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Esoterik kritisch betrachtet

Skeptische Diskussionen über esoterische Weltbilder. Kritik an Fehlentwicklungen, Scharlatanerie und sonstigen negativen Auswüchsen.


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Alt 05.09.2008, 22:36   Einige (provokative) Grundsatzfragen Beitrag #33 (permalink)
Trekker
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Hi Zaungast

Zitat:
Zitat von Zaungast Beitrag anzeigen
Nur bin ich der relativ festen Überzeugung (wissen kann man es ja nicht), dass die Zeit kein Strich in der Landschaft ist, sondern dass erstens Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig existieren, .........
Das tun sie wohl auch wenn man die Linearität überwinden kann. Unsere Welt ist aus gutem Grund daran gebunden. Das gehört zu den Regeln die wir akzeptiert haben als wir hier her kamen.

Zitat:
Zitat von Zaungast Beitrag anzeigen
......allerdings zweitens in unendlich vielen Versionen, dass also alles, was geschehen kann, auch geschieht bzw. geschehen ist.
Damit spielst du auf die Theorie der vielen Welten an, die meiner Meinung nach einen Denkfehler enthält. Unsere Welt weist eine ganz bestimmte Struktur auf und folgt ganz offensichtlich einer bestimmten Richtung. Daher bin ich nicht der Meinung das jede unserer Entscheidungen eine neue Welt erschafft. Alles deutet darauf hin das wir sowohl geführt werden als auch einen freien Willen haben.

Würde jede unserer Entscheidungen eine eigene Welt erschaffen wären so Dinge wie Reinkarnation oder überhaupt jede Form von Entwicklung überflüssig da du in einem Leben ALLE Variationen durchleben kannst, nichts auslässt, alles tust und alles lässt, bis zum bitteren Ende aller Möglichkeiten. Dann würde unsere Welt nicht so aussehen wie sie es tut.

Zitat:
Zitat von Zaungast Beitrag anzeigen
Der Großteil aller getroffenen Vorhersagen stimmt nicht, und Vorhersagen stimmen umso seltener, je genauer sie sind. Man kann doch nicht hergehen und sagen, die Hellseherei sei erwiesenermaßen möglich, nur weil nicht alle Prophezeiungen überprüft wurden und vielleicht 5 von 100 Fällen tatsächlich übereinstimmten.
Genau, das ist eines der Argumente das ich dazu anführen würde. Es ergibt sich erst ein Sinn wenn man von "festen Wegpunkten" ausgeht und dazwischen Handlungsspielraum annimmt. Prophezeiungen würden dann bei den Wegpunkten und alles, was damit zusammen hängt funktionieren - aber auch auf dem Weg zu so einem Punkt versagen weil wir dies mit unseren Entscheidungen selbst gestalten können.

Zitat:
Zitat von Zaungast Beitrag anzeigen
..... die selbsterfüllenden prophezeiungen .......
Die funktionieren ohne Frage! Es gibt hunderttausende Beispiele alleine in Deutschland und jeder Motivationstrainer wird dies voll bestätigen.

Zitat:
Zitat von Zaungast Beitrag anzeigen
..... anstatt ihm zu sagen: du verlierst alles und stirbst einsam. auch, falls die karten oder was auch immer gegensätzliches behaupten.
DAS ist ja der Trick bei der Sache! Wählst du aktiv oder lässt du dir vorschreiben was kommt. Wenn du dich leben lässt machst du dir das zueigen und es ist wieder DEINE selbsterfüllenden Prophezeiung. Da kannst doch eher hingehen und direkt selber entscheiden. Aber DAS ist dann wieder eine Frage des Charakters und der eigenen Lebenseinstellung..

LG
Trekker
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Alt 06.09.2008, 03:03   Einige (provokative) Grundsatzfragen Beitrag #34 (permalink)
Zaungast
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Zitat:
Zitat von Trekker Beitrag anzeigen
Damit spielst du auf die Theorie der vielen Welten an, die meiner Meinung nach einen Denkfehler enthält. Unsere Welt weist eine ganz bestimmte Struktur auf und folgt ganz offensichtlich einer bestimmten Richtung. Daher bin ich nicht der Meinung das jede unserer Entscheidungen eine neue Welt erschafft. Alles deutet darauf hin das wir sowohl geführt werden als auch einen freien Willen haben.

Würde jede unserer Entscheidungen eine eigene Welt erschaffen wären so Dinge wie Reinkarnation oder überhaupt jede Form von Entwicklung überflüssig da du in einem Leben ALLE Variationen durchleben kannst, nichts auslässt, alles tust und alles lässt, bis zum bitteren Ende aller Möglichkeiten. Dann würde unsere Welt nicht so aussehen wie sie es tut.
Hallo Trekker,

zuerst fällt mir was zum zweiten Absatz ein. Wir haben ein generelles theoretisches Problem mit der Zeit und der Zeitlosigkeit. Aus einer Perspektive, die die Zeit als Netz wahrnimmt, kann von "Entwicklung" eigentlich sowieso nicht die Rede sein, da "Entwicklung" ja voraussetzt, dass Zeit vergeht. Aber das Problem, das du nennst, ist nachvollziehbar: nun möchte ich die möglichen Realitäten aber nicht ganz beiseite legen, also kann ich mir alternativ vorstellen, dass es zwar alle Möglichkeiten als mögliche Realitäten gibt, jedoch in abgeschwächter, vielleicht schemenhafter Gestalt, während unser Ich die möglichen Realitäten, die es wählt, zu faktischen, also erlebten Realitäten macht. Reinkarnation ist ja auch wieder schwierig, denn hier wird es paradox, wenn man so etwas wie Karma annimmt - einerseits heißt es, ein Leben bedinge das nächste, andererseits laufen von einer höheren Warte alle gleichzeitig; wie kann uns da eine höhere Instanz zwingen, unsere Rechnungen zu bezahlen? Ist es denkbar, dass unsere eigenen Gefühle darüber bestimmen, unsere, die wir in der Zeit sind? Dann ist es möglich, dass auch Hitler nicht büßen musste. Wir bräuchten eine innere Instanz, einen Bewusstseinsteil, der in der Zeit lebt und jenseits der Zeit denkt. Frage: Er müsste sehr viel mehr wissen als wir, gibt aber nur vage Andeutungen, da wir nichts wissen. Warum? Ist dies der Sinn der Ungewissheit: Wenn du willst, dass ein Mensch in einem Schauspiel einen Tiger perfekt darstellt, dann verkleide den Menschen und lass ihn vergessen, dass er ein Mensch ist. Für mich klingt er gerade sehr plausibel. Was meinst du?
Deinen Schluss auf das Aussehen der Welt verstehe ich nicht - kannst du den konkretisieren?

Nun zum ersten Absatz: Welche bestimmte, offensichtliche Struktur meinst du, die durch die Realisierung aller Wahrscheinlichkeiten ad absurdum geführt würde? Wenn, dann ist diese spezielle Struktur doch die ganz besondere unseres Möglichkeitenbereiches? Aber irgendwie habe ich das Gefühl, diesen deinen zweiten Satz nicht richtig verstanden zu haben und Müll zu reden. Deinem letzten Satz stimme ich voll und ganz zu. Für mich stellt es sich so dar, dass wir frei sind, Entscheidungen zu treffen - in einem bestimmten Rahmen.

Zu den anderen Punkten muss nichts gesagt werden, denn da sind wir uns sowieso vollkommen einig.

Liebe Grüße,
Zaungast

Geändert von Zaungast (06.09.2008 um 03:26 Uhr)
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Alt 06.09.2008, 23:20   Einige (provokative) Grundsatzfragen Beitrag #35 (permalink)
Trekker
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Beiträge: 74
Öööööha, das wird wieder eine laaaaange Antwort ......

Zitat:
Zitat von Zaungast Beitrag anzeigen
Wir haben ein generelles theoretisches Problem mit der Zeit und der Zeitlosigkeit.
Ja, aber das ist nur für uns so, also wir Menschen, und auch nur so lange wie wir Mensch sind, der linearen Zeit unterliegen. Ich denke das dein Problem mit der Zeit darauf zurück geht das du Bewegung/Kausalität und die Fähigkeit jeden Punkt in der Zeit erreichen zu können nicht unter einen Hut bekommst. Das liegt daran das du dein Erleben als Mensch auf das ganze System überträgst und das nur in die Hose gehen kann. Versuche wie in einem Traum in eine andere Person zu schlüpfen, in eine die außerhalb der linearen Zeit existiert. Das braucht Übung weil es unserer Alltagserfahrung so stark zuwider läuft.

Zitat:
Zitat von Zaungast Beitrag anzeigen
Aus einer Perspektive, die die Zeit als Netz wahrnimmt, kann von "Entwicklung" eigentlich sowieso nicht die Rede sein, da "Entwicklung" ja voraussetzt, dass Zeit vergeht.
Dein Beispiel mit der Netzstruktur ist gar nicht schlecht weil man da alle Möglichkeiten "sehen" kann und dann die Linie die sich bildet wenn wir uns entschieden haben. Wir bewegen uns von Punkt zu Punkt und diese werden durch unsere Erfahrung zu einem Teil von uns. Wie bei einem Samen in Aktion kommt nur einer durch und der Rest ist Geschichte! Alle Realitäten und alle Möglichkeiten sind Gleichwertig, bis zu dem Punkt an dem unser Jetzt eine Möglichkeit realisiert und der Rest verblasst.

Zitat:
Zitat von Zaungast Beitrag anzeigen
Reinkarnation ist ja auch wieder schwierig, denn hier wird es paradox, wenn man so etwas wie Karma annimmt.....
Tu das nicht! Karma in der aktuellen Sichtweise ist eine Erfindung der Menschen und bildet Familienstrukturen nach. Diese Idee ist ja ganz nett, aber es gibt einfach keinen Papa der uns bestraft wenn wir Mist gemacht haben. Das sind alles Vorstellungen vergangener Generationen die mitr der Wirklichkeit aller wahrscheinlichkeit nix zu tun haben.

Zitat:
Zitat von Zaungast Beitrag anzeigen
wenn man so etwas wie Karma annimmt - einerseits heißt es, ein Leben bedinge das nächste, andererseits laufen von einer höheren Warte alle gleichzeitig; wie kann uns da eine höhere Instanz zwingen, unsere Rechnungen zu bezahlen?
Tut sie nicht weil es sie schlicht nicht gibt. Die Instanz sind wir - meiner Meinung nach. WIR kommen irgendwann an den Punkt an dem wir selbst auf unser Leben schauen, vergleichen was wir wollten und was daraus wurde, bewerten und uns unbefriedigende Teile noch einmal vornehmen für das nächste mal. Diese Selbstbeurteilung ist übrigens sehr viel schlimmer als ein Urteil von Außen weil du dich selbst nicht bescheißen kannst was bei einem Richter durchaus möglich wäre. Du weist genau was du gewollt, gedacht und getan hast - es gibt keine Ausflüchte!

Aus diesem Grund gibt es sehr viele Menschen die mit einem göttlichen Strafgericht sehr viel besser dran wären..... Und DAS wird noch eine Überraschung für den einen oder anderen!

Zitat:
Zitat von Zaungast Beitrag anzeigen
Ist es denkbar, dass unsere eigenen Gefühle darüber bestimmen, unsere, die wir in der Zeit sind?
Nein, das sicher nicht. Wir unterliegen den Rahmenbedingungen des Einsteinschen Universums und das ist defakto für alle gleich. Wie wir das wahrnehmen ist aber sehr unterschiedlich, da stimme ich dir zu. Ein Mensch voll im Stress nimmt Zeit ganz anders wahr als ein Mensch im Urlaub am Strand.

Zitat:
Zitat von Zaungast Beitrag anzeigen
Dann ist es möglich, dass auch Hitler nicht büßen musste.
Nein, musste er nicht. Das aber ist eine ganz andere Geschichte und würde diesen Rahmen total sprengen. (Und die Köpfe und Vorstellungen viele Leutz hier gleich mit)

Zitat:
Zitat von Zaungast Beitrag anzeigen
Wir bräuchten eine innere Instanz, einen Bewusstseinsteil, der in der Zeit lebt und jenseits der Zeit denkt.
Brauchst du nicht suchen, die hast du! Jeder Mensch hat sie! Die gute Frau Birkenbihl nutzt immer folgen treffenden Vergleich: "Wenn man unser Bewusstsein als Länge darstellen wollte dann wäre unser Wach-BW 15mm lang. Unser Unterbewusstsein hingegen satte 11km lang! Was nicht bedeutet das unser Bewusstsein so klein ist, sondern das unser aller Unterbewusstsein so groß ist".

Unser Wach-BW ist gefangen in der linearen Zeit und gebunden an diese Welt. Unser "Unterbewusstsein" existiert weit jenseits davon und unterliegt diesen Beschränkungen nicht.

Zitat:
Zitat von Zaungast Beitrag anzeigen
Er müsste sehr viel mehr wissen als wir, gibt aber nur vage Andeutungen, da wir nichts wissen. Warum? Ist dies der Sinn der Ungewissheit: Wenn du willst, dass ein Mensch in einem Schauspiel einen Tiger perfekt darstellt, dann verkleide den Menschen und lass ihn vergessen, dass er ein Mensch ist. Für mich klingt er gerade sehr plausibel. Was meinst du?
Meiner Meinung nach hast du das Grundprinzip unserer Welt erkannt. Dabei ist es nicht wirklich weg bzw vergessen, nein, es ist vor uns verborgen und steht uns manchmal in kleinen Häppchen zur Verfügung. Dinge wie Telepathie oder der berühmte erste Eindruck oder auch Träume gehen darauf zurück.

Zitat:
Zitat von Zaungast Beitrag anzeigen
Deinen Schluss auf das Aussehen der Welt verstehe ich nicht - kannst du den konkretisieren?
Nein, das kann ich so nicht! Warum? Weil das dann soooooo viel wird das ich noch min. 50 Seiten anhängen müsste. Aber alleine aus meinen Antworten hier kannst du erkennen das die Logik dieser Welt für mich ganz anders aussieht.

Zitat:
Zitat von Zaungast Beitrag anzeigen
Welche bestimmte, offensichtliche Struktur meinst du, die durch die Realisierung aller Wahrscheinlichkeiten ad absurdum geführt würde?
Damit meine ich den Gedanken der Reinkarnation. Mal weg davon das die Wiedergeburt logisch anders aussieht als die Mehrheit denkt ist die Tatsache an sich bereits ein Hinweis darauf das die Viele-Welten-Theorie so nicht stimmen kann. Denn wenn Reinkarnation "nötig" ist dann gibt es die Vielen-Welten als Variation einer Welt nicht. Oder anders rum würde die Viele-Welten eine Reinkarnation überflüssig machen. Es wird viele Welten geben, aber sie werden alle grundverschieden sein! Eben kein Trekker oder Gast in 10 Millionenfacher Ausführung - einen für jede getroffene Entscheidung. Wie gesagt, wäre das so dann bräuchte es die Reinkarnation nicht.

Zitat:
Zitat von Zaungast Beitrag anzeigen
Für mich stellt es sich so dar, dass wir frei sind, Entscheidungen zu treffen - in einem bestimmten Rahmen.
Da gehen die Meinungen ja weit auseinander. Jedoch sehe ich ganz ähnlich wie du. Auch für mich ist es eine Mischung aus beidem. Für mich gibt es Wegpunkte die fest stehen und der Weg "dazwischen" ist unsere Entscheidung. Ich finde das nur diese Version ohne Widerspruch zu den alltäglichen Fakten unseres Lebens passt.

So, und nu ist Schluß. Der Beitrag ist schon wieder viel zu lang geworden. Das liest doch keine Sau ..... Aber bereits jetzt habe ich schon sehr viel weg gelassen und vereinfacht.......

LG
Trekker
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