme Familiengeschichte - würde mich über eine Analyse freuen...
Hallo ihr Lieben,
in unserer Familie gibt es viele Probleme; ich hatte keine schöne Kindheit, was mich leider bis heute belastet und jetzt auch meine Beziehung zerstört hat.
Ich würde euch gerne eine kleine Übersicht geben und würde mich über Meinungen, Analysen o.ä. freuen..
(Es ist zwar sehr persönlich, aber ich habe keine Probleme mehr öffentlich darüber zu reden)
Also.. Dann fang ich mal an:
- Meine Oma und mein Opa sind/waren beide Alkoholiker; sie hatten 4 Kinder (2 Mädchen, 2 Jungen); mein Opa (den ich nicht kannte und als Kind nur ein Mal auf der Strasse gesehen hab) hat die Familie im Stich gelassen, wollte lieber ein Leben auf der Strasse führen - war also obdachlos - anstatt sich um die Familie zu kümmern (ich glaube er war vorher auch im Krieg); meine Oma war Jahre lang nur betrunken und dann auch fast immer aggressiv; sie hat ihre Wut an den Kindern ausgelassen und wahllos auf sie eingeschlagen, während diese unter die Bettdecken geflüchtet sind und jedes Mal nur noch gehofft haben, dass dieses Mal ein anderer dran ist und die Schläge bekommt... (Meine Mutter meinte mal, dass meine Oma nie Liebe von ihren Eltern bekommen hat, dass sie ständig geschlagen wurde)
- Meine Mutter war das älteste Kind; sie musste sich um die kleineren Geschwister kümmern, weil meine Oma immer betrunken war; die zwei jüngsten Kinder sind beide drogenabhängig geworden - mein Onkel hat mit 13 angefangen (um die Zeit als ich geboren wurde), meine Tante hat es ihm nachgemacht; sie haben wirklich die härtesten Drogen genommen - mein Onkel ist 2001 mit - ich glaube - 29 gestorben; meine Tante nimmt heute noch Drogen... - Mein anderer Onkel, das zweitälteste Kind, hat sich früh von der Familie zurückgezogen und sich ein eigenes Leben aufgebaut; er hatte eine Freundin mit der er ein Kind bekam, hat sie aber danach verlassen und bis heute keinen Kontakt zum Kind
- Meine Mutter hat die Familie damals als erste verlassen; sie hat einen Mann geheiratet (wohl um aus diesen Verhältnissen raus zu kommen), von dem sie sich nur einen Monat später hat scheiden lassen, um meinen Vater zu heiraten; ich denke sie hatte große Schuldgefühle den anderen Geschwistern gegenüber - auch weil die beiden kleinsten dann mit Drogen angefangen haben (wahrscheinlich um alles zu vergessen/zu verdrängen); meine Mutter wurde schließlich mit mir schwanger (soweit ich weiß war meine Mutter danach auch nochmal schwanger, hat das Kind aber verloren)
- Mein Vater war ein "Bandenführer" in seiner Strasse; er war ein absoluter Macho, hat mit allem geflirtet, das nicht bei 3 auf den Bäumen war; er stellt sich immer und überall in den Mittelpunkt, denkt er ist der beste, klügste, gutaussehndste etc.; er hat meine Mutter damals um den Finger gewickelt, sodass sie ihren gerade angetrauten Ehemann verließ
Folgendes habe ich erst vor einiger Zeit erfahren:
- Mein Vater hat sich genommen, was er wollte - immer und überall, meine Mutter musste mehrmals pro Woche zum Frauenarzt, um sich die Gebährmutter vereisen zu lassen - so heftig, hat er sie "rangenommen" (ich war als Kind mal beim Frauenarzt dabei - sie hat vor Schmerzen geschriehen..... - Und das mehrmals pro Woche); sogar nachdem meine Mutter aus dem Krankenhaus kam (mit mir), und gerade erst einen Kaiserschnitt hinter sich hatte, hat er sie im Flur auf den Boden geworfen und sie vergewaltigt - während ich im Korb daneben lag... - Sogar später nach der Scheidung hat er sie auf der Strasse abgefangen, sie über die Schulter geworfen (sie schrieh um Hilfe!!!!), zum Haus zurückgetragen, sie 5 Etagen die Treppen hochgeschleppt und dann brutal auf der Couch vergewaltigt, sodass sie alles grün und blau hatte und geblutet hat wie sau.... - Sie hat mich danach - natürlich viel zu spät, ich schon völlig panisch - in Tränen aufgelöst vom Kindergarten abgeholt....
- Mein Vater hatte zahlreiche Affairen, während meine Mutter zu Hause war und sich um mich gekümmert hat (meine Mutter wusste nichts davon); mein Vater behauptete immer, dass wir kein Geld haben - meine Mutter hatte kaum was zu essen, während er ständig mit irgendwelchen Frauen essen war oder sich neue Klamotten o.ä. gekauft hat - später hat sie unter einer Bodenfliese haufenweise Geld gefunden (er hatte Jahre lang das Geld vom Amt unterschlagen und sogar eine Bank überfallen - dafür hat er sie übrigens benutzt, damit sie ihm ein Alibi gibt - er hatte ihr erzählt, dass er Gemüse für uns geklaut hat, weil wir ja nichts zu essen hatten, kurz bevor die Sirenen kamen...... - und sie hatte ihm geglaubt..... Was für ein toller Mann, der sich sooo um die Familie kümmert!)
- Meine Mutter und ich wurden schließlich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus der Wohnung geholt, weil mein Vater als gefährlich eingestuft wurde; er hatte nicht nur eine Bank überfallen - mittlerweile sind auch Begriffe gefallen wie: Zuhälterei, Menschenhandel, Raubüberfälle etc.
- Später (nach der Scheidung) hat mich mein Vater benutzt, um an meine Mutter ranzukommen - davon wusste ich aber nichts - jedenfalls nicht bewusst, oder ich habs verdrängt... Meine Mutter wollte ihn mir als Vater nicht schlecht machen, ich sollte irgendwann selbst herausfinden, was für ein Mensch er ist; mein Vater kam mich regelmäßig holen - schickte mich vorher aber oft runter zum Spielen, während er - wie ich heute weiß - oben in der Wohnung meine Mutter vergewaltigt hat; irgendwann durfte er mich dann nur noch an einer Telefonzelle etwas weiter weg vom Haus abholen, und ich verstand einfach nicht warum... - Meine Mutter hat übrigens nie drüber geredet, keiner wusste davon (mein Vater hat ihr eingeredet, dass ihr sowieso niemand glauben würde)
- Mein Vater hatte ständig wechselnde Freundinnen, die sich meistens um mich gekümmert haben, wenn ich bei ihm war; nach den Besuchen wurde ich immer krank - sogar der Notarzt musste mal kommen (bei ihm durfte ich immer Cola bis zum Abwinken trinken - und sogar Bier und Wodka... auch zum Rauchen wollte er mich immer wieder anstiften; außerdem hatte er ständig laute Technomusik an und hat auch regelmäßig die Regeln meiner Mutter gebrochen - wie z.B. das Anschnallen im Auto (- dazu sei gesagt, dass er mehrmals pro Woche Unfälle provoziert hat, um Geld von der Versicherung zu kassieren - auch hierfür hat er mich benutzt); auch hat er immer wieder versucht mich dazu zu bringen bei ihm zu bleiben - nur um meine Mutter zu schikanieren (sogar vor Gericht hat er mich als dreijährige unter Druck gesetzt, damit ich sage, wie toll er als Papa ist etc., damit er das Sorgerecht bekommt - zum Glück hat die Richterin das damals durchschaut)
Übrigens war meinem Vater immer nur Geld wichtig - Beispiel1: Ich hatte 50 DM von meinen Großeltern zum Geburtstag bekommen - er sollte sich darum kümmern, dass ich was Schönes dafür bekomme (ein Teil das ich mir schon lange gewünscht hatte, das aber zu teuer für uns war) - er bearbeitet mich stundenlang und überredet mich schließlich eine billige Jacke für 10 DM aus nem Secound-Hand-Laden zu nehmen und hat die restlichen 40 DM einfach behalten; Beispiel2: Ich arbeite wochenlang im Laden seiner Freundin und er speist mich am Ende mit einem Tamagotchi ab! (ausgemacht war, dass ich Geld bekomme) Beispiel3: Ich helfe ihm einen ganzen Abend in einem Pavillon Getränke auszuschänken - hätte mind. 120 DM dafür bekommen (ich war 12 glaube ich) - er hat mich natürlich eiskalt ausgenutzt - wollte mir am Ende bloß 20 DM (?) geben)
- Mit 11 oder 12 war ich ein Mal 6 Wochen bei ihm (in den Ferien); an einem Abend haben wir Wodka um die Wette getrunken (und ich habe genauso viel getrunken wie er - was nicht gerade wenig war!), sodass ich nachher sturzbetrunken ins Bett gegangen bin; am nächsten Morgen (ich war die ganze Nacht wie tot) habe ich meine Unterhose fein säuberlich ausgebreitet neben meinem Kopf auf dem Kissen gefunden - das kann nicht ICH gewesen sein! (Seine Freundin lag übrigens nackt neben mir - auch völlig weggetreten) - Lange Zeit dachte ich, dass er es vielleicht war - aber dann ist mir eingefallen, dass ein Freund von ihm an dem Abend auch da war, der mir lange Zeit danach Liebesbriefe geschrieben hat (er war ca. 40 und ich 11!?); später habe ich erfahren, dass dieser Kerl auf Kinder stand - Jahre später ist er auch wg. Kindesmissbrauch angeklagt worden (soweit ich weiß) - meiner Mutter kamen die Briefe und die Geschenke schon damals komisch vor.....
Geändert von yvo (30.04.2010 um 23:10 Uhr)
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30.04.2010, 23:00
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Schlimme Familiengeschichte - würde mich über eine Analyse freuen... Beitrag #2 (permalink)
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Ich halt.
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Registriert seit: 25.12.2008
Ort: NRW
Alter: 27
Beiträge: 2.333
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Zu meinen ersten Beziehungen:
- 1. Freund: wurde ebenfalls drogenabhängig; hat mich mit 11 entjungfert, obwohl ich das nicht wollte und es höllisch weh getan hat, sodass ich nur noch am Weinen war (er hatte mich ziemlich unter Druck gesetzt, mich sogar erpresst etc. - auch währenddessen...); außerdem hat er mich immer wieder betrogen - richtige Orgien hat er hinter meinem Rücken gefeiert...
- 2. Freund: Ein Hindu - konservativ eingestellt und wesentlich älter als ich; hat mich ständig psychisch fertig gemacht, um mich von sich abhängig zu machen; es galt Regeln einzuhalten: ich als Frau musste hinter ihm gehn, durfte keine Röcke tragen oder raus gehn, musste die Haare zusammenbinden und mich bei den Frauen aufhalten; außerdem hat er mit mir geschlafen, wenn ich geschlafen habe - immer wieder hatten wir Streit deswegen... - ich war ihm offiziell "versprochen", von der Familie anerkannt und in die Gesellschaft eingeführt; als er mir jedoch gedroht hat, dass er meine (zukünftigen) Kinder entführen würde, wenn ich jemals auf die Idee kommen würde ihn zu verlassen, habe ich mich von ihm distanziert; das Ende der Beziehung später war auch heftig: Er stand völlig zerzaust und wie im Wahn vor meiner Tür, hat mich verfolgt und mir hinterhergerufen "wenn ich dich nicht haben kann, soll dich keiner haben"; dann kam er wie ein wahnsinniger mit dem Wagen angerast - ich habe ihn hinter mir gehört und nur noch gebetet, dass er das Steuer nicht rumreißt um mich zu überfahren - ich hätte keine Möglichkeit gehabt ihm auszuweichen; er hielt irgendwo vor mir, stieg aus, stellte sich mir in den Weg und hatte die Hände hinterm Rücken - ich dachte er hat ein Messer..... - Das Ende vom Lied: Ich bin völlig aufgelöst und zitternd vor Angst in der Schule angekommen, hatte lange Zeit echte Todesangst, Verfolgungswahn etc..... - meine Mutter hat er noch abgefangen und bearbeitet, sodass sie mir ständig in den Ohren lag, dass ich doch wieder mit ihm zusammen kommen soll, was für ein toller Kerl er doch ist etc. - Als er aber dann gewaltsam versucht hat in mein Zimmer zu kommen, während ich in der Schule war, hat meine Mutter endlich erkannt, dass ich Recht hatte - von den genauen Umständen weiß sie allerdings bis heute nichts)
Die anderen Beziehungen lasse ich jetzt erstmal weg - denn die beiden genannten haben mich wohl am meisten geprägt...
- Thema Mobbing: Ich bin immer und überall gemobbt worden: Schon im Kindergarten habe ich mich als Außenseiter gefühlt; dann in der Grundschule bin ich täglich zusammengeschlagen, bespuckt und psychisch fertig gemacht worden; in der Realschule ging es weiter - es war eine reine Mädchenschule - die ganze Klasse war gegen mich; auch hier: Prügel, aufgestochene Fahrradreifen, psychischer Druck - ständige Angst vor allem vor und nach der Schule (privat ging das Mobbing übrigens auch weiter - bei sogenannten "Freunden"); dann Berufsschule: auch hier wieder Mobbing - die ganze Klasse gegen mich; schließlich Gymnasium: schon wieder Mobbing - ein paar Mädchen konnten mich nicht leiden, weil ich so hart gearbeitet habe und besser war als sie - haben schließlich die ganze Stufe gegen mich aufgehetzt.... - Das alles wurde irgendwann ab der 12/13 etwas weniger, als ich anfing, auch mal auf Abifeten zu gehen - da haben dann viele gesehn, dass ich eigentlich ganz in Ordnung bin....
- Als Jugendliche und während der Abizeit habe ich meine Gefühle oft mit viel Alkohol betäubt - habe z.B. Wodka wie Wasser getrunken, nur um nicht fühlen/denken zu müssen; war als 11jährige schon depressiv, was auch ärztlich attestiert wurde; außerdem hatte ich lange Zeit Essstörungen (Magersucht und später vor allem auch Bullemie) und somit eine wirklich kranke Einstellung zu meinem Körper; Minderwertigkeitskomplexe, fehlendes Selbstwertgefühl - war alles vorhanden.. - Und natürlich habe ich mich auch von der Familie zurückgezogen, habe in meinem Zimmer alles dunkel gemacht und die Tür abgeschlossen, wollte mit diesen "Leuten" nichts zu tun haben...
- Übrigens haben wir meine Cousine als Baby zu uns genommen; meine drogenabhängige Tante war ihre Mutter, konnte sich nicht um sie kümmern - ihr Mann war ebenfalls drogenabhängig und psychisch völlig labil - Aufenthalte im Gefängnis und in Irrenanstalten, aus denen er immer wieder ausgebrochen ist, waren normal; er war gewalttätig, eine tickende Zeitbombe - völlig irre - bringt Leute auf offener Strasse um - z.T. nur, weil man ihn vielleicht schief angeguckt hat; auch hat er vor meinen Augen versucht meinen Onkel aus dem 6. Stock zu werfen und hat meine Oma die Treppen runtergeschmissen (da war ich vielleicht 6 oder 7); meine Cousine (ich nenne sie Schwester, weil wir zusammen aufgewachsen sind), ist psychisch auch total am Ende: Borderline, ADHS, Depressionen und und und... - sie hat früher regelmäßig die ganze Wohnung zertrümmert, in der wir zu 4. "gehaust" hatten (die Wohnung war viel zu klein - man konnte sich nichtmal zurückziehn....) - Meine Schwester ist übrigens heute obdachlos; meine Mutter hat sie mit 17 von der Polizei abholen lassen, weil sie ihre Medikamente eigenmächtig abgesetzt hatte, mit Drogen angefangen hat und deswegen unberechenbar wurde - genau wie ihr Vater; meine Mutter hatte regelrecht Angst um ihr Leben! - Meine Schwester kam dann erst in die geschlossene Psychiatrie (sie hatte sich vehement gewehrt, als die Polizei sie abholen wollte), dann kam sie in eine Pflegefamilie und später zurück in unsere Stadt, flog dann aber aus ihrer ersten eigenen Wohnung raus und ist seitdem obdachlos - gewollt obdachlos.
Ich könnte noch so viel mehr erzählen... Z.B. wie mein Onkel vor mir schweißgebadet auf dem Boden gelegen hat als ich 5 oder 6 war und mich angefleht hat ihm Drogen zu besorgen oder meine betrunkene Oma, die nach mir geschlagen hat, weil sie so geschockt war, dass sie mich nicht finden konnte - dabei lag ich schlafend unter der Bettdecke (Polizei und alles stand vor der Tür)
Oder meine Mutter, die mir Jahre lang immer wieder gesagt hat, dass sie mich nicht will, dass sie mich am liebsten ins Heim geben würde, dass sie froh ist, wenn ich endlich alt genug bin um auszuziehn; wie sie mich mit angewidertem Blick angesehen und gesagt hat, dass ich meinem Vater so sehr ähnele.....
Dann die Tatsache, dass sie mir nicht geglaubt hat, als ich ständig blaue Flecken hatte - ihr damaliger Lebensgefährte hatte mich so hart angefasst oder mich gegen Türklingen geschubst.. Sie hatte gesagt, dass ich das alles nur erfunden habe, um die beiden auseinander zu bringen - erst als ich aus lauter Verzweiflung (weil mir nicht geglaubt wurde) damit gedroht habe, zum Jugendamt zu gehn, hat sie angefangen mir zu glauben....
Geändert von yvo (30.04.2010 um 23:26 Uhr)
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30.04.2010, 23:20
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Schlimme Familiengeschichte - würde mich über eine Analyse freuen... Beitrag #3 (permalink)
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Benutzer
Registriert seit: 03.01.2007
Beiträge: 62
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Liebe Yvo!
Du bist eine starke junge Frau! Hut ab das du das alles überlebt hast.
Ich frage dich einfach, wohin willst du hin? Was hast du mit deinem Leben vor?
Lieben Gruß
sonnenscheinchen
Geändert von Sonnenscheinchen (30.04.2010 um 23:31 Uhr)
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30.04.2010, 23:22
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Schlimme Familiengeschichte - würde mich über eine Analyse freuen... Beitrag #4 (permalink)
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Ich halt.
Sternzeichen:
Registriert seit: 25.12.2008
Ort: NRW
Alter: 27
Beiträge: 2.333
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Heute bin ich natürlich schlauer und weiß z.B. warum sie mich so angewidert angesehn hat, als ich sie an meinen Vater erinnert habe; ich weiß jetzt, was hinter all dem gesteckt hat - aber damals war ich nur ein Kind, dessen Mutter Tag für Tag mit Depressionen im Bett gelegen hat, während ich mich - gerade mal 2 oder 3 Jahre alt - stundenlang mit mir selbst beschäftigt habe, "Selbstgespräche" geführt habe und sie unter keinen Umständen wecken durfte...
Zusammengefasst: Zu Hause eine depressive Mutter bzw. auch sonst eine kranke Familie (vor allem meine aggressive, alkoholisierte Oma) - sobald ich das Haus verlassen habe Prügel - und schließlich panische Angst wenn ich zur Schule musste.
Und ach ja: In der Oberstufe habe ich 3 Jahre lang ein Doppelleben geführt - keiner wusste von dem Milieu aus dem ich kam. Schule und Privatleben waren strickt getrennt, was wirklich anstrengend war. Mit niemandem konnte ich reden - ich hab mich ständig verstellt und bin unangenehmen Fragen aus dem Weg gegangen.
Als ich später erfahren habe, dass ich das Abi bestanden habe, habe ich sofort die Sozialhilfe gekündigt und bin nachts an einer Tankstelle arbeiten gegangen - das Geld musste ich zu Hause für Miete, Essen usw. größtenteils abgeben, sodass es keinen Sinn mehr machte, zu Hause wohnen zu bleiben. Ich bin dann natürlich ausgezogen... - Von da an war ich für mich selbst verantwortlich - vor allem finanziell (ab und zu hat meine Mutter mir geholfen, wenn ich gar nichts mehr hatte - aber das ging auch nicht gut mit ihrer Sozialhilfe).
Neben der Uni habe ich gearbeitet - mein Tag sah damals so aus: halb5/5 aufstehn, um halb7 am Bahnhof sein, 8.15 Uhr Uni bis 17.15 Uhr, dann zurück zum Bahnhof - um halb 7/viertel vor 7 am Wohnort angekommen, direkt zur Arbeit bis ca. 12 oder 1 - am Wochenende auch schonmal bis 2 oder 3... Tja und dann wieder um halb5/5 aufstehn und zur Uni....
Irgendwann habe ich durch eine Intrige die Arbeitsstelle verloren, sodass ich so gut wie auf der Strasse saß - Existenzangst pur. Die Depressionen haben angefangen und auch der Bruch mit meinem Vater kam zustande, weil ich ihn zum ersten Mal in meinem Leben um Hilfe gebeten habe - aber dieser Mann kann nunmal nichts ohne Gegenleistung tun... Nachdem er für mich gestorben war, habe ich von meiner Mutter die Wahrheit über ihn erfahren.
Es folgten schließlich etwa 3 Jahre mit schwersten Depressionen - Unialltag, Pendeln + nebenbei arbeiten ging natürlich ebenfalls alles weiter...... Stress pur - und das über Jahre...
Als sich meine Gedanken schließlich nur noch darum gedreht haben, wie ich mich am besten umbringen kann, habe ich mir Hilfe gesucht. Meine Mutter hat mich unterstützt...
Heute nehme ich immernoch Medikamente, versuche aber nun endgültig davon los zu kommen.
Ach ja: Meine Oma hatte Depressionen, meine Tante, mein Onkel, meine Mutter, meine Schwester und ich auch.....
Meine Mutter hat außerdem zahlreiche Krankheiten, die ihre Ursache ebenfalls im Psychischen haben - wie z.B. heftige Schmerzen durch Fibromyalgie. Außerdem haben wir alle eine Autoimmunerkrankung - Ich habe Hashimoto Thyreoiditis (eine Schilddrüsenerkrankung)...
So, ich könnte noch so viel mehr schreiben, aber ich glaub es reicht.
Boah also wer bis hierhin durchgehalten hat.... Respekt!
Jedenfalls: Ich habe mich Jahre lang versteckt, alle diese Dinge für mich behalten bzw. nur wenigen vertrauten Freunden davon erzählt.
Aber diese Erfahrungen gehören zu mir. Und ich weiß mittlerweile: Ich bin nicht schuld.
Nu bin ich mal gespannt, was ihr aus meiner Geschichte so alles herauslest - einiges habe ich natürlich auch schon selbst herausgefunden...
Tut gut mal alles aufzuschreiben...
Geändert von yvo (30.04.2010 um 23:27 Uhr)
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30.04.2010, 23:44
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Schlimme Familiengeschichte - würde mich über eine Analyse freuen... Beitrag #5 (permalink)
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Ich halt.
Sternzeichen:
Registriert seit: 25.12.2008
Ort: NRW
Alter: 27
Beiträge: 2.333
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Huch! Da hat ja schon jemand geantwortet, während ich noch am Bearbeiten war!
Zitat:
Zitat von Sonnenscheinchen
Liebe Yvo!
Du bist eine starke junge Frau! Hut ab das du das alles überlebt hast. Du wünscht dir eine Analyse. Ich verstehe nicht ganz, wie du das meinst.
Ich frage dich einfach, wohin willst du hin? Was hast du mit deinem Leben vor?
Was aus der alten Zeit behindert dich?
Lieben Gruß
sonnenscheinchen
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Huhu Sonnenscheinchen!
Danke  Naja, ich habe meine Geschichte ins Forum "Familienaufstellung" gestellt, weil ich denke, dass ein großer grauer Schleier über unserer Familie liegt. Es gibt da Zusammenhänge, die nicht unbedingt direkt erkennbar sind - vielleicht ja auch doch, ich weiß es nicht.
Jedenfalls habe ich die Hoffnung, dass bestimmte Dinge aufgelöst werden können - z.B. die Depressionen. Diese Krankheit zieht sich durch unsere ganze Familie (klar, wir sind alle in einer schlimmen Umgebung aufgewachsen - aber da gibt es sicher noch mehr was dahinter steckt).
Dann habe ich ja beschrieben, dass eine Beziehung jetzt an meiner Vergangenheit zerbrochen ist - ich habe vor ein paar Tagen folgendes erkannt:
Mein Jetzt-Ex-Freund war mir zu "weiblich", zu weich - das hat mich regelrecht abgestoßen. Ich weiß jetzt, dass er mir einen wichtigen Teil von mir gespiegelt hat: den verletzlichen, vorsichtigen, unsicheren Teil, den ich leider nie annehmen konnte.
Ich habe diesen Teil von mir Jahre lang weggesperrt, habe es nicht zugelassen, dass er an die Oberfläche kommt - eben WEIL er so verletzlich ist. Zu oft bin ich bereits verletzt worden und wollte das nie wieder erleben. Aber dieser Teil gehört zu mir, das ist mir durch ihn klar geworden..
Ich kann diesen Teil zwar akzeptieren und ihn sein lassen, wie er ist, aber ich kann ihn noch nicht wirklich annehmen und schon gar nicht lieben.
Meine Mutter war bei uns immer die "Schwache", Verletzliche, die (aufgrund der schlimmen Umstände) nie selbstbewusst war oder sein konnte. Deshalb ist dieser Teil für mich so weiblich besetzt. Ich habe sie damals dafür gehasst, dass sie so war, es hat mich regelrecht abgestoßen und scheinbar habe ich diese Gefühle auf meinen Ex-Freund übertragen.
Als ich noch klein war, war mein Vater mein großes Vorbild. Er war stark, männlich, selbstbewusst und hatte eine bestimmte Anziehung auf die Frauenwelt.
Ich weiß, dass ich durch diese "Vorbilder" sehr beeinflusst werde. Ich weiß natürlich auch, dass das auf meine Vorstellungen von einer Beziehung enorme Auswirkungen hat.
Nichtsdestotrotz konnte ich den weiblichen Teil in mir lange nicht annehmen. Ich habe mich Jahre lang wie ein Junge gekleidet, hab mich auch so verhalten und habe alles Weibliche an mir gehasst.
So wie ein anderer Mann (nach dem ich völlig verrückt war) mir vor einem Jahr die männliche Seite - meinen Vater - gespiegelt hat (dieser Zusammenhang ist mir erst im Nachhinein bewusst geworden), spiegelt mir mein Ex-Freund die weibliche - meine Mutter. Er hat sich von Anfang an selbst in diese Schublade des verletzlichen, verunsicherten Teils gesteckt und mich dadurch auch dazu gebracht, ihn auf diese Weise zu sehen und "einzuordnen". Er konnte ja nicht ahnen, dass ich diesen Teil von mir nicht annehmen kann...
Ich empfinde für ihn eine platonische Liebe, keine erotische, sexuelle. Ich kann an diesem verletzlichen, kindlichen/weiblichen Teil nichts Erotisches sehen. Es geht noch nichtmal um den Sex an sich, es geht einfach um das, was zwischen uns ist - die Anziehungskraft wenn man so will..
Ich habe die Beziehung vor einer Woche beendet. Ja, man könnte vielleicht einiges ändern. Aber es ändert nichts an der Tatsache, dass er diese spezielle Wirkung auf mich hat, die mit meiner Vergangenheit zusammenhängt. Er kann nichts dafür. Und ich auch nicht. Es ist wie es ist.
Und solche Dinge würde ich gern auflösen, weil sie mich im Leben behindern...
Geändert von yvo (30.04.2010 um 23:47 Uhr)
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30.04.2010, 23:54
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Schlimme Familiengeschichte - würde mich über eine Analyse freuen... Beitrag #6 (permalink)
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Benutzer
Registriert seit: 03.01.2007
Beiträge: 62
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Liebe Yvo!
Klar, hier geht es ja um Familienaufstellungen *blind bin* ;-)
Ich schreib dir eine PN
Lieben Gruß
sonnenscheinchen
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30.04.2010, 23:56
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Schlimme Familiengeschichte - würde mich über eine Analyse freuen... Beitrag #7 (permalink)
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Ich halt.
Sternzeichen:
Registriert seit: 25.12.2008
Ort: NRW
Alter: 27
Beiträge: 2.333
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Gut, dass ichs nochmal gesagt hab! 
Danke, bin gespannt..
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01.05.2010, 00:11
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Schlimme Familiengeschichte - würde mich über eine Analyse freuen... Beitrag #8 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 22.02.2010
Ort: Willich
Beiträge: 231
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Zitat:
Zitat von yvo
Huch! Da hat ja schon jemand geantwortet, während ich noch am Bearbeiten war!
Huhu Sonnenscheinchen!
Danke  Naja, ich habe meine Geschichte ins Forum "Familienaufstellung" gestellt, weil ich denke, dass ein großer grauer Schleier über unserer Familie liegt. Es gibt da Zusammenhänge, die nicht unbedingt direkt erkennbar sind - vielleicht ja auch doch, ich weiß es nicht.
Jedenfalls habe ich die Hoffnung, dass bestimmte Dinge aufgelöst werden können - z.B. die Depressionen. Diese Krankheit zieht sich durch unsere ganze Familie (klar, wir sind alle in einer schlimmen Umgebung aufgewachsen - aber da gibt es sicher noch mehr was dahinter steckt).
Dann habe ich ja beschrieben, dass eine Beziehung jetzt an meiner Vergangenheit zerbrochen ist - ich habe vor ein paar Tagen folgendes erkannt:
Mein Jetzt-Ex-Freund war mir zu "weiblich", zu weich - das hat mich regelrecht abgestoßen. Ich weiß jetzt, dass er mir einen wichtigen Teil von mir gespiegelt hat: den verletzlichen, vorsichtigen, unsicheren Teil, den ich leider nie annehmen konnte.
Ich habe diesen Teil von mir Jahre lang weggesperrt, habe es nicht zugelassen, dass er an die Oberfläche kommt - eben WEIL er so verletzlich ist. Zu oft bin ich bereits verletzt worden und wollte das nie wieder erleben. Aber dieser Teil gehört zu mir, das ist mir durch ihn klar geworden..
Ich kann diesen Teil zwar akzeptieren und ihn sein lassen, wie er ist, aber ich kann ihn noch nicht wirklich annehmen und schon gar nicht lieben.
Meine Mutter war bei uns immer die "Schwache", Verletzliche, die (aufgrund der schlimmen Umstände) nie selbstbewusst war oder sein konnte. Deshalb ist dieser Teil für mich so weiblich besetzt. Ich habe sie damals dafür gehasst, dass sie so war, es hat mich regelrecht abgestoßen und scheinbar habe ich diese Gefühle auf meinen Ex-Freund übertragen.
Als ich noch klein war, war mein Vater mein großes Vorbild. Er war stark, männlich, selbstbewusst und hatte eine bestimmte Anziehung auf die Frauenwelt.
Ich weiß, dass ich durch diese "Vorbilder" sehr beeinflusst werde. Ich weiß natürlich auch, dass das auf meine Vorstellungen von einer Beziehung enorme Auswirkungen hat.
Nichtsdestotrotz konnte ich den weiblichen Teil in mir lange nicht annehmen. Ich habe mich Jahre lang wie ein Junge gekleidet, hab mich auch so verhalten und habe alles Weibliche an mir gehasst.
So wie ein anderer Mann (nach dem ich völlig verrückt war) mir vor einem Jahr die männliche Seite - meinen Vater - gespiegelt hat (dieser Zusammenhang ist mir erst im Nachhinein bewusst geworden), spiegelt mir mein Ex-Freund die weibliche - meine Mutter. Er hat sich von Anfang an selbst in diese Schublade des verletzlichen, verunsicherten Teils gesteckt und mich dadurch auch dazu gebracht, ihn auf diese Weise zu sehen und "einzuordnen". Er konnte ja nicht ahnen, dass ich diesen Teil von mir nicht annehmen kann...
Ich empfinde für ihn eine platonische Liebe, keine erotische, sexuelle. Ich kann an diesem verletzlichen, kindlichen/weiblichen Teil nichts Erotisches sehen. Es geht noch nichtmal um den Sex an sich, es geht einfach um das, was zwischen uns ist - die Anziehungskraft wenn man so will..
Ich habe die Beziehung vor einer Woche beendet. Ja, man könnte vielleicht einiges ändern. Aber es ändert nichts an der Tatsache, dass er diese spezielle Wirkung auf mich hat, die mit meiner Vergangenheit zusammenhängt. Er kann nichts dafür. Und ich auch nicht. Es ist wie es ist.
Und solche Dinge würde ich gern auflösen, weil sie mich im Leben behindern...
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Ach Mensch Yvo,
Du bist wirklich eine unglaublich starke Frau.
Ich finde es unglaublich das Du Abi und Uni unter den gegebenen Umständen überhaupt geschafft hast.
Ich bin fassungslos wenn ich das alles lese- traurige Geschichte.
Ich drück Dich mal ganz fest und wünsche Dir von Herzen das Deine Kraft belohnt wird.
Liebe Grüsse
Tanja
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