... vom kommenden Weltgeschehen
[Anm.: Der folgende Text stammt nicht von mir, da es im EF jedoch keine Lyrik-Threads gibt, muste ich suchen. Da ich nicht fündig geworden bin, packe ich diesen wichtigen Hinweis auf das Jahr 2012 hier rein.]
Alte Linde bei der heiligen klamm
Ehrfurchtsvoll betast’ ich deinen Stamm
Karl den Großen hast du schon gesehn
Wenn der größte kommt, wirst du noch stehn.
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Dreißig Ellen misst dein grauer Stamm
Aller deutschen Lande ält’ster Baum
Kriege, Hunger schautest, Seuchennot
Nettes Leben wieder, neuen Tod
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Schon seit langer Zeit dein Stamm ist hohl
Roß und Reiter bargest einst du wohl
Bis die Kluft dir sacht mit milder Hand
Breiten Reif um deine Stirne wand
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Bild und Buch nicht schildern deine Kron’
Alle Äste hast verloren schon
Bis zum letzten Paar, das mächtig zweigt
Blätter freudig in die Lüfte steigt
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Alte Linde, die du alles weißt
Teil uns gütig mit von deinem Geist
Send ins Werden deinen Seherblick
Künde Deutschlands und der Welt Geschick
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Großer Kaiser Karl, in Rom geweiht
Eckstein sollst du bleiben deutscher Zeit
160, sieben Jahre Frist
Deutschland bis ins Mark getroffen ist
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Fremden Völkern front dein Sohn als Knecht
Tut und läßt, was ihren Sklaven recht
Grausam hat zerrissen Feindeshand
Eines Blutes, einer Sprache Band
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Zehre Magen, zehr’ von deutschem Saft
Bis mit einmal endet deine Kraft
Krankt das Herz, siecht ganzer Körper hin
Deutschlands Elend ist der Welt Ruin
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Ernten schwinden, doch die Kriege nicht
Und der Bruder gegen Bruder ficht
Mit der Sens’ und Schaufel sich bewehrt
Wenn verloren gingen Flint’ und Schwert
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Arme werden reich des Geldes rasch
Doch der rasche Reichtum wird zu Asch’
Ärmer alle mit dem großen Schatz
Minder Menschen, enger noch der Platz
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Da die Herrscherthrone abgeschafft
Wird das Herrschen Spiel und Leidenschaft
Bis der Tag kommt, wo sich glaubt verdammt
Wer berufen wird zu einem Amt
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Bauer heuert bis zum Wendetag
All sein Mühn ins Wasser nur ein Schlag
Mahnwort fällt auf Wüstensand
Hörer findet nur der Unverstand
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Wer die meisten Sünden hat
Fühlt als Richter sich und höchster Rat
Raucht das Blut, wird wilder nur das Tier
Raub zur Arbeit wird, und Mord zur Gier
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Rom zerhaut wie Vieh die Priesterschar
Schonet nicht den Greis im Silberhaar
Über Leichen muß der Höchste fliehn
Und verfolgt von Ort zu Orte ziehn
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Gottverlassen scheint er, ist es nicht
Felsenfest im Glauben, treu der Pflicht
Leistet auch in Not er nicht Verzicht
Bringt den Gottesstreit vors nah’ Gericht
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Winter kommt, drei Tage Finsternis
Blitz und Donner und der Erde Riß
Bet’ daheim, verlasse nicht das Haus
Auch am Fenster schaue nicht den Graus
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Eine Kerze gibt die ganze Zeit allein
Sofern sie brennen will, dir Schein
Giftiger Odem dringt aus Staubesnacht
Schwarze Seuche, schlimmste Menschenschlacht
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Gleiches allen Erdgebor’nen droht
Doch die Guten sterben sel’gen Tod
Viel Getreue bleiben wunderbar
Frei von Atemkrampf und Pestgefahr
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Eine große Stadt der Schlamm verschlingt
Eine andere mit dem Feuer ringt
Alle Städte werden totenstill
Auf dem Wiener Stephansplatz wächst Dill
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Zählst du alle Menschen auf der Welt
Wirst du finden, daß ein Drittel fehlt
Was noch übrig, schau in jedes Land
Hat zur Hälfte verloren den Verstand
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Wie im Sturm ein steuerloses Schiff
Preisgegeben einem jeden Riff
Schwankt herum der Eintags-Herrscherschwarm
Macht die Bürger ärmer noch als arm
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Denn des Elends einz’ger Hoffnungsstern
Eines bessern Tags ist endlos fern
„Heiland, sende, den Du senden mußt!“
Tönt es angstvoll aus der Menschen Brust
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Nimmt die Erde plötzlich andern Lauf
Steigt ein neuer Hoffnungsstern herauf?
„Alles ist verloren!“ hiers noch klingt
„Alles ist gerettet!“ Wien schon singt
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Ja, von Osten kommt der starke Held
Ordnung bringend der verwirrten Welt
Weiße Blumen um das Herz des Herrn
Seinem Ruf folgt der Wack’re gern
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Alle Störer er zu Paaren treibt
Deutschem Reiches deutsches Recht er schreibt
Bunter Fremdling, unwillkommener Gast
Flieh die Flur, die du gepflügt nicht hast
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Gottes Held, ein unzertrennlich Band
Schmiedest du um alles deutsche Land
Den Verbannten führest du nach Rom
Große Kaiserweihe schaut ein Dom
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Preis dem 21. Konzil
Das den Völkern weist ihr höchstes Ziel
Und durch strengen Lebenssatz verbürgt
Daß nun reich und arm sich nicht mehr würgt
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Deutscher Nam’, du littest schwer
Wieder glänzt um dich die alte Ehr’
Wächst um den verschlug’nen Doppelast
Dessen Schatten sucht gar mancher Gast
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Dantes und Cervantes welscher Laut
Schon dem deutschen Kinde vertraut
Und am Tiber – wie am Ebrostrand
Liegt der braune Freund vom Hermannsland
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Wenn der engelgleiche Völkerhirt’
Wie Antonius zum Wanderer wird
Den Verirrten barfuß predigt hält
Neuer Frühling lacht der ganzen Welt
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Alle Kirchen einig und vereint
Einer Herde einz’ger Hirt’ erscheint
Halbmond weicht dem Kreuze ganz
Schwarzes Land erstrahlt im Glaubensglanz
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Reiche Ernten schau’ ich jedes Jahr
Weiser Männer eine große Schar
Seuch’ und Kriegen ist die Welt entrückt
Wer die Zeit erlebt, ist hochbeglückt
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Dieses kündet deutschem Mann und Kind
Leidend mit dem Land die alte Lind’
Daß der Hochmut mach’ das Maß nicht voll
Der Gerechte nicht verzweifeln soll