Wir müssen das primitive Menschenbild von "Gut und Böse" aufgeben, denn es
gehört in den Bereich der subjektiven Beurteilung. Jeder Mensch hat das
Recht auf eine gewisse Meinung seinem Umfeld gegenüber, wobei dies nicht
bedeutet dass alle Ansichten diesbezüglich mit der absoluten Realität
übereinstimmen müssen. Somit steht also die vollkommene Wahrheit auf der
einen Seite, und die empfindungsmässige und individuelle Betrachtungsweise
auf der anderen. Eine makellose Verbindung wird es in diesem Punkt nicht
geben können, aber die Anerkennung der eigenen Fehleinschätzung sollte immer
als "wahrscheinliche Möglichkeit" in Betracht gezogen werden. Niemand kann
davon ausgehen, dass alle seine Urteile "richtig" und "gut" sind, wobei dies
oft mündlich in dieser Form so "rüberkommen" mag. Deshalb ist es zunächst
sehr wichtig seinen Geist insofern zu läutern, dass man die innere
Überheblichkeit ablegt und erkennt, dass Bescheidenheit und nicht Stolz zur
wahren Anhebung des Bewusstseins führt. Infolge dessen ist eine maßvolle
Anwendung aller Kommunikationsorgane angebracht, um die dementsprechende
Ausbreitung jeweiliger Fehlbotschaften zu vermeiden. Reden kann effizient
sein, aber Schweigen noch kraftvoller. Aus der ruhenden Kraft tiefgründiger
Überlegung in Kombination mit angemessenen Sprachpausen, entstehen erhabene
Worte die inhaltlich sinnvoll, und zusätzlich mit einer hervorragenden
Wortwahl bespickt sind. Letztendlich gerät jeder Mensch in die Versuchung zu
be- und verurteilen, aber wenn sich nur jeder ein klein wenig zurücknehmen
würde, entstünde ein großer Effekt der weltweit spürbar zur Geltung käme,
denn negative Gedanken vernetzen sich, sodass sie sich nach ihrer Zuspitzung
jeweils kraftvoll entladen. Die Vektoren der Entladung sind dann häufig
labile und anfällige Individuen. So ist also kein Mensch nur "gut" oder nur
"böse", denn beide Elemente stecken in ihm drin. Beide entstehen im
Gemeinwesen, und somit sollte man davon abrücken einzelne für ihre
Handlungen zu verdammen, da sie ja ohnehin möglicherweise nur Opfer des
Kollektivs sein könnten......
Kriminalität wird durch soziale Probleme erzeugt, und die Menschheit sollte
sich nicht wundern wenn dieses Problem unlösbar zu sein scheint. Zunächst
einmal gibt es global gesehen eine unerträgliche Doppelmoral, die einerseits
Dinge verurteilt - um sie auf der anderen Seite wieder zu befürworten.
Solange die Menschen sich selbst rechtfertigen und insofern für allgemein
rechtschaffen halten, werden sie nie verstehen dass sie eigentlich die
Wurzel des Problems sind. Es muss eine neue Sicht der Dinge entstehen, und
jeder Menschen muss erkennen, dass "Selbsterhöhung" und arrogante
Bestätigung der eigenen Persönlichkeit auf der Grundlage egoistischer
Handlungen zumindest entlarvt und verändert werden sollten. Eigentlich
entspricht auf dieser Welt die Anzahl der Religionen und
Glaubensbekenntnisse - der Anzahl aller Einwohner - nämlich einige
Milliarden. Jeder Mensch hält sich weitläufig für Gott, und missachtet im
Grunde genommen den anderen, weil seine Grundsätze und Glaubensansichten auf
die eigene Persönlichkeit zugeschnitten sind, und dementsprechend zum
eigenen Nutzen umgewandelt und angepasst werden. Dieses Schreiben soll nicht
zu absoluter Selbstlosigkeit aufrufen, sondern zur Einsicht und zum Versuch
die eigenen Taten akribisch zu untersuchen, um sich letztendlich von der
größten Lüge der Menschheit zu entfernen : Die Selbsttäuschung ! Das
Manifest des persönlichen Glaubens sollte ehrlich und ohne Umschweif - ganz
klar definiert werden, und der wahre Sinn des Lebens sollte anspruchsvoll
und zugleich unweigerlich und unkompliziert gestaltet sein. Daher kann man
schon festhalten dass jeder Mensch göttlich und eigentlich vollkommen ist,
aber dies erreicht er nur wenn seine Taten den ehrlichen und aufrichtigen
Regeln seiner natürlichen Zunft und Existenzform entsprechen, wobei dies aus
individueller und persönlicher Einsicht und effektiver Entfaltung wächst...