Hallo Lion,
ich sehe es genauso wie Neuling: eigentlich brauchst Du Dir keine Gedanken machen, was oder wer aufgestellt werden soll. Das entscheidet am Ende Dein Aufstellungsleiter.
Aber vorher braucht er einen klaren "Auftrag" von Dir. Du solltest Dein Anliegen möglichst in einem Satz formulieren können. Was soll sich für Dich durch die Aufstellung verändern? Was genau belastet Dich im Moment am meisten? Und hier ist nur Dein eigenes, ganz ehrliches Gefühl relevant. Es geht um Dein ganz subjektives Lebensglück und die Entscheidung darüber solltest Du keinem Therapeuten überlassen. (Auch wenn Du glaubst, er ist Profi und müßte deshalb viel besser wissen als Du, was Dir fehlt. Das weiß er natürlich nicht, denn Du gestaltest Dein Leben!! Vertrau Dir lieber selbst! Das ist der erste Schritt zur Lösung). Hilfreich ist meistens auch noch die Überlegung, wie Du bzw. andere nach der Aufstellung merken werden, daß die gewünschte Veränderung eingetreten ist.
Noch ein kleiner Hinweis: der Wunsch, daß andere Menschen (Eltern, Partner, Kinder) sich ändern sollen, läßt sich natürlich nicht realisieren. Verändern kann man nur sich selbst bzw. seine Einstellung. Die anderen bleiben immer, wie sie sind. Aber wer es schafft, seine Haltung zu einer Person oder Sache zu verändern, wird sich dem gegenüber meistens doch etwas anders verhalten. Und diese Verhaltensänderung ermöglicht dann widerum anderen Person, anders zu reagieren, als man es gewohnt war. Und so läuft plötzlich doch alles ganz anders. Das sollte bei der Formulierung des Anliegens unbedingt berücksichtigt werden.
Abschließend empfehle ich noch, Dich vor Deiner Aufstellung möglichst systematisch mit Deiner Familiengeschichte vertraut zu machen:
1) Deine Geschwisterlinie (vollständige Aufzählung aller lebenden und ggf. toten Geschwister in ihrer zeitlichen Reihenfolge inkl. Fehlgeburten und Abtreibungen - soweit bekannt).
2) analog die Geschwisterlinie Deiner Mutter und möglichst ihrer Eltern
3) analog die Geschwiserlinie Deines Vaters und möglichst seiner Eltern
4) besonderes Augenmerk auf schwere Schicksale in der Familie, wie Flucht, Vergewaltigung, tragische Unfälle, schwere Krankheiten, Behinderungen, etc.
5) hat jemand in der Familie anderen Personen in materieller oder seelischer Hinsicht massiv geschadet? (Verantwortliche Stellung im Krieg oder in der Partei, Beteiligung an Enteignung, Ausbeutung, Mord, etc.)
6) bei Eheproblemen: gab es große Lieben, die nicht gelebt werden konnten bzw. durften? Gab es gelöste Verlobungen, verstoßene Partnerschaften?
Alles Gute
Lichtartemis