Anfängerglück ist ein gängiger Begriff aus der Alltagssprache. Jeder hat davon gehört und es selbst erlebt.
Im Kasino halten sich erfahrenrere Spieler an die Anfänger. Wer zum ersten mal ein neues Spiel spielt scheint erfolgreicher zu sein.
Und schließlich weiß beinahe jeder Lehrer davon zu berichten. Zuerst ist der Anfäneger erfolgreich, dann lässt er nach und erreicht erst nach einiger Übung die anfängliche Form.
Dieses Phänomen findet man auf vielen Gebieten, und auf jedem wird es anders Rationalisiert. Mit besonderer Aufmerksamkeit und Unverbrauchtheit am Anfang oder schlicht mit dem Zufall.
Gemeinsam haben all diese Dinge den großen Erfolg des ersten Versuch oder des Anfängers und das Abfallen in erstaunlichen Misserfolg nach einiger Erfahrung (intermediate effect)
Hier ein Paar Beispiele:
Glücksspiel:
Viele die schon im Kasino gespielt haben berichten von anfänglichen Erfolgen mit Teils beträchtlichen Summen, die sich aber später ausglichen. Ähnliches passierte vielen Spekulanten an der Börse:
Begründung: Zufall und Täuschung. Wer sofort verliert oder Misserfolg hat macht gar nicht weiter und wird also nicht weiter dazu befragt.
Röntgenärzte
aus Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Experte
Lesgold (1984) fand bei einer Untersuchung an Röntgenärzten mit unterschiedlichem Ausbildungsstand einen "intermediate effect": Anfänger beurteilten die Röntgenbilder häufiger korrekt als Ärzte mit etwas Erfahrung. Fortgeschrittene haben mehr Detailwissen als Anfänger, dieses Wissen ist aber noch nicht ausreichend organisiert. Sie beginnen, die Regeln zu erkennen, aber nicht deren Ausnahmen. Eltern von Teenagern ist der intermediate effect ebenfalls wohlbekannt. Auch beim Spracherwerb von Kindern gibt es eine Phase der "Überregulierung": zunächst ahmen sie nur nach und liegen damit häufig richtig, dann entdecken sie syntaktische Regeln und können diese nun falsch anwenden.
Juristen
Juristen mit nur weniger als 1,5 Jahren Berufserfahrung beantworten Fachfragen erfolgreicher als welche mit zwischen 1,5 und 10 Jahren und erreichen ihren Anfangsstand erst mit 20 Jahren Berufserfahrung.
http://www.coll.mpg.de/DOWNLOAD/Intu...e%20Effect.pdf
Flugschüler:
Ein Fluglehrer bericht, dass die ersten 4-5 Starts ein Flusgschüler "alles kann", er startet und landet das Flugzeig fehlerfrei, lässt dann nach unt erreicht erst nach 40-47 weiteren Starts die ursprüngliche Form.
Seine Erklärung hier: Sie fangen an zu hinterfragen.
Kampfsport:
Mehrere Kampfsportlehrer berichten, beim ersten Versuch sei die Verwendung einer Technik meist richtig, und brauche aber etliche Übung um den Anfangserfolg wieder her zu stellen. Begründung: Die Schüler fangen an, an sich herum zu korrigieren und machen so die Technik kaputt.
Nun zur Magie:
Telekinese:
Bisher hat jeder, dem ich oder einer meiner Bekannten gezeigt hat, wie man ein Psi-Rad dreht es daraufhin spontan gekonnt. Und alle diese Leute berichteten davon, dass es zu Hause innerhalb weniger Tage nicht mehr ging.
Begründung: Zweifel?
Zelator-Effekt:
Hermetische Orden berichten vom sogenannten Zelator-Effekt. Beim Golden Dawn und AMORC habe ich es gelesen. Nach der Einweihung in den Rang des Zelators fallen viele Schüler in ein tiefes Loch aus dem sie sich trotz anfänglichem Elan und Engagement und Erfolg lange Zeit nicht befreien können, manche sogar nie. AMORC erklärt das durch ein bestimmtes Stadium des Initiationsweges, an dem die Selbsttäuschung durchschritten werden muss. Vom Golden Dawn kenne ich keine Erklärung.
Es gibt sicherlich noch etliche Beispiele.
Jedenfalls: Habt ihr dieses Phänomen schon beobachtet? Habt ihr es bereits in der einen oder anderen Art durchschritten? Kennt ihr Erklärungen, die diese Dinge zusammenfassen? Kurz: Was haltet ihr davon?