Bin ziemlich verwirrt über etwas das mir gestern passierte. Noch verwirrter allerdings über meine Gefühle - mir kam das 1te Mal der Gedanke ich sei hysterisch (anders kann ich es nicht nennen). Und das in einer Form und Intensität wie ich es bisher noch nie erlebte.
Folgendes: Ich lernte gestern einen Mann kennen, der sich selber Verletzungen zufügt. Diese Problematik bei Menschen ist mir ja nun nicht gänzlich unbekannt, wurde auch nicht das Erste Mal damit konfrontiert. Doch meine Reaktion speziell auf ihn ist mir völlig neu

Wir unterhielten uns nicht einmal 10 Minuten, er war zwar ungewöhnlich offen und ehrlich, doch genaueres hat er mir nicht gesagt... ging dann wieder meiner Wege aber es ließ mich nicht los. Ich stand da wie ein Häufchen Elend, war unendlich traurig und fing auch noch fast zu weinen an. Ich wollte ihn nur in die Arme nehmen, ihn halten und ihm sagen, dass es mir so Leid tue und er sich bitte nicht mehr weh tun möge, weil mir das in der Seele weh tue. Etwa eine halbe Stunde nach unserem Gespräch bin ich gegangen. Jedoch nicht ohne mich von ihm zu verabschieden. Für mich war es wie sich auf rohen Eiern bewegen, und ich hatte nur den einen Gedanken bei dem was ich tat oder nicht tat: ich will dir nicht weh tun! Er war es der zum Abschied die Arme ausbreitete und mich damit zu einer Umarmung aufforderte. Im Hinblick darauf, dass wir uns nicht kennen, war es die intensivste Umarmung die ich je erlebte.
Während ich das hier so schreibe denke ich mir auch wieder "du bist hysterisch, nicht ganz normal, ..." Zu Hause habe ich inständig gebetet für ihn und auch wieder fast geweint um ihn.
Wer von euch mir dazu was sagen kann, der soll sich bitte keinen Zwang antun. Ich verstehe es nicht, noch weniger begreife ich es was da so vor sich ging. Vor allem wozu.
Verwirrte Grüße